mdr Programm 15.05.

   
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Was läuft 15.05. im TV-Programm von mdr?

Das mdr Fernsehprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

am Vormittag    am Nachmittag    am Abend

mdr Programm - Vormittag

 
05:25 Der Baulöwe
Spielfilm ~85 Min
Komödie, DDR 1980 Regie: Georgi Kissimov Autor: Kurt Belicke - Gabriele Herzog Musik: Karl Ernst Sasse Kamera: Wolfgang Braumann
Mutig wie ein Löwe stürzt sich der erfolgreiche Unterhaltungskünstler Ralf Keul in das Abenteuer Hausbau und fällt dabei mehr als nur einmal aus allen Wolken. Der Berliner Ralf Keul (Rolf Herricht), beliebter Unterhaltungskünstler, bekannt von Bühne, Funk und Fernsehen, hat Sorgen. Als seine Frau Doris (Annekathrin Bürger) noch im zarten Mädchenalter war, pachteten ihre Eltern (Agnes Kraus, Hans Klering) für sie - sehr weitsichtig - ein Grundstück an der Ostsee. Doch nun muss dieses Grundstück schnellstens bebaut werden. Ansonsten, so droht der Bürgermeister des Badeortes (Peter Kalisch), wird das Land anderweitig vergeben. Zum Glück polstert ein Lottogewinn Keuls Finanzen auf. Platte, Radio, Bildschirm und Theater bringen zwar nicht gerade wenig ein, aber nicht genug für ein reetgedecktes Einfamilienhäuschen an der See. Doch selbst dem allseits bekannten, erfolgsgewohnten Keul bleibt die leidige Suche nach Handwerkern und entsprechenden Materialien nicht erspart. Mit den Maurern gibt es Schwierigkeiten. Vielleicht gelingt es ihm, die Damen der Baustoffversorgung zu becircen. Bald sieht es auch mit dem Geld nicht mehr so rosig aus. Schweren Herzens muss Rolf Keul seine Münzsammlung an den umtriebigen Architekten, Herrn Paul (Hannjo Hasse), verkaufen, um Handwerker, Material und die kostenintensiven Fahrten vom Bau- zum Wohnort und zurück finanzieren zu können. Doch am Ende, nach körperlichen Strapazen, beruflichem Ärger und überstandener Ehekrise, steht das Häuschen. Frau und Töchter sind begeistert, und - gemessen an dem sich plötzlich zuhauf an der Ostsee einstellenden Besuch - merkt Keul, wie viele liebe Freunde und Kollegen er doch hat. Obwohl Rolf Herricht der beliebteste Komiker unter den DDR-Schauspielern war, brauchte die DEFA mehr als sieben Jahre, um ihm nach der Komödie ''Der Mann, der nach der Oma kam'' (1971) erneut eine Hauptrolle anzubieten. Aber immerhin hat Drehbuchautor Kurt Belicke sie für Rolf Herricht maßgeschneidert, und er konnte seine besten Komikerqualitäten unter Beweis stellen. Doch wie sich die Filmkritikerin Gisela Hartenthal erinnert, hatte Herricht bei der Geschichte über die Schwierigkeiten eines DDR-Häusle-Bauers auch seine Bauchschmerzen: ''Machen wir es uns nicht ein bisschen zu leicht? Wir lachen über einen Mann, der einem Problem nicht gewachsen ist, über das es eigentlich nichts zu lachen gibt. Wir schütten mit unserem Humor ein Problem zu, das viel tiefer liegt, statt seine Wurzeln freizulegen...'' (Filmspiegel 18/81). Doch das Wenige an DDR-Selbstkritik und die eigenen Erfahrungen, die die Zuschauer einbringen konnten sowie die Glanzleistung von Rolf Herricht in der Hauptrolle ließen den Film zu einem Kinoerfolg werden. Leider war es Rolf Herrichts letzter Film, er starb am 23. August 1981 im Alter von nur 54 Jahren. Rolf Herricht, 1927 in Magdeburg geboren, war ein Komiker der Sonderklasse, ein Spaßmacher der leisen Töne. Bis heute ziehen seine Filme und Sketche eine große Zuschauergemeinde an den MDR-Bildschirm. ''... im Grunde ist es wunderschön, die Menschen zum Lachen zu bringen'', sagte Herricht einmal. Das Lachen seiner Zuschauer