3sat Programm 26.10.

   
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Was läuft 26.10. im TV-Programm von 3sat?

Das 3sat Fernsehprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

am Vormittag    am Nachmittag    am Abend

Programm - Vormittag

 
00:00 37°: Begnadet anders
Infosendung ~30 Min
(Begnadet anders) Mit Handicap erfolgreich im Beruf Dokumagazin, Deutschland 2021
Unbeachtet arbeiten sie jahrelang in Werkstätten oder kämpfen auf dem ersten Arbeitsmarkt vergeblich um einen Job. Menschen mit Behinderung werden beruflich häufig unterschätzt. Oftmals schlummern Talente in ihnen, wie der Tastsinn der Blinden, eine Inselbegabung bei Autisten oder das feine Gespür von Gehörlosen. Nur wenn Unternehmen und Arbeitgeber einen Perspektivwechsel wagen, kann eine gute Zusammenarbeit gelingen. Claudia (39) aus Falkensee in Brandenburg weiß, was es bedeutet, ein Leben lang ''abgestempelt'' zu werden. Aufgrund einer Erbkrankheit erblindete sie im Laufe ihrer Jugend fast vollständig und fühlte sich zunehmend wertlos. Ihren Berufswunsch als Masseurin finanzierte ihr niemand, und die Ausbildung zur ''Bürokraft mit Behindertenstatus'' führte nur zu jahrelanger Arbeitslosigkeit und beklemmender Abhängigkeit vom Jobcenter. Doch dann hörte die alleinerziehende Mutter zweier Kinder von einer genialen Idee: Weil blinde Frauen mit ihrem ausgeprägten Tastsinn kleinste Veränderungen im Brustgewebe identifizieren können, werden sie in der Krebsvorsorge gebraucht. Dank dieser Ausbildung und ihrem ersten festen Job als Medizinisch-Taktile Untersucherin hat Claudia endlich ein Stück Unabhängigkeit erlangt. Doch es gibt auch dort immer wieder Rückschläge. Andreas (27) aus Alfter bei Bonn hat endlich eine berufliche Vision für sich entdeckt. Als Asperger-Autist übervorsichtig und auf absolute Sicherheit bedacht, blieb er vom allgemeinen Arbeitsmarkt jahrelang ausgeschlossen. Doch vor Kurzem hat sich für ihn am nahen Flughafen Köln-Bonn eine Chance ergeben: Jede Nacht müssen allein in der Sortierhalle von DHL Airways Tausende Pakete manuell auf Gefahrgut durchleuchtet werden. Für solche sicherheitsrelevanten Aufgaben haben Autisten wie Andreas ein besonderes Faible: Viele können Muster präzise erkennen und verfallen dabei nie in Routine. Deshalb hat DHL Airways - bislang einmalig in der Branche - damit begonnen, junge Menschen mit Autismus-Diagnose speziell für diese Tätigkeit auszubilden. Andreas ist begeistert und trainiert monatelang für die notwendige Zertifizierung durch das Luftfahrtbundesamt. Doch dann scheitert er am zweiten Prüfungsteil und muss noch einmal antreten. Unterdessen kann er bei DHL wenigstens schon mal einen Übergangsjob bekommen. Andreas weiß: Die Prüfung zur ''Kontrollkraft für Fracht und Post'' ist knallhart. Und er hat nur noch eine Chance. Die gehörlose Camelia (52) hingegen hat nach langen, beschwerlichen Jahren als Putzkraft in einer kleinen Düsseldorfer Teemanufaktur endlich ihre berufliche Erfüllung gefunden. In der Manufaktur arbeiten Hörende und Gehörlose zusammen. Camelia ist inzwischen zur Teamleiterin aufgestiegen. Ein Erfolg, den sie niemals erwartet hätte. Anders als im privaten Alltag, wo Gehörlose wie Camelia regelmäßig auf unüberwindliche Kommunikationsbarrieren stoßen, hat sie im achtsamen Arbeitsumfeld immer wieder kleine Erfolgserlebnisse. Das motiviert sie, auch im privaten Bereich neue Schritte zu wagen. ''37°'' begleitet drei Menschen mit Behinderung durch ihre Höhen und Tiefen auf dem ersten Arbeitsmarkt. Die ''37°''-Sendung steht am Sendetag ab 8.00 Uhr in der ZDFmediathek zur Verfügung.
Untertitel16:9HDTV



