3sat Programm 02.07.

   
   Was läuft beim TV Sender 3sat

Was läuft 02.07. im TV-Programm von 3sat?

Das 3sat Fernsehprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

am Vormittag    am Nachmittag    am Abend

Programm - Vormittag

 
04:55 Gute Unterhaltung
Show ~45 Min
Mit Pierre M. Krause Unterhaltungssendung, Deutschland 2022
Gute Unterhaltung
Die Welt brennt, die Pandemie grassiert, und der FC Bayern wird wieder Meister - aber Pierre M. Krause weiß: Ohne Humor kommen wir aus diesem Schlamassel auch nicht schneller raus. Und ohne gute Gespräche kommen wir nicht mehr zusammen. Pierre M. Krause bietet in seiner neuen Show beides und diskutiert jedes Mal ein anderes Thema von nationaler Tragweite - engagiert und meinungsstark, aber mit Humor und Empathie. Dafür lädt Pierre langjährige Freundinnen und Freunde, Expertinnen und Experten sowie Prominente, die aus persönlicher Perspektive und Erfahrung berichten können, zu sich in die Show ein. Mit ihnen klärt er seine ganz eigenen Fragen zum Thema, entlockt ihnen lustige Anekdoten und tauscht in geselliger Runde überraschende Ideen und gute Argumente aus. Auf die üblichen Talkshow-Gewohnheiten wird hier keine Rücksicht genommen. Die Gespräche sind frei, die Gedanken assoziativ und die Zeitebenen wild. Pierre spricht mit dem ersten Gast zunächst unter vier Augen und begrüßt erst im Lauf der Show seine anderen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner. In immer neuen Konstellationen werden so große Themen wie unsere Ernährung, unser Geld, die Verkehrswende oder guter Stil in all ihren Facetten besprochen. Etwa: Wie viele Umstiege sollte Pierre bei der Bahn maximal riskieren, wenn er pünktlich ankommen will? Warum behaupten wir, dass Geld nicht glücklich macht, und tun trotzdem alles dafür? Und sind Goji und Acai eigentlich wirklich Lebensmittel - oder einfach nur beliebte Vornamen in deutschen Hipster-Vierteln? Solchen Fragen widmen sich der Gastgeber und seine Gesprächspartner leidenschaftlich, lustig und immer unvorhersehbar. Außerdem stellt sich Pierre auch der echten Lebenswelt außerhalb des Baden-Badener E-Werks und lässt sich von seiner Redaktion für super-investigative Reportagen begeistern. Frei nach dem Motto: Die Lage ist ernst, aber Spaß darf man haben!
Untertitel16:9HDTV
10:40 Liebling - ich bin im Prater
Infosendung ~50 Min
(Alltagsgeschichten) Staffel 1: Episode 28 Porträtreihe, Österreich 1993
Liebling - ich bin im Prater
Strizzis und Hallodris, Praterkinder und Wettkönige, stille Alkoholiker und ein echter Graf: typische Erscheinungen des Wiener Praters. Eine Suche nach den ''Pratermenschen''. Elizabeth T. Spira (1942-2019) zeigt den Wiener Prater in allen seinen Facetten - im lauten Wurstelprater, im leisen grünen Prater und im turbulenten ''Pferdetippler''-Prater, in der Freudenau und in der Krieau. Sie trifft dort Herbert, den Praterbuben, der sich am Abend in eine Schöne der Nacht verwandelt, die 84-jährige Mitzi, ein ehemaliges Dienstmädel, das über Männer und Liebe philosophiert, Frau Brigitte, die operettenkundige Toilettendame in der Krieau und vier Jugendliche im Wurstelprater, die ihr Strafregister Revue passieren lassen. Außerdem begegnet sie Johann