Jam Bands: Grateful Dead
Konzertreihe, Deutschland 1981True

Der Mann hat bis heute viele Fans, und manchmal ist er auch selbst einer. Zum Beispiel dann, wenn es um Live-Konzerte im Fernsehen geht. 1980 wars, als Pete Townshend im englischen Fernsehen die 7. Rockpalast-Nacht sah. Auf der Bühne in der Essener Grugahalle standen Graham Parker, Jack Bruce und The Police - und der Gitarrist der Who war schwer angetan. Von der Dringlichkeit des Events, von der Unmittelbarkeit der Veranstaltung, von ihrem Eins-zu-eins-Charakter. Wenn Musik im Fernsehen stattfindet, dann bitte so. Unverstellt, direkt, in voller Länge. Der Rest ist, so viel Klischee darf an dieser Stelle mal sein, Geschichte. Peter Rüchel, 2019 verstorbener Begründer der Rockpalast-Sendung, traf Townshend anlässlich einer Bandprobe im Londoner Rainbow. Man kam ins Gespräch, näherte sich an, verstand sich. 1981 waren The Who im Line-up der 8. Rockpalast-Nacht und spielten dort ein intensives Set, inklusive ihrer Klassiker wie Substitute, Baba OReilly, Pinball Wizard, Wont Get Fooled Again und natürlich My Generation. Es gibt ein paar Legenden darüber, warum es Grateful Dead drei Jahrzehnte miteinander ausgehalten haben. Eine davon geht so: weil die Band es geschafft hat, die unterschiedlichen Meinungen und Verhaltensweisen der Musiker nebeneinander stehen zu lassen. Was die Vorgespräche im Hinblick auf den Rockpalast-Auftritt der kalifornischen Gruppe angeht, ist diese These korrekt. Peter Rüchel weilte in London, in einer Suite in einem Londoner Hotel wollten man Details klären. Was so mittelprächtig gelang. Schlagzeuger Bill Kreutzmann schaute sich lieber mit seinem Sohn ein Rugby-Spiel im Fernsehen an. Rhythmus-Gitarrist Bob Weir kam gerade von einer Jogging-Runde im Hyde-Park. Frontmann Jerry Garcia indes kam kurz rein, musste noch mal schnell ins Nebenzimmer und ward in der nächsten Stunde nicht mehr gesehen.