arte Programm morgen

   
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Was läuft morgen im TV-Programm von arte?

Das arte Fernsehprogramm von morgen bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

am Vormittag    am Nachmittag    am Abend

Programm - Vormittag

 
00:00 To the Moon
Infosendung ~75 Min
Dokumentation, Frankreich 2020 Regie: Tadhg O''Sullivan Musik: Linda Buckley - Amanda Feery Kamera: Scott Barley - Joshua Bonnetta - Lorenzo Gattorna - Jimmy Gimferrer - Sam Hamilton - Ben Mullen - Ian Powell - Sara Ross-Samko - Peter Rubi
Auf jedem Kontinent und in jedem Land der Erde betrachten die Menschen den Mond - er erhellt die Nacht und beflügelt seit jeher die menschliche Vorstellungskraft. Die Mondphasen sind Symbol für Niedergang und Wiederauferstehung und machen den Erdtrabanten zu einer wehmütigen und zugleich freudigen Figur. Der Mond ist eine der schönsten Projektionswände für die menschliche Kreativität. Er wird besungen und angebetet, je nach Sprache ist er mal weiblich, mal männlich und er galt als Pforte zum Paradies. Er soll Liebesgefühle, Träume und Geburten beeinflusst haben - ein utopischer Umkehrspiegel irdischer Dystopien. Man hält ihn für den Auslöser von Wahnsinn, Fruchtbarkeit, Gezeiten und den mysteriösen Wanderungen der Aale durch die Weltmeere. Kurz: Der kugelrunde, steinige und unbewohnte Himmelskörper ist aus dem Leben der Erdbewohner kaum wegzudenken. Leben nach dem Tod, Übernatürliches, Einsamkeit ... unzählig sind die Themen, die mit dem Mond in Verbindung gebracht werden. In ''To the Moon'' reist der irische Regisseur Tadhg O''Sullivan durch die Geschichte von Spielfilm, Dichtung und Musik und bringt jeweils ein Thema mit einer Mondphase in Verbindung. Das Ergebnis ist eine wunderschöne, poetische Reise durch den Nachthimmel. Dabei befasst sich der Dokumentarfilm mit Kinderträumen im Mondschein, beleuchtet aber auch die alptraumhafte Geschichte des Kolonialismus. Träume vom Anderswo und mythische Paradiese stehen wehmütigen und traurigen Liedern gegenüber. So wird der Mensch in ''To the Moon'' an die Allgemeingültigkeit seines Schicksals unter dem immerwährenden Blick des Mondes erinnert.
16:9
01:15 Aus der Traum? - Die Amerikaner im Wahljahr
Infosendung ~50 Min
Vor der Entscheidung Staffel 1: Episode 5 Politreportage, Deutschland 2020 Regie: Jan Tenhaven - Katja Döhne - Sebastian Heemann - Thorsten Eppert
Kurz vor der Präsidentschaftswahl in den USA: Die Coronakrise, die Rassenunruhen, die schwächelnde Wirtschaft - keines der Probleme, die das Jahr 2020 mit sich gebracht hat, ist gelöst. Stattdessen braut sich weiter etwas zusammen. In Chicagos South Side war Ameena Matthews voller Elan in das Jahr gestartet. Nachdem ihre Kandidatur für den Kongress jedoch gescheitert ist, sind auch ihre großen Pläne für den berüchtigten Stadtteil Makulatur. Der evangelikale Pastor Doug Pagitt macht mit seinem Team von der Initiative Vote Common Good eine Bustour durch die USA, um gegen die Wiederwahl von Donald Trump zu mobilisieren. Kurz vor der Wahl kehrt er in seine Heimatstadt Minneapolis zurück: Er wohnt in direkter Nähe zu dem Ort, an dem George Floyd im Mai ermordet wurde. Eine Rückkehr mit gemischten Gefühlen: Hoffnung, dass Trump abgewählt wird, und Bangen, dass dadurch wahrscheinlich nicht alle Probleme gelöst sein werden. In Clairton, Pennsylvania, hatten die Menschen vor vier Jahren große Hoffnungen in Präsident Donald Trump gesetzt. Dort, im sogenannten Rust Belt der USA, leiden alle unter der schwächelnden Stahlindustrie. Wie steht es kurz vor dem Wahltag um die Stimmung in der Stadt? Wie Trump ist Bürgermeister Richard Lattanzi kein Berufspolitiker. Er ist eigentlich Stahlarbeiter. Und wie Trump wurde auch er quasi über Nacht zum Krisenmanager wider Willen. Neben all den ungelösten Problemen gibt es auch die schönen Momente im Bürgermeisteralltag: Eine Hochzeit steht an - ein versöhnliches Ende eines anstrengenden Jahres. Bereits Anfang 2020 zeichnet sich ab, dass dieses Wahljahr in den USA politisch turbulent wird. Die amerikanische Gesellschaft ist tief gespalten. Die Dokumentationsreihe zeigt, dass die Amerikaner jenseits der großen Politik ihre ganz persönlichen Träume haben. Während das öffentliche Leben in New York durch Corona bereits zum Erliegen kommt, ist ein Bürgermeister in Pennsylvania noch mit den Herausforderungen seiner verarmten Stahlstadt beschäftigt, bevor auch er Lebensmittel verteilen muss. Und mitten in der Pandemie erschüttern rassistische, tödliche Polizeigewalt und Unruhen das Land.