Oberländer, der es vom Hutschenschleuderer zum Besitzer vieler Vergnügungsbetrieben gebracht hat, dem Lokomotivführer der Liliputbahn, der ein seltsames Hobby hat, und der Wirtin Erna, die über ihr Ehedrama berichtet. Allen gemeinsam ist die Liebe zum Prater. Denn der Prater ist bis heute ein Ort der Magie und des pittoresken Spektakels geblieben. ''Eine Reservation'', so Heimito von Doderer, ''am Rande des täglichen Lebens''. Von 1985 bis 2006 porträtierte Elizabeth T. Spira in insgesamt 60 Ausgaben der Dokumentarreihe ''Alltagsgeschichte'' Österreicherinnen und Österreicher einfühlsam und mit subtilem Humor - ob in Wien-Meidling, in der U-Bahn oder im Bad. Spiras ''Alltagsgeschichte'' ist längst Kult. Protagonisten der Sendungen sind die sogenannten kleinen Leute, deren Geschichten die Regisseurin in ihren Filmen erzählt und deren Lebensräume sie vorstellt. In Elizabeth T. Spiras Filmen geht es aber auch um die ''österreichische Seele'', um die psychische, soziale und historisch gewachsene Befindlichkeit der Österreicher. Hier finden sich Tragik und Komik oft dicht nebeneinander, manchmal sind sie deckungsgleich. Durch subjektive Meinungsäußerungen, persönliche Erinnerungen und Erzählungen von Menschen skizziert ''Alltagsgeschichte'' einen Ort oder ein soziales Phänomen kurzweilig. Die Regisseurin wurde für ihre Arbeit unter anderem mit dem ''Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik'', dem ''Johann-Nestroy-Ring'' und mehrfach mit dem ''Fernsehpreis der Österreichischen Volksbildung'' ausgezeichnet.
UntertitelHDTV
11:30 Salzburg. Eine Kunstgeschichte.
Infosendung ~90 Min
Dokumentation, Österreich 2021 Regie: Daniel H. Ronacher
Salzburg. Eine Kunstgeschichte.
Was wir aus Corona lernen werden und wie sich die Gesellschaft verändern wird, ist ungewiss. Klar ist: Für eine Stadt wie Salzburg wird die Zukunft wohl eine andere sein. Der Dokumentarfilm porträtiert Menschen, deren Kunst und das künstlerische Schaffen im Mittelpunkt ihres Lebens stehen. Außerdem fragt er nach: ''Brauchen wir gerade jetzt die Kunst, um die Krise zu meistern, und wird die Krise Einfluss auf die Kunst nehmen?''. Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms von Daniel H. Ronacher stehen Interviews mit Künstlern, Kunstförderern und Politikern wie Helga Rabl-Stadler, Rolando Villazón und Thaddaeus Ropac.Parallel dazu erzählt der Film Geschichten von Menschen, bei denen die Kunst eine bedeutende Rolle in Krisenzeiten gespielt hat. Auch die Stadt Salzburg kommt vor, manchmal leer und abgesagt und manchmal fast so wie vor der Krise. Diese Stadt gibt nicht auf. Sie zeigt sich von einer ungewöhnlichen Seite. Woche für Woche, Monat für Monat. Niemand kennt das Ende dieser Geschichte. Aber den Anfängen geht der Film aus dem Blickwinkel der Kunst und den Menschen dahinter nach. Er mahnt nicht, er erklärt nicht. Wie auch. Das Filmteam war bei Menschen, die ihre Bühne vorerst einmal verloren haben, und bei Künstlerinnen und Künstlern, die sich ganz neue Bühnen geschaffen haben. Keine Zeit ist so wie diese. Wie die Kunst selbst entsteht täglich etwas Neues, Kraftgebendes und Anhaltendes. Kunst, das sind Menschen, die für andere Menschen da sind.
16:9HDTV



