TV-Programm 3sat 29.01.

   
   Was läuft beim TV Sender 3sat

Was läuft im TV-Programm von 3sat am 29.01.?

Das 3sat Fernsehprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

Vormittag
 
00:40 Wilder Planet - wenn die Erde verrückt spielt
Infosendung ~45 Min
Erdbeben, Vulkane und Stürme: Seit Menschengedenken haben diese Naturphänomene unseren Planeten im Griff. Sie zerstören, töten, vernichten. Aber sie spenden auch Leben. Sie lassen Land und Böden fruchtbar werden. Wir erleben sie gleichzeitig als faszinierende Naturschauspiele und heimtückische Bedrohung. Was sie am gefährlichsten macht, ist ihre Unberechenbarkeit. Um die Mechanismen des Planeten besser zu verstehen und so die nächste Naturkatastrophe möglichst rechtzeitig voraussagen zu können, sind Wissenschaftler der unterschiedlichsten Disziplinen ständig an den gefährlichsten Orten der Welt im Einsatz. Statt Erdbeben, Vulkane und Stürme nur als Einzelphänomene zu untersuchen, haben die Forscher vor einiger Zeit angefangen, diese Naturgewalten zunehmend als Ganzes zu betrachten. Dabei sind sie merkwürdigen Zusammenhängen auf die Spur gekommen: Offensichtlich bedingen sich viele Naturphänomene gegenseitig. In Chile untersucht beispielsweise der Geophysiker Stephen Miller von der Universität Bonn mit seinem Team eine Region in den chilenischen Anden. 2010 hatte ein gewaltiges Erdbeben den Seeboden vor der Küste Chiles erschüttert. Miller installierte Seismografen im Hinterland der Küstenregion, um zu beweisen, was Charles Darwin hier schon einmal vor 175 Jahren beobachtet hat: Erdbeben können Vulkanausbrüche verursachen. Wie genau die beiden Naturgewalten einander beeinflussen, untersuchen Miller und sein Team während einer Expedition zu Chiles aktivsten Feuerbergen. Die Beziehung von Erdbeben und Vulkanismus ist zwar noch nicht umfassend erforscht, aber zumindest legten viele Beobachtungen einen Zusammenhang nahe. Ganz neu ist jedoch die Entdeckung des Geophysikers Shimon Wdowinski von der Universität Miami, der den Nachweis erbracht hat, dass Stürme Riesenbeben verursachen können. Ein Beispiel ist der Taifun ''Morakot'', der im August 2000 über Taiwan wütete. Nur ein halbes Jahr später erschütterte das stärkste Beben seit mehr als 100 Jahren den Südosten des Landes. ''Morakot'' ließ binnen fünf Tagen knapp viermal so viel Wasser zu Boden prasseln, wie auf gleicher Fläche jährlich in Deutschland fällt. Die Sturzfluten entfesselten zahllose Erdlawinen. Gigantische Mengen Erdreich strömten auf diese Weise vom Festland ins Meer. Von der Last befreit, geriet der Untergrund in Bewegung. Die Erde bebte. Stürme scheinen weltweit durch den Transport großer Mengen von Erde, Sand und Wasser viel stärker auf die Oberfläche der Erde einzuwirken, als bislang angenommen. Sie können nicht nur Erdbeben, sondern auch Vulkanausbrüche auslösen. Auch die Auswirkung großer Vulkane auf das weltweite Wettergeschehen ist ein wesentlicher Forschungsbereich. Der Vulkan Nyiragongo ist in der vom Bürgerkrieg geschüttelten Republik Kongo für Forscher kaum erreichbar. Dabei halten die Wissenschaftler eine permanente Überwachung des Feuerbergs für dringend notwendig. In 3500 Metern Höhe brodelt in seinem Krater ein 1000 Grad Celsius heißer Lavasee - ein außergewöhnliches Naturschauspiel und zugleich einer der größten natürlichen Umweltverschmutzer der Welt. Täglich spuckt der Vulkan so viel Schwefeldioxid aus wie alle anderen Vulkane der Erde zusammen. Über die langfristigen Auswirkungen auf das Klima gibt es mittlerweile erste Erkenntnisse. Was jedoch ein Ausbruch des Giganten bedeuten würde, können die Wissenschaftler nur erahnen.
