
Die Leinwand und die Bühne haben das Leben eines der größten deutschen Schauspielstars der vergangenen 60 Jahre bis heute geprägt. Wie hat er seine Rollen ausgesucht? Was faszinierte ihn an der Schauspielerei? Warum hat er so häufig Bösewichte verkörpert? Was fesselte ihn an seinem Beruf? Stationen der gemeinsamen Reise mit Mario Adorf sind seine Kindheit und Jugend in der Eifel. Es sind seine Erinnerungen an die alleinerziehende Mutter, die letzten Kriegsjahre in dem Städtchen Mayen, seine Zeit in der Hitlerjugend und die Bombennächte im Bunker, die ihn bis heute politisch und gesellschaftlich geprägt haben. Regelmäßig pendelte der Schauspieler, der mehrere Sprachen fließend spricht, zwischen seinen Wohnorten in München, Paris und St. Tropez, wo er mit seiner französischen Frau Monique zu Hause war. Als Sohn eines Italieners, dem er nur einmal in seinem Leben begegnet ist, trifft das Kamerateam Adorf auch in Rom, der Stadt, in der er 30 Jahre seines Lebens verbracht hat. S einen internationalen Durchbruch hatte Mario Adorf mit dem Film Nachts, wenn der Teufel kam (1957) von Robert Siodmak. Seitdem hat er in über 200 Filmen gespielt, unter anderem unter der Regie von Wolfgang Staudte, Sam Peckinpah, Billy Wilder, Volker Schlöndorff, Rainer Werner Fassbinder und John Frankenheimer. In einem Treffen mit der Regisseurin Margarethe von Trotta lässt Mario Adorf die Dreharbeiten von Die verlorene Ehre der Katharina Blum (1975) und Die bleierne Zeit (1981) der späten 70er Jahre wieder lebendig werden. Auf dem Dach des Hotels Bayerischer Hof in München trifft Mario Adorf seine Kollegin und langjährige Freundin Senta Berger. Gemeinsam erinnern sie sich an Dreharbeiten in Mexiko, an eigenwillige Hollywoodproduzenten, aber auch an Helmut Dietls legendäre TV-Serie Kir Royal (1986), aus der Adorfs wohl berühmteste Dialogzeile stammt: Ich scheiß dich sowas von zu mit meinem Geld.