3sat Programm gestern

   
   Was lief beim TV Sender 3sat

Was lief gestern im TV-Programm von 3sat?

Das 3sat Fernsehprogramm - auch von gestern - bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

am Vormittag    am Nachmittag    am Abend

Programm - Vormittag

 
00:00 Die Tochter des Mörders
Spielfilm ~90 Min
Zum 60. Geburtstag von Matthias Brandt Krimi, Deutschland 2010 Regie: Johannes Fabrick Autor: Claudia Kaufmann Musik: Manu Kurz Kamera: Helmut Pirnat
Hanna, eine erfolgreiche Wirtschaftsprüferin reist in ihr Dorf, um sich um die Pflege ihres dementen Vaters zu kümmern. Als ''Tochter des Mörders'' schlägt ihr ein kalter Wind entgegen. Ihr Vater hat den größten Teil seines Lebens im Gefängnis verbracht. Er hatte Hannas Mutter erschlagen. Die Unschuldsbeteuerungen ihres Vaters lassen ihr keine Ruhe, und bald bemerkt sie Ungereimtheiten. Kommissar Arnsberger nimmt den Fall wieder auf. Die erfolgreiche Wirtschaftsprüferin Hanna erhält einen Anruf von dem Arzt ihres Heimatdorfes. Der Zustand ihres Vaters sei besorgniserregend. Er sei demenzkrank und nicht mehr in der Lage, seinen Alltag alleine zu bestreiten. Hanna hatte ihr Leben lang keinen Kontakt zu ihrem Vater, doch als einzig verbliebene Angehörige muss sie sich nun um ihn kümmern. Widerwillig kehrt sie für kurze Zeit in ihr Heimatdorf zurück. Der Arzt, ein Freund Hannas, schlägt eine Nachbarin als Pflegekraft vor. Im Dorf wird Hanna teils mit Argwohn, teils mit unverhohlener Neugierde empfangen. Hanna gilt als ''die Tochter des Mörders und der Schlampe''. Ihr Vater verbrachte den größten Teil seines Lebens im Gefängnis. Er hatte Hannas Mutter aus Eifersucht erschlagen, als Hanna fünf Jahre alt war. Der Vater führte das ortsansässige Wirtshaus, die Mutter war eine überaus attraktive Frau und fand bei den Männern viel Beachtung. Nach der Tragödie wuchs Hanna bei Pflegeeltern auf. Doch sobald sie konnte, flüchtete sie in die Großstadt, um zu studieren. Jetzt regelt sie das Notwendigste und kehrt schnell in ihr eigenes Lebensumfeld zurück. Doch kurz darauf begeht ihr Vater Selbstmord und beteuert in einem Abschiedsbrief an Hanna seine Unschuld. Hanna überfallen in ihrem beruflichen Alltag markante Gedächtnislücken: Mitten in einer Verhandlung entfällt ihr der Name ihres Klienten, sie schickt versehentlich vertrauliche Daten an die Gegenpartei. Hanna wird von ihrem Arbeitgeber beurlaubt und lässt sich untersuchen. Körperlich ist sie gesund, die Ärzte vermuten psychische Ursachen, etwa eine Verdrängung traumatischer Erlebnisse. Wieder kehrt Hanna in ihr Heimatdorf zurück. Sie organisiert die Beerdigung und regelt alle Angelegenheiten. Die Unschuldsbeteuerungen ihres Vaters lassen ihr keine Ruhe, und nach und nach bemerkt sie Ungereimtheiten. Kommissar Arnsberger aus der nahegelegenen Stadt nimmt den alten Fall schließlich wieder auf.