16:9
02:05 Aus der Traum? Die Amerikaner im Wahljahr
Infosendung ~55 Min
(Aus der Traum? - Die Amerikaner im Wahljahr) Der Kampf geht weiter Staffel 1: Episode 6 Politreportage, Deutschland 2020 Regie: Katja Döhne
Die erhoffte Karriere im Weißen Haus ist für die junge rechtskonservative Influencerin Isabel Brown vorerst außer Reichweite. Sie will es aber nicht wahrhaben, postet auf Instagram noch Wochen nach der Wahl Durchhalteparolen ganz auf Trumps Linie: ''Die Demokraten haben betrogen, wir holen uns die Wahl zurück!'' Kurz nachdem im Dezember 2020 das Electoral College zusammentritt, plant ihre Studentenorganisation ''Turning Point USA'' eine große Mitgliederversammlung in Florida. Fernab der Farce um die Amtsübergabe in Washington D.C. muss Bürgermeister Richard Lattanzi in Clairton, Pennsylvania, seine Stadt weiter durch die Corona-Krise manövrieren. Dabei wird die Lage in der Industriestadt immer dramatischer. Für den indischen Einwanderer Shubham Aurora stehen die Zeichen auf Neuanfang: Er weiht seine eigene Tankstelle ein, sein amerikanischer Traum wird wahr. Und während der Rest der Nation trotz dramatischer Infektionszahlen Weihnachten und Silvester feiert und auf ein besseres Jahr 2021 hofft, steht Shubham hinter seiner neuen Ladentheke. Er hat sich mit Schießtraining darauf vorbereitet, seinen Traum zu verteidigen. Die geladene Waffe liegt griffbereit. Bereits Anfang 2020 zeichnet sich ab, dass dieses Wahljahr in den USA politisch turbulent wird. Die amerikanische Gesellschaft ist tief gespalten. Die Dokumentationsreihe zeigt, dass die Amerikaner jenseits der großen Politik ihre ganz persönlichen Träume haben. Während das öffentliche Leben in New York durch Corona bereits zum Erliegen kommt, ist ein Bürgermeister in Pennsylvania noch mit den Herausforderungen seiner verarmten Stahlstadt beschäftigt, bevor auch er Lebensmittel verteilen muss. Und mitten in der Pandemie erschüttern rassistische, tödliche Polizeigewalt und Unruhen das Land.
