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Der bis in die Mammutzeit zurückreichende arktische Permafrostboden taut heute schneller auf als je zuvor. Mit dem Untergrund sackt auch die von Menschen errichtete Infrastruktur ab: Häuser bekommen Risse, Straßen verformen sich, ganzen Gemeinschaften wird förmlich der Boden unter den Füßen weggezogen. Sowohl Nikita aus Ostsibirien als auch Martha aus Nordalaska erleben hautnah, wie ihre Welt buchstäblich zerfällt. Doch die Krise beschränkt sich nicht auf die Dörfer, in denen die beiden leben. In dem vereisten Boden sind enorme Mengen prähistorischer Flora und Fauna eingeschlossen, deren nun beginnende Zersetzung Kohlendioxid und Methan freisetzt. Diese Treibhausgase heizen den globalen Klimawandel weiter an. Die einst großen Klimaversprechen der Weltpolitik schwanden im Zuge von Kriegen und globalen Wirtschaftskrisen dahin. Das Thema Energiesicherheit steht heute ganz oben auf der Agenda der Regierungen. Deshalb gibt es immer mehr Bohrungen in der Arktis - einer Region mit riesigen, bislang unerschlossenen Rohstoffvorkommen. Russland treibt die Öl- und Gaserschließung trotz internationaler Sanktionen in Sibirien voran, während die USA in unmittelbarer Nähe von Marthas Heimatdorf ein großangelegtes Bohrprojekt genehmigten. Wissenschaftler schlagen Alarm: Die Arktis erwärmt sich viermal schneller als der globale Durchschnitt. Sie warnen vor Kipppunkten und unumkehrbaren Rückkopplungseffekten, doch angesichts kurzfristiger politischer und wirtschaftlicher Interessen verhallen ihre Stimmen ungehört. Die Geschichten von Nikita und Martha sind mehr als lokale Schicksale. Sie gelten als letzter Weckruf aus dem hohen Norden - an die gesamte Menschheit.
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Am 11. Juli 1897 starteten drei Männer vom Spitzbergen-Archipel in einem Wasserstoffballon Richtung Nordpol - und kehrten nicht mehr zurück. Erst 33 Jahre später, am 6. August 1930, fanden Robbenfänger die Überreste der nach einem der Teilnehmer benannten Andrée-Expedition: Im Schnee konservierte Körper, dazu Notizen und Filme mit 240 Aufnahmen, von denen 93 gerettet werden konnten. Die Dokumentation folgt den Spuren der Expedition und rekonstruiert ihr rätselhaftes Ende.
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Mari und Theo interessieren sich für eine Doppelhaushälfte im Grünen, kurz hinter Berlin für einen vergleichsweise kleinen Preis, was Theo wichtig ist. Tochter Zoe will jedoch am liebsten in Berlin bleiben. Während der Besichtigung wird schnell klar, dass sich der Makler mehr zu ihrer Konkurrenz, der sehr blonden und weißen Familie Reimers, hingezogen fühlt. Mari und Theo versuchen mit allen Mitteln, den Makler von sich zu überzeugen.
22:10

Andi lädt er die neuen Nachbarn zum Grillen ein - er will sie von den Vorzügen eines Gasgrills überzeugen und somit verhindern, dass Theo einen Kohlegrill baut und der Qualm zu ihnen rüberzieht. Aber Zoe will mit den Nazinachbarn und ihrem behinderten Jungen Rocco nichts zu tun haben. Und auch Mari sträubt sich. Sie glaubt, dass Andi seinen Sohn misshandelt und ruft die Polizei. Dabei halten Vater und Sohn nur ein harmloses Work-out ab.