TV-Programm arte heute

   

Was läuft heute im TV-Programm von arte?

Die Schwerpunkte des Programms sind Kultur, Europa und die Vermittlung von Informationen aus vorzugsweise ungewöhnlichen Perspektiven. Der Sender ist bekannt für hochwertige Dokumentationen und ein originelles Senderdesign.

Vormittag
 
01:20 Europe, She loves
Infosendung ~100 Min
''Europe, She Loves'' erzählt die Geschichten von vier jungen Paaren, die zwischen Liebe, Sex und Leidenschaft um ihr tägliches Auskommen kämpfen. Acht junge Menschen suchen ihren Platz in der Gesellschaft verschiedener europäischer Länder, die von Wirtschaftskrisen und sozialen Missständen gezeichnet sind. Juan (21) und Caro (23) leben in Sevilla. Die beiden Frischverliebten wissen nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Für Siobhan (28) und Terry (23) aus Dublin war der Anfang ihrer Beziehung zugleich der Beginn einer Heroinabhängigkeit. Seit einiger Zeit sind sie clean und versuchen, ein gemeinsames Leben aufzubauen. Ihre Leidenschaft scheint dabei jedoch abhandenzukommen. An der nordöstlichen Grenze Europas, in Tallinn, sehen sich Veronika (29) und ihr Freund Harri (31) mit den Schwierigkeiten einer Patchworkfamilie konfrontiert. Veronika verdient ihr Geld als Go-go-Tänzerin. Sie hat einen Sohn aus einer vorherigen Beziehung und möchte, dass Harri die Vaterrolle übernimmt, doch das ist nicht immer einfach. Im griechischen Thessaloniki will Penny (23) sich von ihrem langjährigen Freund Niko (33) trennen, um in Italien zu arbeiten. Aber wie soll man jemanden verlassen, der einen über alles liebt? Im Kampf um eine Zukunft wird die Privatsphäre für diese jungen Menschen zum einzigen Rückzugsort. Die ineinander verwobenen Geschichten der vier Paare werden zum Sinnbild für Europa und seine Bewohner. Der Regisseur Jan Gassmann ist im digitalen Zeitalter aufgewachsen und nimmt sich gerne formale Freiheiten. Er begleitet seine Protagonisten ganz ungezwungen, zeigt intime Momente und spart auch Sexszenen nicht aus. Seine Bilder sind ebenso schlicht wie eindringlich. Präzise erfassen sie alle Gefühle, die eine Beziehung ausmachen können.
Untertitel16:9
08:45 Stadt Land Kunst
Infosendung ~55 Min
Haiti, die Dany Laferrières vertraute Insel Die Aschanti, Ghanas mächtiges Königreich Lyon, zwei erfindungsreiche Brüder (1): Haiti, die Dany Laferrières vertraute InselDie in der Karibik liegende Insel Haiti hat zwei Gesichter. Einerseits ist die Perle der Antillen mit weißen Sandstränden und bunten Städten gesegnet. Andererseits wird sie immer wieder von Naturkatastrophen und politischen Konflikten heimgesucht. Dany Laferrière hat zahlreiche Bücher über seine Heimatinsel geschrieben, in denen er seine persönliche Geschichte mit der des Landes verbindet - von seiner frühen Kindheit bis zum Erdbeben 2010 und von den karibischen Küstendörfern bis zum regen Treiben von Port-au-Prince.