begleitete ihn vom ersten Moment auf der Bühne, wenn auch anfangs nicht unbedingt gewollt. Es begann auf der heimatlichen Magdeburger Theaterbühne mit einer ''tragenden'' Rolle, als Rolf Herricht - ersatzweise - mit Tablett und drei Sätzen auf die Bühne musste, setzte sich fort bei der Eignungsprüfung, als er Schillers Monolog ''Da sank dem Tapfersten das Herz'' aus der ''Jungfrau von Orleans'' vorzutragen hatte. Was also konnte er Besseres tun, als dieses Lachen anzunehmen, sich dem Heiteren zu verschreiben - und das mit Leib und Seele? Und natürlich von der Pike auf. Er spielte zunächst Theater und wurde 1959 von der DEFA für den Spielfilm ''Musterknaben'' entdeckt. Zu jener Zeit hatte sich auch das Komiker-Duo Hans-Joachim Preil/Rolf Herricht gefunden - ersten gemeinsamen Auftritten folgte erster Ruhm.
Untertitel16:9HDTV
07:15 Neues vom Süderhof
Serie ~30 Min
Der Goldesel Staffel 4: Episode 1 Jugendserie, Deutschland 1998 Regie: Monika Zinnenberg Autor: Marlies Kerremans Kamera: Bernhard Winkler
Bimbo, die als Austauschschülerin in die USA geflogen ist, fehlt den Süderhofkindern, und sei es nur zum Kabbeln. Wie gut, dass Lili Bents heute ankommt und zumindest zahlenmäßig die alte Ordnung wieder herstellt. Lilis Eltern sind Schulkollegen von Dr. Brendel und reisen wegen eines Forschungsauftrags an den Amazonas. Die Kinder kennen sich und freuen sich aufeinander. Doch kurz vor Lilis Ankunft taucht völlig unerwartet ein vierbeiniger Gast auf dem Süderhof auf. Esel Willi, vor Jahren von Dr. Brendel durch eine Notoperation gerettet und über Nacht verwaist, entpuppt sich als gut gemeinte Hinterlassenschaft. Problematisch wird es, als sich herausstellt, dass Willi als Mitgift die schönste Windmühle der Umgebung mitbringt. Das Pro und Contra in Sachen Windmühle sorgt für allerhand Wirbel. Eine Allianz von Tierfreunden und Romantikern sorgt jedoch für ein glückliches Ende. Titelsong: Rolf Zuckowski Bimbo: Friederike Hallermann Molle: Cora Sabrina Grimm Peggy: Thea Frank Dany: Philipp Huth Ben: Tim Küchler Sonia Brendel: Sabine Kaack Dr. Günther Brendel: Andreas Klein Oma: Ursula Hinrichs Opa: Heinz Lieven und andere Neues vom Süderhof ist eine deutsche Kinderserie, die auf den gleichnamigen Romanvorlagen der Hamburger Autorin Brigitte Blobel basiert
Untertitel
09:15 Luv und Lee
Serie ~50 Min
Kurs liegt an Staffel 1: Episode 7 Familienserie, Deutschland 1991 Regie: Hans Joachim Hildebrandt Autor: Rolf Neuparth Musik: Rainer Oleak Kamera: Günter Eisinger - Günter Heimann
Familie Arends durchlebt eine schwere Zeit. Sohn Holger hadert nach seinem Unfall mit dem Schicksal. Nicht genug, dass er seinen Beruf als Taucher nicht mehr ausüben kann. Stefanie wohnt wieder bei ihrer Tante und reagiert nicht auf seine Briefe. Da Holger ihr nicht geschrieben hat, dass er im Krankenhaus liegt, wartet sie vergeblich auf eine persönliche Entschuldigung. Vater Werner Arends hat immer weniger Aufträge als Lotse, bleibt oft wochenlang untätig daheim. Auf seine Bewerbungen als Kapitän machen ihm die Reedereien nur vage Hoffnungen. Bei seiner Frau Renate sieht es nicht besser aus. Die Hafenklinik wird geschlossen, Ärzte und Schwestern sitzen auf der Straße. Auch der Tod von Großvater August trifft die Familie schwer. Da bekommt Werner von seinem alten Freund und Kollegen Luckmann den Tipp, sich noch einmal bei der eigenen Reederei um einen Kapitänsposten zu bemühen. Eine Überraschung erwartet ihn. Auch Renate Arends hat ihrem Mann etwas Wichtiges mitzuteilen. Werner Arends: Gottfried Richter Renate Arends: Constanze Roeder Holger: Thomas Dehler Sven: Jean Maeser Stefanie: Gerit Kling Frau Küttner: Irma Münch Hinrichs: Günter Naumann Großvater August: Horst Draehn Luckmann: Manfred Gorr Tante Rosa: Ingeborg Krabbe Chefarzt: Horst Schulze und andere Nach Monaten auf See kehrt Kapitän Arends endlich wieder zu seiner Familie zurück. Diese kann sich jedoch kaum freuen: Bei Werner Arends werden Herzprobleme diagnostiziert und er muss eine berufliche Pause einlegen. Der neue Familienalltag stellt den Haussegen der Arends‘ jedoch auf die Probe.