Programm - Nachmittag

 
16:00 Wunderschön!
Infosendung ~90 Min
Unterwegs mit Tamina Kallert Staffel 10: Episode 6 Reisereportage, Deutschland 2017
Wunderschön!
Frankreich wie im Bilderbuch Der König aller Kanäle Und am Ende: La mer... Der Canal du Midi, der ''Kanal des Südens'', ist der Klassiker für den Hausboot-Urlaub in Frankreich. Vor über 300 Jahren gebaut, verbindet er Toulouse mit dem Mittelmeer, streift unterwegs mittelalterliche Orte wie Carcassonne, führt mitten durch die Weinanbaugebiete des Minervois und des Corbière und durch charmante Städte wie Capestang und Colombiers. Tamina Kallert und ihre Freundin Franziska mieten sich ein Hausboot und genießen diese beschauliche Art zu reisen: das langsame Dahingleiten, die wunderbaren Landschaften und die Begegnungen mit liebenswerten Menschen. Beim Abendessen an Deck lauschen sie dem Zirpen der Grillen, die frischen Croissants zum Frühstück holen sie mit dem Fahrrad im nächsten Ort. Zum Abenteuer werden die vielen Schleusen, schmalen Brückenpassagen und düsteren Tunnel. Der König aller Kanäle Der Kanal du Midi ist eine der ältesten Wasserstraßen Europas: 1666 begonnen und in nur 14 Jahren Bauzeit realisiert - ein Meisterwerk der Technik mit 328 Schleusen, Brücken und Tunneln. Einst wichtig für den Weintransport, ist er heute Frankreichs beliebtester Kanal für den Hausbooturlaub. 1996 wurde er zum UNSECO Weltkulturerbe erklärt. Für ihr schwimmendes Zuhause auf Zeit brauchen Tamina Kallert und ihre Freundin keinen Bootsführerschein, eine kurze Einweisung und gutes Kartenmaterial muss reichen. Frankreich wie im Bilderbuch Die schönsten Orte auf der Strecke erkunden Tamina Kallert und ihre Reisebegleiterin mit ihren Klapprädern oder zu Fuß. In Carcassonne treffen sie dabei auf Einheimische, die ihrem Ort trotz Touristenansturm die Treue halten; in Minerve, einem der schönsten Dörfer Frankreichs, stoßen sie auf die Spuren der Katharer; auf der Strecke nach Homps lernen sie einen Schleusenwärter kennen, der zum Künstler wurde. Und im malerischen Le Somail überrascht sie ein Antiquariat von unglaublichen Ausmaßen. Und am Ende: La mer'' Kurz hinter Béziers mündet der Canal du Midi in den Etang de Thau. Hier riecht man schon das Mittelmeer. Sicher angekommen im kleinen Hafen von Marseillan, besuchen die beiden Hausboot-Kapitäninnen noch eine Austernzucht und probieren eine frisch geöffnete Auster, bevor sie am Strand von Marseillan Anlauf nehmen - und ins Mittelmeer rennen. Das Reisemagazin stellt die schönsten regionalen Urlaubsziele vor und gibt wertvolle Tipps für die nächste Reise. Außerdem wagt ‚Wunderschön!‘ auch einen Blick in die Ferne und porträtiert besondere Orte auf der ganzen Welt.
Untertitel16:9HDTV
17:30 Dennstein & Schwarz - Sterben macht Erben
Spielfilm ~90 Min
(Dennstein & Schwarz) Justizfilm, Österreich, Deutschland 2018 Regie: Michael Rowitz Autor: Konstanze Breitebner Musik: Helmut Zerlett Kamera: Andrés Marder
Dennstein & Schwarz - Sterben macht Erben
Beim Erben hört die Freundschaft bekanntlich auf - vor allem, wenn der uneheliche Spross eines Grafen unverhofft zu einem Millionen-Vermögen kommen soll. In dem erbitterten Erbschaftsstreit um Recht und Gerechtigkeit stehen sich Martina Ebm und Maria Happel alias Paula Dennstein und Therese Schwarz als Kontrahentinnen gegenüber: Sie spielen die Anwältinnen der Streitparteien, die sich auf Augenhöhe einen raffinierten Schlagabtausch liefern und beim Bluffen gegenseitig übertreffen. Während die idealistische Berufsanfängerin nichts unversucht lässt, ihrem Klienten zu seinem Recht zu verhelfen, muss die mit allen Wassern gewaschene Rechtsvertreterin des Adelsgeschlechts verhindern, dass der Ruf der Familie unter die Räder kommt. Die junge Anwältin Dr. Therese Schwarz (Martina Ebm) gerät in einen erbitterten Erbschaftsstreit: Sie soll dem Biobauern Fritz (Robert Finster) helfen, sich gegen die Familie des verstorbenen Grafen Florentin Dennstein zu behaupten. Stammhalter Felix (Johannes Krisch) will mit allen Mitteln verhindern, dass sein unehelicher Halbbruder Fritz, von dem er bis vor Kurzem nicht einmal etwas wusste, nun ein Drittel des Familienvermögens bekommt. Seine Ehefrau Paula Dennstein (Maria Happel), eine durchsetzungsstarke Advokatin, reicht eine Klage ein, um das Testament anzufechten. Obwohl eigentlich alles klar geregelt ist, beginnt nun eine Auseinandersetzung vor Gericht, bei der beide Seiten nur verlieren können. Für Therese ist der Fall alles andere als einfach: Sie hängt ihrer Jugendliebe Fritz, der inzwischen verheiratet ist, insgeheim noch nach und wird von ihrem Chef, dem Kanzleiinhaber Dr. Biron (Wolfram Berger), immer wieder ausgebremst. Er steht der Familie nahe - und ganz besonders Gräfin Alexandra (Krista Stadler), die hinter den Kulissen ein Intrigenspiel beginnt. Als Paula und Therese wohlgehütete Familiengeheimnisse aufdecken, wendet sich das Blatt. Denn beiden Anwältinnen geht es nicht nur ums Recht, sondern auch um Gerechtigkeit.
DolbyUntertitel16:9HDTV