(2): Die Aschanti, Ghanas mächtiges Königreich Ghana ist nicht nur bekannt für seinen dichten Regenwald, seine langen Strände am Golf von Guinea und die typischen Verteidigungsanlagen entlang der Küste. Es ist auch die Heimat der Aschanti. Dieses Volk von Kriegern und Händlern herrschte einst über eines der größten Reiche der afrikanischen Geschichte und hatte für mehr als zwei Jahrhunderte die Vormachtstellung in Westafrika inne. Ihre Kultur, Kunst und Aristokratie lebt bis heute fort.(3): Lyon, zwei erfindungsreiche BrüderIm Viertel Montplaisir von Lyon wurde das Kino geboren. Hier erfanden die Brüder Louis und Auguste Lumière den Cinematographen und andere nützliche Dinge, die einmal Leben retten sollten ...
16:9
09:40 360° Geo Reportage
Infosendung ~50 Min
Jedes Jahr während der Regenzeit steigt das Wasser des Tonle-Sap-Sees um viele Meter. Im September machen die Fischer daher immer weniger Fänge: Ihre Netze reichen nicht mehr bis auf den Grund. Deshalb weichen sie auf Ratten aus: Die Tiere leben bei Hochwasser auf den Bäumen und ernähren sich von Früchten. Hygienisch gelten sie deswegen als rein und können auch gegessen werden. Auf Rattenfang gehen die Fischer des Sees erst seit Ende der 90er Jahre. Das Hochwasser, aber auch die Überfischung und der Verlust von Laichgebieten zwingen sie dazu. Dass die Tiere nun genießbar sind, verdanken die Fischer ebenfalls dem jährlichen Hochwasser: Während die Ratten den Rest des Jahres in Erdhöhlen leben, flüchten sie nun in die noch freistehenden Baumkronen, um dort ihre Nester zu bauen. Statt Müll und Unrat fressen sie vor allem Früchte und Blätter; deshalb gilt ihr Fleisch nun als hygienisch unbedenklich. Auch der 20-jährige Sey Ha geht mit seinem Vater und den Nachbarn regelmäßig auf die Jagd. Mit dem Verkauf sichern sich die Familien während der fischlosen Zeit, wenn ihre Netze nicht mehr bis auf den Grund des Sees reichen, eine Einnahmequelle. Während Sey Has Familie gezwungenermaßen zur Ratte greift, weil sie sich Huhn oder anderes Fleisch nicht leisten kann, gilt der Nager auf den Märkten oder in Restaurants als Spezialität. Dort ist Rattenfleisch teurer als Fisch. Sogar Städter kommen, um die Saisonware zu probieren. Wie in vielen Ländern Asiens erstarkt auch in Kambodscha die Mittelschicht. Schon einmal in der Geschichte des Landes standen Ratten auf dem Speiseplan vieler Menschen, als die Roten Khmer das Land terrorisierten und die Bevölkerung hungerte. Auch in Sey Has Familie gab es während der Schreckenszeit Opfer - und Täter. Seine Mutter möchte sich diesem Trauma nun stellen und nach Siem Reap fahren. Die dortige Pagode befindet sich auf einem ehemaligen Killing Field. Mönche haben hier mit der Aufarbeitung der Vergangenheit begonnen. Doch die Reise der Mutter muss erst einmal finanziert werden. Der Verkauf der erlegten Ratten soll Sey Ha dabei helfen. Rund um die Welt gibt es spannende Stories, die es zu erzählen lohnt. Journalisten reisen mit der Kamera um den Globus, um die besten Geschichten zu finden und für die Zuschauer zu dokumentieren. Fündig werden sie sowohl in abgelegenen Gegenden, aber auch in großen Städten – überall gibt es Abenteuerliches und Interessantes zu entdecken. Natürlich spielen vor allem auch die Menschen der jeweiligen Gebiete ein große Rolle.
16:9


