TV-Programm arte heute

   
   Was läuft beim TV Sender arte

Was läuft heute aktuell im TV Tagesprogramm von arte?

Sehen Sie hier das gesamte Fernsehprogramm vom TV Sender arte - aufgeteilt nach Programm vom Vormittag, Nachmittag und Abend. Die Schwerpunkte des Programms sind Kultur, Europa und die Vermittlung von Informationen aus vorzugsweise ungewöhnlichen Perspektiven. Der Sender ist bekannt für hochwertige Dokumentationen und ein originelles Senderdesign.

Vormittag
 
00:50 Tracks
Musik ~35 Min
Club Q - Virtuelles Clubbing Cpt.Olf - Abenteuerliche Bilder von magischen Orten Körperkontakt: Sexpositive Parties Eskapismus-Spezialist: Drangsal Festivalliebhaber und -macher Partykollektive weltweit Oneohtrix Point Never Cyberinvisibles Dexter Wansel Heather Young Hans Unstern - Sieben Jahre Harfenbau für das perfekte Album Cole Kush - Unbehagliche Animationswelten (1): Eskapismus-Spezialist: DrangsalDer Musiker Drangsal ist ein Lebemann und unser Anekdoten-Schwelger Nummer 1. Wir treffen den Langzeit-''Tracks''-Freund mit frischgeschorener Lockdown-Glatze auf einen nostalgischen Pandemieplausch und sinnieren über Eskapismus in Zeiten von Corona.(2): Festivalliebhaber und -macher Die Wasteland Warriors bereichern jedes Festival mit ihrer Liebe für hochwertigen Schrott und ausgefallene Kostüme in Mad-Max-Manier. ''Tracks'' schaut zurück auf ihren schlammigen Besuch beim Wacken 2015. Ein anderes Festival, das Glastonbury, hätte eigentlich dieses Jahr sein 50-jähriges Jubiläum gefeiert. Ein Grund, das Londoner Duo Block9 zu besuchen, das seit gut einem Jahrzehnt betanzbare, riesige Kunstinstallationen auf internationale Festivals zaubert.(3): Cpt.Olf - Abenteuerliche Bilder von magischen Orten Dieses Jahr werden spannende Abenteuer und Reisen an ungewöhnliche Orte wohl eher ausbleiben. Zum Glück bleiben die beeindruckenden Bilder des Ausnahme-Fotografen Cpt.Olf bestehen. Die waghalsigen Aufnahmen von magischen Orten zeigen die weite Welt da draußen, die Fernwehgeplagte so sehr vermissen.(4): Körperkontakt: Sexpositive PartiesErinnert sich überhaupt noch wer an Körperkontakt mit Freunden oder Fremden? Wenn nicht, hilft ''Tracks'' auf die Sprünge und blickt zurück auf ihre liebsten sexpositiven Parties, wie zum Beispiel das ''House of Red Doors'' in Berlin.(5): Partykollektive weltweitOb besetzte Warehouse-Parties in Brasilien oder schamanische Partyzeremonien: ''Tracks'' vermisst Ekstase jeder Art und besucht deshalb die illegale Partyreihe ''Carlos Capslock'' in São Paulo, die leerstehende Gebäude und öffentliche Orte besetzt. Und ''Tracks'' erinnert an die Voodoohop-Parties: Eine hypnotische Mischung aus Elektro-Beats und Schamanen-Performance mit Wurzeln tief im südamerikanischen Regenwald.(6): Club Q - Virtuelles Clubbing Wer hätte gedacht, dass Videocalls so viel Spaß machen können? Club Quarantine alias Club Q ist unser Lieblingsclub der Corona-#stayathome-Zeit. Neben Underground-Held*innen und Drag Queens tummeln sich auch immer wieder Szene-Stars wie Kim Petras, Charli XCX, Dorian Electra oder Pabllo Vittar im Party-Konferenzraum und hinter den Decks. ''Tracks'' spricht mit den Gründern über die Vorzüge des virtuellen Clubbings und der Notwendigkeit, auch nach der Corona-Krise damit weiterzumachen.
