TV-Drama, Österreich, Deutschland 2011
Regie: Nikolaus Leytner
Autor: Klaus Richter - Pavel Kohout
Musik: Matthias Weber
Kamera: Hermann DunzendorferTrue

Auf einer luxuriösen Kreuzfahrt kommt es im Indischen Ozean zur schicksalhaften Begegnung zweier Menschen, die sich seit Jahrzehnten nicht gesehen haben. Professor Martin Burian ist ein renommierter Arzt, der Ende des 2. Weltkriegs als tschechischer Regierungsbevollmächtigter unter den verhassten Sudetendeutschen ein Blutbad anrichtete. Dabei kam auch Margarete Kämmerers damaliger Ehemann ums Leben. Als sie erfährt, dass der Mörder ihres Gatten an Bord ist, will sie diesen endlich zur Rechenschaft ziehen. Die exzentrische Millionärin Margarete Kämmerer (Christiane Hörbiger) geht 1990 in Jakarta an Bord eines luxuriösen Kreuzfahrtschiffes. Es ist die letzte Reise der unheilbar Kranken, sie hat Krebs im Endstadium. Ihr Neffe Sigi (Christoph Letkowski) soll nach ihrem Tod die Asche seiner Tante ins Meer streuen - in die lange Welle hinter dem Kiel. Eines Abends weckt in ihr die Stimme eines älteren Herrn am Nachbartisch schmerzhafte Erinnerungen. Die Nachforschungen ihres Neffen bestätigen, dass mit Martin Burian (Mario Adorf) tatsächlich jener Tscheche an Bord ist, der 1945 im Sudetenland viele Deutsche liquidieren ließ - darunter Margaretes erster Mann Sepp Pichler (Michael Steinocher). Um ihren Seelenfrieden zu finden, muss Margarete dessen Mörder richten. Doch Sigi will das Unglück abwenden und weiht Burians Schwiegertochter Sylva (Veronica Ferres) in die Rachepläne seiner Tante ein. Sylva, die von ihrem Mann verlassen wurde und seither Selbstmordgedanken hegt, stellt ihren Schwiegervater zur Rede. Dabei erfährt sie eine ganz andere Version der damaligen Ereignisse: Pichler war ein strammer Nazi, der Burians Bruder auf dem Gewissen hatte. Bei dem Versuch, zwischen den Todfeinden zu vermitteln, kommen Sigi und Sylva einander näher und verbringen die Nacht miteinander. Am nächsten Morgen sind Margarete und Martin spurlos verschwunden. Schuld und Sühne, Liebe und späte Vergebung: Das sind die Themen dieses ungewöhnlichen Melodrams nach dem gleichnamigen Roman des tschechisch-österreichischen Schriftstellers Pavel Kohout. Die Traumschiff-Kulisse täuscht eine Idylle vor: Christiane Hörbiger und Mario Adorf spielen zwei Todfeinde, die sich im Zuge der Auflösung der politischen Machtblöcke im Jahr 1990 ihrer quälenden Vergangenheit stellen. Nikolaus Leytner, mehrfach ausgezeichnet für Ein halbes Leben, inszenierte nach dem Buch von Klaus Richter. Gedreht wurde in Wien und Umgebung sowie in Sri Lanka. Das MDR FERNSEHEN gratuliert Mario Adorf, der am 8. September seinen 85. Geburtstag begeht. (Siehe auch Sa., 05.09., 00:00 Uhr Das Geheimnis im blauen Schloss).