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Vormittag
 
02:50 Indischer Sommer
Serie ~50 Min
Ralph Whelan bietet Aafrin Dalal eine Beförderung zum Bürovorsteher an, als der sich von seiner Verletzung erholt hat. Von nun an muss Aafrin den Verhaltenskodex der höheren britischen Beamten erlernen und sich ihren Gewohnheiten anpassen. In der Zwischenzeit werden die politischen Proteste gegenüber der britischen Kolonialherrschaft immer lauter. Bei einer Kundgebung, an der Aafrins Schwester Sooni teilnimmt, wird sie mit anderen Demonstrantinnen festgenommen. Aafrin bittet Ralph um Unterstützung, um Sooni wieder freizubekommen. Im Gegenzug erwartet Ralph, dass Aafrin bei der Zeugenbefragung zum Attentat dieselbe Aussage wie seine Schwester Alice macht. Alice ist wenig begeistert, sich den Mund verbieten zu lassen, und will nicht bei den Intrigen ihres Bruders mitspielen. Doch bei der Vernehmung beschließt sie, ihren Bruder zu unterstützen. Aafrin zweifelt an der politischen Motivation des Attentats und nimmt heimlich ein gefälschtes Dokument an sich, das bestätigt, Chandru Mohan habe der Partei Ghandis angehört. Als die jährliche Sipi Fair naht, während der auch Inder den Royal Simla Club betreten dürfen, ist das Attentat schon fast vergessen. Allerdings läuft auch dort nicht alles ganz friedlich ab. Sarah beschuldigt die Assistentin ihres Mannes, Leena, sich zwischen sie und ihren Mann zu drängen. Tatsächlich haben sich zarte Gefühle zwischen Leena und Douglas entwickelt. Zwischen Armitage und Ramu Sood kommt es zu einem Zwischenfall. Armitage erleidet einen Herzinfarkt und muss ins Krankenhaus gebracht werden. Eine Reise in das vom britischen Establishment geprägte koloniale Indien und ein Downton Abbey im Indien der 1930er Jahre. 1932 geht ein Ruck durch Indien. Das einst so mächtige Britische Empire beginnt zu bröckeln. Die indische Unabhängigkeitsbewegung, unter der Führung von Mahatma Ghandi, kommt langsam aber sicher aus dem Untergrund hervor und träumt von einer Revolution. Vor diesem historischen Hintergrund inszeniert die britische High Society des Royal Club in Indischer Sommer jedoch ihre ganz eigenen Intrigen. Nach einem gescheiterten Attentat auf den Privatsektetär des britischen Vizekönigs deutet sich eines an: Wenn dieser indische Sommer vorbei ist, werden sich die Dinge verändert haben…
08:45 Stadt Land Kunst
Infosendung ~50 Min
Das absolute Muss: Das streng geheime Treffen in Fontainebleau Auf der Jagd nach Sibiriens weichem Gold Robert Charlebois: Verliebt in Montreal (1): Robert Charlebois: Verliebt in MontrealIm kanadischen Montreal pflegen die französisch- und die englischsprachige Bevölkerung ein unbeschwertes Miteinander. Diese für die Stadt typische kulturelle Mischung prägt auch das Werk von Robert Charlebois. In den 1960er Jahren verband der Sänger in seinen Kompositionen amerikanische Einflüsse mit der freimütig-deftigen Sprache der Bewohner von Quebec. Dieser Mix findet sich zum Beispiel in seinem Lied 'Je reviendrai à Montréal', einer musikalischen Liebeserklärung an seine Heimatstadt.(2): Auf der Jagd nach Sibiriens weichem Gold Hinter dem Ural beginnt die unendliche Taiga. Ihre weißen, bewaldeten Weiten sind das Reich der Luchse, Bären und Wölfe. Auch der Zobel ist hier beheimatet. Heute zählt der kleine Marder zu den geschützten Tierarten, doch früher war er vor allem wegen der Qualität seines Fells sehr begehrt. Ab dem 16. Jahrhundert trieb die Suche nach diesem 'weichen Gold' Jäger und Händler immer weiter nach Osten bis hin zum Baikalsee.(3): Das absolute Muss: Das streng geheime Treffen in FontainebleauIn den prächtigen Gängen des Schlosses von Fontainebleau haben die Mächtigen manch eine politische Intrige gesponnen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts trafen sich in dem wunderschönen Palast zwei mächtige Männer Europas in aller Verschwiegenheit ...