Nachmittag
 
15:50 Unbekanntes Arabien
Infosendung ~50 Min
Saudi-Arabien - das riesige Königreich in der Wüste - gilt als superreich und streng konservativ. Geschlechtertrennung, Vollverschleierung der Frauen, keine Kinos, kein Theater, kein Vergnügen. Das klingt erst einmal abschreckend. Doch wie steht es wirklich um die Gesellschaft in dem islamischen Königreich? Wie leben die Menschen hier, wovon träumen sie, was erhoffen sie sich von der Zukunft? In Dschidda, Saudi-Arabiens buntester Stadt am Roten Meer, träumt die 18-jährige Dschumana Chalid davon, eines Tages als erste saudische Primaballerina öffentlich zu tanzen. Huda Talbani pfeift auf die strengen Regeln und hat sich mit ihrem mobilen Haustier-Service selbstständig gemacht. Die saudischen Frauen sind kreativ, wenn es darum geht, Nischen für ihre Bedürfnisse zu finden. Sind sie unter sich, finden sie Freiräume, und viele von ihnen arbeiten an der Gestaltung ihrer Zukunft. Die Männer dagegen, so hat es den Anschein, halten an ihren Traditionen fest. Die unmittelbare Nähe Dschiddas zu Mekka lässt Ali mindestens einmal im Jahr zur heiligsten Stätte des Islams pilgern. Dort findet er Ruhe und die Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein. Und in den Bergen der Provinz Asir suchen einige Männer sogar Zuflucht in den Traditionen ihrer Vorväter. Die sogenannten Blumenmänner von Asir schmücken ihre Häupter mit Kränzen und tragen bunte Trachten - das ist ihre Art, sich dem Gleichheitsdiktat der Königsfamilie zu entziehen. Nach außen mag Saudi-Arabien als einheitliches Land erscheinen, doch der Blick in das Innere des Königreichs offenbart eine ungeahnte Vielfalt.
16:9
16:40 Xenius: Fehlhaltungen
Infosendung ~30 Min
Fehlhaltungen: Wie wir sie erkennen und korrigieren Wir leben im Zeitalter des Smartphone-Starrens und Im-Bürostuhl-Sitzens. Kein Wunder, dass Rückenschmerzen und Verspannungen inzwischen Volkskrankheiten sind. Ob angeboren oder angewöhnt: Hängende Köpfe, krumme Rücken und verdrehte Becken sind Fehlhaltungen, die unsere Wirbelsäule und Muskeln unnötig belasten. ''Xenius'' fragt nach, was uns zu Fehlhaltungen verführt und wie wir sie loswerden. Die ''Xenius''-Moderatoren Adrian Pflug und Emilie Langlade unterziehen sich einem Haltungs-Check. Bei Ganganalyse und Stabilitätstests zeigen sich die feinen Ungleichgewichte, die sich in ihrem Körper verstecken. Was müssen sie tun, um eine bessere Haltung zurückzugewinnen und Schmerzen zu vermeiden? Eine Kita in Rheinland-Pfalz hat sich zum Ziel genommen, etwas gegen die Fehlhaltungen ihrer Erzieher zu unternehmen. In einer Kinderwelt zu arbeiten, ist für die Erwachsenen auch eine körperliche Herausforderung. Viel zu niedrige Stühle und Tische, das Spielen auf dem Boden - das belastet Rücken und Knie extrem. Mit Hilfe eines Sensorenanzugs wurden die Fehlhaltungen der Erzieher im Auftrag der Unfallkasse Rheinland-Pfalz untersucht und Lösungen erarbeitet - und die sind überraschend einfach. Im Gegensatz zu Fehlhaltungen sind angeborene Fehlstellungen viel schwieriger zu korrigieren - zum Beispiel die Skoliose, eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule. In schweren Fällen musste der Rücken bislang versteift werden. Vincent Cunin will das ändern. Der orthopädische Chirurg des Kinderkrankenhauses der Uniklinik Lyon praktiziert eine neue Therapie aus den USA, welche die Wirbelsäule mit einem Kunststoffseil zu begradigen versucht - ohne die Beweglichkeit der Wirbel einzuschränken! ''Xenius'' begleitet einen von Cunins jungen Patienten bei seiner Operation und entdeckt, welches Potenzial die neue Therapie verspricht.
Untertitel16:9
17:40 West-Papua - Mein Jahr bei den Korowai
Infosendung ~55 Min
Der Schriftsteller und Abenteurer Will Millard war in den letzten zehn Jahren häufig in Papua-Neuguinea, er spricht fließend Indonesisch. Dieses Mal ist er bei einer Korowai-Familie zu Gast. Ein Jahr lang will er sie filmen, um die heutigen Lebensbedingungen ihres Volkes besser zu verstehen und zu erforschen, wie viele von ihnen noch mitten im Wald in acht bis zwölf Metern über dem Boden errichteten Baumhäusern aus Holz, Bambus und Blattwerk wohnen. Zunächst lässt er sich in dem Dorf Mabul nieder, wo es Generatoren, Smartphones und eine Schule gibt. Dort erzählt ihm sein Dolmetscher von einer Familie, die angeblich noch in Baumhäusern lebt: Markus, seine beiden Frauen und ihre fünf Kinder. In ihrer Nähe soll es einige verlassene Hütten geben, die sich perfekt als Basislager für Millard und sein Team eignen. Also machen sich alle zu einem sechsstündigen Fußmarsch auf in den Wald. Will Millard trifft Markus und seine Familie, die tatsächlich in einem Baumhaus in zehn Meter Höhe leben. Doch plötzlich hat Will Zweifel und erfährt, dass Markus'' Familie vorwiegend in der Stadt lebt und nur in das Baumhaus gezogen ist, weil Will einen Drehort suchte. Und so geht Wills Suche weiter, bis er erfährt, dass ein weißbärtiger Mann noch im traditionellen Lebensstil im Wald wohnen soll. Also macht sich Will auf die Suche und findet eine ganze Familie vor: Haup und Halap, zwei ältere Männer, mit ihrem Adoptivsohn August, seiner Frau Amal und ihren beiden Kindern. Er beschließt zurückzukehren, um das Leben der Korowai zu dokumentieren. Doch ob das die richtige Entscheidung war?
16:9


