(Arte Reportage)
Ukraine / Chile
Reportagemagazin, Deutschland, Frankreich 2026
Regie: Lucas MengetTrue

Chile: Dürre wegen Datacenter
Ukraine: Tschernobyl im Krieg
Ukraine: Tschernobyl im Krieg Seit 40 Jahren erinnert uns der Name Tschernobyl an die Explosion des Atomreaktors, an die radioaktive Wolke, die durch Europa zog und an die Möglichkeit einer nuklearen Apokalypse. Eine ferne Erinnerung für uns, nicht aber für die Ukraine, dort steht der Reaktor leibhaftig unter einem Sarkophag aus Beton, bedroht von russischen Drohnen. 1986 löste die Explosion des Reaktors Nummer 4 in Tschernobyl den schwersten zivilen Atomunfall der Geschichte aus, und am 14. Februar 2025 hielt die Welt wieder den Atem an: Um 02:02 Uhr morgens explodierte eine russische Drohne mit einem Sprengkopf in 87 Meter Höhe auf der Stahlbetonhülle des stillgelegten Reaktors, sie beschädigte den Sarkophag, ein Feuer brach aus. Für die Löscharbeiten musste die Feuerwehr die Hülle durchbohren, seitdem ist der Reaktor nicht mehr perfekt abgedichtet. Die Behörden meldeten, es würden keine größeren radioaktiven Spitzenwerte verzeichnet. Die Ingenieure, die das alte Atomkraftwerk bewachen, wissen aber, dass wiederholte Angriffe den Sarkophag zerstören könnten, denn er soll nur dem Wetter widerstehen können, für Angriffe im Krieg ist er nicht ausgelegt. Wenn die Drohne nur fünfzehn Meter weiter links eingeschlagen wäre, hätte das nicht nur für die Ukraine, sondern für ganz Europa katastrophale Folgen haben können, sagt ein Beamter.Schon im Februar 2022, unmittelbar nach dem Ausbruch des Krieges, besetzte die russische Armee das alte Atomkraftwerk für mehrere Wochen. Zum ersten Mal in der Geschichte wurde damit eine zivile Atomanlage zu einer militärischen Zone. Dabei produziert Tschernobyl schon sehr lange keine Elektrizität mehr, aber selbst stillgelegt braucht die Anlage Strom: Gut tausend Spezialisten wechseln sich dort täglich ab, um die Radioaktivitätswerte zu kontrollieren, die Belüftung aufrechtzuerhalten und den Atommüll zu überwachen.