21:45

Während Luft, Wasser und Boden bereits seit Langem verseucht sind, blieben die tieferen Erdschichten bislang weitgehend verschont. Doch damit ist es jetzt vorbei. Überall mehren sich unterirdische Deponien, die die giftigen Hinterlassenschaften der Wegwerfgesellschaft auffangen sollen. Fernab der Öffentlichkeit stellen die hochriskanten Endlager die Regierungen vor gewaltige industriepolitische, ökologische und demokratische Herausforderungen. Zyanid, Arsen, Quecksilber und sogar Atommüll: Ist ihre Einlagerung in Untertage-Deponien in mehreren Hundert Metern Tiefe tatsächlich sicher? Noch ist es in der europaweit größten Lagerstätte im hessischen Herfa-Neurode zu keinem größeren Störfall gekommen. Doch in der elsässischen Deponie Stocamine - der Name steht inzwischen für einen ökologischen und politischen Skandal - bedrohen mehr als 40.000 Tonnen Industrieabfälle das größte Grundwasserreservoir Europas. Finnland wird demnächst auf der Insel Olkiluoto das unterirdische Endlager "Onkalo" (finnisch für "Höhle") für radioaktive Abfälle des benachbarten Kernkraftwerks in Betrieb nehmen. Wird das Versenken des Mülls und das Versiegeln der Felsschichten funktionieren? Und wie reagieren die Anwohner in Finnland oder auch in Frankreich, wo im lothringischen Bure ein Endlager für hoch- und mittelradioaktive Abfälle entstehen soll? Inzwischen ist auch die Einlagerung von CO2 auf dem Vormarsch. So fangen norwegische Industrieunternehmen bereits Kohlendioxid aus ihren Fabrikschornsteinen auf, um es anschließend mittels komplizierter Hightech-Verfahren unter den Meeresboden zu pumpen. Gibt es Alternativen zu dieser unterirdischen Verseuchung? In ganz Europa laufen die Forschungen dazu auf Hochtouren.
23:15

Der 24-jährige Khalid Bin Al Walid Omar führt einen ungleichen Kampf. Der Tod ist dein ständiger Begleiter hier. Das macht uns Angst, sagt er nach einem Besuch im Krankenhaus seiner Heimatstadt Qayyarah. Dort gibt es immer mehr Fälle schwerwiegender Erkrankungen. Die Ärzte sind überzeugt, dass die massive Umweltverschmutzung durch die Ölindustrie dafür verantwortlich ist. Es sind vor allem die Gase, die bei der Ölförderung entstehen, im Irak meist abgefackelt werden und dabei hochgiftige Schadstoffe freisetzen, die den Menschen zu schaffen machen. Sie stehen im Verdacht, Krebs und Lungenfibrosen auszulösen. Die Probleme der Anwohner begannen merkbar 2009, als der Irak Lizenzen zur Erschließung seiner riesigen Ölfelder an internationale Unternehmen vergab und damit die Förderung drastisch anstieg. Auf der Suche nach Lösungen, der Umweltverschmutzung Einhalt zu gebieten, macht sich Khalid auf eine Reise durch das vom Klimawandel bereits gezeichnete Land. Sie führt ihn in das ehemals riesige, nun aber langsam austrocknende Sumpfgebiet der mesopotamischen Marschen, in das einstige Venedig des Nahen Ostens, die Hafenstadt Basra am Schatt Al-Arab, und ins Umweltministerium in der Hauptstadt Bagdad. Er trifft andere Umweltschützer, die bedroht und gefoltert wurden oder sogar aus dem Irak fliehen mussten. Das Ölgeschäft im Irak gilt als von Korruption und Vetternwirtschaft durchsetzt, Umweltschützer sind den mächtigen Playern ein Dorn im Auge. Aber Khalid trifft auch Mitstreiter, die - genau wie er - nicht aufgeben und weiterkämpfen.
22:35

Das Turiner Grabtuch zeigt das Bildnis eines gekreuzigten Mannes von 1,80 Meter Größe, der der Überlieferung nach Jesus von Nazareth sein soll. Die wissenschaftliche Untersuchung des Leichentuches führt zu kontroversen Ergebnissen: Während Radiokarbonanalysen auf eine mittelalterliche Entstehung hindeuten, finden andere Forscher Beweise für eine Datierung in die Zeit Christi.
23:25