16:9
05:25 Otto Dix, der schonungslose Maler
Infosendung ~55 Min
Otto Dix ist ein Maler von epochaler Bedeutung für die moderne Kunstgeschichte und ein Chronist seiner Zeit. Wie kaum ein anderer deutscher Künstler bannte er die Erfahrungen des Ersten Weltkrieges, die emotionale Befindlichkeit des Menschen seiner Zeit, insbesondere der Weimarer Republik und die tabuisierten Randbereiche der Gesellschaft auf die Leinwand. Seine verletzten und verletzlichen Charaktere, die Einsamkeit der menschlichen Existenz, das Dasein im Furor des Krieges waren seine Themen, und diese malte er gnadenlos direkt und ungeschönt. Die Dokumentation arbeitet mit Zitaten aus Briefen und Interviews, zeigt gefilmtes Archivmaterial des Künstlers, in dem er über sein Werk spricht. Neben der Auseinandersetzung mit Gewalt und Krieg legt der Film ein besonderes Augenmerk auf die Rolle seiner Familie. ''Otto Dix - Der schonungslose Maler'' zeichnet Otto Dix'' Schaffensprozess nach und zeigt, wie sehr die Erfahrungen und persönlichen Erlebnisse des Künstlers Eingang in sein Werk fanden. Besonders bedeutsam und prägend für sein Gesamtwerk ist sein Einsatz als Soldat im Ersten Weltkrieg, den er von Anfang bis Ende erlebte. Nach dem Kriegsende beschäftigte er sich mit den Kriegsheimkehrern und traumatisierten Verwundeten. In kaum aushaltbarer Weise zeigt Dix die brutale Fratze des Krieges. Mit dem wachsenden Nationalsozialismus und der Machtergreifung Hitlers ist die Karriere für Otto Dix vorbei. Dix wird als einer der Ersten als entartet gebrandmarkt, seine Werke finden bereits Eingang in die erste Ausstellung zur entarteten Kunst in Dresden. Er geht schließlich mit seiner Familie an den Bodensee. Da er keine gesellschaftskritischen Bilder mehr malen kann, konzentriert er sich auf die Landschaft als Motiv: Doch auch wenn das Spätwerk von Dix weniger wahrgenommen wird, erfährt er Anerkennung. Er erhält im Laufe seiner letzten Lebensjahre verschiedene Kunstpreise und das Große Bundesverdienstkreuz. Der Künstler arbeitet bis zum Schluss. Sein Werk hat bis heute seine Kraft und Gültigkeit bewahrt.
16:9
06:20 The Kinks
Infosendung ~55 Min
Die von den Brüdern Ray und Dave Davies 1963 gegründeten Kinks gehören zu jenen britischen Rockbands, die besonders schwer einzuordnen sind. Zwar rangierten die Briten immer hinter den Beatles, den Stones und The Who, doch ihre Musik begeistert nunmehr seit über fünf Jahrzehnten. Ihre bittersüßen Songs prägten England und beeinflussten Bands wie The Jam, Madness, Blur oder Arctic Monkeys. Ganze Musikergenerationen verehren Frontmann Ray Davies als den ''Godfather''; zudem gelten die Kinks als Pioniere verschiedenster Musikrichtungen. Der anfängliche Garage Rock brachte ''You Really Got Me'' und ''All Day and All of the Night'' hervor, während die zeitlosen Songs ''Sunny Afternoon'' und ''Waterloo Sunset'' mit ihren satirischen Lyrics und ihrem melancholischen Sound einen krassen Gegensatz zur Euphorie des Swinging London bildeten. Nach einem Auftrittsverbot in den USA in der zweiten Hälfte der 60er Jahre folgten die Alben ''The Village Green Preservation Society'' und ''Arthur'' mit ihrem nostalgischen Unterton - ein Bekenntnis der Kinks zu ihren Ursprüngen. In den 80er Jahren coverte die Hardrock-Band Van Halen den Titel ''You Really Got Me'' und katapultierte die Kinks damit in den USA erneut an die Spitze. Mit Musikexperten, Biografen und Musikern, die sich von den Kinks inspirieren ließen, zeigt die Dokumentation, wie facettenreich die Kinks waren. Den Schwerpunkt bilden die 60er Jahre, in denen die Band jedes halbe Jahr ein Meisterwerk hervorbrachte und sowohl Erfolge als auch Misserfolge feierte. Das Kamerateam begibt sich zum Elternhaus der beiden Brüder in Fortis Green und geht im vom Brexit zerrissenen England auf die Spur der Band, die dem Pop ein ganz eigenes Königreich errichtete.
