TV-Programm 3sat 15.07.

   
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Was läuft 15.07. im TV-Programm von 3sat?

Das 3sat Fernsehprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

Vormittag
 
00:40 Ein Opfer des Staates
Infosendung ~25 Min
Rolf Horst Seiler versteckte sich 40 Jahre lang im Wald. So wollte er sich dem Zugriff der Behörden entziehen. Seiler gehört zu den 60 000 Opfern von ''administrativen Zwangsmaßnahmen''. Deren Grundrechte wurden in der Schweiz im 20. Jahrhundert systematisch verletzt. Anfang der 1960er-Jahre, Seiler war kaum volljährig, begann sein jahrzehntelanger Leidensweg. Er galt als arbeitsscheuer Tunichtgut, der entmündigt und umerzogen gehörte. Um sich dem Zugriff der Behörden zu entziehen, sah er nur einen Ausweg: Er versteckte sich im Wald. Lange Ruhe hatte er allerdings nie. Teilweise wurde er administrativ versorgt. Man wollte versuchen, aus ihm ein nützliches Mitglied der Gesellschaft zu machen. Teilweise landete er hinter Gittern, weil er delinquent war. Meist ging es um Vagabundismus oder Zechprellerei. Wenn er es im Winter nicht mehr aushielt im Wald, quartierte er sich in einem Gasthof ein und konnte nicht bezahlen.Mindestens 60 000 Menschen wurden im 20. Jahrhundert in der Schweiz Opfer von behördlicher Willkür. Unter dem Titel ''administrative Versorgung'' wurden die Grundrechte von Betroffenen jahrzehntelang systematisch verletzt. Die Politik wehrte sich lange gegen eine ernsthafte historische Aufarbeitung und wies eine finanzielle Wiedergutmachung weit von sich. Das änderte sich unter Simonetta Sommaruga als Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD). Die Politik war unter Druck geraten, weil der Unternehmer Guido Fluri über 100 000 Unterschriften für eine Initiative gesammelt hatte, die Wiedergutmachung forderte. Die Schweiz entschuldigte sich offiziell und sprach einen Solidaritätsbeitrag von 25 000 Franken pro Opfer. Damit endete ein jahrzehntelanger Kampf - oder besser: Er hätte enden sollen.Rolf Horst Seiler ist weit davon entfernt, mit seiner Vergangenheit abzuschließen. Er besitzt schon ganze Berge von Akten und fordert immer mehr an. Er will alles darüber wissen, was ihm angetan wurde - und von wem. Reporter Simon Christen berichtet über die tragische Geschichte eines Menschen, von dem man heute weiß: Er wäre kein Fall für Zwangsmaßnahmen gewesen, sondern für die Invalidenversicherung. Ein Gutachten hat inzwischen festgestellt, dass er infolge einer schweren Hirnhautentzündung im Kindesalter sein Leben lang weitgehend erwerbsunfähig gewesen ist.
16:9
04:30 Metropolen des Balkans
Infosendung ~45 Min
''Klein-Venedig'' wird Ljubljana auch gern genannt. Denn viele Brücken schwingen über den Fluss Ljubljanica, und Bauwerke im Jugendstil und italienischem Barock prägen das Stadtzentrum. Doch für städtebauliche Highlights in der Hauptstadt Sloweniens hat vor allem der Architekt Jože Plecniks gesorgt. Er baute die Stadt um, entwarf Brücken und Gebäude, bei denen er antike und moderne Formelemente auf eine eigene Weise kombinierte. Plecniks Entwurf gilt als ein weltweit bedeutendes ganzheitliches Kunstwerk des 20. Jahrhunderts. Ljubljana ist mit seinen 280 000 Einwohnern eine der kleineren Hauptstädte Europas. Seit 2016 trägt sie den Titel ''Grüne Hauptstadt Europas''. Damit wurde sie von der EU für ihr herausragendes Nachhaltigkeitskonzept ausgezeichnet. Dazu gehören die vollkommen autofreie Altstadt sowie ein einmaliges menschen- und umweltfreundliches Konzept der kostenlosen Stadtbeförderung. Ljubljana wirkt nach außen entspannt. Doch hinter den Kulissen herrscht energiegeladene Aufbruchsstimmung, spürt man Innovation und kreative Ideen. Es ist eine grüne und lebendige Metropole, in der sich Alt und Neu wunderbar ergänzen: Der Stadtbauer Andrej Persin bringt jeden Morgen mit einem Handkarren sein Gemüse auf den Zentralmarkt, während der Kavalierfahrer Zoran Stojinovic in einem Elektrocaddy seine Runden durch die Altstadt dreht und Spela Zupanc mit Stand-up-Paddling auf der Ljubljanica die Stadt erkundet. Belgrad, Bukarest, Ljubljana, Sofia und Sarajevo - bei diesen europäischen Hauptstädten treffen Orient und Okzident, Religionen und Kulturen, Geschichte und Moderne aufeinander. Die Reihe stellt diese fünf Städte vor, die eines gemeinsam haben: Sie haben ihre sozialistische Vergangenheit abgeschüttelt und befinden sich im Aufbruch.
16:9
05:15 Metropolen des Balkans
Infosendung ~45 Min