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01:25 Wilder Planet: Erdbeben
Infosendung ~40 Min
Erdbeben verursachen erhebliche Schäden. Spätestens seit der Reaktorkatastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima ist die Erdbebensicherheit weltweit wieder in den Fokus gerückt. Das ''Terra X''-Team begleitet Forscher in die seismisch aktivsten Gebiete der Erde. Mit den unterschiedlichsten Methoden versuchen die Wissenschaftler herauszufinden, wie ein Beben tatsächlich entsteht. Nur so kann ein effizienter Erdbebenschutz entwickelt werden. In Chile untersucht beispielsweise der Geophysiker Professor Dr. Stephen Miller von der Universität Bonn mit seinem Team eine Region in den chilenischen Anden. In dieser seismisch hochaktiven Gegend stellen die Wissenschaftler erstaunliche Dinge fest: 2010 hatte ein Erdbeben der Magnitude 8,8 den Seeboden vor der Küste Chiles erschüttert. Der Boden brach auf einer Länge von mehreren Hundert Kilometern auf und hätte eigentlich einen gewaltigen Tsunami auslösen müssen. In Panik flüchteten die Bewohner aus der Küstenregion, doch wie durch ein Wunder blieb der Tsunami aus. Der Grund dafür: Das Beben selbst verhinderte die Katastrophe. Innerhalb weniger Sekunden hob es die Küste um 2,5 Meter und errichtete so einen Schutzwall gegen die Überflutung. Solche überraschenden Beobachtungen machen deutlich, wie wenig vorhersehbar die gewaltigen Kräfte der Erde noch immer sind. Miller sieht vor allem in dem Zusammenwirken von Erdbeben und Vulkanen ein wichtiges Forschungsgebiet. Dass Erdbeben längst nicht immer im Zusammenhang mit Vulkanen stehen müssen, zeigt das Projekt ''USArray''. In Michigan, mitten in der nordamerikanischen Prärie, begleitet ''Terra X'' ein USArray-Team. Die Männer versenken einen hochempfindlichen Seismografen in der Erde, Teil eines Netzwerks von 400 solcher Geräte, die überall in den USA Messungen durchführen. Die Seismografen haben keinen festen Platz, vielmehr wird das Netz nach einer festgelegten Zeit immer weiter von Westen nach Osten bewegt. Auf diese Weise soll mit nie da gewesener Genauigkeit die amerikanische ''Unterwelt'' erforscht werden. Vor allem die Frage, warum Erdbeben gelegentlich auch weit entfernt von den tektonisch aktiven Grenzen der Kontinentalplatten ausgelöst werden können, kann nun beantwortet werden. Offenbar tauchen nicht alle Platten, wie bisher angenommen, als Ganzes an einer sogenannten Subduktionszone in den Erdmantel ein, um wieder eingeschmolzen zu werden. Die gewaltige Ozeanplatte, die seit mehr als 100 Millionen Jahren vor der Westküste der USA in die Tiefe sinkt, tut dies beispielsweise ganz und gar nicht in einem Stück. Im Verlauf der USArray-Forschung wurden stattdessen Fragmente nachgewiesen, die in geringer Tiefe unter dem Kontinent bis nach New York reichen. Diese Bruchstücke sind in der Lage, den Kontinent zu destabilisieren und bis hin zur Ostküste Erdbeben auszulösen, weit weg von der eigentlichen Subduktionszone an der Westküste Amerikas. All diese Forschungen lassen die Möglichkeit sinnvoller Erdbebenvorhersage immer unwahrscheinlicher werden. Allerdings gibt es manchmal überraschende Hilfe. Im Umland der italienischen Stadt L''Aquila erforscht die britische Biologin Rachel Grant seit über vier Jahren das Verhalten von Kröten. Wenige Tage vor dem Beben im Jahr 2009 verschwanden sämtliche Kröten aus dem nahe gelegenen See. Zwei Wochen nach dem Beben tauchten sie wieder auf. Grant vermutet, dass sich im Vorfeld des Bebens die chemische Zusammensetzung des Seewassers geändert haben könnte. Vielleicht eröffnen die sensiblen Amphibien ganz neue Möglichkeiten für die Vorhersage von Erdbeben. In Disaster City in Texas steht nicht die Vorhersage von Erdbeben im Vordergrund, hier übt man vielmehr, was zu tun ist, wenn die Erde bereits gebebt hat. 70 000 Spezialisten aus aller Welt kommen jedes Jahr in die texanische Katastrophenstadt, um hier das ABC des Rettens zu trainieren. Was passiert, wenn bei einem Erdbeben Gebäude über ihren Bewohnern einstürzen? Wo könnten Überlebende verborgen sein, und wie kann man sie bergen?
