TV-Programm 3sat 28.01.

   
   Was läuft beim TV Sender 3sat

Was läuft im TV-Programm von 3sat am 28.01.?

Das 3sat Fernsehprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

Vormittag
 
00:40 Willkommen Österreich
Show ~55 Min
Niemandem wurde öfter der Österreichische Kabarettpreis verliehen als Thomas Maurer. Der Kabarettist spricht über sein neues Programm ''Woswasi''. Außerdem ist Politikerin Martha Bißmann zu Gast. ''Woswasi'' heißt das neue Kabarettprogramm von Thomas Maurer. ''Jede Menge'' müsste die Antwort darauf heißen, denn der Schulabbrecher und gelernte Buchhändler liefert seit 30 Jahren hochwertige politische Satire und gilt als ''der G''scheite'' der Kabarettszene. Im aktuellen Programm beschäftigt sich Thomas Maurer mit dem menschlichen Denken und damit, wie Entscheidungen zustande kommen. Inspiriert wurde Maurer dabei vom Buch ''Schnelles Denken, langsames Denken'' des israelisch-amerikanischen Psychologen Daniel Kahneman. Außerdem steht er im Februar gemeinsam mit Florian Scheuba und Robert Palfrader als ''Wir Staatskünstler'' auf der Bühne. Martha Bißmann weigerte sich ihren Sitz im Nationalrat für Peter Pilz zu räumen. Sie wurde aus der Partei ''Liste Pilz'' ausgeschlossen und war dann die erste weibliche Nationalratsabgeordnete ohne Klubzugehörigkeit. Ihr Name wird seitdem in der Medien-Berichterstattung oft vom Wort Rebellin begleitet. Im Oktober 2019 verabschiedete sich Martha Bißmann mit einer emotionalen Rede aus dem Parlament, aber nicht aus der Politik. Sie widmet sich nach wie vor dem Kampf gegen den Klimawandel und ist Ehrenpräsidentin des Internationalen Friedensparlaments. Was das genau bedeutet, wird Martha Bißmann bei ihrem Besuch im ''Willkommen Österreich''-Studio erklären.
Untertitel16:9
03:35 Startrampe
Infosendung ~60 Min
Live mit Alice Merton, Rikas und FELLY In ihrem Hit ''No Roots'' hat Alice Merton die Heimatlosigkeit besungen, die sie als Tochter einer Deutschen und eines Iren oft erlebte. Mittlerweile ist die Sängerin vollends angekommen. Ortstechnisch ist sie in Berlin zuhause, musikalisch im Pop-Olymp. Ihre natürliche und authentische Art hat sie dabei keineswegs abgelegt: Auf ihrem Debütalbum ''Mint'' trifft reflektierte Reife auf selbstironische Naivität. Und alle Songs haben Ohrwurmpotenzial. Davon konnte man sich auch bei ''Startrampe Live'' am 8. September 2018 in der Münchner Muffathalle überzeugen. Da Alice Merton in ihrer Jugend auch zeitweise in München gelebt hat, war das Konzert für sie eine Art Heimspiel. Maultaschen mit Mai Tai oder Poke mit Riesling - hierbei handelt es sich nicht um die unfassbarsten Food-Drink-Kombinationen aus ''Worst of Chefkoch'', sondern um den Versuch, den Stilmix der Rikas zu fassen. Die Stuttgarter Band vereint in ihrem ''Swabian Samba'' nämlich tanzbare Beats mit Indie, Funk und Pop, schreckt aber nicht davor zurück, das Heimatbundesland als zentrales Element in den Genreneologismus zu packen. Der ist auch titelgebend für die 2018 erschienene Debüt-EP geworden. Wie mitreißend die Gute-Laune-Songs der vier Schwaben live rüberkommen, hat ihr fulminanter Auftritt bei ''Startrampe Live'' gezeigt. Die Rikas gewinnen jedes Publikum für sich. Kein Wunder, hat ihre gemeinsame Geschichte doch beim gemeinsamen Reisen und Musikmachen auf Europas Straßen ihren Anfang genommen.
