TV-Programm arte

   

Die Schwerpunkte des Programms sind Kultur, Europa und die Vermittlung von Informationen aus vorzugsweise ungewöhnlichen Perspektiven. Der Sender ist bekannt für hochwertige Dokumentationen und ein originelles Senderdesign.
Was läuft im TV-Programm von arte?

Vormittag
 
00:10 Tracks
Musik ~45 Min
Live: Kero Kero Bonito - Radikale Positivität Boots Riley - Black Power Filmemacher :World Nomad Games - Sportevent der anderen Art Jeff Goldblum - Die jazzende Legende Shortparis - Sound aus der St. Petersburger Vorstadt World Nomad Games - das Sportevent der anderen Art Hungry - Distorted Drag (1): Jeff Goldblum - Die jazzende Legende: Jeff Goldblum ist einer der wenigen Hollywood-Stars, die das überstrapazierte Label 'Kult' wirklich verdienen. Der Schauspieler baut sich darüber hinaus gerade ein weiteres Standbein auf: Mit seinem Mildred Snitzer Orchestra hat er jetzt sein erstes Album als Jazzpianist aufgenommen. (2): HUNGRY - Distorted Drag: Mit einem Style zwischen Gothic Alien und post-humanistischem Cyborg mischt Johannes Jaruaak aka HUNGRY gerade weltweit die Modeszene, die Avant-Garde-Drag-Szene und natürlich Instagram auf. Eine seiner fast 300.000 Follower ist auch eine gewisse Björk, die sich von HUNGRY mit verstörendem Prothesen-Make-Up für ihr neues Album-Cover stylen ließ. (3): Shortparis - Sound aus der St. Petersburger Vorstadt: Shortparis ist gerade der Underground-Hype-Act aus St. Petersburg. Die Band beschreibt ihre Auftritte zwischen Cold Wave, Industrial Sounds und schriller Gesangsperformance als 'Mischung aus griechischer Tragödie und pubertärer Sinnlichkeit'. (4): World Nomad Games - Sportevent der anderen Art: Falkenjagd, Wrestling auf Pferderücken und Polomatches mit Ziegenkadavern - die World Nomad Games in Kirgisistan sind sowas wie alternative Ethno-Olympics und das größte Sportevent Zentralasiens. 2018 fanden die Spiele zum dritten Mal statt. (5): Boots Riley - Black Power Filmemacher: Boots Riley ist Musiker, Aktivist, Filmemacher und in jeder Hinsicht Überzeugungstäter. Seine klare Haltung gegenüber Rassismus, Diskriminierung und einem Amerika unter Trump haben ihm nicht nur Freunde gebracht. Jetzt bringt der Rapper seinen ersten Spielfilm in die Kinos. (6): Live: Kero Kero Bonito - Radikale Positivität: In einer Zeit, als das Internet noch ein Ort voller Optimismus und bunter Gifs war, gründete sich Kero Kero Bonito, um mit verspielten Gesangsmelodien auf Englisch und Japanisch und ihren knallbunten Videos Millionen von Fans zu erreichen.
03:05 Die Eiche in vier Jahreszeiten
Infosendung ~45 Min
Der Insektenkundler George McGavin, Forscher an der Universität in Oxford, untersucht im Rahmen eines einzigartigen Experiments über ein Jahr hinweg den Organismus einer 400 Jahre alten Eiche. 19 Meter hoch, 30 Meter breit und 10 Tonnen schwer ist das Exemplar, dessen Funktionsweise McGavin zu ergründen versucht. Aneinandergelegt ergeben die rund 700.000 Blätter des Baums eine Blattfläche, die der Größe von drei Tennisplätzen entspricht. Wie schafft es diese massive Eiche, sich den verschiedenen Jahreszeiten anzupassen und so ihr Überleben zu gewährleisten? Welche Rolle spielt dabei die Interaktion der Eiche mit ihrer Umwelt? Und welchen Nutzen können die Menschen aus dem mächtigen Laubbaum ziehen? Im Frühling beginnt der reproduktive Zyklus der Eiche aufs Neue. Dies ist an der Produktion der Kätzchen - also der männlichen Blüten - erkennbar. Durch die Blätter- und Blütenproduktion steigt der Wasserverbrauch der Eiche. Bis zu 60 Liter Wasser pro Stunde transportiert die Eiche von den Wurzeln bis in die Blätter. Im Sommer lassen sich unzählige Insekten in der Baumkrone der Eiche finden, denn zur warmen Jahreszeit sind diese am aktivsten. Zu den Insekten, die sich besonders an die Eiche angepasst haben, gehören unter anderem der Eichelbohrer, die Florfliege und Sichelwanze. Doch nicht alle Bewohner der Eiche sind nützlich. McGavin zeigt, wie die Eiche sich gegen die Schädlinge erfolgreich zur Wehr setzt.