Untertitel16:9
05:25 Abdelkarim: Staatsfreund Nr. 1
Show ~55 Min
3satFestival Mainz Show, Deutschland 2019 Regie: Volker Weicker
Abdelkarim tritt beim ''3satFestival 2019'' mit Auszügen aus seinem aktuellen Soloprogramm ''Staatsfreund Nr. 1'' auf. Die Ambivalenz der Integration ist ein Thema, das ihm am Herzen liegt. Abdelkarim plaudert spaßig von seiner Sozialisation in der ''Bielefelder Bronx''. Er rückt das Dilemma eines jeden Menschen mit Migrationshintergrund in den Mittelpunkt: dass die deutsche Mehrheitsgesellschaft Integration einfordert und gleichzeitig ausgrenzt. Eigentlich dürfte Abdelkarim gar nicht so witzig sein. Er ist es dennoch. Ist das nun Comedy oder Kabarett? Es ist vor allem eins: saukomisch. Abdelkarim kann selbst nicht sagen, ob er ein deutscher Marokkaner oder ein marokkanischer Deutscher ist. Deshalb antwortet er mit dem zynischen Hinweis, er sei wahrscheinlich ''ein Deutscher, gefangen im Körper eines Grabschers''. Abdelkarim ist ein aus zwei zusammengesetzten arabischen Wörtern gebildeter Vorname. Dabei steht Abdel für Knecht und Karim für edel, großzügig oder vornehm. Der in Deutschland geborene Sohn marokkanischer Eltern spricht in seiner Show über alles, was er erlebt. So erzählt er Geschichten aus dem Alltag, greift aber auch tagesaktuelle und gesellschaftliche Themen auf. Da berichtet er aus seiner Kindheit, Jugend und Familie, lässt immer wieder seinen Kumpel Ali als Figur auftauchen, vergnügt das Publikum mit gängigen Klischees zu Geflüchteten und Migranten, macht aber auch keinen Bogen um politisch heikle Themen wie Personenkontrollen nach dem Racial-Profiling-Muster. Der Mann, der in Bielefeld geboren wurde und dort auch aufgewachsen ist, aber immer noch keinen deutschen Pass hat, präsentiert in seinem Programm auch Geschichten aus dem Alltag einer marokkanischen Einwandererfamilie. Abdelkarim staunt auch über die Besonderheiten deutscher Kultur und Sprache. So habe er lange geglaubt, der Schrebergarten hieße ''Strebergarten''. Dieses Spiel mit Vorurteilen und Einschätzungen macht seinen Auftritt so spannend und entlarvend für den Umgang miteinander.
16:9



