arte Programm 21.08.

   
   Was läuft beim TV Sender arte

Was läuft 21.08. im TV-Programm von arte?

Das arte Fernsehprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

am Vormittag    am Nachmittag    am Abend

Programm - Vormittag

 
02:15 Die defekte Katze
Spielfilm ~95 Min
(A Dysfunctional Cat) Drama, Deutschland 2018 Regie: Susan Gordanshekan Musik: Sebastian Fillenberg Kamera: Julian Krubasik
Die defekte Katze
Vier Monate nach ihrer Hochzeit im Iran kommt Mina endlich zu Kian nach Deutschland. Doch als sie die ersten Tage und Nächte in ihrer nun gemeinsamen Wohnung verbringen, ist da vor allem eines zwischen ihnen: sehr viel Distanz. Denn kennengelernt haben sich Mina und Kian durch eine traditionelle iranische Heiratsvermittlung. Für die Hochzeit war der seit Jahren in Deutschland lebende Kian extra in den Iran gereist. Füreinander hatten sich beide aus recht pragmatischen Gründen entschieden: Der Assistenzarzt und Dauersingle Kian hatte in Deutschland trotz angestrengter Suche einfach nicht die Richtige gefunden. Die studierte Elektrotechnikerin Mina galt bei sich zu Hause im Iran schon aufgrund ihres Alters als schwer vermittelbar. Aber auch wegen ihrer eher liberalen Vorstellungen von einer Ehe schieden einige Kandidaten aus. In dieser Hinsicht denkt Kian sehr ähnlich wie Mina. Auch er fühlt sich hin- und hergerissen zwischen der Sicherheit, die seine iranischen Wurzeln ihm geben, und dem Versprechen nach Selbstverwirklichung, mit dem ein westlicher Lebensstil lockt. Aber reicht diese gemeinsame Offenheit aus, um eine glückliche Ehe zu führen? Schnell wird dem Ehepaar klar, dass ihr neues Leben zu zweit in Deutschland für beide nicht das ist, worauf sie gehofft hatten. Während Kian viel arbeitet, fühlt sich Mina in der Fremde isoliert und kämpft mit der deutschen Sprache. Auch wenn Kian sich in seiner spärlich bemessenen Freizeit sehr bemüht, zu ihr durchzudringen, gelingt es den beiden kaum, eine echte Beziehung zueinander aufzubauen. Mina zieht sich mehr und mehr in ihre Rolle als Ehefrau zurück. Um nicht so einsam zu sein, kauft sie sich eine Katze, die einen Gendefekt hat und für reichlich Chaos in der Wohnung und im Leben der beiden sorgt. Es kommt zu Missverständnissen und die angespannte Situation zwischen ihnen eskaliert. Ist ihre Ehe wirklich gescheitert, noch bevor sie richtig angefangen hat?
16:9HDTV
05:45 Egon Schiele
Infosendung ~60 Min
(Egon Schiele - die nackte Wahrheit) Dokumentation, Österreich, Deutschland 2018 Regie: Herbert Eisenschenk
Egon Schiele
