arte Programm 30.10.

   
   Was läuft beim TV Sender arte

Was läuft 30.10. im TV-Programm von arte?

Das arte Fernsehprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

am Vormittag    am Nachmittag    am Abend

Programm - Vormittag

 
01:50 Ein Bulle sieht rot
TV-Sendung ~100 Min
(Un condé) Polizeifilm, Frankreich, Italien 1970 Regie: Yves Boisset Autor: Sandro Continenza - Pierre Lesou - Claude Veillot Musik: Antoine Duhamel Kamera: Jean Marc Ripert
Inspektor Favenin kehrt in die kleine Stadt zurück, aus der er wegen seiner unorthodoxen Methoden strafversetzt wurde. Dort trifft er auf seinen alten Freund und Kollegen Barnero, der gerade in einem gefährlichen Fall ermittelt: Ein gewisser Tavernier, der auch als ''der Mandarin'' bekannt ist, hat die Stadt unter seine Kontrolle gebracht. Offiziell ist er Immobilienmakler, inoffiziell handelt er im großen Stil mit Drogen. Doch das ist ihm noch nicht genug: Tavernier plant darüber hinaus in die Politik einzutreten, um seinen Einfluss in der Stadt noch weiter zu vergrößern. Inspektor Barnero ist fest entschlossen, Taverniers illegalen Aktivitäten endlich ein Ende setzen.Die Gelegenheit bietet sich, als der Nachtclubbesitzer Roger Dassa sich weigert, sein Lokal als Umschlagplatz für Taverniers Drogenhandel zur Verfügung zu stellen, und von dessen Männern skrupellos ermordet wird. Dan Rover, ein ehemaliger Krimineller, will den Tod seines Freundes Roger rächen; zusammen mit einem Komplizen lockt er Tavernier in eine Falle, doch erschossen wird nicht der Drogenbaron, sondern Inspektor Barnero. Favenin soll den Mord an Barnero aufklären. Die Ermittlungen sind kompliziert, denn Favenin wird von seinen korrupten Kollegen und Vorgesetzten nicht unterstützt, die allesamt mit Tavernier kooperieren. Favenin ist dennoch fest entschlossen, die Ehre seines Freundes Barnero zu retten.
16:9HDTV
05:00 Arno
Infosendung ~55 Min
Dancing inside my Head Dokumentation, Belgien, Frankreich 2016 Regie: Pascal Poissonnier Kamera: Christophe Vanhoutte
Der belgische Sänger und Musiker Arno Hintjens ist nicht nur in seiner Heimat ein Star, sondern in allen französischsprachigen Gebieten der Welt. Seine musikalische Karriere begann Arno in den früheren 70er Jahren in Ostende, einer Hafenstadt an der belgischen Nordseeküste. Er war Mitglied in verschiedenen Bands, unter anderem Freckleface und TC Matic. 1986 begann er dann seine Solokarriere. Seine Songs verfasste Arno in französischer und englischer, teilweise auch in flämischer Sprache. Außerdem nahm er zahlreiche französische Chansons auf und komponierte die Musik für eine Vielzahl von Filmen. Seine raue Stimme und die Melancholie in seinen Liedern brachten ihm den Spitznamen des ''belgischen Tom Waits'' ein. Zum ersten Mal in 40 Jahren Karriere hat der Künstler eingewilligt, dass sein kreativer Schaffensprozess gefilmt wird. Der Regisseur Pascal Poissonnier beobachtet das Rätsel Arno aus nächster Nähe, will es ergründen. Die Kamera begleitet ihn auf seiner Tournee 2016, die ihn von Paris über New York und Nagoya bis in seine Heimatstadt Ostende führt. Es wird deutlich, dass Arno erschöpft ist, das Alter macht ihm zu schaffen. Doch er braucht die Adrenalinschübe der Tournee - nur auf der Bühne fühlt er sich lebendig. Nach mehr als 20 Alben sind seine Konzerte noch immer ausverkauft. Auf der Bühne gibt er den jungen Rocker, aber zurück in der Loge ist er ein alter Mann. ''Ich bin ein alter Motherfucker'', singt er in einem seiner neuen Lieder.
