TV-Programm 3sat 23.08.

   
   Was läuft beim TV Sender 3sat

Was läuft im TV-Programm von 3sat am 23.08.?

Das 3sat Tagesprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

Vormittag
 
03:10 Saïda Keller-Messahli - von Tunis nach Grindelwald
Infosendung ~20 Min
Saïda Keller-Messahli, 1957 geboren, ist unter ärmsten Bedingungen in Tunesien aufgewachsen. Als Pflegekind kam sie nach Grindelwald - ein Kulturschock für das kleine Mädchen. Heute kennt man Saïda Keller-Messahli als mutige und scharfzüngige islamische Menschenrechtsaktivistin. Reporterin Samira Matta ist dem ungewöhnlichen Leben dieser ungewöhnlichen Frau nachgegangen und hat sie auf Spurensuche in ihre Vergangenheit begleitet. Wenn es um radikale Muslime geht, ist Saïda Keller-Messahli eine gefragte Expertin. Sie kämpft gegen einen politischen Islam und deckt Probleme in Schweizer Moscheen auf: ''Die Mehrheit der Imame, die in der Schweiz predigen, sind islamistisch.'' Sie kritisiert radikale Glaubensgenossen und warnt vor einer schleichenden Islamisierung, gründete das ''Forum für einen fortschrittlichen Islam'' und erhielt für ihr Engagement 2016 den Schweizer Menschenrechtspreis. Saïda Keller-Messahli wuchs in einer Lehmhütte auf. Ihre Eltern lebten einen toleranten Islam. Tunesien war ein moderner Staat, Gleichberechtigung war in der Verfassung festgeschrieben. Als ihr Vater erblindete, kam sie mit ''Terre des hommes'' zu einer Pflegefamilie in die Schweiz, nach Grindelwald. Die Verhältnisse in der Familie waren schwierig. Und das Mädchen aus Nordafrika war so exotisch, dass die einheimischen Kinder am Dorfbrunnen versuchten, ihre dunkle Hautfarbe abzuwaschen. Später heiratete Saïda Keller-Messahli einen Schweizer Psychoanalytiker und wurde Mutter zweier Söhne. Sie lebt in der Schweiz und besucht regelmäßig ihre Verwandten in Tunesien. ''Mein Zuhause ist die Schweiz'', ist für Saïda Keller-Messahli klar.
16:9
04:00 Grenzflüsse
Infosendung ~45 Min
Seit Jahrhunderten trennen und verbinden Grenzflüsse Menschen und Kulturen an ihren Ufern. Die Dokumentationsreihe entdeckt Grenzflüsse in Europa. Diesmal geht es um den Pruth. Im Schatten des größten Bergs der Ukraine, des Howerla, entspringt der Pruth. Eine schwer zugängliche, mythische Landschaft, mit den weltweit letzten Rotbuchen-Urwäldern. Seit 2007 ist der Fluss Weltnaturerbe der UNESCO. Von den Waldkarpaten schlängelt sich der Pruth hinunter ins Tal. Natur im Urzustand - Menschen verirren sich so gut wie nie hierher ins Quellgebiet des mit 953 Kilometern zweitlängsten Nebenflusses der Donau. Nach 100 Flusskilometern erreicht der Pruth dann Czernowitz, die alte Hauptstadt der Bukowina. Jahrzehntelang hinter dem Eisernen Vorhang vergessen und in beiden Weltkriegen kaum zerstört, wirkt das von der österreichischen Architektur geprägte Stadtbild heute wie ein Abbild längst vergangener Zeiten. Nach Czernowitz ist der Pruth fast 700 Kilometer lang der Grenzfluss zwischen Rumänien und der Republik Moldau. Mit 1380 verschiedenen Pflanzen-, 34 Fisch- und 239 Vogelarten hat der Pruth in seinen Schwemmgebieten im Lauf der Jahrtausende eine außerordentliche Artenvielfalt entwickelt. Wenn das Leben irgendwo ein langer ruhiger Fluss ist, dann hier am Pruth und besonders in Moldau, dem am seltensten bereisten Land in Europa. Viele Menschen in den kleinen Dörfern am Fluss leben im Rhythmus ihrer Vorfahren und haben ihr Heimatdorf bis heute nie verlassen. In dieser Abgeschiedenheit entstand am Fluss ein Naturparadies, das seinesgleichen sucht. Und das hat auch viel mit der Grenze zu tun, denn jahrzehntelang durften sich nur wenige Einheimische im Grenzland am Pruth aufhalten.
16:9
04:45 Grenzflüsse
Infosendung ~45 Min
