TV-Programm 3sat 22.08.

   
   Was läuft beim TV Sender 3sat

Was läuft im TV-Programm von 3sat am 22.08.?

Das 3sat Tagesprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

Vormittag
 
01:30 Reisezeit - Traumhafte Ziele
Infosendung ~20 Min
Die Reise durch die Traumwelten des bayrischen Königs Ludwig II. führt auf die Schlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee - jedes für sich ein einzigartiges Prunkstück. Auf Schloss Neuschwanstein inszenierte der Bayernkönig eine Welt der Ritter und Wagner-Opern, auf Schloss Linderhof und Herrenchiemsee huldigte Ludwig dem französischen Sonnenkönig Ludwig XIV., den er als das Idealbild eines Herrschers betrachtete. Über einer 90 Meter tiefen Schlucht thronen 1500 Tonnen Sandstein, 465 Tonnen Salzburger Marmor und 400 000 Ziegelsteine: Das ist das Schloss Neuschwanstein. Erbaut, doch nach seinem Tod nie fertiggestellt, unter dem Bayernkönig Ludwig II. Sorgfältig und liebevoll plante er alles bis ins letzte Detail, nur die Besten durften Hand anlegen. Das wunderschöne Bauwerk und das Mysterium um Ludwigs Tod locken jährlich eine Million Touristen nach Neuschwanstein. Die Besucher tauchen ein in eine Welt von Rittern und Wagner-Opern. Ebenso faszinierend ist der Ausblick auf die Berge Tirols und das Schloss Hohenschwangau. Während des Baus am Schloss kamen viele Arbeiter aus dem nahe gelegenen Füssen. Diese 700 Jahre alte Stadt am Lech war einst eine Geigenbau-Metropole. Heute gibt es Dank des Schweizers Pierre Chaubert wieder Geigen- und Zupfinstrumentenmanufakturen in Füssen. Schloss Linderhof ist eine Hommage des Bayernkönigs an Ludwig XIV. Linderhof ist eine Miniaturausgabe von Schloss Versailles, und im Park des Schlosses hat Ludwig zwei europäische Gartentraditionen vereint: die streng geometrisch französische und die großzügige englische. Für den großen Naturfreund Ludwig war der 50 Hektar große Park ein Rückzugspunkt. Wenn er nachts spazieren ging, soll er sich vor den Bäumen verneigt und eine Linde umarmt haben, um daraus Kraft zu tanken. Schloss Herrenchiemsee auf der gleichnamigen Insel huldigt ebenfalls Ludwig XIV. Die Spiegelgalerie mit knapp 100 Metern ist sogar länger als ihr Vorbild in Versailles.
Untertitel
02:50 Eine Flusskreuzfahrt durch Bayern
Infosendung ~45 Min
Eine Flusskreuzfahrt durch Bayern, auf der Donau, dem Main-Donau-Kanal und dem Main mit 100 Passagieren und 30 Besatzungsmitgliedern mit der ''Elegant Lady'', die Köln als Endzielpunkt hat. Reiseleiterin Tatjana Pierau liebt ihren Beruf. Zur Besatzung gehören viele Bulgaren, darunter auch Alenija. Die Faszination Flusskreuzfahrt ergreift sie täglich wieder. Chef-Caterer Donato Marchi, ein Italiener, ist der Mann fürs leibliche Wohl. Die Studenten- und Dreiflüsse-Stadt Passau ist erster Höhepunkt der Flusskreuzfahrt, danach geht es viele Kilometer an naturbelassenen Donauauen vorbei. Nächste Station ist Regensburg, wo bei einer Stadtführung die Steinerne Brücke und reichlich Weltkulturerbe auf dem Programm stehen. Weitere Stationen der Reise sind der Donaudurchbruch bei