16:9
05:55 Ist die Mode noch zu retten?
Infosendung ~55 Min
(La mode à l''heure du politique) Dokumentation, Frankreich 2020 Regie: Olivier Nicklaus
Lange Zeit genoss die Modebranche ein hohes Ansehen und einen enormen wirtschaftlichen Erfolg. Doch dies hat nun ein Ende. Im heutigen Kontext von globaler Erderwärmung, Diversität und Digitalisierung lässt sich kommerzieller Erfolg nicht ohne ein tadelloses Image erzielen. Genau darin liegt das Problem der Modeindustrie. Seit ungefähr zehn Jahren ist sie Zielscheibe einer Vielzahl von Vorwürfen politischer, ethischer und moralischer Natur. Die extravagante, verschwenderische und unbekümmerte Modewelt ist deshalb dem Untergang geweiht. Aufgrund der Coronakrise und der daraus resultierenden Wirtschaftskrise verschärfen sich die Anschuldigungen immer weiter. Die Mode muss sich der Kritik stellen und mit der Zeit gehen. Wird sie sich neu erfinden können? Diese Fragen stellt die fundierte, aber zugleich humorvolle Dokumentation. Zu Wort kommen unter anderem die umweltbewusste junge Modeschöpferin Marine Serre, die 70er-Jahre-Design-Ikone agnès b., die ''New York Times''-Journalistin Vanessa Friedman, die Extinction-Rebellion-Aktivistin Bel Jacobs, der Philosoph Benjamin Simmenauer und der Modekritiker Pierre-Alexandre M''Pelé, der sich für mehr Diversität in der Fashionwelt einsetzt. Mit scharfem Blick analysieren diese Insider die Vorwürfe, mit denen sich die Modebranche auseinandersetzen muss, und zeigen Wege für eine umweltbewusstere, nachhaltigere und vielfältigere Mode mit neuer Haltung und Weltoffenheit.
16:9
10:10 Stadt Land Kunst Spezial
Infosendung ~40 Min
(Invitation au voyage spécial) Sizilien Kunstmagazin, Frankreich 2021 Regie: Fabrice Michelin Moderation: Linda Lorin
Sizilien: Goliarda Sapienza oder der Drang nach Freiheit izilien: Goliarda Sapienza oder der Drang nach Freiheit Sizilien: Der Aufstand von Enna Catania, Tanz auf dem Vulkan Sizilien: Goliarda Sapienza oder der Drang nach Freiheit Die Hafenstadt Catania im Osten Siziliens liegt am Ionischen Meer. Hier, am Fuße des Ätnas, wurde die freigeistige und willensstarke Schriftstellerin Goliarda Sapienza geboren. Die Widersprüche ihrer ebenso lichten wie archaischen Heimat und die Wirrungen ihrer Zeit inspirierten sie zu dem Roman ''In den Himmel stürzen'' - ein feministisches Manifest, das scharfe Kritik an der sizilianischen Gesellschaft des 20. Jahrhunderts übt. Catania, Tanz auf dem Vulkan Auf Sizilien befindet sich einer der aktivsten Vulkane Europas: der Ätna. Regelmäßig versetzen seine Ausbrüche die Menschen in Schrecken, und doch erstreckt sich zu seinen Füßen seit 2.800 Jahren die Stadt Catania. Die fruchtbare Vulkanerde hat ihre Bewohner trotz aller Gefahren an diesem Ort ausharren lassen, und die mehrfach bedrohte und oft in Teilen zerstörte Stadt ist im Laufe der Jahrhunderte mit Beharrlichkeit und Erfindungsreichtum immer wieder aus ihren Trümmern auferstanden.Sizilien: Der Aufstand von Enna Genau in der geografischen Mitte Siziliens befindet sich die Kleinstadt Enna. Sie liegt auf dem Felsvorsprung eines Gebirges, unter ihr Getreidefelder, soweit das Auge reicht. Zur Zeit der Römer schufteten Tausende Sklaven auf diesen Feldern. Bis einer von ihnen beschloss, sich seinen Peinigern zu widersetzen ...
16:9



