arte Programm 24.10.

   
   Was läuft beim TV Sender arte

Was läuft 24.10. im TV-Programm von arte?

Das arte Fernsehprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

am Vormittag    am Nachmittag    am Abend

Programm - Vormittag

 
01:00 Kurzschluss - Das Magazin
TV-Sendung ~100 Min
(Court-circuit) Schwerpunkt ''Wie geht Kurzfilm?'' Kurzfilmmagazin, Frankreich, Deutschland 2021
Zoom: Kurz und gut - wie geht das? Teil 1-3 ''Nenn mich nicht Bruder'' von Gina Wenzel ''Die Grenze'' von Dima Konoplov ''Doris'' von Julia von Heinz (1): Zoom: Kurz und gut - wie geht das? Teil 1-3Seit 20 Jahren zeigt ''Kurzschluss - Das Magazin'' alles, was der kurze Film zu bieten hat: von der klassischen Erzählung bis zum Experiment mit neuen Formen. Zum ersten Mal widmet das Magazin nun eine ganze Sendung der Frage: Was ist ein guter Kurzfilm, und wie macht man ihn? Durch das Special führt die renommierte Regisseurin Julia von Heinz, deren aktuelles Drama ''Und morgen die ganze Welt'' für Deutschland am diesjährigen Rennen um den Auslands-Oscar teilnimmt. Für das aktuelle Magazin hat sie zwei fiktionale Filme ausgewählt, an denen sich besonders gut zeigen lässt, was einen guten Kurzfilm ausmacht: ''Nenn mich nicht Bruder'' (2018) von Gina Wenzel und ''Die Grenze'' (2015) von Dima Konoplov (Regie) und Martin Stern (Buch). Im Programm läuft auch ''Doris'' (2002), der erste Kurzfilm von Julia von Heinz. Drehort des Interviews mit ihr ist das große Filmstudio der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München, wo von Heinz als Professorin tätig ist und zusammen mit Marcus H. Rosenmüller den Studiengang Regie Kino- und Fernsehfilm leitet. Für ''Kurzschluss - Das Magazin'' spricht sie über das Handwerk des Kurzfilmmachens und verrät auch, was viel wichtiger ist als das Kennen aller Regeln und Gesetze.(2): Nenn mich nicht BruderKurzfilm von Gina Wenzel, Deutschland, 2018Cheyenne ist das einzige Mädchen in der Jungen-Clique vom Fußballplatz. Saufen, Drogen und Gewalt spielen eine zentrale Rolle im Alltag der Clique, der auch Cheyennes Freund Josh angehört. Eines Tages kommt ein neuer Junge auf den Platz. Ihn umgibt ein Geheimnis.(3): Die GrenzeKurzfilm von Dima Konoplov, Israel, 2015Ein abgehalfterter Drogendealer kommt zum routinemäßigen Austausch von Paketen am israelischen Grenzzaun an. Zu seiner Überraschung steht ihm auf der anderen Seite ein frustrierter palästinensischer Fußballer gegenüber. Das hat skurrile Folgen.(4): DorisKurzfilm von Julia von Heinz, Deutschland, 2002Doris in einem Konflikt ohne Dialog: Die junge Frau redet auf ihren Mitbewohner ein und stellt klar, dass sie nicht mehr gewillt ist, bei der Hausarbeit ''immer alles allein'' zu machen. Ein Dialog findet nicht statt, weil Doris ihn nicht zulässt ...
16:9
02:40 Fußball um jeden Preis
Infosendung ~55 Min
(La gloire ou rien) Dokumentation, Frankreich 2020 Regie: Fabrice Macaux Musik: Cory Seznec