05:20 Bata, ein Schuhmacher erobert die Welt
Infosendung ~80 Min
Im späten 19. Jahrhundert gründete der Schuster Tomas Bata in Zlin, im heutigen Tschechien, den ersten multinationalen Konzern. Die ganze Welt sollte seine Schuhe tragen! Bata pflegte einen paternalistisch-kapitalistischen Führungsstil, der in Indien, Afrika und Südamerika noch heute sehr verbreitet ist. Sein Erfolgsrezept: hochwertige Schuhe und zufriedene Arbeiter! Er wusste, wie hart die Arbeit seiner Angestellten war. Er schätzte ihr Fachwissen und beteiligte sie am Gewinn, machte sich Gedanken um Arbeitsbedingungen und -umfeld, erwartete aber auch höchsten Einsatz. 1928 war er der weltweit größte Schuhexporteur - doch das reichte ihm nicht ... 'Bewegung ist Leben, Stillstand ist Tod', so lautete seine Devise. Sein Geist war immer wach, er setzte sich hohe Ziele und handelte oft exzessiv. 1932 starb Tomas Bata bei einem Flugzeugabsturz. Sein Bruder Jan Antonin übernahm die Geschäfte. Inspiriert von den Ideen Henry Fords, entwickelte er die Schuhproduktion am Fließband und baute für die Angestellten avantgardistische Industriestädte mit Schulen, Ausbildungsstätten und Sportanlagen. Seine Unternehmenspolitik distanzierte sich bewusst von den herrschenden Ideologien der Zeit (Kommunismus, Faschismus, Anarchismus), bekannte sich aber zu einer globalkapitalistisch-paternalistischen Vision, die den Bata-Angestellten zwar gewisse Privilegien verschaffte, sie aber auch unter ständigen Produktivitätszwang stellte. Wo verläuft die Grenze zwischen Utopie und Totalitarismus? Wie weit darf man in seinem Ehrgeiz gehen?
09:05 360° Geo Reportage
Infosendung ~55 Min
'Früher habe ich mich nie für Bücher interessiert, aber seit es die Bibliothek gibt, lese ich gern!', gibt ein Müllmann unumwunden zu und meint damit jene Ausleihstation, die er und seine Kollegen seit einigen Jahren auf dem firmeneigenen Betriebshof betreiben. Angefangen hatte alles vor zwei Jahren, als die Männer begannen, für den Abfall bestimmte, jedoch gut erhaltene Bücher auszusortieren und aufzubewahren. Tausende von Büchern kamen so über die Zeit zusammen, bis speziell vom Unternehmen abgestellte Archivare begannen, die Werke zu sortieren und zu kategorisieren. Die so eingerichtete Bibliothek sollte ursprünglich nur den Müllmännern zu einem kostengünstigen Freizeitvergnügen verhelfen. Allerdings wurde es schnell zu einem großen Erfolg, so dass der Müllhof seine Tore auch anderen Interessierten öffnete. Seitdem kommen regelmäßig sogar Schulklassen, um zwischen 'Harry Potter' und Biografien des türkischen Staatsgründers Atatürk nach neuem Lesestoff zu suchen. Mittlerweile haben sich so viele Werke angesammelt, dass das Unternehmen einen eigenen Bücherbus baut, mit dem die Angestellten über die Dörfer fahren wollen, um den dortigen Bewohnern die Chance auf neue Lektüre zu geben. Mit derartigen Aktionen hat sich das Müllunternehmen einen guten Ruf in Ankara erarbeitet, einer Stadt, die in Hinsicht Modernität und landesweiter Beliebtheit immer noch weit hinter dem hippen Istanbul rangiert. Die Menschen hier fühlen sich ihren Traditionen verpflichtet, zu denen besonders die Taubenzucht gehört. Auch viele Müllmänner frönen dieser Leidenschaft und wetteifern darum, welche der Tauben schöner, gewandter oder schneller ist. Damit sind sie der Beweis, dass sich Tradition und Moderne nicht ausschließen müssen und man das Beste von beiden Seiten übernehmen kann. Rund um die Welt gibt es spannende Stories, die es zu erzählen lohnt. Journalisten reisen mit der Kamera um den Globus, um die besten Geschichten zu finden und für die Zuschauer zu dokumentieren. Fündig werden sie sowohl in abgelegenen Gegenden, aber auch in großen Städten – überall gibt es Abenteuerliches und Interessantes zu entdecken. Natürlich spielen vor allem auch die Menschen der jeweiligen Gebiete ein große Rolle.