16:9
08:40 360° - Geo-Reportage
Infosendung ~50 Min
José Aguayo lebt und arbeitet ein Jahr lang als Leuchtturmwärter auf der Felseninsel am Kap Hoorn - zusammen mit seiner Familie. An fast 300 Tagen im Jahr regnet und stürmt es hier, Windgeschwindigkeiten bis zu 200 Kilometer pro Stunde sind keine Seltenheit. Der Wind weht fast immer aus west- oder südwestlicher Richtung. Es sind Vorposten der Zivilisation, am Ende der Welt! Rund 6.400 Kilometer lang ist Chiles Pazifikküste: gesäumt von zahlreichen Leuchttürmen von der Atacama-Wüste im Norden bis nach Kap Hoorn. Mehr als 20 der Leuchttürme sind bemannt, manche mit Familien, andere mit Marineeinheiten. Die Versorgung wird im Süden von Punta Arenas und Puerto Williams aus organisiert. José Aguayo ist Oberfeldwebel und seit neun Monaten Leuchtturmwärter am Kap Hoorn. Die chilenische Regierung will hier, am Südende Amerikas, Flagge zeigen: Der 36-Jährige ist gelernter Kommunikationstechniker und zehn Jahre lang auf Marineschiffen zur See gefahren, bevor er einen der isoliertesten Jobs der Welt angetreten hat. Die Hauptaufgabe von José Aguayo ist die Kontrolle und Sicherung des Schiffsverkehrs. Während im chilenischen Sommer fast täglich Kreuzfahrtschiffe und Segelboote Kap Hoorn umfahren und hier haltmachen, nehmen jetzt im Winter nur wenige Frachter die Route um die Inseln. Die Gewässer um die Felseninseln gelten als größter Schiffsfriedhof des Planeten. Auf dem Meeresboden sollen rund 800 Wracks liegen. Rund um die Welt gibt es spannende Stories, die es zu erzählen lohnt. Journalisten reisen mit der Kamera um den Globus, um die besten Geschichten zu finden und für die Zuschauer zu dokumentieren. Fündig werden sie sowohl in abgelegenen Gegenden, aber auch in großen Städten – überall gibt es Abenteuerliches und Interessantes zu entdecken. Natürlich spielen vor allem auch die Menschen der jeweiligen Gebiete ein große Rolle.
Untertitel16:9
11:05 Zu Tisch ...
Infosendung ~55 Min
Italien - das Land der Pizza und Pasta. Doch der Stiefel hat noch mehr zu bieten. In der abgelegenen Region Garfagnana in der Toskana bewirtschaften die Freunde Gian Luca Guidi und Andrea Elmi eine Herberge. Doch ihre wahre Leidenschaft gilt dem Sammeln wilder Kräuter wie der Strohblume, des Bohnenkrauts oder der Bergminze. Im Wald und auf den Feldern begibt sich Gian Luca auf die Suche. Dieses Mal begleiten ihn seine Kinder. Sie finden Beeren, die gleich in der Küche verwendet werden. Dort gibt es ein traditionelles Gericht: Neccio, eine Art Crêpe aus Kastanienmehl. Der Teig wird auch auf herkömmliche Weise bei offenem Feuer gebacken. Gefüllt wird die Köstlichkeit mit Ricotta, einer Vanille-Milchcreme und einem Spritzer Sirup, hergestellt aus den frisch gesammelten Beeren. Seit Jahrhunderten wird in der Region die alte Dinkelsorte Farro angebaut, meist auf kleinen Feldern. Große Maschinen haben darauf keinen Platz, deswegen muss noch von Hand gearbeitet werden. Auch Gian Luca und Andrea sind unter den Erntehelfern und erhalten zum Dank einen Teil des Getreides. Daraus stellen sie Arancini her - Teigbällchen, die sonst normalerweise aus Reis bestehen. Gefüllt werden die Dinkelkugeln mit Sugo, einer Tomatensoße mit Hackfleisch und Gemüse. Danach panieren die Freunde die Bällchen und frittieren sie. Die Leckerbissen sind Teil des großen Picknicks nach der Ernte. Bei diesem Essen darf der Wein aus der Region natürlich nicht fehlen. Vielleicht können Gian Luca und Andrea beim nächsten Fest ihren eigenen Wein trinken, denn in diesem Jahr findet die erste Lese ihrer Reben statt. Dokureihe über die Menschen und ihre Küche in bestimmten ländlichen Regionen Europas: Die Sendungen begleiten Menschen in Sardinien, Böhmen, Wallonien oder dem Piemont durch ihren persönlichen Alltag und zeigen die Zubereitung regionaltypischer Rezepte sowie die Erzeugung und den Erwerb der Zutaten.