Untertitel16:9


Nachmittag
 
12:10 Am Schauplatz
Infosendung ~50 Min
Die Habsburger haben 600 Jahre lang die Geschichte Europas einzigartig geprägt. Nach dem Ersten Weltkrieg folgte der Niedergang: Enteignet und vertrieben, wurden sie in Österreich zum Feindbild. 100 Jahre später gibt es in der ganzen Welt etwa 600 Menschen mit dem Familiennamen Habsburg. Die Macht ist gebrochen, der Mythos aber nicht: Der einstige Glanz des Hauses Habsburg lockt noch immer unzählige Touristen nach Österreich. Die Hofburg, Kaiser Franz Joseph I. und vor allem Kaiserin Elisabeth sind die Herzstücke von Werbekampagnen aller Art und so quasi sinnstiftende Nationalidentität. Die echten Habsburger spielen in dieser Operette nur Nebenrollen und führen heute ein Leben abseits von Glamour und Macht. Ab und zu ein paar Statements über die Vergangenheit, sonst genießen sie weitgehend einen Alltag ohne Öffentlichkeit. Reporter Klaus Dutzler hat sich angeschaut, wie unterschiedlich die Nachkommen des einst so mächtigen Herrscherhauses heute leben. Familienoberhaupt Karl Habsburg etwa berät Radiosender. Sein Sohn Ferdinand Zvonimir möchte Autorennfahrer werden. Eduard Habsburg moderiert eine Sendung im Privatfernsehen. Der Kärntner Ulrich Habsburg wiederum sitzt für die Grünen im Gemeinderat der Kärntner Stadt Wolfsberg. Ganz weit weg hat es Ferdinand Habsburg verschlagen: Der Urururenkel von Kaiserin ''Sisi'' hat mit seiner kenianischen Ehefrau in Nairobi die afrikanische Linie des Hauses begründet. Klaus Dutzler hat auch ihn besucht.
Untertitel16:9
14:50 Wilder Planet: Vulkane
Infosendung ~45 Min
Vulkane sind faszinierend: Ein eben noch friedlicher Berg verwandelt sich zum todbringenden Feuerspucker. Vulkanasche verdunkelt den Himmel, und rotglühende Lava bahnt sich ihren Weg. Aus der Ferne betrachtet mögen Vulkanausbrüche spektakuläre Naturschauspiele sein, nicht selten jedoch werden sie zum tödlichen Inferno. Insgesamt 1900 Vulkane gelten heute nach Meinung von Wissenschaftlern als aktiv und könnten jederzeit ausbrechen. Es ist noch nicht lange her, da meldeten sich einige Feuerberge mit Eruptionen zurück, unter anderem der Ätna auf Sizilien und der Sakura-jima in Japan. Welche Bedeutung haben die Feuerberge für uns heute, und wie versuchen moderne Forscher, den rätselhaften Glutriesen ihre letzten Geheimnisse zu entreißen? Weitgehend unbekannt ist beispielsweise der Nyragongo in der Republik Kongo. In 3500 Metern Höhe brodelt in seinem Krater ein 1000 Grad Celsius heißer Lavasee - ein außergewöhnliches Naturschauspiel und zugleich einer der größten natürlichen Umweltverschmutzer der Welt. Täglich spuckt der Vulkan so viel Schwefeldioxid aus wie alle anderen Vulkane der Erde zusammen. Die gesamte europäische Industrie hat ungefähr den gleichen Ausstoß wie der Klimakiller. Aber nicht nur die Luft verpestet der Feuerberg: Zu dem Vulkankomplex gehört auch der rund 2500 Quadratkilometer große Kiwusee. In diesem Gewässer haben sich im Lauf der Zeit riesige Mengen Kohlendioxid und Methan angesammelt. Wissenschaftler fürchten nun, dass bei einer größeren Eruption die Gase plötzlich freigesetzt werden könnten. Die geruch- und farblose, tödliche Wolke wäre schwerer als Luft und würde direkt über dem Boden dahintreiben und alles Leben auf ihrem Weg auslöschen. Das Fernsehteam begleitet den italienischen Vulkanologen Dario Tedesco bei seiner gefährlichen Expedition in den Krater und