Sofia ist die ärmste, aber angeblich älteste Metropole Europas. Sie ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Bulgariens. 14 Prozent aller Bulgaren leben in der Hauptstadt. Schon in der Antike war der Ort für seine Mineralwasserquellen bekannt. Im Laufe der Jahrhunderte zogen diese viele Völker an: Thraker, Römer, Byzantiner und Osmanen ließen sich hier nieder. Diese Kulturen spiegeln sich besonders in den Gotteshäusern wider. Man muss nur ein paar Minuten durch das Stadtzentrum spazieren, schon trifft man auf Häuser aller Religionen und Zeiten. Es ist wie eine Zeitreise durch die Geschichte des Landes, das für seine religiöse Vielfalt und die Toleranz gegenüber Andersgläubigen bekannt ist. Bulgarien war auch das einzige Land, in dem es nach dem Zweiten Weltkrieg sogar mehr Juden gab als davor. Sie wurden von ihren Mitbürgern während der NS-Zeit beschützt. Trotz der schweren wirtschaftlichen Lage hat sich Sofia in den letzten Jahren stark gewandelt. Die Stadt gilt schon länger als das ''Silicon Valley Europas''. Hoch qualifizierte Fachkräfte in der Informationstechnik, schnelle Internetverbindungen, gründerfreundliche Voraussetzungen: Die IT-Branche boomt. Die Straßenbahnfahrerin Albena Asparukhova fährt mit ihrer grünen Bahn durch die schönsten Bezirke der Metropole, die Architektin Petja Petkova nimmt mit zum Tanz auf dem Platz vor dem Nationaltheater, und Hristina Kamenova entdeckt Kvartal, das alte jüdische Viertel, das sich langsam von einem Geheimtipp zu einem Szeneviertel entwickelt. Belgrad, Bukarest, Ljubljana, Sofia und Sarajevo - bei diesen europäischen Hauptstädten treffen Orient und Okzident, Religionen und Kulturen, Geschichte und Moderne aufeinander. Die Reihe stellt diese fünf Städte vor, die eines gemeinsam haben: Sie haben ihre sozialistische Vergangenheit abgeschüttelt und befinden sich im Aufbruch.
16:9
11:25 Portugal - Die Rückkehr der wilden Tiere
Infosendung ~30 Min
In Portugal kann der Iberische Luchs wieder ausgewildert werden, und auch die Iberischen Wölfe breiten sich vom Norden des Landes her aus. Ist die Koexistenz mit dem Mensch doch möglich? Bernardo Rebelo de Andrade hat viele Jahre für Artenschutzprojekte in Afrika und Brasilien gearbeitet. Doch seitdem auch in seiner Heimat Portugal immer mehr für den Schutz der wilden Tiere getan wird, gibt es hier viel für ihn zu entdecken. In der Flussmündung des Sado beobachtet der Biologe Delfine, die sich dort angesiedelt haben - eine Rarität, die in ganz Europa nur dreimal vorkommt. Außerdem hat der Iberische Luchs ein lang ersehntes Comeback. Eine Seuche hatte ihre Hauptnahrung, die Wildkaninchen, dahingerafft. Der Schwund von Nahrung und Lebensraum machte den Katzen so stark zu schaffen, dass sie auch heute noch zu der am stärksten vom Aussterben bedrohten Raubtierart der Welt zählen. Bis vor Kurzem lebten die letzten Luchse Portugals in einer Aufzuchtstation, die Bernardo Rebelo de Andrade besucht. Doch jetzt werden die ersten Tiere im Naturpark Guadiana ausgewildert. Vom Norden her breitet sich auch der Iberische Wolf ohne fremde Hilfe wieder aus. Doch weil es immer noch an frei lebender Beute mangelt, holen sich die hungrigen Wölfe unbewachte Nutztiere - sehr zum Unmut mancher Bauern. Im Privatreservat ''Faia Brava'' im Côa-Tal dagegen sind die großen Beutegreifer willkommen, denn dort wird alles für die Rückkehr der einst wilden Natur vorbereitet. Prähistorische Felsbilder, vor 25 000 Jahren von Menschen in die Felsen geschabt, zeigen Auerochse, Iberische Ziege und Pferd. Nach diesem Vorbild werden die großen Grasfresser von der NGO ''Associação Transumância e Natureza'' in Zusammenarbeit mit der ''Rewilding Europe''-Naturinitiative im Côa-Tal wieder angesiedelt. Bereits mehr als 50 Garranos, eine uralte Pferderasse, leben dort zusammen mit robusten Maronesa-Rindern. Iberische Ziege, Rotwild und Kaninchen sollen bald folgen, denn eines Tages sollen dort nicht nur der Wolf, sondern auch der Luchs von naturinteressierten Menschen beobachtet werden können. Bernardo darf schließlich noch bei Freilassung von zwei weiteren Iberischen Luchsen dabei sein. Sechs Tiere wurden vor diesen beiden Katzen ausgewildert, wovon ein Weibchen vergiftet aufgefunden wurde. Die Hoffnung liegt jetzt auch auf diesen beiden Neuankömmlingen. Zwei Monate lang sollen sie sich in einem großen Freigehege beweisen, dann geht es ganz hinaus. Werden sie in der für sie noch ungewohnten Freiheit überleben können? Andrea Rüthlein und ihr Filmteam begleiten Bernardo Rebelo de Andrade bei seiner Suche nach Portugals wilden Tieren.
Untertitel16:9