09:35 360° Geo Reportage
Infosendung ~50 Min
Südafrika ist die Heimat des weltweit begehrten Rooibos-Tees. Die Rooibos-Pflanze wächst ausschließlich in der Gegend um die Zederberge in der südafrikanischen Provinz Westkap. Alle Versuche, sie in anderen Ländern der Welt anzubauen, sind gescheitert. Wann genau die Khoi San, die Ureinwohner des südlichen Afrikas, die Rooibospflanze und deren Nutzung als Teegetränk entdeckt haben, ist nicht genau belegt. Jedoch ist der Herstellungsprozess seit Jahrhunderten gleich geblieben: Der frisch geerntete, noch grüne Rooibos muss geschnitten, zerdrückt und zum Fermentieren angehäuft werden. Erst dann wird er in der südafrikanischen Sonne getrocknet. Nur wenn all das richtig abläuft, erhält der Tee seine typische, ziegelrote Färbung. Maans Fortuin ist Farmer in einer Kooperative, seit frühester Kindheit begleitet ihn der Rooibos. Der Tee ist für ihn viel mehr als nur ein Produkt: 'Das Schönste für mich ist, wenn ich eine volle Ernte sehe. Das ist für mich großartig. Ich bin stolz und glücklich. Es spült Geld in die Taschen der Bauern, es verändert das Leben der Ärmsten der Armen - es bringt Essen auf ihren Tisch.' Überall in der Provinz Westkap wurden in den letzten Jahren Kooperativen von Kleinbauern gegründet, sie produzieren 'handmade' Tee mit Bio-Zertifikat. Der Tee erfreut sich weltweit großer Beliebtheit, nicht zuletzt wegen seiner guten Eigenschaften - er ist komplett koffeinfrei und seine entzündungshemmende Wirkung ist medizinisch belegt. Mit viel Lebensmut und Kreativität bewältigen die Rooibos-Bauern den Alltag. Doch die ohnehin harte Arbeit wird in diesem Jahr zusätzlich durch die anhaltende Trockenheit belastet - der Wassermangel macht allen schwer zu schaffen. Rund um die Welt gibt es spannende Stories, die es zu erzählen lohnt. Journalisten reisen mit der Kamera um den Globus, um die besten Geschichten zu finden und für die Zuschauer zu dokumentieren. Fündig werden sie sowohl in abgelegenen Gegenden, aber auch in großen Städten – überall gibt es Abenteuerliches und Interessantes zu entdecken. Natürlich spielen vor allem auch die Menschen der jeweiligen Gebiete ein große Rolle.