trifft den deutschen Physiker Klaus Peter Tietze, der eine Möglichkeit sucht, den tödlichen See zu entgasen. Dass Vulkane auch in den Eiswüsten der Antarktis höchst aktiv sein können, ist den Experten seit Langem bekannt, trotzdem halten die Feuerriesen im Eis immer wieder Überraschungen für die Forscher bereit. Seit neun Jahren reist der britische Vulkanologe Clive Oppenheimer in die Eiswüste der Antarktis, um den südlichsten Lavasee-Vulkan der Erde zu erforschen. Mit seinem internationalen Expertenteam trotzt er Temperaturen von bis zu minus 40 Grad Celsius. Die Mühe lohnt sich. Ein Vulkan wie der Mount Erebus ist wie eine offene Tür in die verborgene Welt des Erdinneren. Oppenheimer hofft, dass seine Forschung es ermöglicht, besser zu verstehen, welche Prozesse genau im Herz der Erde ablaufen. Bei seinen Erkundungstouren entdeckt er verzauberte Welten - Eishöhlen vom Feuer geschaffen, erstarrt in bizarrer Schönheit. Supervulkane sind seit ihrer Entdeckung vor einigen Jahren immer wieder Thema wissenschaftlicher Forschung. Kaum jemand weiß jedoch, dass einer dieser Vulkane quasi direkt in Europas Vorgarten steht. Im Jahr 79 begrub der Vesuv die antike Stadt Pompeji unter einer meterdicken Aschewolke, heute überragt er majestätisch die Stadt Neapel und droht hin und wieder mit einer kleineren Eruption. Tatsächlich ist der Vesuv, wie man ihn heute kennt, jedoch nur ein einzelner Schlot eines viel größeren Vulkans. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der gesamte Golf von Neapel die Caldera eines Supervulkans ist. Vor 35 000 Jahren brach der Gigant zuletzt aus und zerstörte große Teile Süditaliens. Das Eis in Grönland zeigt deutlich globale Klimaveränderungen in dieser Zeit. Vulkanologe Giuseppe Mastrolorenzo warnt seit Langem, dass das Ausmaß der Gefahr von Behörden und Anwohnern gleichermaßen unterschätzt wird. Seit einiger Zeit hebt sich die Erde über der gewaltigen Caldera wieder zentimeterweise an, und Schwefelquellen brechen aus dem Boden hervor. Steht ein neuer Superausbruch bevor?
DolbyUntertitel16:9
15:35 Leben auf dem Vulkan
Infosendung ~40 Min
Vulkane gelten vor allem als gefährlich und zerstörerisch. Sie bedrohen Menschen, Tiere und ganze Kontinente. ''Leben auf dem Vulkan'' zeigt jedoch eine andere Seite der Feuerberge. Im Verlauf der Erdgeschichte schufen Vulkane immer wieder Landschaften und Lebensräume. Sie spielten nicht nur eine bedeutende Rolle bei der Entstehung des Lebens selbst, sondern formten immer neue Landmassen und trieben so die Evolution vieler Arten voran. Keine andere Naturgewalt hat einen so großen Anteil an der Gestaltung und Umgestaltung der Welt wie die gigantischen Feuerberge. Internationale Kamerateams zeigen Vulkane rund um den Globus und spüren Lebewesen auf, die sich auf erstaunliche Weise an das Leben in Asche und Glut angepasst haben. Bereits einige Dinosaurierarten ließen ihre Eier von der vulkanischen Hitze ausbrüten. Heute tun dies noch immer einige Reptilien und Vögel, wie beispielsweise das Thermometerhuhn in Indonesien. Aufwendige Computeranimationen erwecken die Dinos zum Leben und zeigen, wie sie die Energie der Vulkane zu ihrem Vorteil nutzten. In der Tiefsee erkundet der Film die vielgestaltigen Lebensgemeinschaften auf dem Meeresgrund. An den Hängen der Unterwasservulkane soll hier einst das Leben entstanden sein, aber auch heute sind noch lange nicht alle Geheimnisse der Tiefseegeschöpfe