Nachmittag
 
16:45 Magische Anden
Infosendung ~45 Min
Der nördliche Teil der Anden Argentiniens und Chiles beherbergt einige Superlative: So befindet sich in der argentinischen Provinz Mendoza die Mehrzahl der höchsten Andengipfel. Dort liegt auch der etwa 6960 Meter hohe Aconcagua, der höchste Berg der westlichen Hemisphäre. Auf sanften Hügeln der argentinischen Provinz Mendoza recken sich Millionen Weinreben gen Himmel. Die Inka legten hier schon vor Jahrhunderten Bewässerungssysteme an. Sportkletterer Martin Funes arbeitet sich an den Wänden der Andenriesen ab, und Chefkoch Lucas Bustos macht die traditionelle Andenküche zur Haute Cuisine. Mitten im Nirgendwo befindet sich das ALMA-Observatorium, umrahmt von den schneebedeckten Andengipfeln der Vulkane Lincancabur und Lasca. Die Atacama-Wüste ist der perfekte Standort für ALMA, da geringe Luftfeuchtigkeit und große Höhe die idealen Bedingungen für astronomische Beobachtungen bieten. Ingenieur Pablo Carillo wartet die Antennen des ALMA. Die Arbeit auf 5000 Metern Höhe ist eine Belastung für den menschlichen Körper. Der Kondor hingegen, der größte flugfähige Vogel der Welt, braucht die Höhe. Nur noch etwa 6000 der majestätischen Tiere leben in den Anden. So ist es für die Menschen ein Fest, wenn ein zuvor verletztes Tier geheilt in die Freiheit entlassen werden kann. Von der Karibik bis zum ewigen Eis: Mit rund 7500 Kilometern sind die Anden das längste Gebirge der Welt. Es verläuft von den Tropen bis weit in die sogenannten Außertropen. In fünf Folgen stellt die Dokumentationsreihe diese unbeschreiblich vielfältige Welt vor: unberührte Natur, spannende Menschen und eine faszinierende Tierwelt, alte Kulturen, Bräuche und Mythen sowie moderne Lebenswelten der Stadt.
16:9


