arte Programm 23.01.

   
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Was läuft 23.01. im TV-Programm von arte?

Das arte Fernsehprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

am Vormittag    am Nachmittag    am Abend

Programm - Vormittag

 
06:20 Rätselhaftes Stonehenge
Infosendung ~55 Min
(Stonehenge: The Lost Circle Revealed) Die Spur der Steine Dokumentation, England 2021 Regie: Pete Chinn - Peter Chinn
Der Steinkreis von Stonehenge ist weltbekannt - doch um seine Entstehung ranken sich viele Rätsel. Britische Forscherinnen und Forscher brachten in langwieriger Kleinarbeit erstaunliche Erkenntnisse ans Licht. Das wichtigste Ergebnis: Stonehenge wurde anscheinend gar nicht in England erbaut. Ihrer Deutung zufolge gehörten die ältesten Steine des Monuments ursprünglich zu einem noch viel älteren Steinkreis, der weit entfernt vom heutigen Standort errichtet wurde, und zwar im Westen von Wales. Mit modernsten Hilfsmitteln sammelte das Archäologen-Team unter der Leitung von Professor Mike Parker Pearson vom University College London die notwendigen Belege, um die Wissenslücke bezüglich der Blausteine zu füllen. Im Laufe ihrer Untersuchungen gingen die Fachleute jeder Spur nach: von den großen Legenden um den Zauberer Merlin bis hin zu den verschiedenen chemischen Signaturen mikroskopisch kleiner Felsstücke. Durch die Kombination innovativer 3D-Scans mit traditioneller archäologischer Feldforschung und neuartigen Laboranalysen entdeckten die Forscher den Ursprung der Steine. Höchstwahrscheinlich wurden sie bereits 400 Jahre vor ihrer Aufstellung in Stonehenge abgebaut. Für die Archäologen bedeutete es ein jahrelanges Unterfangen, dem Rätsel von Stonehenge auf die Spur zu kommen. Durch ihre Ergebnisse ergeben sich weitere, völlig neue Ansätze für die Erforschung des Monuments, das zum Weltkulturerbe zählt.
16:9
07:30 42 - Die Antwort auf fast alles
Infosendung ~25 Min
Was, wenn es den Staub nicht gäbe? Wissensmagazin, Deutschland 2022 Regie: Andreas Kegel
Staub hat keinen guten Ruf. Ein Leben lang versuchen wir, ihn loszuwerden, doch vergeblich - er kommt immer wieder zurück. Aber was genau ist eigentlich Staub? Er besteht aus allem Möglichen: aus Saharateilchen, die über die Alpen wehen, Salzkristallen aus dem Atlantik, Weltall-Staub von verglühten Sternschnuppen, Reifenabrieb, Hautschuppen, Pollen, Milben, Ruß, Pilzsporen und jeder Menge Fusselteilchen. Es handelt sich also um eine Ansammlung von verrückten Flugobjekten. Verrückt deswegen, weil sich die Teilchen nicht an gängige Naturgesetze halten: Staub segelt, wirbelt und schwebt scheinbar willkürlich in der Gegend umher. Er trotzt den Gesetzen der Schwerkraft und fliegt überallhin - sogar bis ins Weltall. Die größten Staubteilchen sind gerade mal so groß wie ein Punkt. Die kleinsten messen nur Tausendstel Millimeter. Staub ernährt die Welt: Der fruchtbare Lössboden, auf dem Getreide besonders gut wächst, besteht aus Steinzeitstaub. Staubwolken aus der Sahara schenken dem Ozean wichtige Nährstoffe. Auch der Amazonas profitiert von den weit reisenden Staubwolken. Staub ist außerdem unsere Visitenkarte: Jeder Mensch ist von einer ganz persönlichen Staubwolke umgeben. Staub könnte sogar die Erde retten: Ulrike Niemeier vom Max-Planck-Institut für Meteorologie berechnet, wie Schwefeldioxid-Teilchen in der Stratosphäre die Erde ''abkühlen'' könnten, um so der Erderwärmung entgegenzuwirken.