gelüftet. Einige der Unterwasserpioniere überraschen die Forscher immer wieder mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Einige Tiefseebewohner orientieren sich offenbar an den Geräuschen, die ein Unterwasser-Schlot von sich gibt. Wird das Brodeln unter dem Meeresboden zu stark, verlassen beispielsweise Tiefseegarnelen ihren angestammten Vulkan und treiben so lange mit den Strömungen durch den Ozean, bis ihnen die Geräuschkulisse eines anderen besser gefällt. Sicher soll der neue Wohnort sein, aber gleichzeitig über ausreichend Hitze und Chemikalien verfügen. Alle nötigen Informationen entnehmen die winzigen Krustentiere dem Sound der Feuerberge. Extrem an das Leben auf dem Vulkan ist eine Sittichart angepasst, die sich auf dem Masaya niedergelassen hat, dem höchsten Vulkan Nicaraguas. Jeden Morgen erhebt sich der grüne Vogel wie ein Phönix aus der Asche seiner heißen Bruthöhle. Niemand weiß bisher, wie es der Vogel in dieser unwirtlichen Umgebung schafft, seine Jungen aufzuziehen. Allein die Konzentration von Schwefel in der Luft sollte den grünen Flieger zum Absturz bringen. In einzigartigen Bildern erzählt ''Leben auf dem Vulkan'' von den Strategien der großen und kleinen Überlebenden gewaltiger Vulkanausbrüche, von Opportunisten und Pionieren.
Untertitel16:9
17:45 Die Macht der Vulkane
Infosendung ~45 Min
Die Macht der Vulkane - Im Schatten der Feuerberge Vulkane sind verantwortlich für den Aufstieg und Fall großer Zivilisationen. War die Angst vor den Feuer speienden Bergen in Mittelamerika der Grund zahlloser Menschenopfer? Gleich mehrere aktive Vulkane wechselten sich in der Region beim Feuerspucken ab. Der Archäologe Payson Sheets von der Universität Colorado untersucht, wie die wiederkehrenden Ausbrüche Aufstieg und Fall der mittelamerikanischen Metropolen beeinflussten. Die Pyramide von Teotihuacán beispielsweise ist weltberühmt. Die Metropole lebte gut von den Gaben der Vulkane. Fruchtbare Böden sicherten die Versorgung der Bevölkerung, und das wertvolle Vulkanglas Obsidian machte die Stadt reich. Doch die Feuerberge forderten ihren Tribut, und Teotihuacán ging schließlich an den Folgen eines weiteren Ausbruchs zugrunde. Solche dramatischen Entwicklungen sind überall in der Region zu finden. Immer wieder stößt Payson Sheets auf Dörfer, die von Vulkanasche verschüttet wurden. Aber anders als bei den antiken Städten Pompeji und Herculaneum gab es in Mittelamerika immer wieder Neubesiedelungen der mit Asche bedeckten Gegenden. Sheets interessiert sich vor allem dafür, wie Zivilisationen mit der permanenten Bedrohung durch die Feuerberge umgegangen sind. Im Ilopango-See entdeckte der Wissenschaftler gewaltige Heiligenstatuen. Sheets geht davon aus, dass die Skulpturen als Opfer für den christlichen Gott versenkt wurden, um Schaden von den Siedlungen abzuwenden. Der Ilopango, dessen glutflüssiges Magma heute unter einem idyllischen See verborgen ist, hat aber auch schon in vorchristlicher Zeit enormen Schaden angerichtet. Könnten hier vor der Christianisierung Menschen als Opfer in den Fluten des Kratersees versenkt worden sein? Sheets hält das für sehr wahrscheinlich. Und auch für die Zukunft stellt der Archäologieprofessor keine gute Prognose: ''Die Menschen hier möchten gern glauben, dass er nicht wieder ausbricht, und siedeln hier. Tut mir leid, aber das hier ist wirklich kein guter Ort für eine langfristige Investition.''