16:9
03:55 Begegnung mit den Meeresvölkern
Infosendung ~26 Min
(À la rencontre des peuples des mers) Oman: Die Kumzaren - Das Erbe der Ahnen Staffel 2: Episode 29 Dokumentation, Frankreich 2019 Regie: Nicos Argillet
Im Norden des Sultanats Oman, geografisch durch die Vereinigten Arabischen Emirate von Oman abgeschnitten, liegt die Halbinsel Musandam. Charakteristisch für die Landschaft dieser Exklave sind die fjordähnlichen Buchten, die sich inmitten der Wüste vom intensiven Blau der Straße von Hormus abheben und Musandam den Spitznamen ''Norwegen Arabiens'' eingebracht haben. In eine dieser Buchten geschmiegt liegt das ausschließlich über den Seeweg erreichbare Dorf Kumzar. Es ist das angestammte Siedlungsgebiet der Kumzaren, die einer Mischung von Händlern aus der ganzen Welt entstammen. Davon zeugt ihre Sprache, das Kumzari mit seinen arabischen, persischen, niederländischen und französischen Einflüssen. In Kumzar macht Marc Thiercelin die Bekanntschaft des jungen Kumzaren Hassan, der einen großen Teil des Jahres in Musandams Hauptstadt Chasab verbringt, nur einen Katzensprung von dem Ort entfernt, an dem er als Luftfahrtingenieur arbeitet. Doch Hassan kehrt regelmäßig nach Kumzar zurück, um seine Familie zu besuchen und vor allem um seiner Leidenschaft, dem Fischen, nachzugehen. In Begleitung seines Onkels und Mentors Ali nimmt Hassan Marc Thiercelin zum Segeln an Bord eines Baatil mit. Dieses elegante Holzboot ist das Überbleibsel einer jahrtausendealten, mündlich überlieferten Kultur. Gemeinsam brechen die drei zu einer traditionellen Fischfangexpedition auf. So wollen sie an die Tradition der Kumzaren anknüpfen, die nach Ansicht der Älteren von der Moderne überrollt zu werden droht. Marc Thiercelin, Segler mit Leib und Seele, ist kein Ozean der Welt fremd. Für die Reihe „Begegnung mit den Meeresvölkern“ macht er sich auf den Weg zu 20 Völkern, die an Land wie auf dem Wasser gleichermaßen zu Hause sind. Marc Thiercelin teilt den Alltag mit Menschen, die wie er das Meer als ihren natürlichen Lebensraum begreifen. (Text: arte)
16:9
05:00 Venedig zwischen weltlicher & religiöser Hingabe
Infosendung ~80 Min
(Passions: Venise, aux frontières du profane et du sacré) Musik aus dem 17. Jahrhundert Konzert, Frankreich 2019 Regie: Olivier Simonnet Musik: Les cris de Paris - Claudio Monteverdi - Antonio Caldara - Giovanni Legrenzi - Antonio Lotti - Tarquinio Merula - Biagio Marini
Seit 1998 durchforstet das Pariser Ensemble Les Cris de Paris unter seinem Gründer und Leiter Geoffroy Jourdain die Musikgeschichte von Claudio Monteverdi bis Richard Wagner. Im Pariser Théâtre des Bouffes du Nord präsentiert das Ensemble venezianische Musik aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Auf dem Programm stehen Werke von Komponisten, die in Venedig gelebt und gewirkt haben. In einem choreographisch durchkomponierten Konzert, in dem die Musikstücke ineinander übergehen, singt und spielen Les Cris de Paris Musik, die in den Kirchen und Palazzi der Lagunenstadt erklang und sie zu einer Hochburg der Barockmusik machten. Venedig liegt nicht mehr ganz auf dem Festland, aber auch noch nicht im Meer. Die Stadt gehört noch zum Okzident, zählt aber fast schon zum Orient. Venedigs geistliche Musik hat theatrale Züge und die weltliche Musik folgt spirituellen Impulsen. Das Ensemble Les Cris de Paris führt durch das vielseitige Terrain und lässt wichtige Werke der venezianischen Barockmusik neu aufblühen. Allen voran kommt Claudio Monteverdi zu Wort, der Älteste und Berühmteste des Reigens. Sein Werk markiert den Übergang von der Renaissance zum Barock. Er wurde 1567 in Cremona geboren und wirkte zwei Jahrzehnte in Mantua, wo er den ''Orfeo'' schrieb, die erste erhaltene Oper der Musikgeschichte. 