arte Programm 23.10.

   
   Was läuft beim TV Sender arte

Was läuft 23.10. im TV-Programm von arte?

Das arte Fernsehprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

am Vormittag    am Nachmittag    am Abend

Programm - Vormittag

 
05:00 Claudia Cardinale
Infosendung ~50 Min
(Claudia Cardinale, die italienische Filmdiva) Die italienische Filmdiva Dokumentation, Frankreich 2019 Regie: Emmanuelle Nobecourt - Erwan Bizeul Autor: Stanislas de Haldat Musik: Jean Poulhalec
Sie galt als Ikone mediterraner Weiblichkeit. Doch seit ihren ersten Rollen in den frühen 60er Jahren hat Claudia Cardinale das Frauenbild im Film völlig verändert. Betörend und scheu, sinnlich und doch keusch, feminin und doch burschikos - innerhalb von wenigen Jahren ist die italienische Schauspielerin zu einem neuen Sexsymbol geworden. Immer wieder wurde sie mit Brigitte Bardot verglichen. Sie war Alain Delons betörend schöne Geliebte in ''Der Leopard'' und die sexy Heldin in Sergio Leones Western-Klassiker ''Spiel mir das Lied vom Tod''. Fellini und Visconti machten sie zu ihrer Muse. Ihr Leinwanddebüt hatte sie 1958 in dem Film ''Goha'' an der Seite von Omar Sharif. Sie spielte weitere kleinere Rollen, bis ihr 1960 mit ''Bel Antonio'' und 1962 mit ''Hörig'' der endgültige Durchbruch gelang. In den 60er Jahren zählte Cardinale neben Sophia Loren und Gina Lollobrigida zu den führenden Filmdiven Italiens. Als Tochter eines Sizilianers und einer Französin wuchs Claudia Cardinale in Tunis auf. Eigentlich wollte sie Lehrerin werden, doch die Teilnahme an einer Misswahl 1957 brachte die Wende: Als ''schönste Italienerin von Tunis'' gewann sie eine Reise zu den Filmfestspielen von Venedig, wo sie von dem Produzenten Franco Cristaldi entdeckt wurde. Zunächst schlug sie alle Angebote aus. Lange musste sie vor der Öffentlichkeit verbergen, dass sie eine ledige Mutter ist. Das Kino wurde schließlich zu ihrer Rettung. Ihr Sohn Patrick soll, wie die Schauspielerin in ihren Memoiren bekannte, die Folge einer Vergewaltigung sein. Auf der Berlinale 2002 erhielt Claudia Cardinale den Goldenen Bären für ihr Lebenswerk. Als UNESCO-Botschafterin kämpft die italienische Schauspiellegende bis heute gegen häusliche Gewalt und für Frauenrechte.
16:9
11:45 Der Blob
Infosendung ~55 Min
(Blob, un génie sans cerveau) Schleimiger Superorganismus Dokumentation, Frankreich 2019 Regie: Jacques Mitsch Autor: Laurent Mizrahi Musik: Valentine Mitsch
Science-Fiction für Realisten: ''The Blob'' erobert die Leinwand - und die Labore! In einem B-Movie von 1958 taucht die Bezeichnung zum ersten Mal auf. Der Blob, eine außerirdische Schleimmasse, bedroht die Erde mitsamt ihren Bewohnern. Diese Horrorfilm-Kreatur dient als Vorlage für den Spitznamen eines sehr realen Organismus, der auch wie nicht von dieser Welt zu sein scheint: Physarum polycephalum. Dieser Blob ist weder Tier noch Pflanze - und ein Alien erst recht nicht. Denn er lebt seit fast einer Milliarde Jahre auf diesem Planeten. Das macht ihn zu einer der ältesten Lebensformen - und zu einer der einfachsten: Der Blob besteht nämlich aus nur einer einzigen Zelle. Doch hinter seiner einfachen Fassade verbergen sich unglaubliche Fähigkeiten. Der Einzeller hat weder Augen noch Mund noch Magen noch Füße - und doch sieht, verdaut und geht er. Auch ohne Gehirn ist er in der Lage, komplexe Probleme zu lösen, den kürzesten Weg in einem Labyrinth zu finden und Informationen zu speichern und weiterzugeben. Der Blob ist zwar ein einzelliger Organismus; er besitzt aber viele identische Zellkerne, die zusammen eine Riesenzelle bilden. Das macht den Einzeller mit bloßem Auge sichtbar - und damit zu einem beliebten Forschungsobjekt für Wissenschaftler auf der ganzen Welt. Sie präsentieren die unglaublichen Fähigkeiten des Blobs und stellen ein wissenschaftliches Arbeitsfeld vor, in dem Intelligenz nichts mit Gehirnen zu tun hat. Jacques Mitsch hat mit seinem Film ein bemerkenswertes Porträt über ein außergewöhnliches Wesen geschaffen. Unterstützt wurde er dabei von Audrey Dussutour, einer Wissenschaftlerin, die erst vor kurzem die erstaunlichen Fähigkeiten dieses Evolutionswunders aufdeckte.
16:9



