arte Programm 09.07.

   
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Was läuft 09.07. im TV-Programm von arte?

Das arte Fernsehprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

am Vormittag    am Nachmittag    am Abend

Programm - Vormittag

 
00:45 Grüne Hölle
Spielfilm ~95 Min
(Vivace) Drama, Frankreich 2011 Regie: Pierre Boutron Autor: Claire Chevrier Musik: Armand Amar Kamera: Guy Famechon
Grüne Hölle
Pauline und Alex sind überglücklich, fernab von Paris, von Smog und giftigen Umweltgasen. Pauline hatte ihren Ehemann zu diesem Umzug zwar erst überreden müssen, schließlich ist er im Innersten doch ein Stadtmensch, der beruflich viel reist. Doch letztendlich ist auch Alex froh, nun ein ländliches Refugium im südlichen Frankreich bezogen zu haben. Außerdem würde er einfach alles für das Glück und das Wohl seiner Frau tun. Pauline liebt die Natur und erfreut sich wiederum am Wohl der Pflanzen. Das Angebot von Gilles Vasseur, einem Nachbarn und ausgemachten Pflanzenfetischisten, ihr beim Gärtnern ein wenig unter die Arme zu greifen, fällt daher auf fruchtbaren Boden. Sie verbringt viel Zeit mit dem älteren Herrn, der sie mit Gärtnertipps überhäuft. Unangenehm wortkarg wird Gilles allerdings, wenn er - darauf angesprochen - nur kryptisch über seine Frau und deren Tod spricht. Als Gilles Pauline eine seltene tropische Staude schenkt, kann sie ihr Glück kaum fassen. Sie bastelt ein Fotoalbum für ''Gilou'' - wie sie ihre Pflanze liebevoll nennt -, um ihr Gedeihen zu dokumentieren. Bald beginnen sich Paulines Gedanken, ihr gesamter Alltag, nur noch um das grüne Gewächs zu drehen. Die Pflanze verlangt all ihre Aufmerksamkeit, saugt sie und ihre Ehe aus, fordert von ihr alle Lebensenergie ein.
16:9HDTV
02:20 Grünzeug oder Frischfleisch?
Infosendung ~45 Min
(Le goût de la savane) Die Savanne und die Futterfrage Dokumentation, Frankreich 2021 Regie: Ronan Fournier-Christol
Grünzeug oder Frischfleisch?
Die ostafrikanische Savanne gehört zu den artenreichsten Ökosystemen der Welt. In ihr leben annähernd zwei Millionen große Pflanzenfresser, vor allem Gnus, Topi-Antilopen und Elefanten. Die üppige Vegetation bietet ihnen eine umfangreiche Nahrungsgrundlage, doch sie leben unter ständiger Bedrohung durch Beutegreifer: Fleischfresser wie Geparde, Löwen und Leoparden stehen am oberen Ende der Nahrungskette. Sie werden häufig als grausam und dominant wahrgenommen. Doch auch sie sind verletzlich, denn ihr Überleben hängt von ihrer Beute ab. Welche Tierarten sind besser an das Leben in der Savanne angepasst, Pflanzen- oder Fleischfresser? Die Dokumentation zeigt, inwieweit sich das Fressverhalten einer Tierart auf ihre Lebensweise auswirkt, und fördert dabei überraschende Erkenntnisse zutage. So kommt es unter Pflanzenfressern wie den Zebras immer wieder zu heftigen Kämpfen, während Fleischfresser wie Löwen ihre Nahrung unter sich aufteilen und miteinander schmusen. Das Verhalten von Junglöwen kurz nach der Geburt ist weit vom Bild eines ''Königs der Savanne'' entfernt. Dem gegenüber stehen Antilopenkälber, die im selben Stadium bereits äußerst selbstständig und draufgängerisch sind. Die Dokumentation verdeutlicht, dass es in der Natur keine vermeintlich dominanten oder dominierten Tiere gibt. Vielmehr herrscht ein Gleichgewicht, und die wechselseitig abhängigen Tierarten haben sich perfekt an ihre Umwelt angepasst.