11:50 Servale
Infosendung ~45 Min
In einigen afrikanischen Nationalparks wie der Serengeti zwischen Tansania und Kenia existiert noch heute ein Ökosystem mit all seinen natürlichen Bewohnern - von den ganz Großen bis zu den ganz Kleinen. Kaum größer als eine heimische Hauskatze, gehört der Serval zu den erfolgreichsten Raubtieren der afrikanischen Savannen. Sein Fell ähnelt in Farbe und Muster dem von Geparden. Mit seinem kleinen Kopf, den großen, runden Ohren und ungewöhnlich langen Beinen wirkt Afrikas unbekannte Katze wie eine grazile Miniaturausgabe der Sprintweltmeister. Das Dasein des Servals ist ein immerwährendes Jagen und Gejagtwerden. Denn er befindet sich in der Mitte der Nahrungskette und führt während seiner Suche nach der nächsten Beute ein gefährliches Leben im Schatten der großen Raubtiere. Die großen Ohren der schlanken Raubkatze sind ihr wichtigstes Werkzeug: Sie helfen beim Aufspüren von Beute und Feind zugleich. Servale sind Einzelgänger und leben unauffällig. Sie verharren geräuschlos im hohen Gras der Savanne, um mit Hilfe ihres exzellenten Gehörs die Beute zu lokalisieren und sich dann mit einem langen Satz darauf zu stürzen. Doch ständig begleitet von aufgeregten Vögeln, kann er sich bei der Jagd auf Buschhasen, Gazellenkitze und Frankoline kaum unbemerkt bewegen. Hat die hungrige Katze keinen Erfolg bei größeren Tieren, muss sie auf Nager und Insekten ausweichen. In Naturfilmen spielen unbekannte Tiere wie der Serval meist nur eine Nebenrolle. Diese Dokumentation rückt die Savannenbewohner am unteren Ende der Nahrungskette in den Fokus. Afrikaspezialist Reinhard Radke setzt die Servale mit neuester Kameratechnik und in spektakulären Zeitlupen in Szene.


Nachmittag
 
13:30 Uruguay - Kleines Land am großen Rio de la Plata
Infosendung ~55 Min
Für viele Menschen ist Uruguay noch immer ein weißer Fleck auf der Landkarte. Wenn sie bislang überhaupt davon gehört haben, denken die meisten vor allem an Fußballer oder Rindfleisch. Dabei hat das zweitkleinste Land Südamerikas sehr viel mehr zu bieten.Wie kaum ein zweites Land Südamerikas verbindet Uruguay Tradition mit Moderne: Kolonialstädte und mondäne Strandorte, Oldtimer und Pferdekarren auf Autobahnen, alte Prunkvillen und unzählige Art-déco-Bauten, dicht an dicht mit gesichtslosen Hochhäusern. Endlose Weiten im Landesinneren, in den Häfen alte Fischerboote neben Luxusyachten.Die zweite Folge zeigt Uruguay mit in all seinen widersprüchlichen Facetten: Modern, dynamisch - aber auch traditionell.In Capo Polonio haben die Bewohner bewusst sozusagen den Stecker gezogen: kein Strom, kein Wasser, keine Straßen - das Hippie-Dorf lebt ein Leben im Einklang mit der Natur, schon seit vielen Jahrzehnten. Sein Nationalpark lädt zur Entdeckung ein: Ganz in der Nähe ist eine der größten Seelöwen-Kolonien der Welt zuhause.Die Architektur Uruguays aus der Zeit der Belle Epoque ist nur wenigen bekannt - und die allgegenwärtigen Oldtimer am Straßenrand erzählen von einer Epoche großen Wohlstands. Wegen seiner Landwirtschaft und Viehzucht galt Uruguay bis in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts als eines der reichsten Länder der Welt.Wenige Querstraßen vom Hafen Montevideos entfernt, präsentieren Clara Ost und ihr Ehemann Carlos Engelman-Ost ihre bedeutende Sammlung zeitgenössischer uruguayischer Kunst. Sie erzählt von einer bewegten Vergangenheit des noch jungen Staates.