Abend
 
18:15 Magische Anden
Infosendung ~45 Min
Die geheimnisvolle Inkastadt Machu Picchu hoch in den Anden, brodelnde Vulkane, eisbedeckte Bergriesen: So überwältigend ist in Peru die Natur, dass die Nachfahren der Inka die Berge immer noch als Gottheiten verehren. 16 aktive Vulkane gibt es hier, sie sind Teil des Pazifischen Feuerrings. Der Kondor ist selten geworden in den Anden, doch im Süden Perus kann man ihn noch beobachten. Spektakulär ist auch der Titicacasee, der auf 4.000 Meter Höhe höchstgelegene schiffbare See der Welt. Die Menschen hier führen ein hartes Leben inmitten einer grandiosen Natur. Vor jedem Aufstieg wird ein Opfer gebracht: Kokablätter für die Berggötter. Auch die Lastenträgerin Margot Kandori hält an dem Ritual fest. Die Mutter dreier Kinder arbeitet für Reisegruppen auf dem ''Inca-Trail'', schleppt bis zu 15 Kilogramm schwere Rucksäcke die Berge hinauf. Antonio Milla überquert mit einem betagten Lkw zweimal pro Woche einen 4.700 Meter hohen Andenpass, um Nachschub für seinen Dorfladen zu holen. Dabei passiert er den Huascarán - mit 6.768 Metern Perus höchsten Berg. Den Ausblick genießen kann er nicht. Er konzentriert sich auf die Serpentinen und hofft, dass die Bremsen halten. Grisaida Suyllo, Bäuerin aus der Gegend von Cuzco, versorgt unter der Woche ihre Familie und Tiere. Doch am Wochenende verwandelt sie sich in die Mittelstürmerin einer Frauenfußballmannschaft. Auf dem Platz in 3.600 Meter Höhe hat ihr Team Heimvorteil: Gegnerischen Spielerinnen bleibt da schnell die Luft weg.
16:9
21:45 Wellen, Whisky und weiter Blick
Infosendung ~15 Min
Der Chiemgau ist nicht nur eine Landschaft, sondern auch ein Lebensgefühl. Stress und Hektik sind dort Fremdwörter. Die Menschen am Chiemsee und im Voralpenland haben noch Zeit. Junge Fischer auf dem Chiemsee, schicke Modedesigner auf einem Bauernhof, ein Instrumentenbauer und eine Almbäuerin zeigen, wie gut es sich im Chiemgau leben lässt. Und das in einer traumhaften Kulisse zwischen Wasser und Bergen. Die meisten kennen den Chiemgau nur vom Stau auf der Autobahn A8 zwischen München und Salzburg. Sehnsuchtsvoll schweifen die Blicke zu den Gipfeln der Voralpen und zum Chiemsee. Wer es wagt und die Autobahn verlässt, der kann erleben, wie sehr die Menschen im südlichsten Teil Bayerns ihren eigenen Lebensrhythmus gefunden haben. In der Reportage von Nicolai Piechota zeigen die Zwillingsbrüder Thomas und Florian, wie ruhig und entspannt man frühmorgens sein kann, wenn man mit dem Boot auf den Chiemsee hinausfährt. Sie sind Fischer, gerade mal Mitte 20, und finden es gar nicht altmodisch, in die Fußstapfen der Eltern und Großeltern zu treten. Seit 160 Jahren geht die Familie schon auf Fischfang. Thomas hatte zunächst Ingenieurswesen studiert und sich dann doch gegen Laptop und Zeichenbrett entschieden. Heute ist er froh darüber, auch wenn es mal stürmisch werden kann auf dem See. Wie sehr die ''kleine'' Welt zufrieden macht, das erlebt Bierbrauer Oliver jeden Tag aufs Neue. Er hätte in einem großen Unternehmen Karriere machen können, gründete aber lieber seine eigene Wirtshausbrauerei. Neben dem bayerischen Ur-Getränk, dem Bier, stellt er noch etwas für die Gegend sehr Ungewöhnliches her: Er brennt Whisky. Von seinem Wirtshausbier und der Brennerei kann er ganz gut leben. Das Gefühl von Ruhe und Ausgeglichenheit kennt auch Peter, der Blechblasinstrumente fertigt. Weltweit sind seine Flügelhörner und Posaunen gefragt, man hört sie in großen Konzertsälen, aber auch auf Dorffesten. Jedes Instrument ist ein handgefertigtes Unikat. Die Auftragslage ist gut, er könnte locker drei, vier Angestellte beschäftigen, doch das will er nicht. ''Dann wäre ich ja Chef und müsste Zahlenkolonnen wälzen und Auftragsbücher verwalten.'' Er möchte lieber weiter mit seinen Händen arbeiten und das in seiner eigenen Geschwindigkeit. Die Musiker schätzen seine solide Handarbeit und üben sich in Geduld. Manch Blechbläser meint sogar, er höre, dass Baumann wirklich jedes noch so kleine Teilchen selbst gefertigt hat. Klasse statt Masse und Leben ohne Hektik und Zeitdruck, für ihn ist das typisch Chiemgau.
Untertitel16:9