16:9HDTV
08:55 Planet der Schafe
Infosendung ~45 Min
Hinaus in die Welt Staffel 1: Episode 1 Dokumentation, Deutschland 2020 Regie: Marvin Entholt
Planet der Schafe
Eine Milliarde Schafe liefern dem Menschen mittlerweile zuverlässig Nahrung und Kleidung. In Mesopotamien wurden Schafe vor etwa 11.000 Jahren zum ersten Nutztier des Menschen. Archäologen folgten ihren Spuren und entdeckten in Äthiopien Hinweise auf die Wanderbewegungen von Mensch und Tier. Schafe sind anpassungsfähig, kommen in fast jeder Klimazone zurecht. Sie lassen Gesellschaften wachsen, werden Kulturbereiter des Menschen und sind bis heute in vielen Teilen der Welt Lebensgarant und Wirtschaftsmotor. An der Seite ihrer Hirten ziehen die Schafe auch gen Europa. Sie gewinnen so sehr an Bedeutung, dass die Wiederkäuer sogar Einzug in Kunst und Religion halten. Und selbst politisch nehmen sie Einfluss: die großen, wetteifernden Seefahrernationen Spanien und England verdanken ihren Reichtum dem Wollhandel. In vielen Ländern haben die Tiere ihre Bedeutung bis heute behalten, die alte Kultur lebt fort: Auf Sardinien gibt es doppelt so viele Schafe wie Menschen, Tausende Hirtenfamilien leben von Milch und Käse. In Nordmazedonien ziehen Schäfer wie vor Jahrtausenden mit ihren Herden über lange Strecken ins Gebirge. Die Wege der Hirten in der Lüneburger Heide mit ihren Heidschnucken sind längst nicht so weit, doch die Bedeutung der Tiere ist groß: Ohne sie wäre der Erhalt der Kulturlandschaft nicht möglich. ''Planet der Schafe'' erzählt die Erfolgsgeschichte der Schafe und besucht Schäfer und Züchter in aller Welt.
16:9HDTV
09:40 Planet der Schafe
Infosendung ~45 Min
Auf in die Zukunft Staffel 1: Episode 2 Dokumentation, Deutschland 2020 Regie: Marvin Entholt
Planet der Schafe
In Europa steht der traditionelle Hirtenberuf vielfach vor dem Aussterben, in der Lüneburger Heide sind nur noch wenige Schäfer mit ihren Heidschnuckenherden unterwegs, um die Kulturlandschaft zu erhalten. Auch in Schottland stirbt die alte Garde der Schäfer aus, aber eine junge, weibliche Generation geht neue Wege, um die traditionelle Kultur der Schafzucht in unser Jahrhundert zu retten. Und auch in Spanien etablieren sich neue Formen der Schafhaltung: Dort bilden Schäferschulen die nächste Generation von Hirten aus. Anderswo lebt noch manche traditionelle Schäferkultur, auf Sardinien ernähren Schafe viele Hirtenfamilien mit ihrer Milch. In Nordmazedonien ziehen Hirten weiterhin mit vielen tausend Tieren ins Gebirge. China geht andere Wege: Dort leben Schafe in Intensivhaltung von Hunderttausenden Tieren, um den Hunger der Bevölkerung zu stillen. Doch vor allem im Kleinen sind vielerorts Lebensqualität und oftmals direktes Überleben des Menschen mit der Existenz des Schafs verknüpft - so wie in Äthiopien, wo Bauern dank weniger Tiere den Schulbesuch ihrer Kinder finanzieren können. Das anspruchslose Schaf ist ein Meister der Anpassung an nahezu jegliche Umweltbedingung - und wird damit wohl auch in einer Welt des Klimawandels eine Zukunft haben. ''Planet der Schafe'' begibt sich auf Spurensuche - bei Schäfern und Züchtern in aller Welt.