14:25 Die Anden - Natur am Limit
Infosendung ~40 Min
Schnee in den Tropen, Bären als Alleskönner und Kolibris als ultimative Spezialisten. Die nördlichen Anden sind eine Welt voller Überraschungen und gut verborgener Schätze. Geboren aus vulkanischer Hitze, sind die Anden heute die längste Gebirgskette der Welt - über 7.000 Kilometer ziehen sie sich vom Äquator bis nach Patagonien. Die Nordanden zeichnet ein Gegensatz von Eiseskälte und Tropenschwüle aus, geschaffen durch eine seltene Kombination aus Breitengrad und Höhenlage. Am Äquator ragen einige Gipfel über 6.000 Meter empor - dort kommt jedes Leben an sein Limit. Christian Baumeister und sein Team begleiten eine Brillenbärin mit ihren drei Jungen und zeigen intime Bilder aus dem Familienleben. Brillenbären haben riesige Territorien, die sich über alle Höhenstufen der Berge ziehen. Sie kommen überall zurecht. Eine ganz andere Taktik verfolgen die Kolibris. Sie haben sich zu extremen Spezialisten entwickelt - allen voran der Schwertschnabelkolibri. Mit seinem elf Zentimeter langen Schnabel - relativ zum Körper dem längsten im Vogelreich - hat er sich auf eine einzige Blütenart spezialisiert. Auch der Marañón-Baumsteiger ist hoch spezialisiert - huckepack trägt der Frosch seine Kaulquappen zur nächsten Bromelie, wo sie heranwachsen. Die wolkenverhangenen Täler der Nordanden hüten noch so manches Geheimnis, wie den erst vor wenigen Jahren entdeckten Anden-Makibären.
15:50 Die Anden - Natur am Limit
Infosendung ~45 Min
Die naturkundliche Entdeckungsreise führt von den eisigen Hängen des Aconcagua, des höchsten Berges Südamerikas, bis hinab in die patagonische Steppe. Der Film begleitet den Weg einer Puma-Familie. Karge Hänge und imposante Felsen beherrschen das Bild in den Südanden - für eine Schleichjägerin, die aus der Deckung heraus angreifen muss, kein leichtes Terrain. Als es der Raubkatze nach vielen Fehlschlägen endlich gelingt, ein Guanakofohlen zu schlagen, fressen ihr Füchse und ganze Scharen Andenkondore den Kadaver über Nacht bis auf die Knochen kahl. Ein Desaster, denn ihre drei Jungen hungern schon seit Tagen! Außerdem ist zu sehen, wie frisch geschlüpfte Sturzbachenten in eiskalten, reißerischen Gebirgsbächen ums Überleben und Darwins Hirschkäfer im Valdivianischen Regenwald um den Fortpflanzungserfolg kämpfen. Seit den Zeiten der Dinosaurier überdauern Araukarienbäume an steilen Hängen, ihre Art ist älter als das Gebirge selbst. Ein Neuankömmling hingegen ist der Nordamerikanische Biber. Er stellt eine Bedrohung für das gesamte Ökosystem dar. Für die Tiere der südlichen Anden ist das Leben ein wahrer Tanz auf dem Vulkan - 500 Vulkane sind allein in Chile aktiv. 2015 erst brach der Calbuco aus. Der Vulkan schleuderte seine Asche 15 Kilometer hoch in die Atmosphäre. Genau betrachtet hat das Feuer der Vulkane alles Leben in den Anden überhaupt erst geschaffen - von den Schneebergen am Äquator bis hin zum rauen Patagonien.