Untertitel16:9


Abend
 
20:15 Das Tagebuch der Anne Frank
Spielfilm ~125 Min
Ein 13-jähriges jüdisches Mädchen in Amsterdam schreibt Tagebuch. Immer in der Angst vor Entdeckung durch die deutschen Besatzer, in Angst um ihr Leben. Es ist die Geschichte Anne Franks. 1942 - die europäischen Juden sind auf der Flucht vor den Deutschen. Unter ihnen auch die aus Frankfurt am Main geflüchtete Familie Frank. Doch die Deutschen besetzen auch die Niederlande. Zwei Jahre lang versteckt sich die Familie in einem Hinterhaus. Anne Franks bisher wohlbehütetes Leben ändert sich dramatisch, als die Deportation ihrer älteren Schwester Margot zum ''Arbeitsdienst'' bevorsteht: Ihr Vater Otto beschließt, mit seiner Frau Edith und den beiden Töchtern unterzutauchen. Im Hinterhaus seines Firmensitzes in der Prinsengracht 263 hat er mithilfe seiner Sekretärin Miep Gies und drei weiteren Mitarbeitern ein Versteck hergerichtet, das von nun an das Heim der Franks sein wird. Bald darauf nehmen sie noch einen Zahnarzt und eine dreiköpfige Familie auf, ein Ehepaar und deren Sohn Peter. Ab sofort gelten strenge Verhaltensregeln, da im selben Haus weiterhin ganz normal gearbeitet wird. Acht Menschen dürfen sich tagsüber kaum bewegen, jedes lautere Geräusch kann tödliche Folgen haben. Eine Verbindung zur Außenwelt gibt es nur über Miep und das Radio. Trotzdem kehrt so etwas wie Alltag ein: Es wird gestritten, sich versöhnt, gelacht und gehofft - immer in der Angst, jederzeit entdeckt zu werden. Festgehalten wird das alles von Anne, der Jüngsten im Versteck. Ihre Beobachtungen und Gedanken vertraut sie dem Tagebuch an, das sie gerade von ihrem Vater zum 13. Geburtstag geschenkt bekommen hatte. Die neue Situation zwingt Anne, besonders schnell erwachsen zu werden. Klug dokumentiert und kommentiert sie zwei Jahre lang die Geschehnisse im Versteck aus der Sicht eines intelligenten Teenagers mitten in der Pubertät. Sie verliebt sich in Peter, hat Konflikte mit ihren Eltern, entwickelt sich seelisch und körperlich, freut sich auf eine Zukunft in Freiheit. Doch kurz nachdem die Nachricht von der Invasion der Alliierten in der Normandie der kleinen Notgemeinschaft neue Hoffnung gegeben hat, wird das Versteck durch einen anonymen Hinweis verraten: Am 4. August 1944 stürmt ein SS-Oberscharführer mit vier Polizisten den Unterschlupf und lässt die Entdeckten nach Auschwitz transportieren. Anne Frank und ihre Schwester sterben Anfang 1945 in Bergen-Belsen, vermutliche Todesursache: Typhus oder Fleckfieber. Einziger Überlebender aus dem Versteck in der Prinsengracht war Annes Vater Otto Frank, der das Tagebuch seiner Tochter nach dem Krieg veröffentlichte und sie damit weltberühmt machte. Bis 2016 gab es keinen deutschen Kinofilm über das Tagebuch der Anne Frank. Es dauerte fast 70 Jahre, bis sich Regisseur Hans Steinbichler (''Hierankl'') an eine Spielfilm-Umsetzung des Stoffs wagte. Doch gibt es noch etwas Neues zu erzählen? Oscar-prämierte Filme, Bücher und sogar ein nach Anne Frank benannter Asteroid - das Mädchen ist zu einer Ikone geworden. Genau das, was Steinbichler mit seiner neuen Verfilmung umgehen möchte. Bei ihm wird Anne nicht auf ein Podest gestellt, sondern als das gezeigt, was sie war: ein pubertierendes Mädchen, das ihren Körper entdeckt, mit sich und ihrer Umwelt zu kämpfen hat. Mal selbstbewusst, auch selbstgerecht, mal verzweifelt, immer intelligent und häufig sehr witzig. Keine Heldin, sondern ein Teenager, der ohne Rückzugsort seine Entwicklung mit sieben Personen auf weniger als 60 Quadratmetern erlebt. Steinbichler klammert in seinem Film die Legende der Anne Frank aus, um ihren Alltag im Versteck zu beschreiben, eine fragile Normalität, in der sie mit verschiedenen Textpassagen aus dem Tagebuch auch selbst zu Wort kommt. Dabei konnten sich Drehbuchautor Fred Breinersdorfer (''Sophie Scholl - Die letzten Tage'') und Regisseur Steinbichler eng an die Vorlage halten.