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Nachmittag
 
17:10 Arte Reportage
Infosendung ~55 Min
Brasilien: Wie Covid-19 das Land tiefer spaltet DR Kongo: Ihr Leben für die Gorillas Brasilien DR Kongo Indien (1): Brasilien: Wie Covid-19 das Land tiefer spaltetSeit Wochen steigt die Zahl der Infizierten und Toten dramatisch, doch Bolsonaro spielt die Gefahren herunter.Südamerika entwickelt sich gerade zum neuen Zentrum der Pandemie und Brasilien, zynisch formuliert, zu seinem populistischen Hotspot: Während dort wöchentlich die Zahl der Neuinfizierten und der Toten steigt und Brasilien auf der Liste der weltweit am meisten betroffenen Länder rasant in Richtung Spitze klettert, hält der rechtspopulistische Präsident Jair Bolsonaro wenig von Lockdown & Co.Gerade ist schon der zweite Gesundheitsminister von seinem Amt zurückgetreten, weil sein Regierungschef die Gefahr durch Covid-19 systematisch herunterspielt. Es werden Massengräber ausgehoben für die Toten durch Corona, das Gesundheitssystem Brasiliens steht kurz vor dem Kollaps - doch Bolsonaro lässt Fitnessstudios und Schönheitssalons wegen ihrer ''Systemrelevanz'' wieder öffnen. Immer wieder demonstrieren seine treuen Anhänger, immerhin ein lautstarkes knappes Drittel der Wähler, für seine Politik und gegen die Schutzmaßnahmen vor Covid-19. Das Virus spaltet das ganze Land - oder besser gesagt, es vertieft die Gräben von vor der Pandemie. Unsere Reporter berichten über die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Menschen in einem Land, das immer schneller in Richtung Abgrund zu rasen scheint. (2): Indien: Der giftige Müllberg von GhazipurIm Osten New-Delhis türmt sich der Müll höher als der Taj Mahal, über 70 Meter, giftig für Mensch und Natur.Auf der Müllkippe von Ghazipur landen seit ihrer Eröffnung 1984 alle Abfälle der indischen Hautstadt New-Delhi, viele Millionen Tonnen, wahrscheinlich auch eine Menge hochgiftiger Sondermüll. Eigentlich sollte sie schon 2002 wegen Überfüllung geschlossen werden, aber daran hielt sich niemand - nun wächst sie weiter, jedes Jahr um 10 Meter in der Höhe.Gleich neben dem Müllberg haben sich viele in einem Slum angesiedelt, die davon leben, die noch verwertbaren Stoffe aus dem Abfall zu sammeln. Ohne jede Schutzkleidung riskieren sie täglich Gesundheit und Leben auf dem stinkenden Berg. Viele kamen her, weil sie, vor allem mit Plastikabfall sammeln, mehr Geld verdienten als auf den Feldern in ihren Heimatdörfern. Aber damit ist Schluss, seit die Regierung Einweg-Plastik verboten hat und das Sammeln von Abfall gleich mit.Die Einwohner von Ghazipur versuchen schon lange, sich gegen die Müllkippe zu wehren: Hier stinkt es täglich zum Himmel, giftiger Feinstaub verpestet die Atemluft, Krankheiten der Atemwege und Herzkreislauferkrankungen nahmen in den letzten Jahren drastisch zu, die Abwässer der Kippe vergiften täglich das Grundwasser der ganzen Region. Ein Kollektiv engagierter Bürger bemüht sich sehr, die Behörden endlich zum Handeln zu bewegen.(3): DR Kongo: Ihr Leben für die GorillasWieder einmal starben Ranger für die Verteidigung der Gorillas im Osten der Demokratischen Republik Kongo.Am Freitag, 24. April 2020, geriet ein Konvoi mit Rangern mitten im Schutzgebiet des Virunga Nationalparks in den Hinterhalt einer bewaffneten Gruppe: 13 Ranger und 4 Zivilisten starben bei dem Angriff. Das ist wieder einmal ein schwerer Verlust für die Schutztruppe im Nationalpark. Denn in den letzten 15 Jahren starben bereits 150 Männer bei der Ausübung ihres Dienstes, den Dschungel und die darin lebenden letzten Berggorillas zu schützen. Sie bilden die letzte Verteidigungslinie vor den Wilderern und den vielen bewaffneten Gruppen, die den Wald ausbeuten wollen, sein Holz, sein Öl und die wertvollen Rohstoffe in seiner Erde.