30 Jahre verbrachte Monteverdi in Venedig, dort starb er auch 1643. Der jüngste Komponist ist Antonio Caldara, er vertritt den venezianischen Spätbarock. 1670 erblickte er in Venedig das Licht der Welt und erhielt hier seine musikalische Ausbildung. Wie Monteverdi wirkte er auch in Mantua und in Rom, verließ jedoch 1716 endgültig Italien und ging nach Wien, wo er als Hofkapellmeister und Opernkomponist am Hof von Kaiser Karl VI. sehr erfolgreich wurde. Das Programm: - Tarquino Merula: ''Hor ch''è tempo di dormire'' - Claudio Monteverdi: ''Crucifixus a 4'', ''Chi vol che m''innamori'' (Ritornello), ''L''Orfeo'' (Sinfonia), ''Ballo delle ingrate'' (Entrata) - Giovanni Legrenzi: ''Dialogo delle due Marie - Quam amarum est Maria'' - Antonio Lotti: ''Crucifixus a 6'', ''Crucifixus a 8'', ''Cucifixus a 10'', ''La vita caduca (In una siepe ombrosa)'' - Biagio Marini: ''Passacaglia'' - Antonio Caldara: ''Crucifixus a 16'' - Claudio Monteverdi: ''Beatus vir'' - Selva morale e spirituale
16:9
06:55 GEO Reportage
Infosendung ~55 Min
(360° - Geo Reportage) Von Frauen und Motorrädern Reportagereihe, Deutschland, Frankreich 2016 Regie: Therese Engels
Fernsehmoderatorin, Rennfahrerin, Gründerin eines Motorradclubs für Frauen - jahrelang galt Nurul Alis Binti Aidil Akhbar alias Kiki als Vorbild und Musterbeispiel weiblicher Selbstbestimmung in Malaysia. Nach der Geburt ihres vierten Kindes wandte sie sich dem konservativen Islam zu, entschied sich für den Hidschab und gab einen Teil ihrer Eigenständigkeit auf. Heute braucht Kiki für viele Dinge, die früher selbstverständlich waren, die Erlaubnis ihres Ehemannes und des Scheichs, ihres geistigen und religiösen Führers. Dass sie ihre Freiheit opferte, sieht Kiki nicht so. Denn noch immer rast sie in schwerer Motorradkluft auf ihrer Ducati durch das Land. ''GEO Reportage'' hat sie besucht und ein Land im Wandel erlebt. Und Frauen, die versuchen, ihren westlich geprägten Lebensstil mit der islamischen Religion zu vereinen. Kiki hat einen vollen Terminplan: Die Moderatorin und Mutter von vier Kindern muss Familie und Berufsleben unter einen Hut bringen. Nebenbei fährt sie mit Leidenschaft Autorennen. Und sie ist Präsidentin von Desmodonna Malaysia, des ersten Ducati-Motorradclubs nur für Frauen. Als solche organisiert sie regelmäßig Touren durch das Land, um die über die gesamte Halbinsel verstreuten Mitglieder zu besuchen. Ihr australischer Ehemann unterstützt sie bei allen ihren Aktivitäten. Anders würde es nicht gehen, denn seiner Zustimmung bedarf es für die meisten Dinge, seit Kiki sich dem konservativen Islam zugewandt hat, der dem Ehemann das Recht zuspricht, seiner Frau bestimmte Aktionen zu untersagen. Ebenso dem Scheich, Kikis geistigem und religiösem Führer. Doch obwohl sich Kiki weiter ihre Freiheiten nimmt, ist sie doch im Zweifel, wie lange sie ihr neues Leben mit den bisherigen weltoffenen Aktivitäten vereinbaren kann. Demnächst steht wieder eine Motorradtour von der Hauptstadt Kuala Lumpur an die Ostküste an. Kiki ist unsicher, ob sie diese Reise wirklich antreten soll. Rund um die Welt gibt es spannende Stories, die es zu erzählen lohnt. Journalisten reisen mit der Kamera um den Globus, um die besten Geschichten zu finden und für die Zuschauer zu dokumentieren. Fündig werden sie sowohl in abgelegenen Gegenden, aber auch in großen Städten – überall gibt es Abenteuerliches und Interessantes zu entdecken. Natürlich spielen vor allem auch die Menschen der jeweiligen Gebiete ein große Rolle.