Programm - Nachmittag

 
12:50 Auf den Dächern der Stadt
Infosendung ~50 Min
(On the Cities'' Rooftops) Rom Staffel 2: Episode 1 Dokureihe, Frankreich 2016 Regie: Xavier Lefebvre - Guillaume Bernard
Das Dächermeer von Rom ist unvergleichlich schön und hat jede Menge Geschichten zu erzählen. Auf der Dachterrasse des Klosters der Schwestern von der heiligen Elisabeth kommt es zur Begegnung mit Franco Bevilacqua, der jahrelang als Illustrator für zahlreiche italienische Zeitungen gearbeitet und den Dächern seiner Heimatstadt einen Band mit Aquarellen gewidmet hat. Manch einer nutzt die luftigen Höhen, um Gärten anzulegen. So auch die Journalistin Rossella Sleiter, die für die Gartenrubrik der Wochenbeilage ''Il Venerdì'' der Tageszeitung ''La Repubblica'' schreibt. Hoch oben auf dem Torre dei Capocci findet Luca Giampaoli die Inspiration zur Perfektionierung seines kunsthandwerklichen Know-hows, das er - wie auch den Turm - von seiner Familie geerbt hat. Im Mittelalter war in dem Turm eine Münzprägestätte untergebracht. Luca arbeitet für den Film - unter anderem war er an ''Game of Thrones'' beteiligt - und fertig Requisiten aus Metall wie Rüstungen, Helme, Schmuck oder Schwerter. Weiter geht es ins Stadtviertel Garbatella, wo 1994 das soziokulturelle Zentrum CSOA La Strada eröffnete. Die Betreiber haben bis heute keinen legalen Status. Gabriele, einer der Verantwortlichen, gewährt Zugang zum Dach, auf dem Street-Art-Künstler einen Treffpunkt und Flächen für ihre Graffitis gefunden haben. In der Via del Babuino gibt Küchenchefin Silvia Portentoso auf einer Dachterrasse mit wundervollem Blick über die Stadt Kochkurse. Sie zeigt, wie man frische Pasta zubereitet, ein Gericht, das wie kein anderes zur italienischen Lebensart gehört.
16:9
15:10 Italien, meine Liebe
Infosendung ~45 Min
Die Küste Liguriens Staffel 1: Episode 3 Dokureihe, Deutschland 2015 Regie: Emanuela Casentini
Der Küstenabschnitt zwischen Ventimiglia an der französischen Grenze und San Remo ist von blumenreichen Gärten und Beeten gesäumt. In einem typischen ligurischen Tal liegt Vallebona. Bis vor ein paar Jahrzehnten waren die landwirtschaftlichen Terrassen dieser Gegend bekannt für ihre Fülle an Orangenbäumen. Weiter östlich liegt ein Paradies für Kletterer. Mario Nebiolo erklimmt regelmäßig die steilen Berge. Der Bildhauer und Maler steigt mit Farbeimer und Pinsel an Felswänden entlang und malt überlebensgroße Köpfe und Figuren auf die verlassenen Steinbrüche.Umgeben von Bergen erstreckt sich Genua majestätisch an der Küste. Hinter dem Porto Antico liegt die größte zusammenhängende europäische Altstadt. Einzigartige historische Bauschätze geben Genua den Spitznamen ''La Superba''. Am Stadtrand liegt der imposante Friedhof Staglieno. Emilia Bruzzo kümmert sich zurzeit um die aufwendigen Restaurierungsarbeiten.Ein diesseitiger Ort der Erholung liegt etwas weiter östlich von Genua am Golfo Paradiso. Das mondäne, auf einer Halbinsel gelegene Hafenstädtchen Portofino sieht aus wie von Hollywood ersonnen. Tatsächlich diente es mehreren amerikanischen Blockbustern als Kulisse. Alberto Girani, studierter Botaniker und Direktor des Naturparks von Portofino, zeigt eine Ecke Liguriens, in der trotz Urbanisierung und Tourismus die ursprüngliche Natur erhalten geblieben ist.Weiter Richtung Osten an der Küste entlang liegen die fünf ligurischen Juwelen - die Cinque Terre. Mit Silvia Olivari, Rangerin des Nationalparks Cinque Terre, ist das Kamerateam unterwegs in dieser einzigartigen Umgebung. Gleich hinter dem Meer ziehen sich endlose Oliven- und Weinterrassen die Berge hinauf, ''Kathedralen Liguriens'' werden sie genannt. Diese einzigartige Symbiose zwischen Natur und Kultur wird auch Parco dell''Uomo genannt - Park des Menschen.
16:9



