3sat Programm 03.02.

   
   Was läuft beim TV Sender 3sat

Was läuft 03.02. im TV-Programm von 3sat?

Das 3sat Fernsehprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

am Vormittag    am Nachmittag    am Abend

Programm - Vormittag

 



Programm - Nachmittag

 



Programm - Abend

 
20:15 mRNA - Hype oder Hoffnung?
Infosendung ~45 Min
Dokumentation, Deutschland 2022
mRNA-Impfstoffe sind die Hoffnungsträger im Kampf gegen die Coronapandemie. Ihr Potenzial geht weit darüber hinaus. Das Wirkprinzip soll der Medizin ganz neue Behandlungsmethoden eröffnen. Für einen therapeutischen Ansatz erschien die mRNA-Technologie lange Zeit ungeeignet. Nun ist die Erwartung da, dass sich mit ihr in Zukunft eine Vielzahl von Krankheiten behandeln lässt - darunter Krebs, HIV, Malaria, Herz-Kreislauf- und Autoimmunerkrankungen. Aber wie genau funktioniert dies? mRNA-Impfstoffe transportieren die Bauanleitung für ein Virusprotein in die Zellen, die daraufhin beginnen, das fremde Biomolekül herzustellen. Das Immunsystem fährt die Abwehrkräfte gegen das Virus hoch, obwohl es nur einen kleinen, ungefährlichen Teil des Erregers kennt. Was auf dem Papier einfach klingt, ist im lebenden Organismus ein ähnlich komplexes Vorhaben wie eine Landung auf dem Mars. Die mRNA-Forschung nahm vor gut drei Jahrzehnten ihren Anfang mit dem Wunsch, individuelle Therapien gegen Krebs zu entwickeln. Heute gibt es klinische Studien, die die Regeneration des Herzmuskels unmittelbar nach einem Infarkt mit einer Therapie auf mRNA-Basis untersuchen. Von mRNA-Präparaten und Vakzinen könnten auch Menschen mit Autoimmunkrankheiten oder HIV profitieren. Und: Influenzaviren bringen immer neue Stämme hervor. Ein mRNA-Impfstoff könnte schneller angepasst werden als herkömmliche Impfstoffe - und wäre somit treffsicherer. Über 150 verschiedene Therapien und Impfstoffe auf mRNA-Basis sind inzwischen weltweit in der Entwicklung. Aber welches Potenzial hat die mRNA Technologie wirklich? Wo sind die Risiken? Was haben Wissenschaftler aus Corona gelernt? Ist die mRNA-Technik die neue Wunderwaffe der Medizin - oder bloß ein Hype? ''WissenHoch2'' - ein Thema, zwei Formate: Um 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante wissenschaftliche Fragen; um 21.00 Uhr diskutiert Gert Scobel das Thema mit einem interdisziplinären Team von Experten.
16:9
23:10 Von der großen Politbühne zum Leben als Flüchtling
Infosendung ~55 Min
(Von der grossen Politbühne zum Leben als Flüchtling) Dokumentation, Schweiz 2021 Regie: Yusuf Yesilöz
In der Türkei bekleideten sie hohe Ämter, in der Schweiz leben sie als Flüchtlinge: Drei prominente kurdische Politiker stehen vor Herausforderungen im Schweizer Integrationsprozess. Der Film zeichnet den politischen Werdegang der Protagonisten nach, ihren langen Einsatz für die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in der Türkei bis hin zum Flüchtlingsdasein in der Schweiz. Der Jurist Firat Anli wurde nach einer langjährigen politischen Karriere 2014 zum Ko-Bürgermeister der kurdischen Stadt Amed (Diyarbakir) mit rund eineinhalb Millionen Einwohnenden gewählt. Nur knapp drei Jahre später wurde das Oberbürgermeisteramt von der Regierung unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt, Anli und seine Amtspartnerin abgesetzt und verhaftet. Nach zehn Monaten Haft wurde Anli entlassen, doch bereits drei Tage später wurde er erneut zur Haft ausgeschrieben. Anli entschied sich zur Flucht in die Schweiz. Seine Frau Özlem, die in der Türkei als Ärztin tätig war, und seine zwei Kinder konnten erst zwei Jahre später nachreisen. In der Schweiz beginnt für die Familie nach drei getrennten Jahren wieder ein gemeinsamer Alltag - und damit ihre Integrationsprobleme. Lami Özgen war Präsident des türkischen Gewerkschaftsbunds KESK, dem rund 240 000 Angestellte im öffentlichen Sektor angehörten. Der Biologe und Gymnasiallehrer setzte sich in der Türkei nicht nur für die Anliegen der Staatsangestellten ein, er prangerte auch die Defizite der Demokratie und die Menschenrechtsverletzungen in der Türkei an. Als einflussreicher, unerschrockener Gewerkschafter missfiel er dem Staat. 2017 wurde er zu einer hohen Gefängnisstrafe verurteilt und musste das Land verlassen. Heute lebt er als anerkannter Flüchtling in Bern und bemüht sich, wieder auf seinem alten Beruf arbeiten zu können. Als seine Amtszeit im türkischen Parlament 2015 zu Ende ging, haben sich Demir Çelik und seine Frau Songül auf die Pension vorbereitet. Der Militärputsch und die darauffolgende repressive Politik machten ihnen einen Strich durch die Rechnung. Der ehemalige Pharmazeut war der Gründerpräsident der Partei BDP, die bei den Wahlen 2011 über drei Millionen Stimmen erhielt und die Mehrheit der Bürgermeisterämter in den kurdischen Städten gewann. Anfangs der 2000er-Jahre war er selbst Bürgermeister der mittelgroßen Stadt Varto. Wegen seinen öffentlichen Auftritten als Politiker wurden nach dem Putsch über 40 Strafverfahren gegen ihn eingeleitet. 2016 flüchtete Çelik mit seiner Frau in die Schweiz. Sie leben im Kanton Bern. Wenn auch die Rückkehr in die Türkei für die ehemaligen Politiker in weite Ferne gerückt ist, haben sie die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sich die politische Lage einst verbessern wird.
16:9