Untertitel
11:45 Faltboot aus Pouch
Infosendung ~30 Min
Von einer der dreckigsten Regionen Europas zum Wassersportparadies Reportage, Deutschland 2018
Ein Freiheit auf dem Wasser, Abenteuer, Kindheitserinnerungen - dafür steht der Name Pouch. Seit mehr als sechs Jahrzehnten prangt er auch auf den legendären Faltbooten, die zu DDR-Zeiten nahezu jedes Gewässer im Osten bevölkern. Ob Spreewald, Masuren oder Schwarzes Meer - für viele Generationen bleiben ihre Ferien mit dem blauen ''RZ 85'' unvergesslich. Doch nur wenige kennen die bewegende Geschichte des Ortes Pouch, in dem die Kultboote immer noch gebaut werden. Knapp 2.000 Einwohner zählt die Gemeinde Pouch heute. Der kleine Ort ist idyllisch gelegen, auf einer schmalen Landzunge zwischen Muldestausee und Goitzschesee, ein Naturparadies, umgeben von Wasser. Ideale Bedingungen für Ausflüge mit dem Boot. Doch an maritimes Flair und eine malerische Seenlandschaft ist in Pouch bis vor fünfzehn Jahren nicht zu denken. Das berühmte Faltboot entsteht hier ab 1953 quasi auf dem Trockenen, in einer der dreckigsten Regionen Europas. Vierzig Jahre lang ist Pouch ein geschundener Ort. Aus den Chemiebetrieben in Bitterfeld und Wolfen ziehen giftige Wolken in die umliegenden Dörfer. Martina Brück wächst hier auf und erlebt, wie die unberührte Natur, die ihre Heimat einst umgab, ab den Fünfzigerjahren im großen Stil dem Kohle- und Bernsteinabbau zum Opfer fällt. Bäume werden gerodet, Siedlungen verschwinden, die Erde wird aufgerissen. Bald ist Pouch von einer Mondlandschaft umgeben. Staub und Schmutz prägen den Alltag der Menschen. Ausgerechnet von hier wird in Form eines stoffbespannten Faltboots der Traum von Freiheit in die ganze DDR geliefert. Klein und leicht passt es in jeden Trabant und bestimmt die Ferien abenteuerhungriger DDR-Bürger. Klaus Billmann kauft sich bereits 1956 das erste Faltboot - seitdem ist es aus seinem Leben nicht mehr wegzudenken. Inzwischen ist er 82 Jahre alt, hat fast ganz Osteuropa vom Wasser aus gesehen und ist auch heute noch mit seinem ''Reisezweier'' unterwegs. Das Boot aus Pouch ist zum Kultobjekt geworden und das Werk auch heute noch zur ersten Adresse für Faltboot-Enthusiasten. Zu verdanken ist das vor allem dem langjährigen Chef Ingolf Nitschke. Seit den Achtzigerjahren hat er das Traditionsunternehmen durch einige heftige Stürme gesteuert, oft begleitet von Existenzängsten, Hoffnungen und gravierenden Veränderungen. Ein Schicksal, das die ganze Region teilt. Die Menschen hier sollen nach der Wende Unglaubliches vollbringen. Die Gegend, die einst als dreckigster Ort Europas bezeichnet wurde, soll ein Urlaubsparadies werden - eine atemberaubende Seenlandschaft soll direkt vor den Toren der Werft zum Entdecken mit dem Boot einladen. Der Film entdeckt die Faltbootstadt Pouch, ein durch Kohleabbau und Chemiekombinate geschundener Ort, in dem das Vehikel der Freiheit für viele Menschen im Osten entstand und in dem nach einem großen Wandel heute selbst ein Gefühl von Unbeschwertheit und Freiheit erlebbar ist.
Untertitel16:9