16:35 Stadt Land Kunst spezial 2019
Infosendung ~40 Min
Das absolute Muss: Valparaíso in Chile Chile, Isabel Allendes Geisterhaus Die Insel Chiloé in Chiles Süden (1): Chile, Isabel Allendes Geisterhaus Chile erstreckt sich über mehrere Tausend Kilometer zwischen Pazifik und Anden. Die Landeshauptstadt Santiago ist von riesigen Latifundien umgeben. Inmitten dieser Landschaft hat Isabel Allende, Schriftstellerin und Nichte des ermordeten chilenischen Präsidenten Salvador Allende, ihren Debütroman 'Das Geisterhaus' angesiedelt. In ihrem internationalen Bestseller spannt sie einen weiten Bogen über das gesamte 20. Jahrhundert und erzählt die Schicksalsschläge und Tragödien, die ihr Heimatland erschütterten.(2): Die Insel Chiloé in Chiles SüdenChile beherbergt ein geheimnisvolles Archipel: Chiloé. Das Zusammentreffen von indianischem Volksglauben und europäischen Traditionen brachte dort eine Vielzahl von Holzkirchen hervor. Die Zimmerleute der Inselgruppe nutzten für die Konstruktionen Techniken, die die Europäer aus ihrer Heimat mitgebracht hatten. Die Glockentürme verleihen der wilden Gegend am Ende der Welt einen besonderen Charme.(3): Das absolute Muss: Valparaíso in ChileValparaíso ist Chiles kulturelle Hauptstadt. Berühmt sind die mit Wandmalereien geschmückten bunten Häuserfassaden, die Standseilbahnen und vor allem der Hafen, der größte des Landes. Heute flaniert man an den Docks, bewundert die Schiffe oder kauft ein. Früher war das jedoch nicht unbedingt ratsam ...
17:15 ARTE Reportage
Infosendung ~55 Min
USA: Die kleinen Soldaten (1): Südsudan: Der Arzt der Überlebenden: Doktor Evan Atar Adaha erhielt im Oktober 2018 den Nansen-Preis des UNHCR für seine humanitäre Arbeit im Südsudan. Seit 2011 leitet der Chirurg das Krankenhaus von Bunj in der Provinz Maba. Es ist das einzige weit und breit für 200.000 Menschen - in einer Region ohne jede Infrastruktur. Ausgerechnet dort landen die meisten Flüchtlinge vor der Gewalt im Sudan und Südsudan. Dr. Atar und seine Mitarbeiter haben schon vielen tausend Frauen, Männern und Kindern das Leben gerettet. Er lebt dort mitten unter den Flüchtlingen, teilt ihren Alltag und ihre Sorgen - im Südsudan ist er berühmt, beinah wie eine Person der Zeitgeschichte. In den sieben Jahren seit der Gründung hat der Südsudan bis heute keinen dauerhaften Frieden gefunden - dabei war genau dies das Ziel, damals, bei der Trennung vom Sudan. (2): USA: Die kleinen Soldaten: 500.000 Jungs und Mädchen zwischen 14 und 18 Jahren trainieren als Kadetten im 'Junior Reserve Officers' Corps' der US-Streitkräfte. Die US-Armee sucht ihren Nachwuchs beizeiten: Jedes Jahr brauchen die Streitkräfte 80.000 Rekruten, um den Dienst an der Waffe fürs Vaterland in inzwischen 146 Ländern gewährleisten zu können. In den USA gibt es keine Wehrpflicht, aber im 'Junior Reserve Officers' Training Corps - JROTC' können 14- bis 17-jährige Schülerinnen und Schüler das militärische Einmaleins schon in der Schule pauken - und sich währenddessen überlegen, ob es nicht eine gute Idee wäre, nach dem Schulabschluss zur Armee zu gehen. In über 3.000 Schulen sind landesweit 500.000 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren als Kadetten eingeschrieben. Sie tragen Uniform, nehmen am normalen Sportunterricht nicht teil; stattdessen bilden richtige Soldaten im Ruhestand die kleinen Rekruten aus, in militärischer Disziplin, Sport, Verhalten und an manchen Schulen auch im Schießen. Das JROTC richtet sich vor allem an Oberstufenschüler in Problemvierteln mit ethnischen Minderheiten - die Armee bietet ihnen später die Möglichkeit einer kostenlosen Ausbildung. Das Pentagon finanziert das Kadetten-Programm mit hunderten Millionen Dollar, offiziell für eine bessere Entwicklung der Jugend, so heißt es.