Weltenburg im Landkreis Kelheim und Kloster Weltenburg mit der ältesten Klosterbrauerei der Welt. Von dort geht es weiter nach Nürnberg, Erlangen, Forchheim und in kleine Orte wie Altendorf mit 2000 Einwohnern und seinem traditionellen Kürbisfest. In Bamberg lassen sich die Passagiere das Rauchbier munden. Zurück an Bord der ''Elegant Lady'' findet ein ''Oktoberfest'' mit Spanferkel statt, das Schiff gleitet fast unbemerkt von ''Bierfranken'' nach ''Weinfranken''. Auf dem Main mit all seinen Biegungen geht es nach Kitzingen, Marktbreit und Ochsenfurt. In Würzburg zeigt die Stadtführerin das Grab des Minnesängers Walther von der Vogelweide. Die ''Elegant Lady'' schippert weiter Richtung Wertheim und Miltenberg, der Perle des Mains.
Untertitel16:9
04:20 Der Südwesten von oben
Infosendung ~45 Min
Rhein, Mosel, Neckar, Donau und Saar - Flüsse sind Lebensadern. An ihren Ufern entstanden die ersten Siedlungen, und seit jeher nutzt sie der Mensch als Nahrungsquelle und Transportweg. Deshalb versucht er auch seit jeher, die Flüsse in ein gerades Bett zu zwingen und so zu beherrschen. Doch er scheitert bis heute an ihrer Naturgewalt. Eine wechselvolle Beziehung also, von der der Film - aus ungewöhnlicher Perspektive - erzählt. Er beginnt mit einem kleinen, aber umso wilderen Fluss: der Wutach im Schwarzwald. Am Ende der letzten Eiszeit grub sie sich ihr Bett in einer spektakulären Schlucht. Die Tier-und Pflanzenwelt darin erinnert an einen Urwald mitten in Deutschland. Nicht weit davon entfernt liegt bei Donaueschingen das Quellgebiet der Donau. Noch sieht man dem bescheidenen Bächlein nicht an, dass daraus einmal ein mächtiger Strom werden wird. Schon 600 vor Christus wählten die Kelten ein Hochplateau an der Oberen Donau bei Hundersingen als Siedlungsplatz. Archäologen haben dort spannende Funde gemacht: Bernstein aus dem Norden und Keramik aus dem Mittelmeerraum beweisen, dass die Kelten von der Heuneburg die Donau als Transportweg in weit entfernte Regionen nutzten. Flüsse waren die ''Fernstraßen der Antike''. Heute gleicht manch ein Fluss fast schon einer Autobahn, allen voran der Rhein, die verkehrsreichste Wasserstraße Europas. Der Karlsruher Ingenieur Johann Gottfried Tulla schuf im 19. Jahrhundert mit seiner Rheinbegradigung die Grundlage für die industrielle Nutzung des Flusses. Auch als Nahrungsquelle hat der Fluss noch lange nicht ausgedient. Zwei Brüder aus Karlsruhe erlernen den Beruf des Rheinfischers, weil es wieder Großfische zu fangen gibt. Ebenfalls ein Bruderpaar macht sich bei Bad Mergentheim die Wasserkraft der Tauber zunutze. Ihre Mühle produziert nicht nur Mehl, sondern auch Strom, und verbindet so Tradition und Moderne. In Lehmen an der Mosel versucht ein ehemaliger Fischer hingegen, dem Fluss, der seine Familie über Generationen ernährte, etwas zurückzugeben: Er rettet ausgewachsene Aale vor den tödlichen Turbinen der Staustufen. ''Unsere Flüsse'' ist ein Beitrag der Reihe ''Der Südwesten von oben'', die Deutschlands Südwesten aus ungewöhnlicher Perspektive vorstellt.
Untertitel16:9