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Nachmittag
 
12:30 Der Tod - das letzte Tabu: Sterben auf Bestellung
Infosendung ~30 Min
Der Tod - das letzte Tabu (3/4): Sterben auf Bestellung Der Tod - das letzte Tabu (3/3): Sterben auf Bestellung Die Freitodorganisation ''Exit'' sucht per Inserat nach ''emotional gefestigten Persönlichkeiten zwischen 40 und 68 Jahren'', die bereit sind, als Freitodbegleiter zu arbeiten. Sechs Kandidaten sind ausgesucht worden, sie absolvieren derzeit eine Ausbildung. ''Reporter'' stellt zwei von ihnen vor. Sterbehelfer ist wohl einer der ungewöhnlichsten Berufe der Schweiz. Wie lernt man, Todkranken den Sterbewunsch zu erfüllen? Jürg Billwiller ist angespannt. Seine zweite Freitodbegleitung steht bevor. ''Wir besuchen einen Menschen, der sich entschieden hat, heute zu sterben. Ich frage mich, was in ihm vorgegangen ist letzte Nacht.'' Billwiller steigt im Bahnhof Zürich in den Zug nach Bern. Jedem Novizen wird ein erfahrener Sterbebegleiter zugeteilt. Bei Jürg Billwiller ist es Doris Wartenweiler. Sie weiß, worauf sie achten muss. Bei der Bahnfahrt zum Sterbeort lässt sie zum Beispiel den Koffer mit der Flasche, die das tödliche Mittel enthält, nicht aus den Augen: ''Wenn es gestohlen würde, hätte ich ein riesiges Problem.'' Derzeit arbeiten rund 40 Sterbehelfer ehrenamtlich für Exit. Zu wenig für die steigende Zahl Menschen, die sich mithilfe der Organisation das Leben nehmen. Auch Sabine Schultze aus Chur macht die Ausbildung zur Freitodbegleiterin. Lange Zeit leitete sie ein Altersheim in der Innerschweiz. Gegen viel Widerstand hat sie verfügt, dass Exit dort Freitodbegleitungen durchführt. Was Sabine Schultze bei der Ausbildung lernt, geht ins kleinste Detail. ''Reporter'' fährt mit ihr zu einer Sterbebegleitung. Zuvor macht sich die 63-Jährige im Bad zurecht. ''Ich nehme nicht zu viel Parfüm'', sagt sie. ''Sterbende mögen keine zu starken Gerüche, darauf nehme ich Rücksicht.'' Nächstes Jahr werden Sabine Schultze und Jürg Billwiller selbstständig den assistierten Suizid durchführen können. Mit dem Thema Suizid kennt Billwiller sich aus. Er war bis zu seiner Pensionierung Leiter des Polizeigefängnisses in Zürich. Dort kam es regelmäßig vor, dass Untersuchungshäftlinge sich das Leben nahmen. Billwiller wollte dies verhindern, entfernte die Kajütenbetten und ließ Panzerglas vor die Gitter schrauben. Früher hat er den Suizid verhindert, heute hilft Billwiller beim Freitod. Für ihn kein Widerspruch. ''Suizid im Gefängnis passiert unter Druck, es ist eine Kurzschlusshandlung'', sagt er. ''Jemand, der mit Exit stirbt, hat diesen Druck nicht.'' Reporter Thomas Vogel war dabei, als Jürg Billwiller in der Exit-Zentrale im Unterricht saß und als er seine zweite Sterbebegleitung durchgeführt hat. Und auch, als er abends müde von seiner Frau empfangen wurde. ''Wenn ein Mensch gestorben ist, mache ich das Fenster auf, damit seine Seele raus kann'', sagt er. ''Danach ziehe ich mich zurück. Erst wenn ich zur Ruhe gekommen bin, rede ich mit meiner Frau über das, was ich erlebt habe.''