mdr Programm - Nachmittag

 



mdr Programm - Abend

 
18:45 Glaubwürdig: Kathrin Schulze und Kristin Wießel
Infosendung ~5 Min
(Glaubwürdig) Porträt, Deutschland 2021
Kathrin Schulze und Kristin Wießel ''In unserer Schlosserei gibt es kein Pinkelbecken, ansonsten ist hier alles ganz normal.'' - Die Schwestern Kathrin Schulze und Kristin Wießel sind Stahl- und Metallfacharbeiterinnen und führen eine eigene Firma in der Altmark. Ihr Zuhause ist das 150-Seelendorf Ipse. Ihr Vater betrieb hier eine Dorfschmiede. Seine Töchter wuchsen zwischen Hammer und Amboss auf und fanden das immer interessant. Als der Vater 2006 an Krebs erkrankte und mit 53 Jahren starb, war für die beiden jungen Frauen klar: Wir machen weiter. Papa hätte das so gewollt. Der Plan geht auf, die Firma expandiert. Die Schmiedinnen - beide um die 40 - haben inzwischen fast ein Dutzend Angestellte. Männer und Frauen. ''Wir reden nicht über Gleichberechtigung, wir leben das einfach.'' Die beiden hoffen, dass ihre Töchter vielleicht später in ihre Fußstapfen treten. Das wäre gegen den Trend. Aktuell gehen viele junge Frauen aus ländlichen Gegenden weg. Kathrin Schulze und Kristin Wießel wollen das nicht mehr so hinnehmen. Um junge Leute zu halten, gründeten die beiden Christinnen mit ihren Freunden einen Verein namens ''Ipse excitare''. Excitare heißt aufwachen oder erwecken, und damit meinen sie vor allem die Ipser Kirche. Ein herrlich altehrwürdiges Gebäude mitten im Dorf und kaum einer geht mehr hin. Sie wollen hier jugendlichen Schwung und kulturelles Leben reinbringen - nicht nur für Gläubige, sondern für alle.
Untertitel16:9
22:35 Udo Lindenberg - Panische Zeitmaschine
Infosendung ~60 Min
Dokumentation, Deutschland 2018 Regie: Hannes Rossacher
Stell Dir vor, Du gibst eine Party und das Ganze dauert ein bisschen länger, nicht bis zum Morgengrauen, nicht zwei oder drei Tage, sondern mehr als vierzig Jahre. Udo Lindenberg erlebt sie immer noch, diese Party seines Lebens. Mit der Dokumentation ''Udo Lindenberg - Panische Zeitmaschine'' begibt sich Regisseur Hannes Rossacher auf einen Streifzug durch Udos unglaubliche Schaffenswelt. Vergessene Songs, unbekannte Videoclips, geheimnisvolle Orte des Künstlers und seltene Blicke hinter die Kulissen, setzen feine Highlights auf Fundstücke des Rockstars. Dem Regisseur ist es gelungen verborgene Schätze des Künstlers aus den 1970er, 80er und 90er Jahren auszugraben. Vergessene TV-Auftritte mit den Sandmännchen, selbstinszenierte Parodien auf die Presse, holländische Gesangserlebnisse und seltene Bühnenshows in Großbritannien. In dieser besonderen Dokumentation nimmt Udo die Zuschauer mit in die Katakomben seines Archivs und präsentiert selten oder nie gezeigte Film- und Fernsehauftritte und Musikvideos, moderiert vom Meister persönlich! Unermüdlich hat Udo Lindenberg Platten produziert, Rock-Revuen auf die Bühne gestellt, gemalt und gefilmt, war und ist Aktivist und Abenteurer, hat sich berauscht am Leben, ist dabei gefallen, um wieder aufzustehen. 2008 ist das Jahr in dem Udo Lindenberg ein im deutschen Showgeschäft einmaliges Comeback gelingt. Mit Alben wie ''Stark wie Zwei'' und ''Stärker als die Zeit'' gelingen ihm Verkaufsrekorde. Dazu entwickelt er eine spektakuläre Liveshow mit der er erstmals in seiner Karriere in großen Stadien gastiert. In Hamburg wird die interaktive Ausstellung ''Panik City'' eröffnet. Im Sommer 2018 zeichnet Udo ein neuerliches unplugged Konzert auf. Auch dieser Abschnitt in Udos heutigem Leben wird in der 60-minütigen Dokumentation erzählt. Szenen einer Schreibklausur mit Autor Thomas Hüetlin und Udo Lindenberg geben exklusive Einblicke in die Arbeit an der neuen Biografie des Rockhelden. Das Filmteam ist dabei, wenn das neue unplugged Album im Tonstudio abgemischt wird. Ein exklusiver Besuch im Atelier und Kostümfundus seiner Stylistin Niko Kazal gibt Udos neues Styling der kommenden Tournee preis. Der Film zeigt einen Künstler im hier und jetzt, im gestern und morgen und vor allem in seiner unglaublichen Schaffenswelt. Ein unterhaltsamer, überraschender und stimmungsvoller Bilderbogen ist dabei entstanden und um es mit Worten des Meisters zu sagen: ''Hinterm Lebenswerk geht''s weiter''!