16:9
08:50 Begegnung mit den Meeresvölkern
Infosendung ~30 Min
(À la rencontre des peuples des mers) Tansania: Die Wapemba - Meer Freiheit Staffel 2: Episode 28 Land & Leute, Frankreich 2019 Regie: Pierre-François Didek - Ludovic Fossard - Matthieu Buirette
Die vor der Ostküste Australiens gelegenen Salomoninseln bestehen aus einer Vielzahl kleiner Inseln inmitten des Südpazifiks. Auf der Insel Malaita wohnt in der Langa-Langa-Lagune seit 5.000 Jahren ein Volk gleichen Namens. Wie die Legende berichtet, flohen die Langa-Langa einst vom Festland, um nicht von ihren kannibalischen Nachbarn verspeist zu werden. Auf der Insel mussten sie ganz von vorn anfangen: ihre Identität neu definieren, ihre Sprache verändern und ihren neuen Lebensmittelpunkt gestalten. Im Laufe der Generationen lernten die Langa-Langa, wie man künstliche Inseln anlegt: Mit bloßen Händen schichteten sie unzählige Korallenbrocken aufeinander, die sie eigens dafür aus dem Riff vom Grund der Lagune brachen. Das geschieht noch heute, wenn sich die Familien vergrößern. Marc Thiercelin macht die Bekanntschaft von David und seinem Sohn Francis, zwei Langa-Langa-Fischern, die ihren Lebensunterhalt durch Fischfang in der Lagune bestreiten. Francis steht kurz vor der Hochzeit und muss nun seine eigene Insel anlegen, weil er Platz für die zukünftige Familie braucht. Diese mühselige, viel Geschick verlangende Arbeit erfordert die Hilfe des gesamten Familienverbandes. Bei diesem Aufschichten der Insel entdeckt Marc ein Volk von Baumeistern, das eine uralte, letztendlich lebensrettende Tradition fortsetzt. Marc Thiercelin, Segler mit Leib und Seele, ist kein Ozean der Welt fremd. Für die Reihe „Begegnung mit den Meeresvölkern“ macht er sich auf den Weg zu 20 Völkern, die an Land wie auf dem Wasser gleichermaßen zu Hause sind. Marc Thiercelin teilt den Alltag mit Menschen, die wie er das Meer als ihren natürlichen Lebensraum begreifen. (Text: arte)
16:9
10:40 Söhne der Sonne
Infosendung ~55 Min
Die Inka Staffel 1: Episode 2 Geschichtsdoku, Deutschland 2020 Regie: Gabriele Wengle - Gabriele Wengler
Söhne der Sonne (2/3): Die Inka Sie sind ein kleines Andenvolk. Und doch gelingt es ihnen, in wenigen Jahrzehnten das größte Imperium der damaligen Welt in endlosen Eroberungszügen zu errichten. Die Inka herrschen über mehr als 200 Völker mit etwa zehn Millionen Menschen. Bis die Ankunft spanischer Konquistadoren alles verändern wird. Von einem sagenhaften Goldland ist damals im fernen Europa die Rede. Das weckt fatale Gier, auch bei Francisco Pizarro. Gold - das sind die ''Tränen der Sonne''. So sehen es die Inka. Ausschließlich spirituellen, keinen materiellen Wert hatte für sie das glänzende Edelmetall. Der Tempel der Sonne zu Cuzco war damit ausgekleidet. Eine Aura des Rätselhaften umgibt dieses Volk bis heute. Sie kannten weder Eisen, Rad noch Geld, verfügten über keine Schrift. Schriftliche Zeugnisse ihrer Kultur und Geschichte entstehen erst mit den spanischen Eroberern. Ihren Göttern opfern die Inka auch Menschen - bevorzugt Kinder. In 7.000 Meter Höhe finden