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Programm - Nachmittag

 
12:25 Westneuguinea - Eines der letzten Paradiese
Infosendung ~45 Min
(Papouasie, un dernier éden) Im Landesinneren Staffel 1: Episode 2 Naturdoku, Frankreich 2018 Regie: Christine Tournadre Musik: Siegfried Canto
Westneuguinea - Eines der letzten Paradiese
Die Karstlandschaft von Lengguru entstand vor rund elf Millionen Jahren in Folge des Aufeinanderprallens der australischen und der asiatischen Kontinentalplatten. Dabei bildeten sich zerklüftete Berggipfel und steile Abgründe, die seitdem eine nahezu unüberwindbare Barriere darstellen. Die in der Region lebenden Tiere und Pflanzen wurden eingeschlossen. Wie haben sie sich über Millionen Jahre hinweg unter den besonderen Bedingungen weitgehender Isolation an ihre Umgebung angepasst? Haben sie neue Fähigkeiten oder Funktionen entwickelt? Wie haben sich ihre Ernährung, ihr Stoffwechsel und ihr Aussehen verändert? Die Wissenschaftler machen gleich mehrere faszinierende Funde: ein Känguru, das im Wald lebt, eine Grille, die im Gegensatz zu ihren Artgenossen per Ultraschall kommuniziert, und eine letzte Riesentaube aus der Familie der seit Jahrhunderten ausgestorbenen Dodos. Das Lengguru-Massiv hält sein Versprechen: Es ist genau das Paradies der Artenvielfalt, das sich die Forscher erhofften. Doch die natürliche Festung ist keinesfalls unverwundbar. Mittlerweile kommen Touristen auch zu den abgelegensten Orten. Und wenn profitorientierte Bergbauunternehmen erst von den reichen Bodenschätzen erfahren, die hier lagern, wird es nicht lange dauern, bis deren Planierraupen und Bagger anrollen. Um eine Tragödie zu verhindern, sollte die Region schnellstmöglich zum Naturschutzgebiet erklärt werden.
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13:10 Mit dem Zug durch Neuseeland
Infosendung ~45 Min
(Mit dem Zug durch ...) Die Südinsel: Vom Pazifik in die Südalpen Reisereportage, Deutschland 2022 Regie: Tuan Lam
Mit dem Zug durch Neuseeland
Fjorde im Südwesten, Hochgebirge in der Landesmitte und menschenleere Strände an der Westküste - die Südinsel Neuseelands ist ein Naturparadies. Hier überwinden Züge spektakuläre Strecken vom Pazifischen Ozean bis zu den Bergen der Südalpen. Doch der Süden ist auch Erdbebengebiet und nicht überall kommt der Zug hin. Entlang der Ostküste fährt der ''Coastal Pacific'' am Lake Rotoiti vorbei. Im Gletschersee forscht der Biologe Don Jellyman nach Neuseeländischen Langflossenaalen. Es sind meterlange Urtiere, die aus den kalten Tiefen emporsteigen und irgendwann zum Laichen in den tropischen Ozean schwimmen, wo sie spurlos verschwinden. Vorbei an der Kaikoura-Halbinsel fährt der Zug bis nach Christchurch. Im Jahr 2011 legte ein Erdbeben die Stadt in Schutt und Asche. Riki Manuel ist einer der bekanntesten Maori-Holzschnitzkünstler des Landes. In seinen Werken verarbeitet er die Katastrophe und trägt die Geschichte von Generation zu Generation weiter. In Christchurch übernimmt der ''TranzAlpine'' die Führung. Er durchquert die Südalpen, bis er die Westküste erreicht. Hier sind die weißen Strände fast menschenleer. Die Gegend ist schienenfrei, das raue Klima und die isolierte Lage haben die Urlandschaften bewahrt. Seit Generationen werden Hunderte von Rindern zwischen Regenwäldern und steilen Felswänden mit dem Jetboat durch den Gletscherfluss am Arawhata-Tal getrieben. Weiter südlich liegt Fiordland. Der kalte Urwald gilt als eines der am wenigsten erforschten Gebiete der Welt. Ein Bergsteiger soll eine Alpine Eidechse gesehen haben, doch seit der Begegnung fehlt von ihr jede Spur. Das Eisenbahnnetz erstreckt sich auch über die entlegensten Gegenden auf der Welt. Mit einzigartigen Videoaufnahmen von spektakulären Landschaften und Bahnstrecken werden die schönsten Routen vorgestellt.