Abend
 
23:35 Ein Exilant auf Glückssuche
Infosendung ~95 Min
Als der Brasilianer Marcelo Novais Teles 1981 nach Paris kam, herrschte in seinem Heimatland eine schwere wirtschaftliche und politische Krise. Er spielte Theater, interessierte sich für Film und nahm sich vor, an der französischen Filmhochschule IDHEC zu studieren. So lernte er Mathieu Amalric kennen. Beide bewarben sich und wurden abgelehnt. Es entstand eine Freundschaft, die bis heute andauert. Tage, Monate und Jahre gingen ins Land, und Marcelo baute sich eine Wahlfamilie im Milieu von Theater, Film und Fernsehen auf. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, nahm er Gelegenheitsjobs an, schrieb Drehbücher, beteiligte sich an der Produktion von Kurzfilmen und arbeitete als Cutter. Er besorgte sich eine Kamera und fing an, alles um sich herum zu filmen: seinen Alltag, seinen Freundeskreis, feuchtfröhliche Abende, Ausflüge, Urlaubsreisen, seine Suche nach der großen Liebe. Exil bedeutet, zwischen zwei Welten zu leben. Dieser Zwiespalt ist im Leben und Denken von Marcelo allgegenwärtig. Über Jahre hinweg war sein Aufenthaltsstatus ungeklärt, es gelang ihm nicht, eine stabile Beziehung aufzubauen, er stürzte sich von einer Liebesaffäre in die nächste. Es dauert lange, bis er beruflich wirklich Fuß fasste, er erlebt immer wieder lange Phasen ohne Beschäftigung. Mit der Zeit bekamen seine Freunde Kinder. Seine innere Zerrissenheit und seine Entfremdung nahm zu - auch er hätte gerne eine Familie gegründet. Der Dokumentarfilm ist ein berührendes Videotagebuch, das mit melancholischem, teils auch humorvollem Blick verdeutlicht, wie schwierig es ist, in zwei Welten zu leben: Marcelo ist hin- und hergerissen zwischen Brasilen und Frankreich, zwischen dem Wunsch nach familiärer Sicherheit und der Lebensrealität eines freien Filmschaffenden.
Untertitel