DolbyUntertitel16:9HDTV
22:20 Das Geheimarchiv im Warschauer Ghetto
Spielfilm ~85 Min
Es ist eine der bemerkenswertesten und bislang unerzählten Geschichten des Holocaust: Der junge couragierte Historiker Emanuel Ringelblum initiierte und leitete im Warschauer Ghetto ein Untergrundarchiv. Dort wurden Tagebücher und Fotos, NS-Verordnungen und jiddische Poesie gesammelte und vergraben, um der Nachwelt ein authentisches Zeugnis zu geben vom Leben im Ghetto und den Verbrechen der NS-Besatzer. Seit 1999 ist das Ghettoarchiv Weltdokumentenerbe der UNESCO. ''Wer schreibt unsere Geschichte? Wie können wir sicherstellen, dass unsere Erlebnisse, unsere Traditionen, unser Leid durch unsere eigenen Zeugnisse und nicht nur aus der menschenverachtenden Perspektive der Nazis überliefert werden?'' Getrieben von diesen Fragen und Motiven haben Emanuel Ringelblum und seine rund 60 Mitstreiter über Jahre hinweg ein Geheimarchiv betrieben und gefüllt. Zeitzeugenberichte und Kinderzeichnungen, Lebensmittelkarten und Plakate aus jüdischen Theatern, Zeugnisse des religiösen Lebens und die Benennung konkreter Verbrechen, sowohl von Deutschen als auch von Polen und Juden - das Archiv sollte ein möglichst breites und ungefiltertes Bild des dem Untergang geweihten Lebens im Ghetto widerspiegeln. Emanuel Ringelblum promovierte 1927 über die Geschichte der Warschauer Juden im Mittelalter. Er begann im Oktober 1939 mit der Organisation eines konspirativen Netzwerks. Seine Mitstreiter, die die verschiedensten politischen und kulturellen Richtungen repräsentierten, begannen in ihren jeweiligen Kreisen zu sammeln. Über die Arbeit im Archiv hinaus waren die Mitglieder der Gruppe auch in Hauskomitees, bei der Organisation von Suppenküchen und in anderen Selbsthilfeorganisationen aktiv, die das Überleben im Ghetto sichern sollten. ''Oneg Shabbat'', ''Freude am Shabbat'', war der Tarnname der Gruppe, die bis auf drei Mitstreiter im Zuge der Räumung des Ghettos ermordet wurden. So auch Emanuel Ringelblum, der im März 1944 zusammen mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn von Deutschen erschossen wurde. Eine der Überlebenden ist Rachel Auerbach, aus deren Perspektive der Film erzählt wird. Sie machte sich nach Kriegsende auf die Suche nach den verborgenen Kisten im zerstörten Warschau. Im September 1946 wurden zehn Blechkisten mit 1208 Archivalien tief unter den Trümmern eines Hauses wiedergefunden. Im Dezember 1950 konnten zwei große Milchkannen mit weiteren 484 Archivalien geborgen werden, andere Teile des Archivs blieben unauffindbar. Heute wird die Sammlung ''Oneg Shabbat'' im Jüdischen Historischen Institut in Warschau aufbewahrt, sie umfasst etwa 25.000 Seiten. Der Film von Roberta Grossman erzählt von der Entstehung des Untergrundarchivs und von der ersten Begegnung zwischen Rachel Auerbach und Emanuel Ringelblum, über die Weiterentwicklung des ''Oneg Shabbat'' bis zur Räumung des Ghettos und dem Auffinden der vergrabenen Dokumente nach dem Krieg. Mit aufwendigen Spielszenen, zeithistorischen Aufnahmen, renommierten internationalen Experten und vielfältigen Auszügen aus den überlieferten Tagebüchern werden das alltägliche Leiden im Ghetto, der Hunger, die Verzweiflung - und die leidenschaftliche gemeinsame Arbeit an einer eigenen, jüdischen Überlieferung veranschaulicht. Der Film entstand als große internationale Koproduktion unter Beteiligung des NDR in Zusammenarbeit mit Arte.