Das Ausbildungszentrum des Havre Athletic Club (HAC) ist eines der besten und anspruchsvollsten in Europa. Schließlich gehört der HAC zu den ältesten französischen Fußballclubs. Paul Pogba, Benjamin Mendy und Dimitri Payet lernten beim HAC, und die Nachwuchsfußballer, die hier leben und trainieren, wollen es so weit bringen wie ihre Vorbilder. So auch das Wunderkind Abdel. Für den 18-Jährigen beginnt ein entscheidendes Jahr, sein letztes beim HAC. In den kommenden Monaten steht seine Zukunft auf dem Spiel. Ziel ist es, den ersten Profivertrag zu unterschreiben und endlich zu Ruhm und vor allem zu Geld zu kommen. Letzteres gilt bei den Jugendlichen als Nonplusultra. Sollte der Karriereplan nicht aufgehen, muss er in sein ärmliches Wohnviertel in Saint-Etienne-du-Rouvray zurückkehren - und das ohne Abschluss und Perspektiven. Der Druck auf Abdel steigt. Seine Trainer, sein Vater und sein Agent diskutieren und streiten. Denn der junge Mann hat zwar Talent, ist aber extrem aufmüpfig. Ein Freigeist, der sich nichts sagen lässt und von klein auf eine wütende Entschlossenheit in sich trägt: den Willen, ein außergewöhnlicher Sportler zu werden, nachdem seine Mutter infolge seiner Geburt schwerstbehindert wurde. Sein Vater, der plötzlich für alles verantwortlich war und alle Rollen übernehmen musste, setzt seine ganze Hoffnung auf den Erfolg des Sohnes und übt damit gewaltigen Druck auf Abdel aus. Von diesem schwindelerregenden Erfolgsdruck erzählt der Dokumentarfilm. In unserer Gesellschaft geht es um alles oder nichts. Die Fußballwelt in ihrer Maßlosigkeit ist dafür das schillerndste Beispiel. Hier kristallisiert sich heraus, was die heutige Welt umtreibt und spaltet: Geld und die damit einhergehenden Spannungen, sozialer Aufstieg und der Traum vom Erfolg, der für diese jungen Männer - meist Kinder von Zuwanderern aus der zweiten Generation - von existenzieller Bedeutung ist.
16:9
05:35 Amos Oz: Das vierte Fenster
Infosendung ~60 Min
(The Fourth Window) Ein Porträt Dokumentation, Israel 2021 Regie: Yair Qedar Musik: Ophir Leibovitch Kamera: Itay Marom - Uriel Sinai
Der gefeierte israelische Autor Amos Oz ist 2018 mit 79 Jahren gestorben. Er gilt als einer der meistgelesenen israelischen Autoren, war Favorit für den Literaturnobelpreis und das jüdische Gewissen seiner Generation. Seine Romane, Essays und Kurzgeschichten wurden in mehr als 45 Sprachen übersetzt. Für seine politischen Ansichten wurde er jedoch mitunter im eigenen Land geächtet.Außerdem lauert hinter der Erfolgsgeschichte auch eine persönliche Tragödie. Amos Oz hat das Grundthema seiner Werke mit den Worten ''unglückliche Familien'' zusammengefasst. Denn sein Schreiben wurde maßgeblich von dem frühen Verlust der Mutter getrieben, die Suizid beging, als Amos noch ein Teenager war. Nach Amos'' Ableben machte zudem seine Tochter Galia auf sich aufmerksam: Sie beschuldigte ihren Vater der physischen und mentalen Gewalt.Doch sein Werk ist auch eine Chronik der gesellschaftlichen und politischen Entfaltung Israels. Mit dem Sechstagekrieg wurde Amos politisch aktiv und begleitete die Entwicklung seines Heimatlandes bis zum Lebensende kritisch.In der bewegenden Dokumentation reflektiert Amos Oz, kurz vor seinem Tod, über sein Leben und Schreiben. Persönliche Bilder und Ausschnitte aus seinen Romanen ergänzen die Berichte von Freunden und Familienmitgliedern. Zu Wort kommen auch Politiker wie Reuven Rivlin, Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie David Grossman und Nicole Krauss sowie die Schauspielerin Natalie Portman, die mit der Verfilmung des Romans ''Eine Geschichte von Liebe und Finsternis'' ihr Regiedebüt gab.
Untertitel16:9
06:35 Jugend, Sex und Internet
Infosendung ~55 Min