Abend
 
18:25 360° Geo Reportage
Infosendung ~45 Min
Im heutigen Georgien entstanden schon im ersten Jahrhundert nach dem Vorbild der Gemeinden von Antiochia und Jerusalem erste urchristliche Gemeinden. Bereits im Jahr 337 wurde in dem ostgeorgischen Königreich Kartli das Christentum zur Staatsreligion erhoben, lange vor der Christianisierung Europas. Die georgische orthodoxe Kirche ist autokephal, das heißt eigenständig. Damit konnten, vor allem in der Abgeschiedenheit der Klöster, viele alte kirchliche und kulturelle Traditionen, alte Produktions- und Lebensweisen bewahrt werden, die auf den Betrachter aus der heutigen schnelllebigen und technisierten Welt eine große Faszination ausüben. Vor der Sowjetherrschaft gab es auf dem Territorium des kleinen Staates, der nicht größer ist als das Bundesland Bayern, unzählige aktive Klöster, von denen nur wenige bewahrt werden konnten. Ihre kulturhistorisch wertvollen Bauten mit über 1.000 Jahre alten Fresken und Ikonen wurden unter der kommunistischen Herrschaft entweiht - als Lagerhäuser, Viehställe oder Militärlager und Kasernen missbraucht. Doch seitdem das Land im Jahr 1991 seine Souveränität wiedererlangte, bemühen sich Staat und Kirche, die alten Klöster wieder mit Leben zu füllen und vor dem Verfall zu bewahren. Immer wieder unternimmt der 33-jährige Erzpriester Artschil Kachidse Reisen durch die Klöster des Landes. Er interessiert sich für die Entwicklung des klösterlichen Lebens, sowohl in religiöser als auch wirtschaftlicher Hinsicht. Welche Perspektive hat das traditionell so eng mit Georgien verflochtene Klosterleben in der heutigen Zeit? '360° Geo Reportage' war vor Ort. Rund um die Welt gibt es spannende Stories, die es zu erzählen lohnt. Journalisten reisen mit der Kamera um den Globus, um die besten Geschichten zu finden und für die Zuschauer zu dokumentieren. Fündig werden sie sowohl in abgelegenen Gegenden, aber auch in großen Städten – überall gibt es Abenteuerliches und Interessantes zu entdecken. Natürlich spielen vor allem auch die Menschen der jeweiligen Gebiete ein große Rolle.
21:50 Achtung, Weltraumschrott!
Infosendung ~55 Min
'Krieg der Sterne' war gestern; heute wird dem kosmischen Müll der Kampf angesagt. Innerhalb der letzten 60 Jahre stieg die Anzahl an Raketentests und Satellitenstarts um ein Vielfaches. Während ein Großteil dieser Satelliten noch immer die Erdbahn umkreist, kam es im All bereits zu ersten unkontrollierten Crashs nuklearer Satelliten, Raketenstufen oder Tanks - bislang noch ohne Opfer. Doch die Situation der mitunter tonnenschweren Orbit-Geschosse spitzt sich zu: Verursacht etwa durch eine Satellitenkollision im Jahr 2009, den Abschuss eines chinesischen Satelliten oder Funktionsstörungen durch Sonnenstürme fliegen derzeit Tausende Trümmerteile, Schrottpartikel und verglühte Flugkörper mit Höchstgeschwindigkeiten um die Erde. Zahlreiche verschollene Satelliten sind unweigerlich Zusammenstößen ausgesetzt oder verursachen diese selbst - eine langfristige Bedrohung für alle intakten Satelliten in der erdnahen Umlaufbahn und ein menschengemachter Teufelskreis. Der Raumfahrt und ihren Akteuren bleibt vorerst nichts anderes übrig, als den kosmischen Müll tagtäglich zu überwachen, aktive Satelliten rasch umzuleiten oder im Labor Abwehrmechanismen gegen die über 30.000 Kilometer pro Stunde schnellen Bruchstücke zu testen. Doch sämtliche Präventionsmaßnahmen scheinen unzureichend. Schnelles Handeln ist geboten, scheint doch ein Leben ohne Satelliten in der heutigen Zivilisation unmöglich. Ingenieure weltweit ringen bereits um die wirksamsten Erfindungen gegen den Weltraumschrott: ob Schleppsegel, Netze, Harpunen oder Roboter-Greifarme - der Kreativität ihrer Methoden sind keine Grenzen gesetzt.