Programm - Abend

 
18:30 Tatarstan
Infosendung ~50 Min
Die Stimme der Frauen Dokumentation, Deutschland 2020 Regie: Galina Breitkreuz
Wo Ost und West, Europa und Asien, Christentum und Islam aufeinandertreffen, dort liegt Tatarstan: eine autonome Republik der Russischen Föderation, ungefähr 800 Kilometer östlich von Moskau. Obwohl eine große Mehrheit der Bewohnerinnen und Bewohner zum Turkvolk der Tataren gehörte, galten sie früher als Sowjetbürgerinnen und -bürger. Die eigene Sprache und die wichtigen Traditionen der Tataren stellten zu kommunistischen Zeiten kein Erbe dar, das es zu bewahren galt. Heute werden in einigen Dörfern zwar noch Sitten und Gebräuche fortgeführt, doch dies betrifft vor allem die ältere Bevölkerung. Ist die tatarische Kultur dem Untergang geweiht? Firdisa Bakirowa und Elmira Sibgatowa wollen dieses Szenario verhindern. Sie haben es sich zu ihrer Aufgabe gemacht, die Traditionen ihrer Heimat zu schützen und sie an neue Generationen weiterzugeben. Und sie haben Glück: Bald findet das Savantui statt. Das fröhliche Fest stellt das wichtigste Ereignis des Jahres dar und vereint Jung und Alt, Familienmitglieder von nah und fern - eine gute Möglichkeit, das Interesse der Jugend zu wecken. In festlicher Kleidung und mit prächtiger Laune strömen die Menschen gemeinsam auf den Maidan, die Festwiese. Alte Traditionen wie das Pferderennen werden ebenso mit Spannung verfolgt wie das Kuresch, der Ringkampf der Tataren. Bis zum Sonnenuntergang singen und tanzen die Menschen zu tatarischen Liedern. Die Dokumentation gibt tiefe Einblicke in die tatarischen Traditionen und begleitet Elmira und Firdisa bei ihrem wichtigen Vorhaben: Wird es ihnen gelingen, ihre Kultur zu bewahren?
Untertitel16:9
21:50 Mit Lichtgeschwindigkeit zum Impfstoff
Infosendung ~55 Min
Das Projekt BioNTech Dokumentation, Deutschland, Schweiz 2021 Regie: Michael Schindhelm
Seit Anfang des Jahrhunderts widmet sich das Medizinerpaar Ugur Sahin und Özlem Türeci dem Ziel, die Krebsmedizin zu individualisieren. Bei der von ihnen gegründeten Firma BioNTech steht dabei die mRNA Technologie im Mittelpunkt. Eine Forscherin, die sich schon länger intensiv damit auseinandersetzt, ist die Ungarin Katalin Karikó; Ugur Sahin holt sie vor einigen Jahren zu BioNTech. Das ''m'' in mRNA steht für ''messenger'', also Bote, RNA für Ribonukleinsäure. Die mRNA überträgt die Informationen für die Produktion eines Antigens an unsere Zellmaschinerie, die Proteine herstellt. Zellen in unserem Körper präsentieren dann das selbst produzierte Antigen auf ihrer Oberfläche und lösen dadurch die gewünschte spezifische Immunantwort aus. Die Idee, mRNA Forschung auch für Impfstoffe gegen Viren anzuwenden, kam Sahin und Türeci im Januar 2020. Sie lasen von einem Virus im chinesischen Wuhan und entschieden sich innerhalb weniger Stunden: BioNTech widmete sich ab sofort der Suche nach einem Impfstoff gegen Sars-Cov-2. Im ersten Schritt brauchen sie dazu viel Geld und gute Nerven. Die Brüder Andreas und Thomas Strüngmann, Gründer des Pharmaunternehmens Hexal, sind unter den Geldgebern.Viele Investoren, langjährige Erfahrung, ein engagiertes Team und die Kooperation mit Pfizer macht es möglich: Corminaty wird als erster Impfstoff gegen Sars-Cov-2 zugelassen und Millionen Menschen können damit geimpft werden. Doch wie geht es nun bei der Krebsforschung weiter? Kann die mRNA - Technik auch bei der Bekämpfung der Malaria und anderen Krankheiten helfen? Michael Schindhelm gelingt ein intimer Blick hinter die Kulissen des Unternehmens an der Mainzer Goldgrube.