10:25 360° Geo Reportage
Infosendung ~55 Min
Aotearoa - 'Land der langen weißen Wolke' nennen die Maoris Neuseeland. Auf der langen weißen Wolke leben nur fünf Millionen Menschen, die unglaubliche Naturvielfalt ist noch relativ unberührt. Viele endemische Tierarten sind hier zu finden - und einige sind vom Aussterben bedroht. Immer mehr Neuseeländer setzen sich für das Überleben ihrer Tiere ein und haben eine große Sensibilität für die Einzigartigkeit ihrer Natur entwickelt.Neuseeland, jüngstes Land der Erde, liegt mitten im Pazifik und besteht aus einer Nord- und einer Südinsel. Auf der Südinsel, in der Region Otago, brüten die nur hier lebenden Königsalbatrosse. Obwohl sie extrem geschützt sind und sich ihnen niemand ohne Erlaubnis nähern darf, haben in dieser Saison nur 14 Küken überlebt, halb so viele wie in den Vorjahren. Warum, das kann niemand sagen. Königsalbatrosse können 190.000 Kilometer am Stück fliegen - ohne je den Boden zu berühren. Nur alle zwei Jahre kehren sie an den Ort ihrer Geburt zurück. Pro Brutzeit legen sie ein Ei - wenn überhaupt. Keine leichten Voraussetzungen für Nachwuchs.Ranger Hoani Langbury versucht, die Ursachen für das Schrumpfen der Population zu ergründen. Auch weiter nördlich auf der Südinsel sind Tiere bedroht - Gelbaugenpinguine, die zweitgrößte Pinguinart Neuseelands. Zwei Frauen betreiben hier ein Pinguin-Krankenhaus und päppeln verletzte und kranke Tiere liebevoll wieder auf. Am stärksten betroffen sind derzeit die Maui-Delfine auf der Nordinsel.Im angesagten Sportlerparadies Raglan sind Surfer früher noch mit den kleinen Delfinen geschwommen - heute bekommt sie niemand mehr zu Gesicht. 55 Tiere soll es angeblich noch geben. '360° Geo Reportage' hat Menschen getroffen, deren Leben vom Kampf um den Erhalt dieser Tierarten geprägt ist und zeigt, wie sehr die Neuseeländer um ihre traumhaft schöne Natur kämpfen. Rund um die Welt gibt es spannende Stories, die es zu erzählen lohnt. Journalisten reisen mit der Kamera um den Globus, um die besten Geschichten zu finden und für die Zuschauer zu dokumentieren. Fündig werden sie sowohl in abgelegenen Gegenden, aber auch in großen Städten – überall gibt es Abenteuerliches und Interessantes zu entdecken. Natürlich spielen vor allem auch die Menschen der jeweiligen Gebiete ein große Rolle.


Nachmittag
 
13:00 Stadt Land Kunst
Infosendung ~60 Min
Réunion: Lust und Heiterkeit und Pracht mit Baudelaire Das absolute Muss: Die Kathedrale in Reims Schottland: Die Ehre der Highlander (1): Réunion: Lust und Heiterkeit und Pracht mit Baudelaire Im Indischen Ozean östlich von Madagaskar liegt La Réunion, eine Insel der Kontraste: Neben dem Piton de la Fournaise, einem der aktivsten Vulkane der Welt, hebt sich das satte Grün des Urwalds vom tiefen Blau der Lagune ab. Der junge Charles Baudelaire strandete hier auf einer Schiffsreise nach Indien. Auf der Insel entdeckte der Dichter andere Schönheiten, die sich Jahre später in seinem Gedichtband 'Die Blumen des Bösen' wiederfanden.(2): Schottland: Die Ehre der Highlander Der Nordosten Schottlands ist das Gebiet der Highlands. Neblige Seen und schroffe Berge kennzeichnen diesen Landstrich, in dem es Mitte des 18. Jahrhunderts zu einem Aufstand kam: Die Jakobiter des Hochlands lehnten sich gegen die englische Herrschaft auf und kämpften für ihre Identität und ihre Ehre. Noch heute prägt ihre letzte Schlacht die Schlösser und Heidelandschaft und die Erinnerung der Region.(3): Das absolute Muss: Die Kathedrale in ReimsSie gehört zu den bedeutendsten Sakralbauten Frankreichs. Französische Könige wurden dort gekrönt. Mit ihren gotischen Verzierungen und den berühmten Chagall-Fenstern zieht die Kathedrale von Reims jedes Jahr über eine Million Besucher an - die nicht ahnen, dass die Kirche einst in einer Dezembernacht völlig auf den Kopf gestellt wurde ...