Einsamkeit, Neugierde am Okkulten, Ablehnung, Verehrung. Lust und Laster, Verdammung, Bestrafung. Nicht zu vergessen der kurze und kometenhafte Aufstieg in die strahlenden Höhen des Künstlerolymps, der sinnlos erscheinende frühe Tod, schließlich die Gegenwart mit Verehrungs- und Heiligsprechungstendenzen. Dies sind die Bausteine des kurzen Lebens von Egon Schiele. Sie und seine bis heute schwer zu entschlüsselnde Kunst bilden auch 100 Jahre nach seinem Tod jenes Material, aus dem die Legenden der Unerreichbaren gefertigt sind. Aber wer sich die Mühe macht, sich nicht von dieser affektbeladenen Fassade einschüchtern zu lassen, sondern hinter diese zu blicken, dem sollte es auch gelingen, in seiner Kunst die Seele des Menschen Schiele zu erkennen. Diese Begegnung mag verstören: Was sie uns mitzuteilen hat, wurde oft mit brutaler Ehrlichkeit auf Leinwände und Papier gebannt. Es ist weit entfernt von Schönheit und Harmlosigkeit angesiedelt. Egon Schiele entkleidet die Gesellschaft und sich selbst nachhaltig und im doppelten Sinne. Wie Sigmund Freud drang auch er in jene Zonen des Menschseins vor, wo ästhetisches Empfinden eine untergeordnete Rolle spielt. Sein Blick legte die aus dem Verborgenen heraus wirkenden menschlichen Triebe genauso schonungslos frei, wie er menschliches Sein als Leidensweg des physischen und seelischen Schmerzes entzifferte. 100 Jahre nach Schieles Tod versucht die Dokumentation nicht das Genie zu huldigen, sondern die inneren Zusammenhänge aufzudecken, die Schieles unvergleichliches Werk erst ermöglichten.
16:9HDTV
10:05 Bungalow
Infosendung ~60 Min
Dokumentation, Deutschland, England, 2020 Regie: Stefanie Appel
Bungalow
In den Hollywood Hills steht das Stahl House, Inbegriff dessen, was Westdeutsche sich unter einem Bungalow vorstellen: Flachdach, viel Glas, Pool und mit Blick auf das Häusermeer von Los Angeles. Franzosen kommt beim Wort ''Bungalow'' eher eine einfache Ferienhütte in den Sinn. Der Ursprung des ''bangolo'' liegt in Bangladesch. Britische Kolonialherren exportierten die Bauform und das Wort Ende des 19. Jahrhunderts nach Europa. Nach dem Zweiten Weltkrieg verband man den Bungalow mit amerikanischer Coolness und Bauhaus-Eleganz, mit dem sich zu Wohlstand gekommene Bundesbürger der Mittelschicht stilistisch vom Heimatstil der Nazizeit absetzen wollten. In den 60er Jahren entstand nach den Plänen Richard Neutras - eines in Österreich geborenen US-Amerikaners - in Mörfelden-Walldorf bei Frankfurt eine ganze Siedlung aus Bungalows. Als repräsentativer Bau für den bundesdeutschen Regierungschef und seine Gäste wurde der Kanzlerbungalow gebaut. Und der Quelle-Versandhauskatalog bot einen erschwinglichen Bungalow in Fertigbauweise an. Die Aufladung des Begriffs mit einer Mischung aus Fernweh, Naturverbundenheit und Stil wirkt bis in die Gegenwart nach. So lautet der Refrain eines Hits der österreichischen Band Bilderbuch von 2017: ''Komm vorbei in meinem Bungalow, by the rivers of cash-flow''. Dass das Bungalow-Konzept auch nachhaltig und zukunftsweisend sein kann, demonstriert der Bau einer ''schwimmenden Schule'' in Bangladesch, konstruiert von Architekt Saif Ul Haque, der dafür mit dem Aga-Khan-Preis für Architektur ausgezeichnet wurde.
16:9HDTV



