Das Kulturmagazin des MDR
Kulturmagazin, Deutschland 2026
Moderation: Yara HoffmannTrue
Erfundene Vergangenheit: KI-Bilder und ihre Folgen für die Erinnerung an den Nationalsozialismus
Dokumentarfilm Fassaden - Ein Blick hinter die Mauern häuslicher Gewalt
Science-Fiction als Seelenerkundung: Woods of Birnam vertonen Solaris
Das Akkordeon ist Instrument des Jahres 2026
Kulturkalender
• Erfundene Vergangenheit: KI-Bilder und ihre Folgen für die Erinnerung an den Nationalsozialismus
• Dokumentarfilm Fassaden - Ein Blick hinter die Mauern häuslicher Gewalt
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Erfundene Vergangenheit: KI-Bilder und ihre Folgen für die Erinnerung an den Nationalsozialismus Ein abgemagerter KZ-Häftling hinter Stacheldraht, ein Kind, dramatisch von der Mutter getrennt: KI-Bilder, die sich als Holocaust-Fotos ausgeben, fluten soziale Netzwerke. Gedenkstätten und Archive registrieren seit Monaten eine Zunahme - und fordern in einem offenen Brief, Plattformen sollten konsequent gegen diese Verfälschungen vorgehen. Fake History, nennt es Pawel Sawicki vom Auschwitz Memorial: Im Mai 2025 schlug er Alarm, nachdem das Foto der ermordeten Niederländerin Helena Waterman de Jong entwendet und als KI-Version verfremdet verbreitet wurde. Die Mechanik dahinter ist makaber: maximale Emotionalisierung bringt Likes, Reichweite und - über Monetarisierungsprogramme - Geld; Content-Farmen produzieren den Stoff. Weil es aus Lagern nur wenige echte Bilder gibt, wirkt der KI-Überfluss umso mächtiger: Geschichte wird verzerrt, Würde verletzt - und Zweifel werden einfacher. Wir haben den Neffen von Helena Waterman de Jong in Amsterdam getroffen und interviewen Jakob Schergaut vom Historischen Institut der Universität Jena, der zum Thema forscht und über die Hintergründe und das Problem von Fake History spricht. Dokumentarfilm Fassaden - Ein Blick hinter die Mauern häuslicher Gewalt Fast jede vierte Frau macht im Laufe ihres Lebens mindestens eine Gewalterfahrung. Häufig sind es der Partner oder der Ehemann, die sie misshandeln, und oft geschieht dies im eigenen Zuhause - hinter verschlossenen Türen, unsichtbar für die Blicke von Nachbarn und Freunden. Die Filmemacherin Alina Cyranek wollte wissen, was sich hinter diesen Fassaden abspielt. Für ihren gleichnamigen Film Fassaden hat sie Geschichten betroffener Frauen gesammelt. Es geht um toxische Beziehungen, Missbrauch und das Gefühl der Hilflosigkeit. Ihre Recherchen hat sie zu einem Erlebnisbericht verwoben, dem die Schauspielerin Sandra Hüller stellvertretend für die Frauen ihre Stimme leiht.