15:50 Grenzenloses Frankreich
Infosendung ~55 Min
Tahiti und Moorea sind die beiden Hauptinseln der Gesellschaftsinseln in Französisch-Polynesien. An Bord der 'Fa'afaite', einer modernen Replik der Auslegerkanus der ersten Polynesier, bieten Matahi und die Mitglieder seines Vereins eine Reise zu den Wurzeln der Insel. Gesteuert wird das majestätische Boot von der jungen Fatiarau. Am Ufer der Lagune von Moorea tätowiert Gilles noch nach uralten Techniken. Nicolas taucht in die Tiefen des Pazifiks, um Haie zu beobachten und sie zu identifizieren. Seit 2012 beherbergt das Meeresschutzgebiet rund 20 Haiarten. Der Tiaré-Baum ist die Wappenpflanze der Gesellschaftsinseln. Vatea nutzt süß duftende Blüten für die Produktion des berühmten Monoi-Öls. In Moorea, wenige Kilometer von der Cook-Bay entfernt, spielt Robert auf seiner Ukulele. Aus kostbaren Materialen baut er die Instrumente, die ursprünglich aus Hawaii stammen, und bringt den Kindern die Herstellung ihrer polynesischen Variante bei. In einem der schönsten traditionellen Häuser auf der Insel Tahiti übt die Balletttruppe Tumata für ihre neue Show. Die polynesische Tanzkompanie Tahiti Ora praktiziert tahitischen Tanz zwischen Tradition und Moderne. In den Hochebenen der Hauptstadt Papeete befasst sich der deutsche Künstler Andreas mit den Symbolen der polynesischen Kultur. Er spielt mit deren Klischees, um auf die Widersprüchlichkeit der heutigen Gesellschaft zu verweisen. Auf der Halbinsel Taiarapu wacht Raimana über die Wellen von Teahupoo, einem der schönsten, aber auch gefährlichsten Surfspots der Welt. Bei Hamuta zeigt Théodore, wie man Speisen in einem traditionellen tahitischen Ofen zubereitet. Im Papenoo-Tal, im Herzen von Tahiti, fertigt der Bildhauer Jean-Paul Kunstwerke aus uralten Steinen. Der Haururu-Verein schließlich bewahrt die heilige Stätte von Farehape und die Werte der traditionellen Inselkultur.
17:10 Die Seele des Essens - Sauerkraut und Kimchi
Infosendung ~30 Min
Susanne lebt auf einem Biobauernhof in Dithmarschen an der Nordseeküste und hat sich auf die Herstellung eines typisch deutschen Produkts spezialisiert: auf Sauerkraut! Zusammen mit ihrem Mann baut sie auf biologische Weise verschiedene Kohlsorten an und hat eine Möglichkeit gefunden, das rohe Sauerkraut unpasteurisiert zu verkaufen, denn so ist es am gesündesten. Nun ist Susanne ins ferne Südkorea gereist, um dort, direkt an der nordkoreanischen Grenze, zu lernen, wie man Kimchi herstellt. Kimchi ist in Südkorea ebenfalls so etwas wie ein Nationalgericht und wird zu allen Speisen als Beilage serviert. Jong-hwa lebt in der Provinz Gangwon-do und möchte Susanne zeigen, wie sie ihr beliebtes Kimchi herstellt. Beim Verkosten des deutschen Sauerkrauts ist sie etwas skeptisch: Kann etwas, das aus nur zwei Zutaten besteht, wirklich gut schmecken? In ihr Kimchi kommen neben dem obligatorischen Chinakohl mindestens ein Dutzend Dinge, allen voran eine Menge Chili, gefolgt von getrockneten Garnelen und Pulver aus Maulbeerbaumblättern. Die beiden Frauen verstehen sich auf Anhieb und machen sich gemeinsam an die Arbeit. Susanne ist beeindruckt von der zeitaufwendigen Kimchi-Herstellung. Die für koreanische Geschmäcker üblichen Chilimengen sind jedoch zu viel für ihre Geschmacksnerven. Zusammen experimentieren Susanne und Jong-hwa mit einem traditionellen koreanischen Pfannkuchen, den sie statt mit Kimchi mit Sauerkraut herstellen. Der schmeckt auch Jong-hwas Freundinnen. Nun plant Susanne, in Deutschland selbst Kimchi zu machen. Allerdings eines, das weniger scharf ist.