Programm - Nachmittag

 
14:00 Romy und Alain: Die ewigen Verlobten
Infosendung ~55 Min
(Romy et Alain, les amants terribles) Dokumentation, Belgien 2022 Regie: Olivier Monssens
Romy und Alain: Die ewigen Verlobten
Romy Schneider und Alain Delon: ein legendäres Paar voller Gegensätze. Sie verkörperte offenherzige Rollen, während er unnahbar wirkte. Die Liebesbeziehung zwischen den beiden verlief so leidenschaftlich und stürmisch, dass sie ins kollektive Gedächtnis einging, obwohl sie nur fünf Jahre andauerte. Obwohl beide später mit anderen Partnern verheiratet waren, kamen sie nie wirklich voneinander los. Ihre Leidenschaft zeigte sich nochmals in Jacques Derays Kultfilm ''Der Swimmingpool'' (1969). Damals waren die beiden Schauspieler schon seit Längerem getrennt, einander jedoch weiterhin verbunden. Romy Schneider verdankte ihre Besetzung in ''Der Swimmingpool'' der Initiative von Alain Delon, der seinerseits zehn Jahre zuvor als damals noch unbekannter französischer Nachwuchsdarsteller an der Seite des schon hochberühmten deutschen ''Sissi''-Stars seine erste große Filmrolle gespielt hatte. Für Alain Delon blieb das innere Band auch nach Romy Schneiders Tod am 29. Mai 1982 bestehen. Davon zeugt sein Abschiedsbrief: ''Oft stellten wir einander die typische Frage der Liebespaare: ''Wer hat sich zuerst verliebt, du oder ich?'' Wir zählten bis drei und antworteten: ''Weder du noch ich! Zusammen!'' Bei dir habe ich ein wenig Deutsch gelernt: ''Ich liebe dich''. Je t''aime. Je t''aime, ma Puppele.'' 40 Jahre nach Romy Schneiders Tod setzt dieser Dokumentarfilm den Schwerpunkt auf das legendäre Paar. Bisher unveröffentlichte Aussagen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die Romy und Alain in Frankreich und Deutschland nahestanden, eröffnen eine neue Sicht auf die beiden Ikonen der Filmgeschichte.
16:9HDTV
15:50 Robert Redford
Infosendung ~55 Min
(Robert Redford: L''ange blond) The Golden Look Dokumentation, Frankreich 2019 Regie: Pierre-Henry Salfati
Robert Redford
Robert Redford lebt seinen (amerikanischen) Traum. Und damit nicht genug. Mit seinen Filmen bringt er auch andere zum Träumen, lässt Träume wahr werden. Blonder Schopf, stahlblaue Augen: Man kennt Bobby als verruchten Liebhaber, idealistischen Anwalt und hippiehaften Antihelden. In der Rolle des schweigsamen Revolverhelden avanciert er schließlich zur Leinwandlegende und ist doch weit mehr als der ewige Sundance Kid. Redford bleibt ein Rebell, der für seine Überzeugungen eintritt - auf dem Regiestuhl und außerhalb der glamourreichen Welt des Films. Denn Redford will weiter träumen - seinen Traum von Menschlichkeit. Er engagiert sich für Natur- und Umweltschutz und tritt für die Rechte der indigenen Bevölkerung ein. Und so wird aus dem Schauspieler Redford erst der Regisseur und schließlich der eiserne Kämpfer für eine bessere Welt. Man könnte sogar sagen, dass seine Schauspielkarriere - so reich und gelungen sie mit über 50 Kino- und 30 TV-Filmen auch gewesen sein mag - nur ein Drittel seines Lebens ausmachte. Bei allem Erfolg bleibt Redford stets der träumende Idealist. 1980 bildet er mit der Gründung des Sundance Institute einen Gegenpol zur Hollywood-Schickeria und verschreibt sich der Förderung unabhängiger Regisseure und Produzenten. Längst gilt das Sundance Film Festival als Treffpunkt für Indie-Produktionen. Michael Feeney Callan, offizieller Biograf und Freund des Schauspielers, blickt zurück auf eine beeindruckende Karriere des Schauspielers und Regisseurs und enthüllt zugleich die poetische Seite des Superstars. Gezeigt werden neben Archivaufnahmen auch Interviewmitschnitte, Filmauszüge sowie bislang unveröffentlichtes Material.
16:9HDTV
16:45 David Garrett
Infosendung ~55 Min
Ein Weltstar ganz privat Porträt, Deutschland 2022 Regie: Cordula Kablitz-Post
David Garrett
Stargeiger David Garrett ist jetzt über 40 Jahre alt. Das ehemalige Klassik-Wunderkind füllt nicht nur Konzerthäuser, sondern begeistert mit eigenen musikalischen Arrangements und ausgefeilten Bühnenshows Millionen Fans weltweit. Ein hart erarbeiteter Erfolg, der mit vielen Entbehrungen, bereits in der Kindheit, dem Wunsch nach künstlerischer Anerkennung und der Suche nach dem Selbst verbunden ist. In der Mitte seines Lebens zieht Garrett ein erstes, sehr persönliches Resümee. Wie ist er zu dem geworden, der er heute ist? Wie ist das Verhältnis zu seinen Eltern, speziell seinem Vater, der ihn an der Geige gedrillt hat? Wem vertraut er heute? Wie geht er damit um, dass Hardcore-Klassiker bei seinem Namen die Nase rümpfen? Dabei werden Fluch und Segen des Welterfolgs, aber auch die vielen Facetten des Menschen David Garrett deutlich. Die Dokumentation zeigt David Garrett offen und privat wie nie. Dafür öffnet er sein Archiv zu bislang unveröffentlichtem Videomaterial. Die wichtigsten Stationen seines Lebens werden angesteuert und Wegbegleiter, Freunde und Familie erzählen. Ob in New York, wo der Wendepunkt seines Lebens stattfand, in Amsterdam bei intensiven Studioaufnahmen, in Berlin, der Stadt seiner Kindheit, oder auf Mallorca, wo er Entspannung sucht. Musikalisch porträtiert die Dokumentation sowohl den Klassik- wie den Cross-over-Künstler David Garrett. Darunter sind auch Ausschnitte des Konzerts in den Caracalla-Thermen in Rom, das zu den Highlights seiner diesjährigen Tour zählt. Mehr von diesem Konzert zeigt ARTE im Anschluss an die Dokumentation.
16:9