Programm - Nachmittag

 
15:30 Mitteldeutschland von oben
Infosendung ~90 Min
Lutherland Staffel 1: Episode 7 Landschaftsbilder, Deutschland 2016 Regie: Tom Lemke - Joachim Günther
Wittenberg, die Wartburg, Leipzig, Erfurt und Eisleben sind die bekanntesten, aber nur einige wenige der Orte in Mitteldeutschland, die mit Martin Luther aufs Engste verbunden sind. Der Film erzählt mit beeindruckenden Bildern aus der Luft die Geschichte des ''Lutherlandes'' Mitteldeutschland. Er zeigt, wie und warum dieses Land das Leben Luthers ebenso prägte wie das der Menschen heute, wie aber auch das Wirken Luthers manche Orte verändert hat. Nebelbänke liegen über den Tälern des Thüringer Waldes. Aus ihnen heraus ragt die Wartburg, das Kreuz auf ihrem höchsten Turm in den Himmel gestreckt: Solche Momente der besonderen Ruhe und Sinnlichkeit wird wohl auch Martin Luther einst genossen haben, als er hier für einige Monate lebte. Im heutigen Sachsen-Anhalt, in Thüringen und Sachsen hat Luther vor 500 Jahren gelebt, gewirkt und die Welt verändert. Von den damaligen politischen und kulturellen Verhältnissen wurden der Reformator und sein Werk dabei ebenso geprägt wie von den mitteldeutschen Orten und Landschaften. Sie waren seine Heimat - so wie sie die Heimat der Menschen ist, die heute in Mitteldeutschland leben. Doch nicht nur die gemeinsamen Wurzeln verbinden über die Jahrhunderte hinweg: Auch Luthers Ideen prägen das Leben der Menschen hier bis heute auf besondere Weise. Mit atemberaubenden Einstellungen von hoch oben, aus der Luft, zeigt der Film die Schönheit und Vielfalt, die Mitteldeutschland damals wie heute besonders machten und machen. Er porträtiert zahlreiche Menschen und zeigt, dass vor allem sie es sind, die diese Region bis heute zu Luthers Land machen und seine Ideen in die Gegenwart tragen. Der Schauspieler Thomas Thieme, gebürtiger Weimarer und dem Sprach-Reformator Luther eng verbunden, führt einfühlsam und mit persönlichem Blick durch den Film.
Untertitel16:9HDTV
17:30 Opa wird Papa
Spielfilm ~90 Min
Komödie, Deutschland 2018 Regie: Markus Herling Autor: Silke Steiner Musik: Birger Clausen Kamera: Stefan Unterberger
Manchmal kommt es ganz anders, als man denkt. Der 62-jährige Selfmade-Unternehmer Anton (Ernst Stötzner) möchte ins Grüne ziehen und das Leben mit Ehefrau Johanna (Christina Große) genießen. Mit einer faustdicken Überraschung stellt die 41-jährige Anwältin seine Planung auf den Kopf: Johanna ist ungeplant schwanger! Nicht schlecht staunen Antons Tochter Marie (Leonie Parusel), die gerade ebenfalls Nachwuchs erwartet, und Sohn David (Andreas Guenther), der gerne die Leitung der Firma übernehmen würde. Statt ihm nun endlich das Vertrauen zu schenken, setzt Sturkopf Anton auf seine unerprobten Multitasking-Fähigkeiten: Als Johanna wieder arbeiten geht, will er die Bauprojekte ganz nebenbei im ''Home-Office'' steuern - mit dem kleinen Otto auf dem Arm! Beim Versuch, Muster-Papa und Firmenlenker in einem zu sein, scheitert Anton jedoch auf ganzer Linie. Um Johanna zu besänftigen, ist ihm kein Preis zu hoch: Er möchte sich von jetzt an komplett auf die Erziehung konzentrieren - wie immer mit ganzer Hingabe! Schon bald hetzt Anton mit dem Kleinen durch einen Sechstage-Parcours der frühkindlichen Förderung - von Babyfitness bis zur chinesischen Einschlaf-Nanny. Dass sich Freunde über ihn lustig machen, er unbemerkt die eigene Tochter ausbootet und seine Ehe auf der Strecke zu bleiben droht, merkt der beseelte Super-Daddy nicht einmal. Natürlich geht das nicht lange gut... Im zweiten Anlauf alles richtig machen - das möchte Ernst Stötzner als Hauptdarsteller in der Familienkomödie ''Opa wird Papa'': Ein 62-Jähriger wird nicht nur erneut Großvater, sondern auch ungeplant zum dritten Mal Vater. Bei dem Nachzügler und in der zweiten Ehe will der erfolgreiche Unternehmer nun vieles nachholen, was er früher versäumt hat. Mit einem Augenzwinkern erzählt der unterhaltsame Fernsehfilm, dass es nie leicht ist, ein guter Vater zu sein, aber auch nie zu spät - egal, ob die Kinder erwachsen sind oder gerade erst krabbeln lernen.
DolbyUntertitel16:9HDTV