Programm - Nachmittag

 
17:35 Die Drau entlang - Kärntens grüne Lebensader
Infosendung ~55 Min
Dokumentation, Österreich 2021
264 Kilometer erstreckt sich die Drau von Westen nach Osten zwischen Osttirol und Slowenien und prägt seit Tausenden von Jahren das Land und das Leben der Menschen an ihren Ufern. Für Kärnten ist der Fluss eine grüne Lebensader. Die Dokumentation ist ein filmischer Streifzug entlang des größten und bedeutendsten Flusses im Süden Österreichs und das Porträt einzigartiger Flusslandschaften und Bergregionen am Schnittpunkt dreier Kulturen. Der Film von Gernot Stadler führt zu verborgenen Kleinoden, zu entlegenen Höfen, durch tiefe Seitentäler mit ihren Gebirgsbächen. Und er zeigt Menschen, die mit dem Fluss leben und sich für ihn einsetzen. Beispielsweise die Zoologin Patricia Graf, die den Biberbestand beobachtet und wissenschaftlich auswertet, oder den Ornithologen Andreas Kleewein, dessen Untersuchungen des Vogelbestands wichtige Informationen über die ökologische Wirksamkeit von Renaturierungsmaßnahmen liefern. Gewässerökologe Wolfgang Honsig-Erlenburg analysiert die Fischbestände in der Drau, und Sabine Käfer ist für die Planung der Fischaufstiegshilfen bei den Draukraftwerken verantwortlich. Gezeigt werden außerdem die Folgen des menschlichen Eingriffs in das natürliche Flusssystem der Drau. Massive Regulierungen und Aufstauungen durch die energiewirtschaftliche Nutzung haben das Erscheinungsbild des Flusses stark verändert. Seit rund drei Jahrzehnten wird aber wieder gegengesteuert. An den Stauseen sind bedeutende Auwälder und Naturschutzgebiete entstanden, die eine beachtliche Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten aufweisen. In Teilabschnitten wurden die Regulierungsmaßnahmen des 19. Jahrhunderts wieder aufgehoben, der Fluss hat wieder Nebenarme und Flussinseln gebildet - und damit ausreichend Raum, um sich bei Hochwasser auszubreiten. Am Völkermarkter Stausee entstehen neue Flachwasserzonen mit Inseln, die Fischen geschützte Laichplätze und Vögeln sichere Brutmöglichkeiten bieten. Der Film widmet sich auch kulturellen Traditionen, die am Fluss noch lebendig sind. Jedes Jahr im August binden beispielsweise die Flößer im oberen Drautal ihre Flöße und erinnern daran, dass die Drau einst Kärntens bedeutendste Verkehrsader war. Und in Ferlach werden seit Jahrhunderten die begehrtesten Jagdgewehre der Welt gebaut, wie der Besuch in einer Waffenschmiede zeigt. Kulturdenkmäler wie die Burg Stein und die Hollenburg zeugen von den wichtigen Handelsrouten entlang der Drau, das Museum Liaunig in Neuhaus beherbergt eine der bedeutendsten Kunstsammlungen Österreichs. Tief eingeschnitten in die malerische Landschaft fließt die Drau zwischen Neuhaus und Lavamünd der Grenze nach Slowenien entgegen. Die Wälder reichen bis ans Ufer und verleihen der Drau ihre typische blaugrüne Färbung. Als ''Drava'' mündet sie nach weiteren 500 Kilometern in die Donau - und mit ihr irgendwann ins Schwarze Meer.
16:9