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13:55 Mit dem Zug durch Neuseeland
Infosendung ~45 Min
(Mit dem Zug durch ...) Die Nordinsel: Das vulkanische Herz Reisereportage, Deutschland 2022 Regie: Tuan Lam
Mit dem Zug durch Neuseeland
Mit ihren sprudelnden Geysiren, dampfenden Seen und aktiven Feuerbergen ist die Nordinsel das vulkanische Herz Neuseelands. Der ''Northern Explorer'' ist der einzige Zug, der durch diese Wildnis fährt. Er verbindet Auckland mit der Hauptstadt Wellington - vorbei an Vulkanen und Urwäldern. Im Norden von Auckland liegt Little Barrier Island, eine Vulkaninsel, die noch so ursprünglich ist wie Neuseeland vor der Besiedlung der Menschen. Nicola Toki, Botschafterin für bedrohte Arten, sucht hier nach der Wetapunga, der größten Heuschrecke der Welt. Nur ein paar Dutzend sollen noch in freier Wildbahn leben. Weiter an der Nordküste erstreckt sich das Reich der Obstbauern. Te Puke ist die Kiwi-Hauptstadt der Welt - und Geoff Oliver einer der ersten Kiwi-Landwirte Neuseelands. Beschädigte Früchte liefert er an benachbarte Viehbetriebe - als nachhaltige Süßigkeit für die Kühe. Kurz vor dem fauchenden Mount Ruapehu, dem größten Vulkan im Tongariro-Nationalpark, hält der Zug in Otorohanga. Die Kleinstadt führt zu den Waitomo Caves, den leuchtenden Höhlen, wo Glühwürmchen mit klebrigen Fäden ihre Brutplätze spannen. Die Inselmitte ist das Kernland der Maori. Hier dampfen geothermale Quellen. Soltice Morrison forscht an den insgesamt 3.800 Seen des Landes, die zunehmend durch Chemikalien und Düngemittel verschmutzt sind. Sie steht für eine neue Maori-Generation und verbindet kulturelle Naturverbundenheit mit ihrer wissenschaftlichen Forschung. Der Zug ist auch ein Symbol für den Fortschritt und Richtungswechsel eines Landes, das sich für die wichtigsten Themen der Zukunft wappnet. Das Eisenbahnnetz erstreckt sich auch über die entlegensten Gegenden auf der Welt. Mit einzigartigen Videoaufnahmen von spektakulären Landschaften und Bahnstrecken werden die schönsten Routen vorgestellt.
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16:05 Die Etrusker, eine antike Supermacht
Infosendung ~95 Min
(Les Etrusques, apogée et déclin) Dokumentation, Frankreich 2020 Regie: Alexis de Favitski
Die Etrusker, eine antike Supermacht
Im Jahr 2019 wird in der korsischen Gemeinde Aléria ein seltener Fund gemacht: ein Archäologenteam entdeckt bei Ausgrabungen an einer römischen Nekropole in einer unterirdischen Grabkammer ein Skelett mit wertvollen Beigaben. Die Grabkammer lässt sich der Zivilisation der Etrusker zuordnen, die vom 9. bis etwa zum 1. Jahrhundert vor Christus über Mittelitalien und einen großen Teil Korsikas geherrscht hat. Das etruskische Volk war eines der mächtigsten und einflussreichsten des Altertums und prägte Kunst, Ingenieurwesen und Kultur des Mittelmeerraumes nachhaltig. Anhand der archäologischen Funde von Aléria und von anderen etruskischen Stätten in Frankreich und Italien entschlüsseln die Archäologinnen und Archäologen in diesem Dokumentarfilm die rätselhafte Geschichte dieses Volkes. Keramik, Schmuckstücke und andere Grabbeigaben geben Aufschluss über die Kultur und Lebensweise der Etrusker. Dabei forscht der Dokumentarfilm auch nach den Gründen für den Niedergang des etruskischen Reiches, dem es nicht gelang, das aufsteigende Rom zurückzudrängen. Ab dem 6. Jahrhundert vor Christus fielen die Städte der Etrusker eine nach der anderen, als letzte fiel Aléria im Jahr 259 vor Christus. An jeder Etappe erläutern Spezialisten die von den Etruskern hinterlassenen Zeugnisse. Karten und 3D-Animationen lassen die Bauten, Tempel und Städte des untergegangenen Volkes wiederauferstehen.