17:40 360° Geo Reportage
Infosendung ~55 Min
Wer an Kreta denkt, denkt meist an Olivenbäume. Doch es gibt einen anderen, fast vergessenen Baum, der gleichzeitig Blüten und Früchte trägt: der Johannisbrotbaum. Seine Früchte sind lange braune Schoten, die von den Ästen herunterhängen, man nennt sie - je nach Region -Karuben, 'Saubohne von Pythagoras' oder 'Feigenbaum aus Ägypten'. Seinen Namen verdankt der Baum Johannes dem Täufer, der in der Wüste dank der proteinvollen und zuckerreichen Früchte überleben konnte. Denn Johannisbrotschoten haben es in sich: Das Fruchtfleisch wird, zu Pulver vermahlen, als Kakaoersatz benutzt, da der Zuckergehalt und das karamellartige Aroma des Mehls an Kakao erinnern. Im Unterschied zu diesem ist das Karubenpulver jedoch extrem fettarm und frei von Koffein. Es ist ballaststoffreich, reich an Vitamin A, B, Calcium und Eisen - was es zu einem wertvollen diätetischen Lebensmittel macht. Jahrzehntelang haben die Früchte des Johannisbrotbaums ein unbeachtetes Dasein als Tierfutter gefristet. Doch nun setzt ein Umdenken ein: Elias Manousakas' Unternehmen 'Creta Carob' hat Erfolg, und die Produkte aus Karubenpulver werden immer beliebter: Kekse, Marmeladen, Sirup, Pudding und sogar Pasta lassen sich daraus herstellen. Auch für die 28-jährige Natalia Lourakis bedeuten die Schoten Hoffnung. Wie viele junge Griechen ist sie aus der Perspektivlosigkeit der Großstadt Athen zurück zu den Eltern ins Dorf Douliana gekehrt, um das kleine Familienhotel zu übernehmen. Sanfter Biotourismus ist ihr Traum, und was liegt da näher, als sich auf den fruchtigen Schatz der Insel zu berufen: den Johannisbrotbaum. Rund um die Welt gibt es spannende Stories, die es zu erzählen lohnt. Journalisten reisen mit der Kamera um den Globus, um die besten Geschichten zu finden und für die Zuschauer zu dokumentieren. Fündig werden sie sowohl in abgelegenen Gegenden, aber auch in großen Städten – überall gibt es Abenteuerliches und Interessantes zu entdecken. Natürlich spielen vor allem auch die Menschen der jeweiligen Gebiete ein große Rolle.