Ganz im Norden Europas teilt der Tana die Nachbarländer Finnland und Norwegen voneinander. Das entlegene Naturparadies ist acht Monate des Jahres unter Eis und Schnee bedeckt. In dem gewaltigen Mündungsdelta konkurrieren Robben und seltene Vogelarten im Sommer um die besten Plätze auf den Sandbänken. Die Mündung in die Barentssee ist eines der größten unberührten Delta-Gebiete Europas und die nördlichste Flussmündung des Kontinents. 33 Quadratkilometer des Mündungsgebiets sind heute als Nationalpark geschützt, um die zerbrechliche Natur am Rand des Eismeers zu bewahren. Der Tana ist ein Fluss mit zwei Gesichtern: mal lieblich mit bis zu 20 Meter weiten Sandstränden an seinen Ufern, dann wieder dramatisch mit reißenden Stromschnellen. Sein Flussbett hat sich über Millionen von Jahren gebildet und ist bis heute noch fast im Urzustand erhalten. Im Winter ist die Grenze zwischen Finnland und Norwegen gar nicht mehr sichtbar, sogar Autos fahren dann auf Eispisten über den zugefrorenen Tana. Hundeschlittengespanne sind auf dem tief verschneiten und zugefrorenen Tana beim 1000 Kilometer langen Finnmarksløpet unterwegs. Erst im Mai erwacht dann das Leben wieder für einen kurzen Sommer am Fluss. Bekannt ist der Tana vor allem als Norwegens und Europas größter und wichtigster Lachsfluss. Auf 256 seiner 348 Flusskilometer markiert er die Grenze zwischen Finnland und Norwegen. In keinem Fluss in Europa schwimmen mehr wilde Lachse als dort. Seit jeher hat der Lachs den Tana geprägt und den Menschen an seinen Ufern das Überleben gesichert. Aber die Fischerei wird mittlerweile so intensiv betrieben, dass die Bestände gefährdet sind. Besonders in Norwegen sorgt man sich um die Zukunft des ''großen Flusses'', wie die hier seit Jahrtausenden siedelnden Samen den Tana nennen. Dennoch gleicht die Natur am Tana vielerorts noch einem unberührten Paradies. Seit Jahrhunderten trennen und verbinden Grenzflüsse Menschen und Kulturen an ihren Ufern. Mal bilden sie eine undurchdringliche Grenze, mal eine gemeinsame Lebensader. Die Dokumentationsreihe entdeckt Grenzflüsse in Europa, alle umgeben von einer bewegten Geschichte.
16:9
05:50 Newton
Infosendung ~20 Min
Botox, Filler und Co.: Wie attraktiv macht künstliche Schönheit wirklich? Schnell mal in der Mittagspause ins Beauty-Studio, um die Zornesfalten zu glätten oder die schmalen Lippen aufzupolstern - heute für viele so selbstverständlich wie der Friseurbesuch. ''Botox to go'' lautet der neue Trend. Schönheitskorrekturen sind in der Gesellschaft angekommen. Aber: Wie verändern künstlich verschönerte Gesichter in der Werbung das Schönheitsideal? Wie attraktiv und jung wirken schönheitsbehandelte Gesichter wirklich? Was löst die Lähmung mimischer Muskulatur im Gehirn aus? Stimmen Forschungsergebnisse, wonach Botox die kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigt? Werden Emotionen und das Denken beeinflusst? Die Forschung sucht Antworten auf diese Fragen. Was empfinden wir warum als schön, und wie reagieren wir darauf? ''Newton'' gibt die Antworten. Es sind nicht mehr die ''Frozen Faces'' mit total gelähmter Mimik oder aufgepumpten ''Schlauchboot-Lippen''. Für die überwiegende Mehrheit ist Natürlichkeit gefragt. Frau und seltener auch Mann will nicht ''aufgespritzt'' aussehen, sondern frischer, erholter, attraktiver, jugendlicher wirken. In einer Gesellschaft, die immer älter wird, sollen Zeichen des Alters wie Falten und hängende Haut nicht sichtbar sein. Der florierende Markt drückt die Preise. In Berlin kann Frau oder Mann sich bereits um unter 100 Euro die Zornesfalte mit Botox glätten oder schmale Lippen mit Hyaluronsäure aufspritzen lassen. ''Newton'' hat mit Frauen gesprochen und gefragt, warum sie sich mit Botox, Filler & Co.verschönern lassen.
16:9