Wenn Teenager Pornos gucken Dokumentation, Deutschland, Frankreich 2020 Regie: Almut Faass
Anonym, kostenlos und kinderleicht. Noch nie war es so einfach, Pornos zu gucken. Ein Smartphone reicht, und mit wenigen Klicks öffnet sich die Welt der Pornografie. Die meisten Pornoseiten im Netz sind kostenlos und frei zugänglich - auch für Teenager.Die Dokumentation untersucht das Onlineverhalten von Kindern und Jugendlichen. Wie wirkt Pornografie auf die sexuelle Entwicklung? Internationale Studien zeigen: Der Erstkontakt mit Pornografie findet früh statt, häufig schon bei Kindern zwischen 12 und 13 Jahren. Kommunikationswissenschaftler Jens Vogelgesang von der Universität Hohenheim hat in einer repräsentativen Studie 1.048 Jugendliche befragt. 70 Prozent gaben an, bereits mit pornografischem Material in Berührung gekommen zu sein. Die Hälfte davon unfreiwillig durch Bilder in Klassenchats, bei Instagram oder in WhatsApp-Gruppen.Pornos sind Teil der Pubertät. Oft unterschätzen Eltern, was ihre Kinder bereits gesehen haben. Dass Jugendliche sich im Internet zurechtfinden, heißt nicht, dass sie dessen Inhalte auch einordnen können - im Gegenteil. ''Wir dürfen Medienkompetenz nicht mit Lebenskompetenz verwechseln,'' sagt Julia von Weiler vom Verein ''Innocence in Danger'' in Berlin. Auch Sexualwissenschaftler fordern vom Gesetzgeber einen besseren Schutz. Doch nationale Verbote sind im World Wide Web wirkungslos. Und die meisten Jugendlichen können durchaus zwischen Pornografie und Realität unterscheiden. Wie gefährlich ist das Gucken von Pornos wirklich?
Untertitel16:9
07:30 Neuland
Infosendung ~30 Min
Der Berg auf der Grenze Staffel 1: Episode 4 Naturdoku, Deutschland 2017 Regie: Marcus Fitsch - Kerstin Holl
Jahrzehntelang musste die Winzerfamilie Pfneisl über die österreichisch-ungarische Grenze an bewaffneten Posten vorbei, um die ehemaligen Weinberge ihrer Vorfahren zu sehen. Wein anbauen konnten sie lange nur in Österreich. Bis der Eiserne Vorhang fiel. Heute besitzt die Familie Weingüter beidseitig der Grenze, und die Schwestern Katrin und Birgit Pfneisl produzieren nun den edlen Tropfen dort, wo es einst schon ihr Urgroßvater tat. Birgit und Katrin, gerade mal Mitte 30, sind die junge Generation einer Familie, die seit über 100 Jahren im Grenzland Wein anbaut. Damals gehörte das österreichische Burgenland, wo die Pfneisls bis heute ihren Familiensitz haben, noch zu Ungarn. Doch durch die neue Grenzziehung nach dem Zerfall Österreich-Ungarns fiel das Gebiet an Österreich und die Familie durfte auf den ungarischen Flächen nicht mehr wirtschaften. Kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs kaufte Franz Pfneisl, der Vater der beiden Schwestern, das ehemalige Land der Familie in Ungarn zurück, um an die alte Tradition anzuknüpfen. Es ging auch darum, dem Großvater eine Freude zu machen. Bis heute geht er noch für ein paar Stunden mit hinauf auf den Berg, wenn es im Herbst an die Ernte geht. Dann packt die ganze Familie mit an. Und dieses Mal ist auch Andreas Korn mit dabei. Er besucht die Winzerdynastie mitten im geschäftigen Erntebetrieb und taucht mit Familie Pfneisl ein in die Welt des Weines, die ihn nicht nur zu neuen Genüssen verführt, sondern auch viel über die Menschen vor Ort und ihre neue Heimat im vereinten Europa verrät.
16:9