Untertitel16:9
23:35 Panische Zeiten! Udo Lindenberg rockt den Osten
Infosendung ~90 Min
(Panische Zeiten!) Udo Lindenberg rockt den Osten Dokumentation, Deutschland 2014 Regie: Falko Korth
Keine zwei Monate nach dem Mauerfall startete am 6. Januar 1990 in Suhl die erste DDR-Tournee von Udo Lindenberg. Als der Rocksänger sein Thüringer Publikum mit ''Hallo, Suhl!'' begrüßte, kannte der Jubel in der Stadthalle der Freundschaft keine Grenzen mehr. 3000 Fans waren gekommen, um den Panikrocker leibhaftig zu erleben. Vielen standen vor Freude die Tränen in den Augen. Sie hatten Jahre auf diesen einen Moment gewartet. Sie erlebten diese Konzerte als einen Rausch, einen wahr gewordenen Traum. Egal ob Suhl, Leipzig, Erfurt, Rostock, Schwerin oder Magdeburg, überall das gleiche Bild: Wenn Udo Lindenberg zusammen mit der DDR-Rocksängerin Ina Morgenweck ''Mädchen aus Ostberlin'' singt und der ganze Saal einstimmt, versagt manchem vor Rührung die Stimme. Der Sänger und seine Fans, vereint in einem Meer von Wunderkerzen und Feuerzeugen. Es sind einzigartige Gänsehautmomente für alle, die dabei waren und sind. ''Ich war irgendwie da und ich guckte denen in die Augen und es waren nasse Augen, Tränen, die haben geweint'', erinnert sich Udo Lindenberg. ''Mich hat das sehr, sehr berührt. Die ganze Tour, diese eine Woche, war ein rauschendes Fest, wahrscheinlich die schönste Party meines Lebens.'' Mit seinen Songs half Lindenberg einer ganzen DDR-Generation durch die Pubertät. Das Lied ''Mädchen aus Ostberlin'' konnte man als private Geschichte und als politische Botschaft verstehen. Seine Songs erzählten von der Sehnsucht nach Freiheit und Individualität und boten vielen Menschen in der DDR Lebenshilfe, Orientierung und Identifikation. Man konnte mit seinen Liedern der Enge der DDR entfliehen und zugleich einen aufrechten Gang erlernen. 25 Jahre nach seinem legendären Auftritt in Suhl machte sich Udo Lindenberg für diesen Film nun noch einmal auf den Weg in die thüringische Kleinstadt. Er hat zwei Fans getroffen, die er damals kennengelernt hat: ''Ich will die Jungs nochmal wiedersehen, die Experten, die Panikexperten von damals.'' Lindenbergs Erscheinen in Suhl löste einigen Wirbel aus. Passanten glaubten zunächst an ein Udo-Double. Doch schnell war klar, hier stand der Panikrocker persönlich. Schnell kam Udo mit Passanten und Konzertbesuchern von damals ins Gespräch. Viele erinnerten sich an ihn. Er war ein Star zum Anfassen. Ein Selfie hier, ein Küsschen dort. Der Rocker war sichtlich gerührt. Dieser Film spannt einen Bogen von der ersten DDR-Tournee 1990, zeigt Ausschnitte aus dem Stadionkonzert 2014 in Leipzig und begleitet Lindenbergs Auftritt am Brandenburger Tor am 9. November 2014. Schließlich hat Udo in Berlin erstmals nach 25 Jahren wieder seine damalige Duettpartnerin Ina Morgenweck getroffen. Es sind besondere, fast private Momente, in denen deutlich wird, dass es zwischen dem Künstler und dem Menschen Udo Lindenberg keinen Unterschied gibt. Konzertbesucher*innen, Musiker*innen, Fans kommen in der unterhaltsamen Dokumentation zu Wort. Auch musikalische Weggefähr*innen wie Clueso, Silbermond, Sebastian Krumbiegel und Anna Loos sprechen über die Zusammenarbeit mit Udo Lindenberg. Sie alle zeichnen voller Begeisterung und Respekt das vielschichtige Bild des Menschen und Künstlers Udo Lindenberg.
Untertitel16:9HDTV