Forscher 1999 auf dem Gipfel des heiligen Berges Llullaillaco Opferstätten und die Mumien dreier Kinder, die im Capacocha-Ritual geopfert wurden. Für die Inka waren es Auserwählte, die selbst zu Göttern wurden. Mit modernen Untersuchungsmethoden lassen sich heute die letzten Monate dieser Kinder rekonstruieren. Vor allem in der Endphase des Inkareichs war es zu vielen Opfern gekommen. Bislang unbekannte Seuchen wie Pocken, Masern und Grippe hatten selbst den gottgleichen Inka getötet und ganze Landstriche entvölkert. Thronstreitigkeiten kamen dazu. Aufstieg und Fall eines Riesenreichs - wer war dieses mythenumwobene Volk und warum ging es unter? Der Dreiteiler „Söhne der Sonne“ beleuchtet Aufstieg und Fall der altamerikanischen Imperien von Maya, Inka und Azteken. Diese Hochkulturen brachten in Landwirtschaft, Baukunst und Astronomie bis heute erstaunliche zivilisatorische Leistungen hervor und dominierten den mesoamerikanischen Kontinent über ein Jahrtausend lang.
16:9
11:35 Söhne der Sonne
Infosendung ~50 Min
Die Azteken Staffel 1: Episode 3 Geschichtsdoku, Deutschland 2020 Regie: Sigrun Laste - Anne Holländer - Carsten Obländer
Als blutrünstige Gewaltherrscher, die ihren Göttern mit grausamen Menschenopfern huldigten - so wurden die Azteken lange gesehen. Doch wer waren sie wirklich? Auf einer Insel in einem Salzsee Mexikos gelang den Nomadenkriegern, was vor ihnen keine der dort ansässigen Kulturen geschafft hatte. Sie errichteten eine der größten Städte der damaligen Welt, die Hauptstadt ihres Reichs: Tenochtitlan. Und sie schwangen sich auf zur Supermacht Mittelamerikas. Alles im Aztekenreich war perfekt geregelt: Auf den Märkten sorgten Aufseher für Ordnung, erhoben Steuern und stellten sicher, dass kein Verkäufer seine Kunden betrügt. Öffentliche Gerichte behandelten Adlige und Bürger nach gleichem Recht. Die Schulen standen Jungen und Mädchen aus allen sozialen Schichten offen. Anders als im damaligen Europa achteten die Azteken auf Sauberkeit. Es gab ein Toilettensystem, eine Müllabfuhr und Reinigungskräfte, die täglich die Straßen fegten. In blutigen Feldzügen dehnten die Azteken ihr Reich immer weiter aus. Von den eroberten Stadtstaaten forderten sie hohe Tribute in Form von Nahrungsmitteln, Waren und Sklaven - viele von ihnen endeten als Blutopfer auf den Altären der Aztekenpriester. Beim Templo Mayor machten Archäologen 2015 eine schockierende Entdeckung: Menschenschädel! Sie waren Teil eines riesigen Holzgerüsts, auf dem die Azteken die Schädel zur Schau stellten, nachdem sie den Opfern bei lebendigem Leib das Herz herausgerissen hatten. Die Spanier unter Hernán Cortés fanden daher schnell einheimische Verbündete gegen die Azteken, deren Herrscher Moctezuma sie rasch stürzten. Der Dreiteiler „Söhne der Sonne“ beleuchtet Aufstieg und Fall der altamerikanischen Imperien von Maya, Inka und Azteken. Diese Hochkulturen brachten in Landwirtschaft, Baukunst und Astronomie bis heute erstaunliche zivilisatorische Leistungen hervor und dominierten den mesoamerikanischen Kontinent über ein Jahrtausend lang.