Programm - Nachmittag

 
12:10 Island: Sommer der Polarfüchse
Infosendung ~45 Min
Dokumentation, Deutschland 2017 Regie: Tobias Mennle
Eine Wunderwelt geprägt von gewaltigen Kräften der Natur: Island. Nur ein Landtier gelangte aus eigener Kraft auf die entlegene Vulkaninsel - der Polarfuchs. Am See nahe der Steilküste haben sich Mutter und Vater Seefuchs als erfahrenes Paar in die ''High Society'' der Füchse gekämpft und eines der besten Reviere erobert, mit Zugang zu den Klippen, wo viele Seevögel brüten. Aber begehrliche Nachbarn müssen in Schach gehalten werden, und sieben immer hungrige Fuchskinder in nur 90 Tagen großzuziehen erfordert den vollen Einsatz der Eltern. Dabei wäre ein Fehltritt auf der Vogeljagd tödlich. Nur im senkrechten Fels sind die Dreizehenmöwen für Füchse unerreichbar, dort bauen sie ihre Nester und ziehen ihre Jungen über dem Abgrund groß. Am Kiesstrand auf der anderen Seite der Halbinsel hat ein junges Fuchspaar sechs Welpen bekommen, aber hier gibt es keine Seevögel als Beute, nur spärliche Nahrung am Meeresufer. Erst als das schwächste Junge verhungert ist und eine Fliegeninvasion eine neue Futterquelle bietet, haben die jungen Strandfüchse eine Chance, den Sommer zu überleben. Mit den gerade flüggen Dreizehenmöwen, die erschöpft in den Fuchsrevieren notlanden, beginnt auch für die Verlierer vom Strand endlich eine bessere Zeit. Werden alle Fuchskinder bis Mitte August stark genug werden, um ohne ihre Eltern durch den Winter zu kommen? Zwei Jahre lang nahm der Filmemacher Tobias Mennle am Familienleben der Polarfüchse teil. Mutter Seefuchs schenkte ihm ihr Vertrauen, und so fand er sich mitten im Gewusel der Jungfüchse und filmte aus nächster Nähe die schönsten und dramatischsten Momente.
Untertitel16:9HDTV
16:15 Auge, Pinsel und Kinematograf
Infosendung ~55 Min
(Peintres et cinéastes à la Belle Epoque: naissance d''un art) Wie das Kino entstand Dokumentation, Frankreich 2020 Regie: Stefan Cornic
Kino-Atmosphäre, Kamerafahrt, Panorama-Ansicht, Vogel- und Froschperspektive, Bildeinstellung, Bildverschiebung, Standbild - diese Art des Sehens haben wir uns alle bewusst oder unbewusst angeeignet und wenden sie auf die Art und Weise an, wie wir Bilder produzieren und empfangen, ob als Künstler oder Zuschauer. 1895, das Jahr der ersten öffentlichen und kostenpflichtigen Filmvorführung mit dem Cinématographe Lumière gilt als das Geburtsjahr des Kinos. Doch der ''kinematografische Blick'' entstand bereits vorher. Das 19. Jahrhundert ist das Jahrhundert des Blicks, des Flaneurs und des Beobachters, das Jahrhundert des schweifenden Auges, der Sehmaschinen und der beginnenden ''Spektakularisierung'' der Welt. Wie bildete sich dieser Blick quer durch Malerei, Bildhauerei, Fotografie und die Anfänge des Kinos heraus? Welche Berücksichtigung in diesen unterschiedlichen Medien fanden Bewegung und zeitlicher Rhythmus im Raum? Welche Experimente wurden gemacht, mit dem Ziel, eine ''erweiterte'' Realität zu schaffen? Die Dokumentation beginnt im 19. Jahrhundert, als im Zuge der Industrialisierung die Eisenbahn erfunden wurde, und endet im halbdunklen Kinosaal eines Lichtspielpalastes, der zum Ruhme jener gerade entstehenden Verbindung von darstellender Kunst und Filmkunst erbaut wurde. Mit Claude Monet, den Brüdern Caillebotte, Henri Rivière, den Brüdern Lumière, Alice Guy, Georges Méliès und Max Linder wie auch aus der Sicht von Zuschauern erzählt die Dokumentation die Geschichte der Entstehung des modernen Blicks.
16:9