Nachmittag
 
14:05 Inselträume
Infosendung ~45 Min
Diese Weite! Diese Farben! Dieses Licht! Island verzaubert: Riesige Gletscher und einsame Kraterlandschaften, heiße Quellen und atemberaubende Fjorde machen Island zu einem Inseltraum. Rund 330 000 Menschen leben neun dunkle Wintermonate lang unter rauen Bedingungen. Im Sommer aber blüht Island auf: Die Mitternachtssonne taucht die Landschaft in Gold und Rot und Violett. Genau in dieser Zeit erkundet Autorin Barbara Lueg die Insel. Sie trifft etwa die Crossfitterin Björk. Die lässt gerne die Muskeln spielen: ''Ich wollte schon als Kind immer die Beste sein. Ich wollte immer gewinnen. Und jetzt bin ich 30 Jahre alt - und immer noch so!'' In Akureyri, im Norden Islands, trainiert sie täglich stundenlang, hat schon mehrere Crossfit-Titel geholt. Gewichtheben, klettern, sprinten, turnen, darum geht es bei ihrem Sport. Das Zirkeltraining ist eines der härtesten Trainings der Welt. Und genau deshalb passt es zu ihr und zu Island: Die Menschen hier, hoch oben im Norden, sind stark und eigenwillig. So wie auch der 42-jährige Hakon. Er lebt ganz im Süden Islands, auf einer kleinen Insel bei Traustholstholmi. Schon als Jugendlicher hatte er nach Besuchen dort so ein Gefühl: ''Es war für mich immer wunderbar, herzukommen. Statt von neun bis siebzehn Uhr irgendwo zu arbeiten, sollte man dorthin gehen, wo man sich zuhause fühlt.'' Seit ein paar Jahren lebt Hakon deshalb auf der kleinen Insel, ganz ohne Wasser und Strom. Er lebt von dem, was die Landschaft hergibt und dem, was ein paar Touristen bringen. ''Ich folge eben meinem Herzen und baue mein Leben hier auf. Und auch, wenn ich hier alleine bin: Einsam fühle ich mich nie!'' Auch Robert ist seinem Herzen gefolgt: Einst verließ er Siglufjördur, hoch im Norden der Insel, um die Welt zu sehen. Mit Fischfarmen machte er im Ausland Millionen - und investiert sie nun in seine Heimatstadt: Er holt Start-up-Firmen und Künstler, baut Hotels und Golfplätze, um der alten Heringsstadt Siglufjördur neues Leben einzuhauchen. ''Wir Isländer sind eben Macher. Wir packen die Dinge anders an. Island ist als kleines Land schneller.'' Autorin Barbara Lueg und ihr Team zeigen ein Island, dessen Natur und dessen Menschen mitten ins Herz treffen. Weil sie Widrigkeiten trotzen und trotzdem Raum lassen. Weil die Menschen ihre Wurzeln nicht vergessen und trotzdem nach vorne schauen.
Untertitel16:9
14:50 Inselträume
Infosendung ~45 Min
Wind, Wellen, Salz, Sonne und Entschleunigung pur - das sind die Ostfriesischen Inseln. Sieben bewohnte Sandhaufen: So nennen die Insulaner liebevoll ihr Zuhause im Watt. Von Ebbe und Flut, von Sturm und Zeit geformt. Und das Temperament der Einwohner bestimmt das Tempo auf den Inseln. ''Inselträume'' bereist Peter Kunz alle sieben Ostfriesischen Inseln. Auch wenn die Fähre mal im Watt steckenbleibt oder die Pferde dem Kutscher auf den meist autofreien, überschaubaren Eilanden nur widerwillig gehorchen - der Erholung schadet es nicht, und die Droge Insel wirkt bei den meisten Urlaubern sofort. Hier an der Nordsee ist man der Natur ausgeliefert. Und der Stress bleibt auf dem Festland. Was die Touristen besonders schätzen: ''Man fühlt sich jedes Mal so, wenn man wieder hierherkommt, als wäre man gar nicht weg gewesen.'' Beständigkeit scheint hier der Zauber, der zumeist deutsche Ferienherzen höher schlagen lässt. Die Schäfers aus Bayern beispielsweise kommen schon zum zwölften Mal nach Juist. Doch es tut sich was auf den Inseln: Bei durchschnittlichen Quadratmeterpreisen liegt das ostfriesische Norderney in Deutschlands Norden ganz vorn, noch vor Sylt. Und die Bewohner sind längst nicht mehr nur Ostfriesen. Die neuen Einheimischen kommen als Einwanderer aus vielen Himmelsrichtungen. Auch etliche polnische Saisonkräfte haben sich hier niedergelassen, eine neue Heimat eingerichtet. Aber trotz Wandel bewahren die Inseln ihre Identität. Und Wattführer Akkermann, ein waschechter Ostfriese und studierter Realschullehrer, bringt auf den Punkt, was die Menschen auf den bewohnten Sandhaufen brauchen: ''Man muss schon eine hohe Sozialkompetenz haben, damit man auf einer dieser Inseln gut klarkommt. Wer die nicht hat, der scheitert hier. Unwiederbringlich.'' Autor Peter Kunz erkundet die ''Welten im Watt''. Er nimmt die Zuschauer mit nach Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge - die sieben ungleichen Schwestern. Jede Insel hat ihr eigenes Gesicht, ihren eigenen Charakter - wie ihre Bewohner auch. Aber eines eint sie alle: Sie sind zähe, wetterfeste Typen, die den Gezeiten trotzen.
