TV-Programm hr heute

   
   Was läuft beim TV Sender hr

Was läuft heute aktuell im TV Tagesprogramm von hr?

Sehen Sie hier das gesamte Fernsehprogramm vom TV Sender hr - aufgeteilt nach Programm vom Vormittag, Nachmittag und Abend. Lokale Berichte mit wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und unterhaltenden Themen.

Vormittag
 
09:15 Der 'Schwulenparagraf'
Infosendung ~45 Min
Man nannte sie ''die 175er''. Verhaftet wurden diese Männer schon mal direkt beim Liebesspiel, nicht selten am Arbeitsplatz, oder die Polizei holte sie von zu Hause ab. Ein paar Stunden später saßen sie oft schon in Haft, die Kündigung vom Arbeitgeber ließ meist nicht lange auf sich warten. Ihr begangenes Verbrechen: einvernehmlicher Sex unter erwachsenen Männern. Damit verstießen sie gegen den Paragrafen 175. ''Die widernatürliche Unzucht, welche zwischen Personen männlichen Geschlechts'' begangen werde, sei mit Gefängnis zu bestrafen. So stand es zur Einführung des Paragrafen 1871 im Strafgesetzbuch des Deutschen Reiches. Die Nazis verschärften ihn, erhöhten die Strafen. Viele landeten im Konzentrationslager. Frei aber waren sie auch nach dem Krieg nicht. Die junge Bundesrepublik übernahm den Paragrafen 175 in seiner verschärften Form eins zu eins von den Nazis. Wer das KZ überlebt hatte, musste damit rechnen, erneut ins Gefängnis gesteckt zu werden, um die Reststrafe abzusitzen. Selbst das Bundesverfassungsgericht bestätigte 1957, dass der Paragraf 175 mit dem Grundgesetz im Einklang stehe: Männer, die mit Männern Sex hatten, wurden in der Bundesrepublik weiter verfolgt. Nach Schätzungen des Justizministeriums wurde gegen 100.000 Männer ermittelt, 64.000 hat man verurteilt. Der Paragraf hat Leben zerstört, Existenzen vernichtet. In diesem Film berichten Zeitzeugen davon - wie der 80-jährige Hermann Landschreiber aus Gelnhausen, den die Polizei 1966 vom Postamt abgeführt hat, weil die Mutter seines Ex-Freundes ihn angeschwärzt hatte. Oder Günter Werner, der im katholischen Franken mit einem amerikanischen Soldaten inflagranti erwischt wurde und deshalb im Jugendarrest landete. Sie alle sprechen über ihre Verhaftung, den Knast, ihre Angst, erwischt zu werden oder erpressbar zu sein, aber auch über ihren Wunsch, trotzdem ein selbstbewusstes schwules Leben zu führen. Sie lassen verstehen, wie lang und beschwerlich der Weg war von der damals verbotenen Sexualität und Heimlichkeit bis hin zur Schwulenehe heute. Wie sieht jemand wie Klaus Beer diese Entwicklung? Sechs Männer hat er als Richter wegen Verstoßes gegen Paragraf 175 verurteilt. Er setzt sich offen mit seiner beruflichen Vergangenheit auseinander. Wie dachte er damals, wie denkt er heute über diese Urteile? Der Film führt auch in die ehemalige DDR, wo der Paragraf viel früher außer Kraft gesetzt und bereits 1988 abgeschafft wurde. Lebten Männer liebende Männer oder lesbische Frauen in der DDR wirklich angstfrei, weil ihr Sex nicht mehr strafbar war? Wann kamen sie trotzdem ins Visier der Staatsmacht? Wolfgang Schmidt war Leiter der Auswertungs- und Kontrollgruppe in der Hauptabteilung XX des Ministeriums für Staatssicherheit. Er gibt offen Auskunft, warum man sich dort mit den Schwulen- und Lesbengruppen beschäftigte. Die lesbische Aktivistin Karin Dauenheimer wurde Anfang der 1980er Jahre observiert. Für den Film öffnet sie ihre Stasi-Akte. Frauen, die Frauen liebten, fielen nicht unter den Paragrafen 175, ihnen drohte also auch im Westen keine Strafverfolgung. Hatten sie deshalb wirklich ein sorgenfreieres Leben? Auch darauf findet der Film Antworten. Filmautor Marco Giacopuzzi geht mit großer Sensibilität auf seine Zeitzeugen zu. Sein Film zeigt eindrucksvoll, wie ein Menschen verachtender Paragraf und brutale Diskriminierung das Leben zahlreicher Männer und auch Frauen zerstörte und warum es so lange dauerte, bis der Paragraf 175 aus der bundesdeutschen Rechtsprechung endlich verschwand. Erst 2017 beschloss die Bundesrepublik ein Gesetz zur Rehabilitierung aller Opfer des Paragrafen. Doch nur wenige trauten sich, einen Antrag zu stellen, und die meisten waren ohnehin verstorben.