Programm - Abend

 
19:30 Tatarstan
Infosendung ~45 Min
Die Stimme der Frauen Dokumentation, Deutschland 2020 Regie: Galina Breitkreuz
Wo Ost und West, Europa und Asien, Christentum und Islam aufeinandertreffen, dort liegt Tatarstan: eine autonome Republik der Russischen Föderation, ungefähr 800 Kilometer östlich von Moskau. Obwohl eine große Mehrheit der Bewohnerinnen und Bewohner zum Turkvolk der Tataren gehörte, galten sie früher als Sowjetbürgerinnen und -bürger. Die eigene Sprache und die wichtigen Traditionen der Tataren stellten zu kommunistischen Zeiten kein Erbe dar, das es zu bewahren galt. Heute werden in einigen Dörfern zwar noch Sitten und Gebräuche fortgeführt, doch dies betrifft vor allem die ältere Bevölkerung. Ist die tatarische Kultur dem Untergang geweiht? Firdisa Bakirowa und Elmira Sibgatowa wollen dieses Szenario verhindern. Sie haben es sich zu ihrer Aufgabe gemacht, die Traditionen ihrer Heimat zu schützen und sie an neue Generationen weiterzugeben. Und sie haben Glück: Bald findet das Savantui statt. Das fröhliche Fest stellt das wichtigste Ereignis des Jahres dar und vereint Jung und Alt, Familienmitglieder von nah und fern - eine gute Möglichkeit, das Interesse der Jugend zu wecken. In festlicher Kleidung und mit prächtiger Laune strömen die Menschen gemeinsam auf den Maidan, die Festwiese. Alte Traditionen wie das Pferderennen werden ebenso mit Spannung verfolgt wie das Kuresch, der Ringkampf der Tataren. Bis zum Sonnenuntergang singen und tanzen die Menschen zu tatarischen Liedern. Die Dokumentation gibt tiefe Einblicke in die tatarischen Traditionen und begleitet Elmira und Firdisa bei ihrem wichtigen Vorhaben: Wird es ihnen gelingen, ihre Kultur zu bewahren?
Untertitel16:9
23:35 Dalibor
Musik ~135 Min
Oper, Frankreich, Tschechien 2020 Regie: Jirí Nekvasil Musik: Orchester des Prager Nationaltheaters - Chor des Prager Nationaltheaters - Bedrich Smetana
Auftakt und Abschluss der vergangenen Opernspielzeit des Prager Nationaltheaters bildeten zwei Meisterwerke von Bedrich Smetana. Mit der Auswahl der beiden Stücke verwirklicht die Operndirektion des Hauses eine weitere Etappe ihres Vorhabens, sämtliche Opern des weltberühmten tschechischen Komponisten bis zum Jahr 2024, in dem sich sein Geburtstag zum 200. Mal jährt, auf die Bühne zu bringen. Sowohl ''Dalibor'' als auch die später vollendete Oper ''Libuse'' sind eng mit der Geschichte des Nationaltheaters verbunden. ''Dalibor'' wurde unter Leitung von Smetana selbst am 16. Mai 1868 im Rahmen der Feierlichkeiten zur Grundsteinlegung des Nationaltheaters im Neustädtischen Theater in Prag uraufgeführt. Die für die feierliche Einweihung des Nationaltheaters geschriebene Oper ''Libuse'' wurde in der Folge vor allem zu festlichen Anlässen aufgeführt.Die Geschichte des Ritters Dalibor spielt vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse in der Herrschaftszeit des böhmischen Königs Vladislav II. (1456-1516). Im Mittelpunkt der Oper steht jedoch das Schicksal des Ritters Dalibor, der im Gefängnis derart herzzerreißend Geige spielen lernt, dass sich täglich Menschen um den Gefängnisturm scharen, um ihm zuzuhören - eine Legende, die von zahlreichen Schriftstellern und Chronisten nacherzählt wurde.Josef Wenzig verarbeitete die Rittermär zum deutschen Libretto, das dann von Ervin Spindler ins Tschechische übersetzt wurde. In der romantischen Tragödie sind Leidenschaften die treibenden Kräfte - Dalibors wildes Verlangen, den Tod des Freundes zu rächen, ebenso wie Miladas Entschlossenheit, Vergeltung für den Tod ihres Bruders zu üben. Ihre ursprüngliche Feindseligkeit wandelt sich in tiefe Liebe, die jedoch von den Kräften, die Dalibor zunächst gegen sich selbst gerichtet hatte, zerstört wird.
16:9