Untertitel16:9
15:35 Der Pazifische Feuerring
Infosendung ~40 Min
Knapp 40 000 Kilometer zieht sich die geologisch aktivste Zone der Erde rund um den Pazifischen Ozean, von Alaska bis Südamerika und von Neuseeland bis zur russischen Halbinsel Kamtschatka. Die Filmemacher begleiten Wissenschaftler, die die Welt der Vulkane mit modernster Technik erforschen, und besuchen Menschen, die entlang des Pazifischen Feuerrings im Schatten gefährlicher Vulkane leben. Die Reise beginnt in Neuseeland. Dort treffen die Pazifische und die Australische Erdplatte aufeinander. Daher kommt es häufig zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen. Auf der landschaftlich einzigartigen Vulkaninsel White Island nehmen Vulkanwissenschaftler Proben. Von beißenden Schwefelwolken umhüllt, stellen sie fest, dass der Vulkan in den letzten Monaten seine Aktivität erheblich verstärkt hat. Auf dem Südseearchipel Vanuatu beginnen die Dreharbeiten nur drei Tage nach einem schweren Erdbeben. Begleitet von diversen Nachbeben reist das Team auf die Inseln Ambrym und Tanna. Dort befinden sich einige der aktivsten und gefährlichsten Vulkane der Region. Es gelingen spektakuläre Aufnahmen des Lavasees des Vulkans Marum und des ''Leuchtturms des Pazifiks'', wie der Entdecker James Cook vor fast 250 Jahren den Vulkan Yasur auf der Insel Tanna nannte. Außerdem treffen die Filmemacher einen Maori-Führer, der Legenden über die tiefe Beziehung der Maori zu den Vulkanen Neuseelands erzählt. In Indonesien begeben sie sich auf den gefährlichen Merapi, ein Vulkan, dessen Ausbruch im Oktober 2010 mehr als 300 Menschen das Leben kostete. Am Bromo-Vulkan auf der Insel Java findet einmal im Jahr das Kasada-Fest statt. Gläubige Hindus gedenken dabei einer Prinzessin, die der Legende nach ihr jüngstes Kind dem Vulkan opfern musste. Heute findet dort ein faszinierendes Ritual statt.
16:9
16:15 Der Pazifische Feuerring
Infosendung ~45 Min
Ein Teil des Pazifischen Feuerrings, der geologisch aktivsten Zone der Erde, führt von der Halbinsel Kamtschatka, auf der sich 29 aktive Vulkane befinden, über Hawaii bis nach Alaska. 1912 fand dort die stärkste Eruption des 20. Jahrhunderts statt. Kamtschatka liegt im äußersten Osten Russlands. Zu Sowjetzeiten militärisches Sperrgebiet, ist die Insel auch heute kaum besiedelt. Die Pazifische Erdplatte schiebt sich dort unter die Eurasische Platte. Die Filmemacher begleiten eine russisch-amerikanische Expedition an den Bezymianny-Vulkan, der 1956 explodierte und binnen weniger Tage Aschewolken rund um den Globus sandte. Die Vulkane der Halbinsel sind gefährlich, vor allem für die Luftfahrt: Kamtschatka liegt auf der Hauptflugroute von Asien nach Nordamerika. Im Schatten der Vulkane leben Korjaken, Itelmenen und Ewenen, die Ureinwohner Kamtschatkas. Nur noch wenige erinnern sich an die Vulkan-Legenden ihrer Vorfahren. Hawaii liegt zwar nicht am Pazifischen Feuerring, aber im Zentrum der Pazifischen Erdplatte, die unter Kamtschatka und den Aleuten versinkt und die Vulkane dort entstehen lässt. Don Swanson ist Vulkanwissenschaftler am Hawaiian Volcano Observatory. Ihm gelang es durch die Untersuchung traditioneller Lieder und Gedichte der Ureinwohner Hawaiis, vergangene Ereignisse am Kilauea-Vulkan nachzuweisen, die bisher von der Wissenschaft nicht erkannt worden waren. Wenige Tage vor Beginn der Dreharbeiten gab es erneut eine heftige Eruption. So gelangen faszinierende Aufnahmen von bedrohlichen Lavamassen. In Alaska begleiten die Filmemacher ein Team amerikanischer Vulkanologen an den Augustine-Vulkan, einen der aktivsten Vulkane des US-Bundesstaats. Entlang der Aleuten, einer Inselkette zwischen Alaska und Asien, befindet sich eine gigantische Vulkankette. 1912 explodierte dort der Vulkan Novarupta und verwüstete ein riesiges Gebiet. Zehntausende Menschen mussten damals evakuiert werden.
16:9


