Drama, England, Italien, , USA 2020
Regie: Uberto Pasolini
Musik: Andrew Simon McAllister
Kamera: Marius PanduruTrue

Seit er von seiner Freundin kurz nach der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes verlassen wurde, hat der 34-jährige John (James Norton) sein Leben völlig auf die Betreuung des kleinen Michael (Daniel Lamont) ausgerichtet. Weil er selbst in Waisenhäusern aufgewachsen ist, hat er keine Familie und keine Freunde und ist zurückhaltend im Umgang mit Menschen. Er verdient sein Geld als Fensterputzer und kann Michael im heimischen Belfast nur ein bescheidenes Leben bieten. Sie sind glücklich zusammen, doch John sorgt sich um die Zukunft, seit er weiss, dass er todkrank ist und nur noch wenige Monate zu leben hat. Sorgsam versucht er, diese schwere Last von seinem Sohn fernzuhalten, auch wenn ihm das nicht immer leichtfällt und er mit seinem Schicksal hadert. Er will ihm eine neue Familie finden, die ihn adoptiert und wie einen eigenen Sohn behandelt. So hofft er, dass Michael ihn langsam vergessen kann. Aber weiss er überhaupt, was für Michael das Beste ist oder bei wem er glücklich sein wird? John beginnt zu begreifen, dass er keinen rationalen Entscheid für die Zukunft treffen muss, sondern diesen Weg gemeinsam mit Michael gehen und sich auf dessen Gefühl verlassen kann. Nowhere Special berührt durch seine Zurückhaltung, der italienische Regisseur und Drehbuchautor Uberto Pasolini vermeidet jede Sentimentalität ob dem schwierigen Thema und erzählt leise, aber tief bewegend und gleichzeitig mit melancholischer Leichtigkeit. Als Produzent von Filmen wie The Full Monty (und der gleichnamigen Serie) und Palookaville kennt Pasolini sich im Milieu der sogenannten kleinen Leute aus. Die Idee zu Nowhere Special hatte er nach eigenen Aussagen, nachdem er von einem todkranken Vater gelesen hatte, der vor seinem Tod versuchte, eine neue Familie für seinen Sohn zu finden. Der englische Schauspieler James Norton (Happy Valley, House of Guiness) ist herausragend als John, die wahre Überraschung ist allerdings der vierjährige Daniel Lamont.