arte Programm heute Abend 20:15 uhr


Programm - Abend

 
22:15 Mel Gibson: Vergöttert und verteufelt
Infosendung ~55 Min
(Mel Gibson - A la folie, passionnément...) Porträt, Belgien, Frankreich 2022 Regie: Bruno Sevaistre
Mel Gibson: Vergöttert und verteufelt
Der in Amerika geborene und in Australien aufgewachsene Schauspieler war in den 80er Jahren durch die Filmreihen ''Mad Max'' und ''Lethal Weapon'' bekannt geworden; für seinen Film ''Braveheart'', bei dem er Regie geführt hatte, wurde er mit dem Oscar ausgezeichnet. Gibson gilt als einer der mächtigsten Männer in Hollywood, der Millionengagen einstreicht. In Rankings taucht er immer wieder als einer der einflussreichsten Schauspieler auf. Mit seiner Ehefrau Robyn und seinen sieben Kindern lebt er ein scheinbar glückliches Familienleben auf einer 320 Hektar großen Farm, einige Hundert Kilometer von Melbourne. Das versteckte Haus trägt den Namen ''Carinya'' - ''glücklicher Ort'' in der Sprache der Aborigines. Dann gerät mit seinem Film ''Die Passion Christi'' seine Karriere ins Wanken. Der Spielfilm ist zwar ein Erfolg, doch es kommt zu heftigen Protesten; dem Drehbuch werden von jüdischen Organisationen antisemitische Untertöne vorgeworfen. Es ist der Beginn eines tiefen Falls: Gibson macht durch antisemitische und diskriminierende Äußerungen, Alkoholsucht, Scheidung und häusliche Gewalt regelmäßig Schlagzeilen, so dass sich Hollywood schließlich von ihm abwendet. Die Oscarnominierung als bester Regisseur 2017 für seinen Film ''Hacksaw Ridge - Die Entscheidung'' und eine Fortsetzung von ''Leathal Weapon'' scheinen sein Comeback einzuläuten. In seinem neuesten Projekt wendet er sich wieder einer religiösen Thematik zu, obwohl das schon einmal seine Karriere getrübt hat. ''Resurrection'', ''Auferstehung'', heißt der Film - eine Fortsetzung von ''Die Passion Christi'', in der es um das Leben des Messias nach Leidensweg und Kreuzigung gehen soll. Gibson, der Auferstandene? Symbolträchtiger für seine eigene Biografie geht es wohl kaum.
16:9HDTV