Programm - Nachmittag

 
12:40 Im Königreich der Pilze
Infosendung ~50 Min
(The Kingdom: How Gungi made our world) Dokumentation, Australien, Kanada 2017 Regie: Annamaria Talas
Pilze existieren seit Anbeginn des irdischen Lebens. Sie sind weder Pflanze noch Tier und nicht von Sonnenlicht und Luft abhängig. Pilze ''fressen'' Steine, so bildet sich Boden, auf dem Pflanzen wachsen können. Voraussetzung für die Veränderung der Atmosphäre und für die Evolution der Tiere. Auch nach dem letzten Massenaussterben überlebten Pilze. Die unentdeckten Kräfte der Pilze könnten den Menschen helfen, auf dem zunehmend vergifteten, erschöpften und sich erwärmenden Planeten zu überleben. Pilze sind die Überlebenskünstler der Natur, die einfallsreichsten und erfolgreichsten aller Lebewesen. Sie wachsen in den eisigen Temperaturen der Antarktis und gedeihen an den Wänden des Reaktors von Tschernobyl. Sie sind auf Nahrungsmitteln, in den Lungen von Menschen und Tieren, und auch die Haut ist mit ihnen bedeckt. Einige Pilzsporen können Millionen von Jahren inaktiv bleiben, ohne zu sterben. Die Sporen von Pilzen sind quasi überall. Viele davon sind für Säugetiere sehr nützlich. So hat die Hefe den Menschen mit Brot und Bier das Überleben erleichtert. Andere Pilze können allerdings zu einer ernsten Bedrohung werden, denn es werden immer wieder mysteriöse Krankheiten bekannt, die von Pilzsporen verursacht werden. Die Dokumentation beschreibt, wie Pilze entstehen, sich gegen Naturgewalten behaupten und die Welt sogar gestaltet haben. Ein besseres Verständnis für das Überleben von Pilzen könnte es der modernen Medizin ermöglichen, neue Medikamente zu entwickeln. So, wie Penizillin auf einen Schimmelpilz zurückgeht, könnte auch die nächste Generation von Antibiotika aus Pilzen hervorgebracht werden.
Untertitel16:9