Programm - Abend

 
19:20 Kino Kanak. Warum der deutsche Film Migranten braucht
Infosendung ~40 Min
Dokumentation, Deutschland 2020
Warum hat die deutsche Film- und Fernsehindustrie bisher keinen natürlichen Umgang mit Menschen mit Migrationshintergrund gefunden? Die Dokumentation geht auf vielschichtige Spurensuche. Die Rollenangebote für Schauspieler mit Migrationshintergrund bedienen meist Stereotype und sind oftmals klischeehaft: Kriminelle, Zuhälter, Gangster, Asylbewerber. Warum ist die Branche heute nicht schon weiter? Und wo könnten die Ursachen dafür liegen? Schauspieler und Filmemacher mit Migrationshintergrund können in der deutschen Film- und Fernsehindustrie kaum vorurteilsfrei Fuß fassen. Und das, obwohl die meisten von ihnen in Deutschland aufgewachsen sind und leben, teilweise sogar schon in dritter Generation. Viele Rollen spiegeln nicht die gegenwärtige Realität wider, und auch hinter den Kulissen ist Diversität noch keine Selbstverständlichkeit. Gleichzeitig findet auch dann stereotypisches Denken statt, wenn es um die Besetzung von vermeintlich typisch ''weißen'' Figuren geht. Ein Zustand, der eine Unzufriedenheit befördert, nicht nur bei den betroffenen Personen. Die Dokumentation ''Kino Kanak. Warum der deutsche Film Migranten braucht'' geht dieser Schieflage nach und sucht Antworten auf die Fragen, warum die deutsche Film- und Fernsehlandschaft im Jahr 2020 noch nicht gelernt hat, deutsch-migrantische Darsteller und Macher realistisch abzubilden und adäquat mit ihnen umzugehen. Schauspieler, Drehbuchautoren und Filmemacher berichten von ihren Erfahrungen in der Filmindustrie und sprechen über mögliche Ursachen. Wie steht es um die Perspektiven in diesem hart umkämpften Markt? Die Debatten um Diversität haben gerade erst begonnen, und der Weg, komplexe Figuren unabhängig ihres biografischen Hintergrunds zu besetzen, scheint noch weit entfernt. Doch eine neue Generation an Machern und Entscheidern steht in den Startlöchern, die tatsächlich ein Umdenken befördern könnte.
16:9
23:05 Tschick
Spielfilm ~85 Min
Tragikomödie, Deutschland, Frankreich 2016 Regie: Fatih Akin Autor: Wolfgang Herrndorf - Hark Bohm - Lars Hubrich Musik: Vince Pope Kamera: Rainer Klausmann
Während die Mutter in der Entzugsklinik und der Vater auf ''Geschäftsreise'' ist, verbringt der 14-jährige Außenseiter Maik die Ferien am Pool der elterlichen Villa. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick stammt aus Russland, wohnt in Marzahn - und hat einen geklauten Lada dabei. Bei Tatjana, Maiks heimlicher Liebe, steigt eine große Party. Weder Maik noch Tschick sind eingeladen. Doch die beiden gehen trotzdem hin. Ihr erfolgreicher Auftritt beflügelt sie. Inspiriert von diesem kleinen Abenteuer entschließen sich Maik und Tschick, der eigentlich Andrej Tschichatschow heißt, einfach weiterzufahren. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte, ohne Plan und ohne Kompass durch die sommerglühende ostdeutsche Provinz. Die Geschichte eines Sommers, den alle einmal erleben wollen. Der beste Sommer von allen eben! Starregisseur Fatih Akin, Gewinner des Deutschen Filmpreises 2018 für ''Aus dem Nichts'' (Lola in Silber für besten Film, bestes Drehbuch), verfilmte den Weltbesteller ''Tschick'' von Wolfgang Herrndorf im Sommer 2015. Der Film wurde 2017 in vier Kategorien für den Deutschen Filmpreis nominiert und konnte unter anderem den Europäischen Kinderfilmpreis ''EFA Young Audience Award'' sowie den Bayerischen Filmpreis 2016 gewinnen. ''Tschick'' erreichte über eine Million Zuschauer in den deutschen Kinos und ist nicht nur deshalb ein gleichermaßen literarisches wie filmisches Ausnahmewerk.
DolbyUntertitel16:9HDTV