Nachmittag
 


Abend
 
22:30 Die Spezialisten: Kripo Rhein-Main
Serie ~45 Min
''Wartungsfreier Wildschutzzaun'', murmelt Kriminalkommissar Thomas Wallner (Sven Martinek) vor sich hin, als er mit Susanne (Marita Marschall) und Cem (Ercan Durmaz) auf dem Weg in die Nähe des Frankfurter Flughafens ist, wo Jugendliche eine grausige Entdeckung gemacht haben: Ein völlig verwestes Skelett. Wartungsfreier Wildschutzzaun, klärt Thomas die Kollegen auf, so nannten sie die Mauer, die damals um die umstrittene Startbahn-West errichtet wurde, um die Demonstranten zurückzuhalten. Thomas war als junger Polizist im Einsatz vor Ort und wirkt mit einem Mal erstaunlich wortkarg. Nur Susanne erklärt er in einem Nebensatz seine melancholische Stimmung: ''Die Polizei hat sich damals nicht gerade mit Ruhm bekleckert - und ich mich auch nicht!'' Bei der Leiche handelt es sich um die damals 16-jährige Ilona Stockmann, die eindeutig durch einen schweren Schlag auf den Hinterkopf gestorben ist. Ihre Mutter, Martina Stockmann (Renate Schroeter), eine Mainzer Juwelierin, bricht bei der Nachricht, dass ihre Tochter tot gefunden wurde, zusammen, obwohl Ilona schon vor 25 Jahren den Kontakt zu ihr abgebrochen hat Weiterer Ableger der Krimiserie ''SOKO 5113'': Diesmal ermittelt das Team um Kriminalrätin Susanne Meder im Großraum Rhein-Main, zu dem Frankfurt am Main, Rheinhessen, Mainz und Wiesbaden gehören. Zu Team gehören außerdem Kollege Thomas Wallner, der Spurenermittlungsexperte Cem sowie Nina und Pit.
16:9
23:15 Angst über der Stadt
Spielfilm ~115 Min
Ein psychopathischer Frauenmörder hält Paris in Atem. In Briefen an die Polizei und die Presse erklärt ''Minos'' (Adalberto Maria Merli), wie der Mann sich nennt, dass er die Stadt von der ''Sünde'' befreien will: Er töte attraktive Frauen, die in seinen Augen ein moralisch verwerfliches Leben führen. Obwohl Kommissar Letellier (Jean-Paul Belmondo) noch mit dem Fall des schießwütigen Bankräubers Marcucci (Giovanni Cianfriglia) beschäftigt ist, der ihm nach einer spektakulären Verfolgungsjagd entkam, betraut man ihn mit der Fahndung nach Minos. Trotz fieberhafter Ermittlungen gelingt es dem knallharten Polizisten nicht, dem Killer auf die Spur zu kommen. Dieser wiederum genießt seine Überlegenheit und beginnt ein perfides Spiel: Nach jeder neuen Bluttat schickt er dem Kommissar ein Stück eines Fotos von sich selbst. Weitere Frauen sterben, aber ausgerechnet als Letellier Minos nach frischer Tat dicht auf den Fersen ist, taucht auch sein Erzfeind Marcucci wieder auf. Zwar kann er den Gangster nach einer wilden Jagd durch Paris unschädlich machen - aber der Preis für diesen Erfolg ist hoch: Minos geht ihm durch die Lappen. Letelliers Vorgesetzte sind außer sich, die Presse überzieht ihn mit Schuldzuweisungen. Der Druck auf den Kommissar wächst. Noch ahnt er nicht, dass er dem Killer bereits näher ist, als es auf den ersten Blick scheint. Mit ''Angst über Stadt'' inszenierte der französische Regiealtmeister Henri Verneuil (''Der Clan der Sizilianer'') einen actionreichen Polizeithriller. Sein knallharter Protagonist, der auch vor fragwürdigen Methoden nicht zurückschreckt, steht in der Tradition amerikanischer Vorbilder wie ''Dirty Harry''. Wie immer verzichtete der unnachahmlich lässige Jean-Paul Belmondo bei sämtlichen Stunts auf ein Double und riskierte selbst den Kopf. Die Waghalsigkeit wurde belohnt: An den Kinokassen war ''Angst über Stadt'' ein enormer Erfolg, heute gilt er als einer der unsterblichen Klassiker in Belmondos mehr als 80 Filme umfassender Karriere. Jean-Luc Godards Nouvelle-Vague-Klassiker ''Elf Uhr Nachts'' setzt am 18.
Untertitel16:9