Lukas Bärfuss - Schriftsteller
Kunstmagazin, Schweiz 2025
Regie: Laurin MerzTrue
Lukas Bärfuss Theaterstücke werden weltweit gespielt, seine Romane sind in zwanzig Sprachen übersetzt. Er erhielt zahlreiche Preise, unter anderem 2014 den Schweizer Buchpreis und 2019 den Georg Büchner-Preis, den renommiertesten Literaturpreis im deutschen Sprachraum. Eine solch steile Karriere in den Literaturolymp schien eigentlich undenkbar. Als Jugendlicher war Bärfuss eine Zeitlang obdachlos. Sein Vater, der im Gefängnis war und die letzten Lebensmonate auf der Strasse lebte, hinterliess ihm ausschliesslich Schulden und eine Kiste, mit der sich Bärfuss im Buch Vaters Kiste auseinandersetzt. Im Film öffnet der Schriftsteller diese Kiste nochmals und spricht erhellend über seine Herkunft. Ebenso begleitet ihn Regisseur Laurin Merz auf eine Recherchereise nach Südafrika oder an Theaterproduktionen wie die von Calderóns Welttheater in Einsiedeln SZ, das Bärfuss in einer packenden Interpretation in die Gegenwart transportiert hat, oder an die Nibelungen-Festspiele in Worms, wo er den kreativen Prozess seines Stücks Luther intensiv begleitet. Dem Film gelingt es, die Leidenschaft und Präzision einzufangen, mit der Bärfuss seine Werke schafft. Auch in Gesprächen unterwegs und bei ihm zu Hause offenbart sich ein eloquenter Denker, der sich mit gesellschaftlichen Missständen auseinandersetzt und es wagt, unbequem zu sein, der aber auch mit eigenen Zweifeln ringt.