Abend
 
18:35 Russlands versteckte Paradiese
Infosendung ~45 Min
Russland ist mit Abstand das größte Land der Welt. Seine gewaltige und abwechslungsreiche Natur zieht die Menschen seit jeher in ihren Bann. Mehr als 100 Naturschutzgebiete, Nationalparks und Biosphärenreservate gibt es zwischen der Tiefebene im Westen und den Feuerbergen auf Kamtschatka im Osten. Engagierte Forscher und Naturschützer kämpfen täglich dafür, dass dieser Schatz erhalten bleibt. Vier dieser spektakulären Regionen stehen stellvertretend für Russlands versteckte Paradiese. Den westlichsten Zipfel Russlands bildet die Exklave Kurische Nehrung, ein schmaler Landstreifen, der in die Ostsee ragt. Für Zugvögel ist die Nehrung ein beliebter Rastplatz auf ihren Reisen zu den Brutgebieten im hohen Norden und zu den Winterquartieren im Süden. So wundert es nicht, dass hier die älteste ornithologische Forschungsstation der Welt seit mehr als 100 Jahren das Treiben der Vögel beobachtet. Heute werden die unterschiedlichsten Zugvögel in gigantischen Reusen aus Fischernetzen kurz gefangen, auf ihren Gesundheitszustand untersucht und beringt. Die gewonnenen Daten liefern der Forschung unter anderem eindeutige Nachweise für den globalen Klimawandel. Im fernen Osten auf Kamtschatka liegt der Kurilensee, ein Paradies für die größten Braunbären der Welt. Zur Zeit der Lachswanderung finden sie hier Nahrung im Überfluss. Seit eine engagierte Anti-Wilderer-Einheit die etwa 500 Bären im Blick hat, sind die pelzigen Giganten in Sicherheit. Zuvor haben Wilderer immer wieder Jagd auf die Braunbären gemacht und einen florierenden Markt für Bärenprodukte in China bedient. Hoch im Norden in einer Wüste aus Eis leben die Rentierherden der Nenzen. Seit Jahrhunderten sind die Huftiere und die nomadisch lebenden Menschen bestens an die lebensfeindlichen Bedingungen auf der Halbinsel Jamal angepasst. Doch trotz aller Flexibilität verändern Klimawandel und Gasförderung die Welt der Nenzen und ihrer Tiere rasant. Im Süden begrenzt der mächtige und wilde Kaukasus das Land. In den Schutzgebieten von Nordossetien gibt es große Flächen mit uralten Bergwäldern - ideale Lebensräume für Europas größte Urrinder, die Wisente. In einer beispiellosen Anstrengung gelang es Naturschutzorganisationen, hier die erfolgreichen Nachzuchten aus zoologischen Gärten der bereits ausgestorbenen Kolosse wieder anzusiedeln. Neben den gigantischen Landschaftsräumen geben zahlreiche Wissensinseln mit modern gestalteten Animationen einen Eindruck von der unendlichen Weite und Vielfalt Russlands.
23:50 Furusato
Infosendung ~90 Min
Warum leben Menschen in einer Gegend, über die sie wissen, dass von ihr eine unsichtbare tödliche Gefahr ausgeht? Dieser Frage spürt der Filmemacher Thorsten Trimpop in seinem preisgekrönten Dokumentarfilm nach. In Japan hat Heimat eine tiefe Bedeutung. Die Landschaft, in die man geboren wird, trägt der Mensch ein Leben lang in sich. Sie prägt ihn, sie ist ihm heilig: sie ist sein 'Furusato'. So fühlen sich die verbliebenen Bewohner der Gegend um Fukushima verantwortlich für ihre Heimat, die Aufrechterhaltung ihrer Traditionen, ihre Mitmenschen oder Tiere. Menschen wie der Aktivist Bansho, die junge Pferdezüchterin Miwa oder die ältere Frau Noda - sie alle bleiben in der Heimat, mit zum Teil bereits spürbaren Folgen für ihre Gesundheit. Wobei nicht alle von ihnen diese Entscheidung freiwillig treffen. Entschädigungszahlungen für ihre unbewohnbaren Häuser haben nur wenige erhalten, andere haben keinerlei Hilfen bekommen. Sie können es sich schlicht nicht leisten, zu gehen. Wie auch den Schulkindern, die im Chor 'Ich liebe Fukushima, ich gehe hier nicht weg' singen, bleibt ihnen keine andere Wahl, als in der verstrahlten Heimat zu bleiben. 'Furusato - Wunde Heimat' beginnt da, wo die gewöhnliche Berichterstattung in den Medien aufgehört hat, und zeigt, wie es den Menschen in den verstrahlten Gebieten in den ersten Jahren nach der Katastrophe geht. Wie lebt es sich an einem Ort, dem jede Zukunft genommen wurde? Gibt es Hilfe und verlässliche Informationen von Regierungsseite? Wer kann sich einen Neuanfang außerhalb der verstrahlten Heimat leisten, und wer ist dazu überhaupt bereit? Wie geht man mit der allgegenwärtigen Gefahr für die Gesundheit um?