16:9


Abend
 
19:30 Länder-Menschen-Abenteuer
Infosendung ~45 Min
Die Tropenwälder im Nordosten Bangladeschs sind eine Welt, die von oben gesehen atemberaubend schön ist, vom Boden aus betrachtet ist sie voller Blutegel, Tausendfüßler und Schlangen. Für so manchen Tagelöhner, der dort den Bambus schlägt, entpuppt sich der grüne Dschungel als heimtückischer Ort, in dem sogar Geister hausen. So erzählt es der Vorarbeiter Liakot, der für das Wohl und die Nöte mehrerer Dutzend Männer verantwortlich ist. Seit fast 30 Jahren ist er dabei, als kleiner Junge schon von seinem Vater ins Handwerk eingeführt. Mit seinen Leuten fällt Liakot Jahr für Jahr ungezählte Bäume, hebt Kanäle aus, baut Dämme, um das Bergwasser zu stauen und den Bambus damit ins Tal zu schiffen. Am Fluss warten die Flößer, die das Holz weitertransportieren. Zunächst jedoch müssen sie die Bambusstangen bündeln und in tagelanger Arbeit zu einem riesigen Floß zusammensetzen. Auf dem Floß werden sie in den nächsten vier Wochen Tag und Nacht verbringen. ''Toilette, Badezimmer, Waschküche, alles in einem. Mit dem Wasser kochen wir auch'', erzählt einer der Männer und zeigt grinsend in die braunen Fluten. 300 Kilometer Floßgemeinschaft: Piraten und korrupte Polizisten gehören als unwillkommene Besucher dazu. Ob im Wald oder auf dem Wasser, die Wanderarbeiter und Tagelöhner eint, dass der Bambus sie von zu Hause fortlockt, von den Sorgen ihrer Frauen, mit denen sie verheiratet wurden, als sie fast noch Kinder waren. Manche wollten sich entziehen, doch die Tradition und der soziale Druck waren mächtiger. So sind das Floß und der Wald ihr zweites Zuhause, ihre Zuflucht, geworden. Länder – Menschen – Abenteuer ist eine Dokumentationsreihe von SWR Fernsehen, WDR Fernsehen und NDR Fernsehen. Seit 1975 werden 45-minütige Dokumentationen über fremde Kulturen produziert, pro Jahr etwa 12 bis 15.
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20:15 Pures Silber. Oder: Wie China zur Weltmacht wurde (1/3)
Infosendung ~60 Min
1581 beschloss der Kaiser von China, dass das Volk die Steuern fortan nicht mehr in Form von Arbeit oder Sachleistungen, sondern in Silber zu entrichten habe. Das löst in China eine enorme Nachfrage nach Silber aus. Zur gleichen Zeit entdeckten die Spanier in einem der entlegensten Teile ihres Kolonialreichs die größten Silbervorräte der Welt. China, dem es an eigenem Silber fehlte, beschloss, das Silber von der spanischen Krone zu importieren. In Manila wurde spanisches Silber erstmals gegen chinesische Luxusgüter eingetauscht. Dieser Handel war äußerst gewinnbringend, und innerhalb weniger Jahrzehnte wuchs die Anzahl der Chinesen in Manilas Bevölkerung auf ein Vielfaches der spanischen Kolonisatoren. Die Spannungen nahmen zu, und 1603 kam es zu einem blutigen Aufstand, der 20.000 Menschenleben forderte. Doch der Handel ging weiter. Die Chinesen brauchten ständig große Silbermengen, konnten die Spanier aber im Gegenzug nicht mit genügend Luxusgütern beliefern. China war von den Importen des Edelmetalls abhängig, doch aufgrund von Seeräuberei und Schiffsunglücken reichte der Silbernachschub aus Südamerika nicht aus. Dies führte 1644 zum Sturz der Ming-Dynastie. Auch die neue Qing-Dynastie der siegreichen nordchinesischen Mandschu-Krieger maß dem Handel einen hohen Stellenwert bei. Das Reich der Mitte versorgte die Welt weiterhin mit Luxusgütern, sodass Silber ins Land kam. Eine wichtige Rolle in diesem Austausch spielte Tee, den damals ausschließlich China exportierte und der den Geldzufluss aus Großbritannien und Russland sicherte. Doch dann beschloss China, den Handel strenger zu kontrollieren und nur noch vier Häfen für ausländische Schiffe zu öffnen. Ende des 18. Jahrhunderts war die westliche Welt nicht nur an Seide und Tee aus China interessiert, sondern auch vom exotischen Fernen Osten fasziniert. Chinesischer Luxus vermischte sich mit europäischer Raffinesse. Mit Silber als der Grundlage des Währungssystems boomte die chinesische Wirtschaft. Doch im frühen 19. Jahrhundert trat das erstarkende Großbritannien als Gegenspieler Chinas auf den Plan. Zunächst hatten die Chinesen die ''ausländischen Barbaren'' - wie sie die Briten nannten - noch unter Kontrolle, doch das neue Jahrhundert sollte Krieg und Erniedrigung bringen.