16:9



Programm - Nachmittag

 
12:25 Der Orient-Express
Infosendung ~90 Min
Vintage auf Schienen Dokumentation, Frankreich 2018 Regie: Louis-Pascal Couvelaire
Bereits Ende des 19. Jahrhunderts, noch vor der Gründung Europas, verband der Orient-Express den Okzident und den Orient. Seine Passagiere legten in drei Tagen rund 3.000 Kilometer zurück: von Paris über Wien und Budapest bis nach Varna, später auch von den Alpen über Venedig bis zur Donau und ins Pulverfass Balkan. Er galt als Zug der Könige, Diplomaten, Schriftsteller und anderer legendärer Passagiere wie Mata Hari, Josephine Baker, Marlene Dietrich und Agatha Christie, die sich an Bord zu ihrem ''Mord im Orient-Express'' inspirieren ließ. Mit seinen Schlaf- und Speisewägen bot er einen für damalige Verhältnisse völlig neuartigen Luxus. Von der Einweihungsfahrt 1883 bis zum Ende der Strecke Paris-Istanbul war der Orient-Express ein prunkvoller und ruhmreicher Zug. Doch er erlebte auch Verfall, Revolutionen und Kriege. Als einziger Zug, der den Eisernen Vorhang durchqueren durfte, wurde er während des Kalten Kriegs zum Transportmittel der Arbeiter und Immigranten. Die Dokumentation ''Der Orient-Express - Vintage auf Schienen'' blickt auf beinahe ein Jahrhundert Eisenbahn-Abenteuer zurück und stützt sich dabei auf Erkenntnisse und Berichte von Historikern, Eisenbahn-Restauratoren und -Sammlern. Der Historiker für industrielles Kulturerbe Arthur Mettetal zeigt nicht nur die Hinterlassenschaften des Luxuszuges in Europa, sondern auch Restaurationswerkstätten und 13 ungewöhnliche Waggons, die an der Grenze zwischen Polen und Weißrussland abgestellt und aufgegeben wurden. ARTE schickt den Zuschauer auf eine grenzüberschreitende Reise zwischen Mythos und Realität.
16:9HDTV
15:25 Russisch Roulette
Infosendung ~90 Min
Dostojewski und die Sehnsucht nach dem Westen Dokumentation, Deutschland 2021 Regie: André Schäfer
Im 19. Jahrhundert ist Baden-Baden die heimliche Hauptstadt Europas - jedenfalls im Sommer. Vor allem auf Russen übt die Stadt eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus: für Adel, Diplomaten, Militärs und nicht zuletzt auch für Literaten war die Stadt an der Oos ein Sehnsuchtsort. Baden-Baden gilt als idealer Kurort - und bietet den russischen Gästen außerdem eine Sensation, die im Zarenreich verboten ist: das Spielcasino. Dem Glückspiel ist unter anderem Dostojewskij verfallen. Hier - in ''Roulettenburg'' - spielt er, hier gewinnt er und verliert. Seiner Sucht hat er mit dem Roman ''Der Spieler'' ein spektakuläres Denkmal gesetzt. Auch andere russische Dichter kommen nach Baden-Baden: Gogol, Gontscharow, Tolstoi und Turgenjew, der hier viele Jahre lebt. Turgenjew hat sich vom Osten abgewendet und bewundert den Westen. Dostojewskij dagegen hasst den Westen. In Baden-Baden prallten die beiden Star-Autoren aufeinander. In prachtvollen Bildern erzählt die Dokumentation ''Russisch Roulette'' die Geschichte der Sommerhauptstadt Europas. Mit Hilfe von aufwendigen Neudrehaufnahmen und ausgesuchtem Archivmaterial entfaltet der Film das Panorama einer grandiosen Epoche, der erst durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs ein Ende gesetzt worden ist. Der aus Russland stammende Illustrator Vitali Konstantinov hat für ''Russisch Roulette'' Originalillustrationen geschaffen, die von Kiana Naghshineh animiert wurden. Im Film zu Wort kommen unter anderem: Denis Scheck, Wladimir Kaminer, die Slawistin Elisabeth Cheauré, der französischen Übersetzer André Markowicz und der Dostojewskij-Biograph Andreas Guski.