Nachmittag
 
12:30 Stolperstein
Infosendung ~30 Min
Wenn die Worte steckenbleiben: Leben mit dem Stottern Wer ihn auf der Bühne erlebt, glaubt nicht, dass er ein Problem mit dem Sprechen hat: Erhard Smutny alias Hardy aus Augsburg ist Weltrekordler im Showzaubern - und er stottert. Menschen, die stottern, werden oft nicht ernst genommen, sondern belächelt oder ausgegrenzt. 800 000 Menschen in Deutschland leben mit dieser Sprechstörung. Der Film erklärt das Phänomen und zeigt, wie Betroffene ihr Handicap auf unterschiedliche Weisen meistern. Es betrifft immerhin fünf Prozent aller Kinder zwischen zwei und sechs Jahren. ''Bei den meisten hört es von selbst wieder auf'', so die gute Nachricht von Georg Thum, dem Leiter der Stotterer-Beratung an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die schlechte Nachricht: Ab dem Schulalter ist Stottern in der Regel nicht mehr vollständig heilbar. Doch es gibt sehr gute Therapien. Die siebenjährige Sarah geht regelmäßig zu einer erfahrenen Logopädin. Seither hat sie große Fortschritte gemacht. Auch ihre Mutter Barbara stottert. In ihrer Kindheit hat sie darunter stark gelitten. Die Störung im Redefluss ist vererbbar. Warum die Worte einfach nicht herauswollen, ist nach wie vor ein Rätsel für die Wissenschaft. ''Es könnte eine Frage des Timings sein'', meint Professor Martin Sommer. Er ist Neurophysiologe an der Universitätsklinik Göttingen und selbst vom Stottern betroffen. Sprechen ist ein hochkomplexer Vorgang. Beim Stottern ist offenbar das Zusammenspiel der für das Sprechen zuständigen Bereiche in der linken Gehirnhälfte gestört. Wertvolle Hilfe können Selbsthilfegruppen geben. Frederik und Sarina leiten die Flow-Gruppe in München, die sich speziell an junge Stotterer zwischen 16 und 29 Jahren wendet. Der Sprachheilpädagoge Georg Thum gibt Kurse speziell für diese Zielgruppe. Sarina hat dort Sprechtechniken gelernt und wie sie mit ihrem Handicap gut im Leben klarkommt. Wenn sie singt, stottert sie überhaupt nicht, denn dafür ist die rechte Gehirnhälfte zuständig. Auch der inzwischen 70-jährige Zauberer Hardy hat viel ausprobiert. Ihm persönlich halfen schließlich die Auftritte vor dem Publikum. Zu den erfolgreichsten Behandlungsmethoden in Deutschland zählt die ''Kasseler Stottertherapie'', die auch online angeboten wird. Die Kosten werden von der Kasse übernommen.
Untertitel16:9