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arte Programm heute Abend 20:15 uhr


Programm - Abend

 
20:15 Das Uhrwerk des Lebens
Infosendung ~55 Min
Geschichte der Kindheit Dokureihe, Deutschland, Frankreich, Schweiz 2021 Regie: Heike Nelsen-Minkenberg - Florian Hartung
Das Uhrwerk des Lebens
Die Kindheit ist die Zeit, in der wir am meisten wachsen - und lernen. Bis in die Pubertät bilden sich Körper und Geist am stärksten aus. Es ist die Zeit der Entdeckungen. Als Kinder bewegen wir uns mit großen Augen durch die Welt. Doch was ist Kindheit eigentlich - und wie sah sie in der Geschichte der Menschheit aus? Wer hat gearbeitet, wer gespielt und wer gelernt? Und war Kindheit schon immer dem ähnlich, was man in der westlichen Welt heute unter Kindheit versteht? Die Dokumentation erzählt von pädagogischen Maßnahmen im antiken Griechenland und von Kindesaussetzungen im alten Rom. Von den ersten antiautoritären Schulen sowie von Kindern, die zu Bischöfen ernannt wurden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Expertinnen und Experten geben erstaunliche Einblicke in die Geschichte der Kindheit und erzählen facettenreich, wie sich das Bild vom Kindsein immer wieder verändert hat. Mit der Aufklärung etwa, mit Rousseau, wandelt sich das Verständnis von Erziehung und Pädagogik grundlegend. Dem Ideal folgend sollen sich Kinder nun erstmals frei entfalten und ihren Neigungen nachgehen. Sie werden nicht mehr als bloßes Objekt der Eltern wahrgenommen. Dieser Theorie zum Trotz ist es immer noch die Kinderarbeit, die vielen ihre Kindheit raubt. Sie wird in Deutschland erst Ende des 19. Jahrhunderts verboten. Von da an haben Kinder in allen gesellschaftlichen Schichten die Chance, sich zu entwickeln. Doch dies gilt selbstverständlich nicht in allen Teilen der Welt - bis heute. Das Wissenschaftsmagazin Terra X beleuchtet vielfältige Themen aus den Bereichen Geschichte, Gesellschaft und Naturwissenschaft. Anhand von anschaulichen Berichten werden spannende Phänomene oder wichtige Ereignisse erklärt.