Untertitel16:9HDTV
21:15 Pures Silber. Oder: Wie China zur Weltmacht wurde (2/3)
Infosendung ~55 Min
Im ausgehenden 18. Jahrhundert herrschten unter der Qing-Dynastie Frieden und Wohlstand in China. Porzellan und Seide aus dem Reich der Mitte waren in der ganzen Welt begehrt und wurden mit dem einzigen Gegenwert bezahlt, an dem China interessiert war: Silber. Auch Tee, dessen Herstellung nur die Chinesen beherrschten, wurde bald zu einem wichtigen Exportgut. 1792 entsandte die britische Regierung gemeinsam mit der Ostindien-Kompanie eine Handelsmission nach China, die den chinesischen Kaiser Qianlong dazu bewegen sollte, als Bezahlung für Tee britische Waren zu akzeptieren und den Briten Grund und Boden für die Einrichtung eines ständigen Handelsstützpunkts zu überlassen. Ohne Erfolg: Der Kaiser ging nicht auf die britischen Forderungen ein. Auch zu Beginn des 19. Jahrhunderts diktierte China noch die Konditionen für den Handel. Doch mit den USA trat bald ein neuer Akteur im Welthandel auf den Plan. Auch die Amerikaner wollten Tee, waren aber im Gegensatz zu England bereit, ausschließlich in Silber zu bezahlen. Ab den 1830er Jahren wurde Amerika zu einem der größten Handelspartner Chinas. Von den amerikanisch-chinesischen Geschäften profitierten beide Seiten gleichermaßen, und die daraus entstehende Wertschöpfung veränderte die amerikanische Wirtschaft nachhaltig. Angesichts der Weigerung der Chinesen, sich Teeexporte mit britischen Erzeugnissen vergüten zu lassen, beschlossen die Briten, ihre Handelsbilanz durch massive Einfuhren von Opium zu verbessern, für das sie in Indien bereits das Handelsmonopol besaßen. Die Hauptlieferanten waren die beiden Schotten William Jardine und James Matheson. Bald stiegen auch die Amerikaner mit Opium aus der Türkei in diesen Markt ein. Die Droge überschwemmte China. Der Kaiser erwog, den Opiumhandel entweder zu gestatten und zu besteuern, oder ihn noch strenger zu ahnden. Schließlich schickte er 1839 seinen besten Beamten Lin Zexu als Sonderkommissar nach Kanton, wo dieser 70.000 Opiumpfeifen konfiszierte, 1.500 chinesische Händler verhaftete und die ausländischen Kaufleute zur Herausgabe aller in ihrem Besitz befindlichen Opiumbestände aufforderte. Als sie sich weigerten, beschlagnahmten und vernichteten die Chinesen 20.000 Kisten Opium. Mit dem Argument, dass es sich dabei um einen Angriff auf ihr Privateigentum handle, überzeugten William Jardine und James Matheson die britische Regierung, China den Krieg zu erklären. 1840 griff das mit modernsten Waffen ausgerüstete britische Expeditionskorps Kanton an. China blieb angesichts der Zerstörung seiner Flotte und zahlreicher Forts keine andere Wahl, als 1842 den Vertrag von Nanking zu unterzeichnen, in dessen Folge es vier neue Handelshäfen öffnen und Hongkong an Großbritannien abtreten musste.
Untertitel16:9HDTV