Programm - Abend

 
18:35 Marokkos Amazonen
Infosendung ~45 Min
Dokumentation, Deutschland 2019 Regie: Ute de Groot
Einmal im Jahr verwandelt sich der Turnierplatz in Médiouna in der Nähe von Casablanca in einen Traum aus 1001 Nacht. Die Fantasia, das ''Spiel des Pulvers'', hat begonnen. Über 500 Reiter gehen an den Start, um eine mehr als 2.000 Jahre alte Kriegstechnik ihrer Vorfahren zu zelebrieren. Seit jeher waren Männer die Hüter dieser Tradition. Jetzt ändern Frauen die Regeln. Die marokkanische Gesellschaft verändert sich, und Frauen erobern langsam ihren Platz in allen Bereichen der Gesellschaft. Afrae Ben Bih ist 25 Jahre alt und lebt in der Nähe von Rabat, der Hauptstadt Marokkos. Schon als Kind hat sie von ihrem Vater das Reiten gelernt und ihre Leidenschaft für Fantasias entdeckt. Mit viel Herzblut, harter Arbeit und der Unterstützung ihrer Eltern gründete Afrae mit 18 Jahren ihre erste weibliche Reittruppe und stellte sich ihren Kritikern. Doch nur wenige Mitstreiterinnen sind von diesem Team übrig geblieben. Mit der Heirat haben viele Frauen aufgehört, den Reitsport auszuüben. Über soziale Netzwerke knüpfte Afrae Kontakte und es entstand eine neue Truppe. Sanaa El Moustache ist eine der wenigen im Team, die nicht aus einer Reiterfamilie stammt und die Pferdetradition von der Familie übernehmen konnte. Lange Zeit hat sie das Reiten vor ihren Eltern sogar geheim gehalten. Die Dokumentation begleitet Afraes Team bei der Vorbereitung und Teilnahme an einer Fantasia. Er lässt die Familien, Wegbegleiterinnen, Teamkolleginnen und Männer aus der Szene zu Wort kommen und nimmt die Zuschauer mit in eine Welt voller maskuliner Rituale und Jahrmarktstimmung.
Untertitel16:9
19:40 GEO Reportage
Infosendung ~35 Min
(360° - Geo Reportage) Tradition am Steilhang - Die Schweiz und ihre Wildheuer Reportagereihe, Frankreich, Deutschland 2020 Regie: Anja Reiß
Im Schweizer Kanton Uri pflegen die Bauern an den fast senkrechten Steilhängen eine gefährliche Tradition: das Wildheuen. Seit Jahrhunderten mähen sie hier in den Alpen das Gras für ihre Tiere auch oberhalb der Weiden. Dafür braucht es vor allem Kondition und absolute Trittsicherheit. Doch es lohnt sich, denn Wildheu ist extrem gesund für die Tiere, das regelmäßige Mähen hält die Wiesen frei von Wildwuchs und ist obendrein ein Schutz vor Lawinen. Hoch über dem Vierwaldstättersee beginnt jeden August ein gefährliches Abenteuer: die Saison der Wildheuer.Sepp Herger ist von Kindesbeinen an mit seinen Eltern auf der Alm, ein anderes Leben kann er sich kaum vorstellen. Vor acht Jahren hat er sich eine eigene Bergweide im Kanton Uri gekauft, hier lebt er den Sommer über mit seiner Frau Andrea - in 1.500 Meter Höhe. Die beiden hüten dort oben 80 Kühe, haben eine eigene Ziegenzucht, sind Käsebauern und nicht zuletzt Wildheuer. Die schwer zugänglichen Wildheuwiesen, liebevoll ''Wildi'' genannt, sind voller Kräuter und Blumen, das Heu ist nährstoffreich und regelmäßiges Mähen sorgt dafür, dass die Flächen frei von Wald bleiben und damit auch sicher vor Lawinen.Dafür zahlt der Kanton seinen Bauern sogar Geld - doch das Wildheuen bleibt nicht nur körperlich mühsam, sondern ist vor allem extrem gefährlich. Der Tag im Sommer beginnt früh für Sepp und seine Frau. Nachdem die Kühe im Freien, direkt auf der Alm, gemolken wurden, geht es für Andrea in die eigene Käserei und für Sepp auf die Wildi. Nicht nur, dass er das Heu der Wiesen überwiegend von Hand mäht, er muss es auch zu 80 Kilogramm schweren Ballen binden - allein sechs Tonnen wurden es in diesem Sommer. Auf noch steileren und höher gelegenen Wiesen kommt auch schon mal schweres Gerät zum Einsatz: Mäher und Helikopter. Ein Abenteuer ganz in der Tradition der Schweizer Bergbauern - und das vor einer atemberaubenden Kulisse. Rund um die Welt gibt es spannende Stories, die es zu erzählen lohnt. Journalisten reisen mit der Kamera um den Globus, um die besten Geschichten zu finden und für die Zuschauer zu dokumentieren. Fündig werden sie sowohl in abgelegenen Gegenden, aber auch in großen Städten – überall gibt es Abenteuerliches und Interessantes zu entdecken. Natürlich spielen vor allem auch die Menschen der jeweiligen Gebiete ein große Rolle.
Untertitel16:9