16:9
08:35 Stadt Land Kunst
Infosendung ~70 Min
(Invitation au voyage) Sansibar / Die Puisaye / Griechenland Kunstmagazin, Frankreich 2021 Regie: Fabrice Michelin Moderation: Linda Lorin
Abdulrazak Gurnahs verlorene Heimat Sansibar Griechenland und seine Revolutionsführerin Die Puisaye und ihr Töpferhandwerk Alessias Pasta mit Sardellen (1): Abdulrazak Gurnahs verlorene Heimat Sansibar Sansibar ist eine von Korallenriffen umgebene Inselgruppe vor der Küste Ostafrikas. Seit Jahrhunderten treffen hier die Handelsströme des Indischen Ozeans aufeinander. Entsprechend vielfältig ist auch die Bevölkerung des Archipels. In den Romanen des Literaturnobelpreisträgers Abdulrazak Gurnah erscheint Sansibar als Fata Morgana seiner eigenen Vergangenheit, wie eine zerfallende Erinnerung. Ein zentrales Thema des aus politischen Gründen nach Großbritannien geflüchteten, hochproduktiven Autors ist das Exil. (2): Die Puisaye und ihr Töpferhandwerk Die im Burgund gelegene Puisaye ist mit reichen und unvergleichlich reinen Vorkommen an Ocker, Lehm und Ton gesegnet. Dank ihrer wird das Leben der Gegend seit 600 Jahren vom Töpferhandwerk bestimmt. Noch heute gibt es hier Dutzende traditioneller Werkstätten, die nach überlieferten Methoden Keramik herstellen. (3): Alessias Pasta mit Sardellen In Venedig macht sich Alessia an die Vorbereitung eines traditionellen und bei den Arbeitern des Arsenals höchst beliebten Pastagerichts mit Sardellen. Ein schmackhaftes, sehr einfach nachzukochendes Rezept, denn für die Sommervariante braucht man nur breite Pasta, Sardellen und Oliven! (4): Griechenland und seine Revolutionsführerin Die venezianische Festung Palamidi auf dem Peleponnes bietet einen wunderschönen Blick auf Nafplio und den Argolischen Golf. Die kleine antike Hafenstadt konnte sich ihren ursprünglichen Charme bewahren. Im 19. Jahrhundert lebte hier eine Frau, die noch heute als Heldin des Griechischen Unabhängigkeitskriegs gilt.
16:9
09:45 Die Nazis, die Arbeit und das Geld
Infosendung ~95 Min
(Les nazis et l''argent, au coeur du IIIème Reich) Dokumentation, Frankreich 2020 Regie: Gil Rabier
Der Dokumentarfilm basiert auf neueren wissenschaftlichen Forschungen der Professoren Adam Tooze von der Columbia University, Richard Overy von der University of Exeter, Frank Bajohr vom Institut für Zeitgeschichte in München und der Privatdozentin Marie-Bénédicte Vincent von der Universität von Angers. Sie zeigen in ihren Forschungen zur NS-Zeit, welch treibende Rolle wirtschaftliche Aspekte für das Familienleben, die Arbeitswelt und die Kriegsführung im Deutschen Reich gespielt haben.Animationen im Stil der Collage-Kunst der 30er Jahre veranschaulichen die außerordentlichen Währungsmanipulationen der Nationalsozialisten. Damit wird der Blick auf einen bisher wenig beachteten Kriegsschauplatz gelenkt, nämlich auf die Fabriken des Deutschen Reichs, auf die Sparbücher der deutschen Familien, die Planungsbüros der Manager und kaum bekannte Protagonisten, die agierten: der Generalfeldmarschall und Staatssekretär in Görings Reichsluftfahrt-Ministerium Erhard Milch(1892-1972) etwa, der die gesamte Flugzeugbau-Industrie umstrukturierte und bereits 1954 aus der lebenslänglichen Haft entlassen wurde, der NSDAP-Gauleiter von Thüringen Fritz Sauckel(1894-1946), der in seiner Funktion als Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz für die Zwangsarbeit von Millionen von Menschen verantwortlich war und in Nürnberg hingerichtet wurde, oder SS-General Herbert Backe(1896-1947), der als Reichsminister und Leiter des Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft die rigide kriegswirtschaftlich und rassenideologisch begründete Hungerpolitik in Osteuropa plante und organisierte und sich in Nürnberg durch Suizid der Verantwortung entzog.Der Dokumentarfilm zeigt, wie die Nationalsozialisten ihr rassistisches und antisemitisches Weltbild in allen Bereichen der Großindustrie, der Landwirtschaft und der Finanzwelt implementieren konnten. Sie schufen damit ein abscheuliches, auf Währungsmanipulation, Gewalt, Raub und Völkermord beruhendes Wirtschafts-''Modell'', das nur durch Krieg und Unterdrückung funktionierte und zur Zerstörung Europas führte.