16:9
13:20 Expedition Himalaja
Infosendung ~45 Min
Tiger - verehrt, gefürchtet und gnadenlos gejagt. In nur 20 Jahren könnten sie für immer ausgerottet sein. Doch an den Südhängen des Himalajas hätten sie eine Chance zu überleben. Davon ist Großkatzenexperte und Artenschützer Alan Rabinowitz überzeugt. Um herausfinden, wie viele Tiger dort leben und vor allem wo, macht sich eine internationale Gruppe aus Wissenschaftlern und Tierfilmern auf den Weg ins lang verschlossene Königreich Bhutan. Die Regen- und Nebelwälder des Landes zählen zu den artenreichsten der Erde. Doch nicht nur in den tieferen Lagen Bhutans soll es Tiger geben. Hartnäckig halten sich Gerüchte, dass die Großkatzen auch im Hochgebirge leben. Doch gibt es sie dort wirklich? Um ihr Ziel zu erreichen, gehen die Expeditionsteilnehmer an ihre Grenzen, erklimmen schroffe Gipfel, überwinden Stromschnellen und meistern extreme Wettersituationen. In der ersten Folge kommt dem Deutschen Henry Mix die Österreicherin Claudia Wultsch mit ihrem Labrador Bruiser zu Hilfe. Gemeinsam setzen sie sich auf die Fährte der Tiger und suchen unweit des Camps an der Grenze zu Indien nach Kot- und Fellproben. Der Hund ist speziell auf Großkatzen trainiert und findet noch die feinsten Spuren, an denen selbst erfahrene Naturfilmer und Feldbiologen achtlos vorüber gehen würden. Währenddessen werden überall im Regenwald versteckte Kameras angebracht. Mit ihrer Hilfe will Alan Rabinowitz nachweisen, dass das Gebiet sowohl Tigern und anderen Raubkatzen als auch deren Beutetieren als Lebensraum dient. Parallel sucht der britische Kameramann Gordon Buchanan in den Hochlagen des Himalajas nach Beweisen für die Existenz des Tigers. Er dringt in Bereiche vor, wo laut Meinung vieler Wissenschaftler gar keine vorkommen dürften. Wie die Teile eines Puzzles trägt das Expeditionsteam Informationen zusammen, die dazu beitragen könnten, eine Tiger-Schutzzone zwischen Nepal und China einzurichten. Bhutan wäre innerhalb dieses Korridors das Herzstück. Nur wenn das gelingt, haben die charismatischen Großkatzen eine Zukunft.
Untertitel16:9
14:50 Expedition Himalaja
Infosendung ~45 Min
Gerüchten zufolge soll es im Hochgebirge des Himalajas auf über 3000 Metern Höhe Tiger geben. Einige Hinweise deuten darauf hin, dass sie sogar in noch größerer Höhe vorkommen könnten. Für den Erfolg der geplanten Schutzzone in Bhutan und den angrenzenden Staaten wäre das von immenser Bedeutung. Zu Beginn der Expedition hat Tierfilmer Gordon Buchanan zahlreiche versteckte Kameras in den Bergen angebracht. Sind Tiger in die Kamerafalle getappt? Und wenn es Aufnahmen gibt, wo und in welcher Höhe leben die Tiere? Wandern sie nur über die Bergkämme von einem Tal zum anderen, oder leben sie ständig dort oben? Das erste Camp liegt bereits auf über 3000 Metern Höhe. In den Alpen wächst in diesen Regionen längst kein Baum mehr, doch hier bedeckt dichter Nebelwald die Hänge mit riesigen Rhododendren, Fichten und Bambus. Tierfilmer Henry Mix und der Biologe Dr. George McGavin von der Universität Oxford wollen die Vielfalt dieses Waldes erforschen. Henry Mix will die extrem seltenen und sehr scheuen Roten Pandas aufspüren und, wenn möglich, auch filmen. Parallel macht sich der Fährtenleser Steve Backshell in ein weit entlegenes Tal unterhalb des über 7000 Meter hohen Gang Chen Ta, übersetzt: Tigerberg, auf die Suche. Wird Steve dort auf Spuren der großen Raubkatzen treffen? Am Ende besteigt Henry Mix einen Berggrat in über 4000 Metern Höhe, um die Bilder der letzten Kamera-Fallen auszuwerten. Wenn es von dort Aufnahmen von Tigern gäbe, wäre das eine Sensation. Nie zuvor wurde die größte Raubkatze der Erde in solchen Höhen gefunden. Damit könnte Bhutan zum Herzstück einer internationalen Tiger-Schutzzone zwischen Nepal und China werden. Wenn das gelingen könnte, hätten Tiger auch in Zukunft eine Chance.