3sat Programm heute Abend 20:15 uhr


Programm - Abend

 
19:20 Achtung Triggerwarnung!
Infosendung ~40 Min
Gefährdet die neue Sensibilität die Kunstfreiheit? Dokumentation, Deutschland 2022
Achtung Triggerwarnung!
Es ist paradox: Ringsum fällt die Welt in Stücke. Ein brutaler Krieg beherrscht die Medien. Gleichzeitig boomt im Kulturbereich eine neue Sensibilität: Triggerwarnungen, wo man hinsieht. Auf Buch-Covern, vor Filmen und Theateraufführungen wird vor rassistischen, gewaltsamen und traumatisierenden Inhalten gewarnt. Führt die neue Vorsicht zu einer sinnvollen Eindämmung diffamierender Inhalte oder zu einer Einschränkung der künstlerischen Freiheit? Der Trend, potenziell Anstößiges zu brandmarken, stammt aus den USA. Schon 2014 forderten dort Studierende ihre Lehrkräfte auf, Triggerwarnungen verpflichtend einzuführen, wenn Inhalte ''den Ausbruch von Symptomen einer posttraumatischen Stressstörung auslösen können''. Ihr Wunsch wurde erhört. So wird jetzt in Seminaren vor der Lektüre der ''Metamorphosen'' des römischen Dichters Ovid auf die sexuellen Inhalte verwiesen, ebenso auf das problematische Frauenbild in F. Scott Fitzgeralds ''Der große Gatsby'' oder auf den rassistisch geprägten Alltag in ''Die Abenteuer des Huckleberry Finn''. Auch in Europa stellen Verlage zunehmend ''Sensitivity Reader'' ein, die Manuskripte vor der Veröffentlichung auf diskriminierende und problematische Inhalte durchforsten. Selbst ''Peter Pan'' und ''Romeo und Julia'' bekommen Warnhinweise. Ist da eine Sitten- und Sprachpolizei am Werk? ''Alles Anstößige soll gebrandmarkt und getilgt werden'', fürchtet der Leiter des Hamburger Literaturinstituts Rainer Moritz und sieht in Triggerwarnungen die ''Totengräber der Kunstfreiheit''. Auch die Philosophin Svenja Flaßpöhler beklagt eine Überempfindlichkeit, welche die politische Debatte erschwere, da dadurch die Bereitschaft schwinde, Widersprüche und Ambivalenzen auszuhalten. Die Liedermacherin Sarah Lesch dagegen hat ihr neues Album gleich ''Triggerwarnungen'' genannt. Sie verarbeitet darin verschiedenste Formen der Gewalt und möchte Menschen, die traumatische Erfahrungen erlebt haben, die Chance geben, selbst ''zu entscheiden, ob sie in die Situation reingehen oder nicht''. Die Politologin und Autorin Emilia Roig meint darüber hinaus, es gehe nicht nur darum, die Reaktivierung persönlicher Traumata zu vermeiden, sondern um die Systematik an sich. Manche Inhalte hätten allein sprachlich zur Entmenschlichung beigetragen: ''Das heißt, wenn das N-Wort überall genutzt wird oder bestimmte Darstellungen von Schwarzen Menschen immer wieder benutzt wurden, dann hat es eben zu der kollektiven Konstruktion von Schwarzen Menschen als unterlegen geführt.'' Der Film lässt zum ''Welttag des Buches'' am 23. April Befürworterinnen und Befürworter sowie Kritikerinnen und Kritiker der neuen Sensibilität im Kunstbereich zu Wort kommen und zeigt, wie die Grenzen zwischen Zumutung und Aushaltbarkeit mit Verve neu definiert werden. Das verändert jetzt schon die Art und Weise, wie wir schreiben und lesen.
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