Abend
 
23:55 Araf - Im Niemandsland
TV-Sendung ~120 Min
Die 18-jährige Zehra und ihr Kumpel Olgun arbeiten an einem Truckstop in der türkischen Provinz und träumen von der großen Welt, die sie vor allem aus dem Fernsehen kennen. Schließlich landet Olgun im Gefängnis, und Zehra bricht ein Tabu. - Die türkische Regisseurin Yesim Ustaoglu erzählt eine starke und realistische Geschichte über eine Gesellschaft im Wandel. Wenn sie nicht im dem Autobahnrestaurant arbeiten, sitzen Zehra und Olgun meist vor dem Fernseher und hoffen, dass ihr Leben mal so aussehen wird wie in den Seifenopern. Olgun träumt von der Teilnahme an einer Gameshow und dem Gewinn des Hauptpreises. Dann endlich könnte er seine Liebe zu Zehra gestehen und ihr ein besseres Leben bieten. Doch Zehra hat ihre eigenen Pläne. Sie verliebt sich in den 20 Jahre älteren Lkw-Fahrer Mahur, der eines Wintertages an der Service-Station auftaucht. Durch ihn entdeckt Zahra ihren Körper, ihre Sexualität und ihr Selbstbewusstsein. Vergeblich versucht Olgun, sie durch im Fernsehen abgeschaute gewagte Aktionen zu beeindrucken. Irgendwann erfährt Zehra, dass sie schwanger ist - ein Skandal für die konservative Dorfgemeinschaft. Jahre später finden die beiden Freunde reifer und erfahrener wieder zusammen. Aus dem Niemandsland ihrer Jugendträume sind sie angekommen in der Realität ihres Alltags. In Yesim Ustaoglus Film ist die Raststätte ein Symbol für den Übergang: Die Menschen kommen und gehen, und mit ihnen die Probleme und Lösungen. Ungewöhnlich offen spricht die Regisseurin das sexuelle Erwachen ihrer Hauptfigur an, ein Tabuthema im türkischen Kino. Und dass Zehra sich am Ende entscheidet, ihr uneheliches Kind zu behalten, ist immer noch ein nahezu revolutionärer Akt in der türkischen Gesellschaft. Yesim Ustaoglu ist eine mehrfach preisgekrönte Filmemacherin des sozialen und politischen Realismus, die jenseits aller Moden ein aufrichtiges und humanes Kino schafft, welches ihr immer wieder Probleme mit den Behörden ihres Landes bringt.
16:9