16:9
22:45 42 - Die Antwort auf fast alles
Infosendung ~25 Min
Was, wenn es keine Angst gäbe? Wissensmagazin, Deutschland 2021 Regie: Lucas Gries - Bettina Oberhauser
Die Angst zählt zu den ältesten Mechanismen unseres Körpers. Ohne sie wären wir als Menschheit nicht so weit gekommen und wohl längst ausgestorben. ''Am Berg ist die Angst meine wichtigste Überlebensversicherung'', sagt Alexander Huber, ein Extrembergsteiger, der im Hochgebirge an steilen Felsen ohne Absicherung klettert. Auch wenn die Angst uns Menschen einen evolutionsbiologischen Vorteil verschafft, kann sie für manche zur Belastung werden. Zu den überdurchschnittlich ausgeprägten Ängsten wie etwa Spinnen- oder Schlangenphobien gesellt sich in unserem modernen Social-Media-Zeitalter eine neue Angst hinzu: die Angst, etwas zu verpassen. Und damit nicht genug: Wenn die Angst außer Kontrolle gerät, können sich ernsthafte Angststörungen entwickeln.Wie stark uns die Angst im Griff hat, hängt sehr von individuellen Umständen ab, weiß Angelika Erhardt. Am Max-Planck-Institut für Psychiatrie erforscht sie nicht nur, warum Angststörungen entstehen, sondern auch, welche Auswege aus der krankhaften Angst führen. Doch was, wenn der Schlüssel dafür unser eigenes Bewusstsein wäre? ''Jeder von uns hat sein eigenes Angstschema. Eine Art Sammlung der Erinnerungen, die wir im Laufe unseres Lebens über Angst und Bedrohung erworben haben'', sagt der Neurowissenschaftler Joseph LeDoux und ergänzt: ''Die gute Nachricht ist: Wenn sich die Angst in unseren Gedanken abspielt, dann können wir sie in den Griff kriegen. Denn unsere Gedanken können wir ändern.''
Untertitel16:9
23:10 Festmahl der Tiere
Infosendung ~55 Min
Dokumentation, Deutschland 2020 Regie: Daniela Pulverer - Boris Raim
Was geschieht, wenn ein Lebewesen in den Tiefen des Waldes stirbt? Hirsche, Wildschweine, Mäuse, Käfer, Fliegen, Wespen und viele andere - wie hängen sie alle zusammen? Diesen spannenden Fragen widmet sich ein Forscherteam im Nationalpark Bayerischer Wald. Klar ist, dass ein totes Tier erstmal ein grandioses Festmahl für die lebenden Tiere ist. Doch die Wissenschaftler wollen genau wissen, was in freier Wildbahn mit Kadavern passiert. Denn jeder Tod bedeutet Leben für Zigtausende andere Lebewesen: Es ist der Anfang eines komplexen Kreislaufs, auf den wir alle angewiesen sind. Trotzdem wissen wir recht wenig über die Tiere, die nach dem Tod einen Körper besiedeln, über die Organismen, die die Chemie des Körpers grundlegend verändern, und die Pflanzen, die die wertvollen Nährstoffe weiterverwerten. Die Dokumentation macht eine fremde Welt sichtbar, in der verendete Tierkörper zu behaglichen Refugien für Kleinlebewesen werden und sich als praktische Fast-Food-Restaurants für andere Opportunisten entpuppen - solange der Vorrat reicht. Dabei sind mitunter auch bekannte Tiere wie die Schmeißfliege oder der Totengräberkäfer von einer ganz neuen, erstaunlichen Seite zu sehen. Und obwohl das beeindruckende Schauspiel am Tierkadaver praktisch nie von den Menschen wahrgenommen wird, findet es doch täglich und überall statt - von der verendeten Maus im Garten bis zum riesigen Körper der toten Rotwildkuh.
Untertitel16:9