16:9
17:30 Mozarts Requiem in Salzburg
Infosendung ~55 Min
Konzert, Österreich, Frankreich 2017 Regie: Andy Sommer Gäste: Elisabeth Kulman - Julien Behr - Charles Dekeyser - Genia Kühmeier - Académie équestre nationale du domaine de Versailles
Die Mozartwoche 2017 hat einen einzigartigen Meister seines Fachs mit der szenischen Umsetzung von Wolfgang Amadeus Mozarts Requiem betraut: dem französischen Pferdekünstler und Theatermacher Bartabas und dem Team der Versailler Hofreitschule. 2015 war Bartabas erstmals bei der Mozartwoche zu Gast, um Mozarts Kantate ''Davide penitente'' in der Felsenreitschule in Szene zu setzen, nun widmet er sich Mozarts sakralem Meisterwerk. Die sogenannten Rossballette, ein Zusammenspiel von Musik und tanzenden Pferden, blicken auf eine Tradition zurück, die bis ins 17. Jahrhundert reicht. Das Requiem als Choreographie für Pferde stützt sich auf die bedeutende Rolle der Pferde in den Überlieferungen vieler Kulturen, laut derer sie die Seelen der Verstorbenen ins Jenseits geleiten. Pferde und Menschen, Musik, Bewegung, Licht und Kostüme verschmelzen zu einem poetischen Gesamtkunstwerk. Die einzigartige Atmosphäre der Felsenreitschule stellt jene unkonventionellen Protagonisten ins Rampenlicht, für die diese Stätte vor mehr als drei Jahrhunderten errichtet worden ist: die Pferde. Die Inszenierung bietet eindrucksvolle Bilder aus der Felsenreitschule von einem einzigartigen Zusammenspiel von Mensch, Tier und Musik, mit den Musiciens du Louvre und dem Salzburger Bachchor, dirigiert von Marc Minkowski. Als Solisten treten Genia Kühmeier, Elisabeth Kulman, Julien Behr und Charles Dekeyser auf.
16:9



Programm - Abend

 
20:15 Die Affäre der Sunny von B.
Spielfilm ~110 Min
(Reversal of Fortune) Krimi, USA, Japan, England 1990 Regie: Dan Davis - Barbet Schroeder - Robert Schoreder Autor: Alan M. Dershowitz - Nicholas Kazan Musik: Mark Isham Kamera: Luciano Tovoli
Newport, Rhode Island, Anfang der 1980er-Jahre: Claus von Bülow wird in einem aufsehenerregenden Indizienprozess wegen Mordes zu 30 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass der aristokratische Lebemann seine Frau Sunny durch Insulin-Injektionen in ein irreversibles Koma versetzt hat. Mit Hilfe des renommierten Harvard-Professors Alan Dershowitz geht von Bülow in Revision. Doch selbst sein Anwalt zweifelt bald an der Unschuld seines Mandanten. Der verarmte dänische Aristokrat Claus von Bülow genießt das gute Leben auf Kosten seiner wohlhabenden Ehefrau Sunny und betrügt diese regelmäßig mit Callgirls. Die Ehe gilt längst als zerrüttet, als die tablettenabhängige Sunny in ein Koma fällt. Ihre Kinder aus erster Ehe beschuldigen daraufhin den untreuen Ehemann des Mordversuchs. 