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Abend
 
21:00 Schluss mit Schuld? - Was der Holocaust mit mir zu tun hat
Infosendung ~60 Min
Vor über 80 Jahren begann der Zweite Weltkrieg. Und die Welt dreht sich weiter. Warum sollten junge Menschen drei Generationen später noch an den Horror von damals erinnert werden? Was hat der Holocaust mit unserem heutigen alltäglichen Leben zu tun? Der Film stellt die Frage nach dem Warum und dem Wie von Erinnerungskultur. Moderatorin Lisa Gadenstätter spricht mit den drei KZ-Überlebenden Aba Lewit, Esther Bejarano und Jehuda Bacon. In Wien, Hamburg und Jerusalem hört sie den Erzählungen der fast Hundertjährigen zu. Und sie sucht die Orte auf, von denen die Zeitzeugen erzählen: die KZ-Gedenkstätten Mauthausen und Auschwitz. Die Schulklassen, die sie dort trifft, teilen ihre Eindrücke durch Handy-Videos. Ob sie sich schuldig fühlen an dem, was passiert ist? Auf keinen Fall: ''Da war ich doch noch gar nicht auf der Welt!'' Lisa Gadenstätter über die Dreharbeiten: ''Die Geschichten unserer drei Zeitzeugen haben mir teilweise die Tränen in die Augen getrieben - Jehuda Bacon, heute 89, erzählt, dass er jahrelang nicht weinen konnte. Er schildert, wie er sich als Bub in Auschwitz von seinem Vater verabschiedet, weil der ins Gas geschickt wird. Esther Bejarano, 93, hat mich unglaublich beeindruckt. Ihr hat die Musik das Leben gerettet - sie war im Mädchenchor von Auschwitz - jetzt steht sie fast wöchentlich auf der Bühne und rappt gegen Antisemitismus. Der 95-jährige Aba Lewit ist dafür verantwortlich, dass der KZ-Kommandant und Massenmörder Amon Göth ausgeliefert werden konnte. Ich habe mit Göths Enkelin Jennifer Teege darüber gesprochen, was für sie Schuld bedeutet, wie Aufarbeitung im Jahr 2018 geht und wie sie auf die Erzählungen von Aba Lewit reagiert. Elisabeth Gollackner und ich haben in der Doku einen interessanten Stilbruch eingebaut. Schülerinnen und Schüler, die Mauthausen besuchen, geben uns ihre ganz persönlichen Eindrücke wieder - über ihr Smartphone. Und wir haben uns mit dem Thema Humor, Satire und Aufarbeitung beschäftigt. Wie viel darf Satire - wie wichtig ist Humor? Stermann und Grissemann haben mich mit sehr ernsten Antworten überrascht.''
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22:25 Die Fälscher
Spielfilm ~90 Min
Es war die größte Geldfälschungsaktion aller Zeiten: Im Zweiten Weltkrieg mussten KZ-Häftlinge massenweise Blüten für die leere deutsche Kriegskasse drucken. Als in den letzten Kriegsjahren die Lage zunehmend aussichtslos wurde, beschloss die Führung des Deutschen Reiches kurzerhand, die Banknoten der wichtigsten Kriegsgegner selbst herzustellen. Im KZ wurden so über 130 Millionen britische Pfund gefälscht. Unter dem Decknamen ''Unternehmen Bernhard'' wurden im KZ Sachsenhausen zwei strikt vom restlichen Lager abgeschottete Baracken in eine perfekt ausgestattete Fälscherwerkstatt umgerüstet. Ausgewählte Häftlinge aus mehreren Lagern sollten den Plan umsetzen - professionelle Drucker, preußisch korrekte Bankbeamte und Vorstadt-Handwerker. Sie alle machte man zu Mitgliedern des streng geheimen Fälscherkommandos. Das war ihre Chance zu überleben - als Gefangene erster Klasse mit ausreichend Essen und eigenen Betten. Doch können ''Die Fälscher'' so auch ihr Gewissen retten? Basierend auf den Erinnerungen des Zeitzeugen Adolf Burger hat Regisseur Stefan Ruzowitzky mit seinem Film die dramatischen Ereignisse des ''Unternehmens Bernhard'' verfilmt - ein packendes, noch weitgehend unbekanntes Kapitel der deutschen Geschichte, authentisch und emotional mit einem überzeugenden Darstellerensemble um Karl Markovics, August Diehl und Devid Striesow. Höchste Anerkennung erhielt der Film bei der 80. Oscar-Verleihung 2008 in Los Angeles mit der Auszeichnung als ''Bester fremdsprachiger Film''. Nach Motiven des Romans ''Des Teufels Werkstatt'' von Adolf Burger Gemeinschaftsproduktion von Spielfilm/Fernsehen.
Untertitel16:9HDTV