16:9HDTV



Programm - Nachmittag

 
16:00 Rätselhaftes Stonehenge
Infosendung ~55 Min
(Stonehenge: The Lost Circle Revealed) Die Spur der Steine Dokumentation, England 2021 Regie: Pete Chinn - Peter Chinn
Der Steinkreis von Stonehenge ist weltbekannt - doch um seine Entstehung ranken sich viele Rätsel. Britische Forscherinnen und Forscher brachten in langwieriger Kleinarbeit erstaunliche Erkenntnisse ans Licht. Das wichtigste Ergebnis: Stonehenge wurde anscheinend gar nicht in England erbaut. Ihrer Deutung zufolge gehörten die ältesten Steine des Monuments ursprünglich zu einem noch viel älteren Steinkreis, der weit entfernt vom heutigen Standort errichtet wurde, und zwar im Westen von Wales. Mit modernsten Hilfsmitteln sammelte das Archäologen-Team unter der Leitung von Professor Mike Parker Pearson vom University College London die notwendigen Belege, um die Wissenslücke bezüglich der Blausteine zu füllen. Im Laufe ihrer Untersuchungen gingen die Fachleute jeder Spur nach: von den großen Legenden um den Zauberer Merlin bis hin zu den verschiedenen chemischen Signaturen mikroskopisch kleiner Felsstücke. Durch die Kombination innovativer 3D-Scans mit traditioneller archäologischer Feldforschung und neuartigen Laboranalysen entdeckten die Forscher den Ursprung der Steine. Höchstwahrscheinlich wurden sie bereits 400 Jahre vor ihrer Aufstellung in Stonehenge abgebaut. Für die Archäologen bedeutete es ein jahrelanges Unterfangen, dem Rätsel von Stonehenge auf die Spur zu kommen. Durch ihre Ergebnisse ergeben sich weitere, völlig neue Ansätze für die Erforschung des Monuments, das zum Weltkulturerbe zählt.
16:9



Programm - Abend

 
20:15 Vernichtung im Laufschritt: Todesmärsche 1944/45
Infosendung ~90 Min
(Les marches de la mort: printemps 1944-printemps 1945) Dokumentation, Frankreich 2021 Regie: Virginie Linhart
Als die Rote Armee in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs immer weiter nach Westen vorrückte, räumten die Nazis die frontnahen Konzentrationslager. Von Sommer 1944 bis Frühjahr 1945 zwangen sie hunderttausende Deportierte zu oft wochenlangen Todesmärschen durch Deutschland und Österreich. Viele Häftlinge starben an Erschöpfung oder wurden von den Wachmannschaften, aber auch von Zivilisten ermordet, an denen sie vorbeimarschieren mussten. Die unglaubliche Brutalität dieser Todesmärsche zeugt von der allgemeinen Verrohung, die im untergehenden Dritten Reich um sich gegriffen hatte. Im Grunde stellten die Todesmärsche die Fortsetzung der von den Nazis in den Konzentrationslagern verfolgten Vernichtungsstrategie dar. Angesichts des sowjetischen Vormarschs lösten sie die Lager auf und versuchten, die Spuren der Vernichtungsanlagen zu beseitigen. Damit verloren die Deutschen die Kontrolle über die geplanten Massentötungen und griffen auch vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs des Regimes und des Vorrückens der Alliierten auf andere Methoden zurück. Die Todesmärsche waren bisher eines der am wenigsten bekannten Kapitel der Geschichte des Dritten Reichs. Ursache hierfür ist der über lange Zeit eingeschränkte Zugang zu Informationen über die Identität der Täter sowie der von hunderttausenden Häftlingen aus den Konzentrationslagern, Gefängnissen und Arbeitslagern, die die Nazis in den letzten Monaten des Dritten Reichs auf ihrem Rückzug räumten. Heute können viele bislang ungeklärte Fragen dank jüngster Erkenntnisse der Geschichtsforschung sowie mithilfe der im Laufe der Jahrzehnte zusammengetragenen Zeitzeugenberichte von jüdischen und anderen Überlebenden beantwortet werden.
16:9