Abend
 
21:00 makro: Patient Wald
Infosendung ~30 Min
Patient Wald Unser Wald erfüllt viele wichtige Aufgaben: als Klimaschützer, Holzlieferant, Ort der Erholung und Beschützer von Pflanzen- und Tierarten. Hitzewellen und fehlender Regen bedrohen ihn. Waldbesitzer und Experten warnen vor einem ''Waldsterben 2.0'' und fordern Hilfe von der Politik. Hitze und anhaltende Trockenheit durch die Klimaerwärmung habe die ohnehin schon angespannte Situation für den Wald in Deutschland dramatisch verschärft. Die durch Dürre, aber auch Luftverschmutzung und Überdüngung geschwächten Bäume fallen Stürmen, Waldbränden und den Borkenkäfern zum Opfer. Der Schädling frisst sich deutschlandweit durch Baumbestände. Umweltschützer verlangen, die vorherrschenden Nadelholzmonokulturen wieder in naturnahe Laubmischwälder umzugestalten. Monokulturen könnten viel schlechter mit der Trockenheit umgehen als ein gesunder Mischwald. Dieser Umbau sollte in den Waldgesetzen verbindlich vorgeschrieben sein. Die Forstwirtschaft beklagt, es fehle an Geld für Wiederaufforstungen und für notwendiges Forstfachpersonal. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner fordert jetzt: ''Wir müssen mehrere Millionen Bäume aufforsten. Dafür brauchen wir mindestens 600 Millionen Euro.'' Nur so könnten die massiven Schäden ausgeglichen werden. Etwa 110 000 Hektar, ein Prozent der Waldfläche in Deutschland, sollen laut dem Bundeslandwirtschaftsministerium in den vergangenen Jahren verloren gegangen sein. ''makro'' fragt, wie dem Patient Wald geholfen werden kann.
16:9
22:25 Die andere Heimat - Chronik einer Sehnsucht
Spielfilm ~220 Min
Schabbach, ein Dorf im Hunsrück, in der Mitte des 19. Jahrhunderts: Die Bevölkerung leidet unter bitterer Armut, Hungersnöten und Unterdrückung. Bauernsohn Jakob träumt vom fernen Brasilien. Sehr zum Verdruss des Vaters und ganz im Gegensatz zu seinem bodenständigen Bruder Gustav hat Jakob sich zu einem weltfremden Bücherwurm entwickelt, der, wie viele seiner Landsleute, von einem ''gelobten Land'' träumt. Tausende aus ganz Europa sind bereits ausgewandert. Getrieben werden sie von der verzweifelten Hoffnung, dort eine bessere Zukunft vorzufinden. Wissbegierig verschlingt Jakob jedes Buch, dessen er habhaft werden kann, studiert die Sprache der brasilianischen Ureinwohner und führt ein Tagebuch, in dem er seine Träume, Ideen und Gedanken festhält. Das anmutige Jettchen und ihre Freundin Florinchen aus dem Nachbarsdorf sind fasziniert von diesem ebenso seltsamen wie sensiblen jungen Mann, der sie mit Plänen und Erzählungen über die Reise in eine fremde neue Welt in seinen Bann zieht. Vor allem Jettchen hat es auch Jakob angetan. Doch überbordende Sehnsucht ist eine Sache, die harte Lebensrealität eine ganz andere: Krankheiten und Naturkatastrophen fordern weiter ihren Tribut, die Lage spitzt sich unaufhörlich zu. In Jakobs Familie sind etliche Todesfälle zu beklagen, seine Fantasien bleiben ihm dennoch. Auch die noch unausgesprochene Liebe zu Jettchen tröstet ihn über manchen schweren Schicksalsschlag hinweg. Dann kehrt eines Tages Gustav aus dem Militärdienst nach Schabbach zurück - für die Familie ein Glücksfall, denn dieser erweist sich im Gegensatz zum verträumten Bruder als redlicher Anpacker, der dem geplagten Vater mit Rat und Tat zur Seite stehen kann. Auf einem ausgelassenen Dorffest überschlagen sich schließlich die Ereignisse - und lenken das weitere Leben aller Beteiligten in eine neue, gänzlich unerwartete Richtung. Dem (fiktiven) Hunsrück-Dorf Schabbach hatte das deutsche Autorenfilmer-Urgestein Edgar Reitz bereits zwischen 1982 und 2004 in seiner ''Heimat''-Trilogie ein eindrucksvolles Denkmal gesetzt. Für dieses erneut äußerst ambitionierte Projekt kehrte er nach Schabbach zurück, um eine Art Vorgeschichte der bereits existierenden Erzählung zu entwerfen: Vor dem Hintergrund einer konfliktreichen Dreieckskonstellation zeichnet Reitz ein hochgradig stimmungsvolles Bild des ländlichen Alltags, der von harter Arbeit, großer Armut, schweren Rückschlägen, aber auch Zusammenhalt geprägt ist und bei dem der Matsch auf den Straßen und die Gülle in den Fässern förmlich erlebbar wird. Die Unbill dieses Lebens und die damit einhergehende Zeit der großen Auswandererwelle gießt der 2013 mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnete und für den Fremdsprachen-Oscar 2014 nominierte Film in grandiose, mit kleinen Farbeffekten dekorierte Schwarz-Weiß-Bilder von Kameramann Gernot Roll. Alles in allem: ein Meisterwerk.
Schwarz /weißUntertitel16:9HDTV