Programm - Abend

 
22:00 Finnland - Musterschüler beim Klimaschutz
Infosendung ~30 Min
(WELTjournal) Magazin, Österreich 2021
Finnland will bis 2035 gänzlich CO2-neutral sein - und zwar ohne dabei Emissionszertifikate zu erwerben, so der ambitionierte Plan der Regierung in Helsinki. Umweltschutz, Nachhaltigkeit und alternative Energien dominieren in Finnland schon lange die Politik, umso mehr, seit die 35 Jahre junge Sanna Marin Premierministerin ist. Allem voran sollen die fossilen Brennstoffe verbannt werden. Der Kohleausstieg soll 2029 vollzogen sein. Ob und wann das Aus für die Torfverbrennung zur Wärmegewinnung kommen wird, ist noch umstritten, hängen doch Tausende Arbeitsplätze in strukturschwachen Regionen des Landes daran. Reporterin Burgit Bock hat sich auf den Weg in den hohen Norden Europas gemacht, um die Umsetzung der ambitionierten Klima-Ziele unter die Lupe zu nehmen. Sie besucht Kalasatama, das Stadtviertel von Helsinki, das zum Vorzeigebeispiel für eine klimaneutrale Stadtplanung geworden ist, und geht der Frage nach, warum Finnland - anders als Österreich oder Deutschland - weiter auf Atomstrom setzt und auch die Grünen im Land diese Entscheidung mittragen. Sie trifft den Auslands-Österreicher Michael Hummel, der an der führenden Universität für Nachhaltigkeit in Espoo die Forschung an Kleidung aus Holzfasern vorantreibt. Und sie begleitet Tero Mustonen, Finnlands bekanntesten Kritiker der Torfproduktion, der ihr einen Einblick in das Ausmaß der Zerstörung durch den Torfabbau gibt, die weit über die klimaschädliche CO2-Emissionen hinausgeht.
16:9
23:00 Die Fugger im Silberreich
Infosendung ~45 Min
Der Silberschatz Dokumentation, Österreich 2021 Regie: Anita Lackenberger
Die Fugger gelten als eine der wichtigsten deutschen Handelsdynastien des Spätmittelalters und frühen Neuzeit. Der erste Teil der Spiel-Doku geht auf die Spuren des Fugger''schen Imperiums. Ihren großen Aufschwung und Einfluss verdankt die Augsburger Unternehmerfamilie dem Abbau von Silber in Schwaz in Tirol. Der Silberbergbau verändert im Spätmittelalter die Welt. Aus kleinen Dörfern in Tirol entwickelt sich das ''Silicon Valley'' der Neuzeit. Schon Ende des 15. Jahrhunderts beschäftigt sich die Augsburger Unternehmerfamilie der Fugger mit dem Bergbau. Mit der Übernahme der Silberbergwerke in Schwaz in Tirol 1522 werden sie zum europaweit führenden Unternehmen in der Montanindustrie. Mit dem Schwazer Silber werden Imperien gekauft und Kriege finanziert. Schwaz ist damals mit rund 20 000 Einwohnern der zweitgrößte Ort im Habsburgerreich. Bis zu 10 000 Knappen suchen und finden hier vor 500 Jahren Silber und Kupfer und machen die Stadt zur größten Bergbaumetropole der Welt. 85 Prozent des weltweit geschürften Silbers kamen damals aus dieser Mine. Der Bergbau sorgt auch für zahlreiche wirtschaftliche und technische Innovationen. Das Fugger''sche Imperium schafft neue Handelswege, Schlösser werden erbaut, neue Betriebe zur Verwertung der Bergschätze gegründet, und ein neues Bankwesen wird etabliert, das sich auf die katholische Kirche als wesentlichen Grundpfeiler stützt. Aus ganz Europa strömen Menschen in das ''Silberreich'', um hier Arbeit zu finden. Die Arbeitsbedingungen sind hart. An der technischen Ausstattung im Berg wird gespart, immer wieder kommt es zu Unfällen. Auch die Versorgung der Knappen und ihrer Familien mit Gütern des täglichen Bedarfs stellt eine enorme Herausforderung dar. Anita Lackenbergers zweiteilige Spiel-Dokumentation bringt das weltumspannende ''Reich der Fugger'' näher, dessen Basis im Abbau und Handel von Silber, Kupfer und anderen Bergschätzen lag. Nachstellungen an Originalschauplätzen zeigen die Lebenswelt der Bergleute und der wirtschaftlichen Entscheidungsträger dieser Epoche.
16:9
23:45 Die Fugger im Silberreich
Infosendung ~45 Min
Die Schattenseiten Dokumentation, Österreich 2021
Teil zwei der zweiteiligen Spiel-Dokumentation zeigt die Schattenseiten des Silberabbaus in Tirol. Das Leben der Bergleute ist hart, es gibt immer wieder Unfälle unter Tage. Für den Silberabbau werden Wälder gerodet, Wasserleitungen in den Bergen verlegt, hoch gelegene Almen für die Tierhaltung genutzt. Immer mehr Menschen strömen nach Schwaz, um hier ihr Glück zu suchen. Sie zu versorgen, stellt die Region vor große Herausforderungen. Die Struktur der Tiroler Silberregion stammt auch heute noch in vielen Bereichen aus der Zeit der Fugger im 16. Jahrhundert - erschlossene Almen, Industrien, die sich aus alten Schmieden und Schmelzbetrieben entwickelten. Die Bergleute wurden damals gut bezahlt, mussten aber mit schwierigsten Arbeits- und Lebensbedingungen fertigwerden. Immer wieder fegten Brände Häuser und Schmelzhütten hinweg. Im ''Silberreich'' kamen die Tiroler Gewerke, die vor den Fuggern den Bergbau dominierten, zunehmend unter Druck. Sie verließen sich zu sehr auf den Metallreichtum im Berg und versäumten es, notwendige technische Neuerungen durchzuführen. Gleichzeitig demonstrierten sie ihren Reichtum - etwa mit dem Bau der monumentalen Kirche von Schwaz oder Schloss Tratzberg. Trotz des Bergreichtums drohte ihnen der wirtschaftliche Niedergang. Ihre Geldgeber, die Fugger, kamen immer mehr in die Lage, den Bergbau selbst zu übernehmen. Gerne wollte keiner der Familie Fugger nach Schwaz. Georg Fugger musste den Weg antreten. Die Bergbauaktivitäten bildeten inzwischen die Basis der Unternehmerdynastie für ihre weltumspannende Handelsmacht. Eine Macht, die auch sehr eng mit der katholischen Kirche verbunden war, beruhte doch ein Teil des Fugger''schen Einflusses auf der Übernahme des Ablasshandels und auf Finanzierungen für die katholische Kirche. Anita Lackenbergers Spiel-Dokumentation bringt das weltumspannende ''Reich der Fugger'' näher, dessen Basis im Abbau und Handel von Silber, Kupfer und anderen Bergschätzen lag. Nachstellungen an Originalschauplätzen zeigen die Lebenswelt der Bergleute und der wirtschaftlichen Entscheidungsträger dieser Epoche.
16:9