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21:10 Das Uhrwerk des Lebens
Infosendung ~50 Min
Geschichte des Alters Dokureihe, Deutschland, Frankreich, Schweiz 2021 Regie: Heike Nelsen-Minkenberg - Florian Hartung
Das Uhrwerk des Lebens
Alle wollen alt werden, aber keiner will alt sein. ''Terra X'' möchte wissen, wie wir altern und wie sich der Blick auf das Alter im Lauf der Jahrtausende verändert hat. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Deutschen liegt bei etwa 80 Jahren, Tendenz steigend. Nie gab es mehr Hundertjährige als heute. Wenn Körper und Geist fit sind, genießen die Alten den Herbst des Lebens - fühlen sich jung. Manche verlieben sich sogar noch mal. Ein langes Leben ist ein kostbares Geschenk. Viele Alte sind klug und weise, können andere mit ihrem Erfahrungsschatz bereichern. Das Alter ist aber auch die Zeit, in der die Kraft nachlässt, die Gebrechen zunehmen. Deshalb sehnt sich der Mensch schon immer danach, den Alterungsprozess zu stoppen - der Jungbrunnen ist eine Menschheitsfantasie. In vielen Kulturen werden Alte besonders respektiert und geehrt - in manchen gilt das Alter sogar als idealer Lebensabschnitt. Alte Menschen haben aber auch Ausgrenzung und Diskriminierung erfahren. Und oft müssen sie schuften bis an ihr Ende. Wie altern wir? Wann in der Menschheitsgeschichte galten Männer und Frauen als alt? Und wie sieht die heutige Vorstellung vom Herbst des Lebens aus? Bereits in dem ältesten Werk der Welt, dem Gilgameschepos, geht es um das Alter: Der sumerische König Gilgamesch ist auf der Suche nach dem ewigen Leben und nimmt dafür viele Risiken auf sich. Im antiken Athen ist das Verhältnis zu alten Menschen und dem Altern besonders widersprüchlich. In der griechischen Komödie werden Greise öffentlich verspottet, da ihre unförmigen Körper nicht mehr dem Ideal ihrer Zeit entsprechen. In Sparta wiederum genießen alte Leute Ansehen und Einfluss, da Lebenserfahrung mit Weisheit verbunden wird. Die Römer hingegen ehren ihre Alten - zumindest die alten Männer. Cicero rühmt sie in seinem Werk ''De senectute'', in dem es einzig um das Thema Alter geht. Die Frauen hingegen spüren den Druck, dem gängigen Ideal ''ewiger Jugend'' zu entsprechen, und greifen verzweifelt zu Salben, die aus einem alten Menschen einen jungen machen sollen. Im Mittelalter ist die Welt der Frauen klar geregelt: Wer jung ist und wer alt, erkennt man schon allein an der Kleidung. Und für Ritter gilt: Wer die Waffe nicht mehr sicher führen kann, ist alt und verliert an gesellschaftlichem Ansehen. Doch es gibt in der Menschheitsgeschichte auch Ausnahmen - wie Ramses II. oder den Dogen Enrico Dandolo, der noch mit 95 Jahren ein Heer von Kreuzrittern anführte. Mit der Christianisierung kommt im Mittelalter der Caritas-Gedanke auf, der sich in einer Institution manifestiert: dem Hospital. Es bietet alten Menschen nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch ein sorgenfreies Dasein bis zum Tod. Meistens jedoch müssen Menschen bis zum letzten Tag ihres Lebens arbeiten - bis der Körper nicht mehr kann. Erst mit der Rentengesetzgebung im ausgehenden 19. Jahrhundert tritt der Staat als Fürsorger für die Alten in Erscheinung. Er löst die Familie als Versorger ab und garantiert den Ruhestand. ''Das Uhrwerk des Lebens: Geschichte des Alters'' thematisiert Errungenschaften, die das Leben der Alten grundlegend verändert haben. Die Dokumentation berichtet von neuen Erkenntnissen der Forschung über den körperlichen Alterungsprozess. Dabei tragen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in Interviews dazu bei, Perspektiven und Herausforderungen des Alterns aufzuzeigen und einen neuen Zugang zum Alter zu finden. Beide Folgen der Reihe ''Das Uhrwerk des Lebens'' sind bereits ab Mittwoch, 20. Juli, in der ZDFmediathek unter terra-X.zdf.de verfügbar. Die Folge ''Geschichte der Kindheit'' wird ab Sonntag, 24. Juli 2022, komplett auf youtube.com/c/terra-x zu sehen sein. Das Wissenschaftsmagazin Terra X beleuchtet vielfältige Themen aus den Bereichen Geschichte, Gesellschaft und Naturwissenschaft. Anhand von anschaulichen Berichten werden spannende Phänomene oder wichtige Ereignisse erklärt.
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