Untertitel16:9
23:45 Der Tod - das letzte Tabu: Sterben auf Bestellung
Infosendung ~25 Min
Der Tod - das letzte Tabu (3/4): Sterben auf Bestellung Der Tod - das letzte Tabu (3/3): Sterben auf Bestellung Die Freitodorganisation ''Exit'' sucht per Inserat nach ''emotional gefestigten Persönlichkeiten zwischen 40 und 68 Jahren'', die bereit sind, als Freitodbegleiter zu arbeiten. Sechs Kandidaten sind ausgesucht worden, sie absolvieren derzeit eine Ausbildung. ''Reporter'' stellt zwei von ihnen vor. Sterbehelfer ist wohl einer der ungewöhnlichsten Berufe der Schweiz. Wie lernt man, Todkranken den Sterbewunsch zu erfüllen? Jürg Billwiller ist angespannt. Seine zweite Freitodbegleitung steht bevor. ''Wir besuchen einen Menschen, der sich entschieden hat, heute zu sterben. Ich frage mich, was in ihm vorgegangen ist letzte Nacht.'' Billwiller steigt im Bahnhof Zürich in den Zug nach Bern. Jedem Novizen wird ein erfahrener Sterbebegleiter zugeteilt. Bei Jürg Billwiller ist es Doris Wartenweiler. Sie weiß, worauf sie achten muss. Bei der Bahnfahrt zum Sterbeort lässt sie zum Beispiel den Koffer mit der Flasche, die das tödliche Mittel enthält, nicht aus den Augen: ''Wenn es gestohlen würde, hätte ich ein riesiges Problem.'' Derzeit arbeiten rund 40 Sterbehelfer ehrenamtlich für Exit. Zu wenig für die steigende Zahl Menschen, die sich mithilfe der Organisation das Leben nehmen. Auch Sabine Schultze aus Chur macht die Ausbildung zur Freitodbegleiterin. Lange Zeit leitete sie ein Altersheim in der Innerschweiz. Gegen viel Widerstand hat sie verfügt, dass Exit dort Freitodbegleitungen durchführt. Was Sabine Schultze bei der Ausbildung lernt, geht ins kleinste Detail. ''Reporter'' fährt mit ihr zu einer Sterbebegleitung. Zuvor macht sich die 63-Jährige im Bad zurecht. ''Ich nehme nicht zu viel Parfüm'', sagt sie. ''Sterbende mögen keine zu starken Gerüche, darauf nehme ich Rücksicht.'' Nächstes Jahr werden Sabine Schultze und Jürg Billwiller selbstständig den assistierten Suizid durchführen können. Mit dem Thema Suizid kennt Billwiller sich aus. Er war bis zu seiner Pensionierung Leiter des Polizeigefängnisses in Zürich. Dort kam es regelmäßig vor, dass Untersuchungshäftlinge sich das Leben nahmen. Billwiller wollte dies verhindern, entfernte die Kajütenbetten und ließ Panzerglas vor die Gitter schrauben. Früher hat er den Suizid verhindert, heute hilft Billwiller beim Freitod. Für ihn kein Widerspruch. ''Suizid im Gefängnis passiert unter Druck, es ist eine Kurzschlusshandlung'', sagt er. ''Jemand, der mit Exit stirbt, hat diesen Druck nicht.'' Reporter Thomas Vogel war dabei, als Jürg Billwiller in der Exit-Zentrale im Unterricht saß und als er seine zweite Sterbebegleitung durchgeführt hat. Und auch, als er abends müde von seiner Frau empfangen wurde. ''Wenn ein Mensch gestorben ist, mache ich das Fenster auf, damit seine Seele raus kann'', sagt er. ''Danach ziehe ich mich zurück. Erst wenn ich zur Ruhe gekommen bin, rede ich mit meiner Frau über das, was ich erlebt habe.''
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