1982 wird von Bülow in einem aufsehenerregenden Indizienprozess zu 30 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass der aristokratische Lebemann seiner Frau eine Überdosis Insulin injiziert hat. Durch eine millionenschwere Kaution gelangt von Bülow auf freien Fuß und engagiert den Anwalt Alan Dershowitz, um das Urteil in der Revision anzufechten. Dershowitz ist ein renommierter Harvard-Professor, der sich bislang eher für die Rechte Unterprivilegierter eingesetzt hat. Einige Ungereimtheiten in der Prozessführung wecken jedoch seinen Gerechtigkeitssinn. Da Dershowitz nur zwei Monate bis zur neuen Verhandlung bleiben, rekrutiert er Studenten seines Seminars und rollt mit ihnen den Fall nach allen Regeln der Kunst noch einmal auf. Doch je tiefer er in das Leben seines Mandanten vordringt, desto undurchsichtiger erscheint ihm der unnahbare Aristokrat. Bald beginnt auch er an der Unschuld von Bülows zu zweifeln. Regisseur Barbet Schroeder inszenierte diese packende Mischung aus Gerichtsdrama und Charakterstudie nach dem Tatsachenbericht ''Reversal of Fortune: Inside the Von Bülow Case'', in dem Anwalt Alan M. Dershowitz seine Erfahrungen bei dem Revisionsprozess von 1985 beschrieb. Das Drehbuch stammt von Nicholas Kazan, dem Sohn des US-amerikanischen Meisterregisseurs Elia Kazan. Ein besonderer Kunstgriff des in Rückblenden erzählten Gerichtsdramas ist es, dass die Handlung immer wieder die Perspektive der im Koma liegenden Sunny von Bülow einnimmt und ihre Version der Ereignisse wiedergibt. Regisseur Barbet Schroeder und Drehbuchautor Nicholas Kazan waren 1991 jeweils für einen Oscar nominiert. Hauptdarsteller Jeremy Irons erhielt den begehrten Preis für seine außerordentliche Schauspielerleistung. In weiteren Rollen des Dramas glänzen Glenn Close und Ron Silver.
16:9HDTV
22:05 Julie Andrews
Infosendung ~50 Min
(Julie Andrews: La mélodie de la vie) Unvergessene Mary Poppins Dokumentation, Frankreich 2019 Regie: Yves Riou Moderation: Patrick Weber
Julie Andrews ist vor allem als legendäre Mary Poppins oder als Maria von Trapp in ''The Sound of Music - Meine Lieder, meine Träume'' bekannt. Weniger bekannt ist, dass sie in ihrer britischen Heimat bereits als Kind ein Gesangstalent war und ihre ersten Erfolge 1940 - inmitten der Luftschlacht um England - in der Londoner U-Bahn feierte. Von anfänglichem Lampenfieber geplagt und mit einem Stimmumfang von über vier Oktaven gesegnet, steigt Andrews zum Liebling der britischen Music Halls auf. Dann geht es nach Amerika, wo sie nach ihrem Broadway-Erfolg mit ''My Fair Lady'' zum Musical-Star in Hollywood avanciert. Für ihre erste Filmrolle der Mary Poppins erhält sie einen Golden Globe und einen Oscar. Nach einer Zeit der beruflichen und privaten Rückschläge feiert sie mit dem Film ''Victor/Victoria'' unter der Regie ihres Ehemanns Blake Edwards ein strahlendes Comeback - in einer Rolle, die sie zur Queer-Ikone macht. Die Schauspielerin, die Generationen beglückte, ließ sich nie unterkriegen, auch nicht vom Verlust ihrer Sopranstimme nach einer Operation, der sie sich 1997 wegen ihrer intensiven Bühnentätigkeit unterziehen musste. Ihre scheinbar unerschöpfliche Energie setzte sie in politisches Engagement um und setzte sich für Frauen in der dritten Welt ein. Mit über 80 Jahren begeistert sie ihr Publikum auch heute noch in Fernsehsendungen und als Synchronstimme von Zeichentrickfiguren: eine außergewöhnlich vielseitige und langlebige Karriere. Dieser ereignisreiche Film blickt mit viel Fantasie und Humor auf das Leben von Julie Andrews und entfaltet eine subtile Poesie zwischen Musik, Tanz und dem unverwechselbaren Lachen der Schauspielerin.
16:9