arte Programm 29.01.

   
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Was läuft 29.01. im TV-Programm von arte?

Das arte Fernsehprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

am Vormittag    am Nachmittag    am Abend

Programm - Vormittag

 
00:10 Tracks
Musik ~35 Min
Alex de la Iglesia / Michaela Stark / Alexis Langevin-Tétrault Kulturmagazin, Deutschland, Frankreich 2022
Alexis Langevin-Tetrault Alex de la Iglesia Michaela Stark Tiny Trucks (1): Alex de la Iglesia Für den spanischen Comiczeichner und Kultfilm-Regisseur Alex de la Iglesia gehören Horror und Komik zusammen wie das Amen und die Kirche. Als Ehrengast beim Straßburger Festival du Film Fantastique plauderte das Enfant Terrible des spanischen Kinos aus seinem Leben: die Kindheit unter Franco, die Begegnung mit Almodovar, die Begeisterung für Philosophie und alles, was mit Regeln bricht. (2): Michaela Stark Michaela Stark macht es sich am liebsten in Fettpolstern gemütlich. Seit 2018 verwandelt die in London lebende Künstlerin und Modedesignerin ihren Körper in teils sinnlich, teils monströs geformte Skulpturen. Mit Unterwäsche, Schnüren und absurd verformenden Korsetts bringt die Australierin ihren Bauchspeck voll zur Geltung. Dieses ''Body Morphing'' ist weit mehr als simple Selbstakzeptanz. (3): Tiny Trucks Warum mit Vollgas durch die Gegend brettern, wenn man auch mit ferngesteuerten LkWs im Größenverhältnis 1:14 fahren kann? Dank der Demokratisierung von Kleinstmotoren, 3D-Druckern und 3D-Modellierungssoftwares, können mittlerweile unzählige Hobbytruckerinnen und -trucker ihre Tanklaster, Schwermaschinen oder Kettenbagger im Miniformat nachbauen. ''Tracks'' war zu Gast beim Festival der Mini Trucks in Saint Rambert d''Albon im Departement Drôme: Hier findet alle zwei Jahre das größte Treffen für ferngesteuerte LkWs und Mini-Schwermaschinen statt. (4): Alexis Langevin-Tetrault: Dieser 37-jährige Künstler aus Quebec lässt seine Gitarre im Schrank, um die unendliche Welt der neuen Technologie zu erforschen. Dabei hat das Allround-Genie mehr Angst vor einem Stromausfall als vor einer Ideenblockade. Mit umgebauten alten oder neuen Instrumenten verwandelt er in seinen interaktiven audiovisuellen Performances, die zwischen Experimentalkonzert und Videokunst, Analog und Digital, Planung und Improvisation oszillieren, Bewegung in abstrakte Klänge und Lichtspiele.
16:9
05:55 Prinz Eugen und das Osmanische Reich
Infosendung ~55 Min
Mehr als nur Feinde Staffel 1: Episode 1 Geschichte, Frankreich, Österreich 2014 Regie: Heinz Leger Autor: Martin Betz Musik: Erwin Kiennast Kamera: Philipp Kaiser - Harald Mittermüller
''Prinz Eugen und das Osmanische Reich'' erzählt parallel die Geschichte von Prinz Eugen und der osmanischen Sultansmutter Gülnus. Bereits zu Lebzeiten ist Prinz Eugen von Savoyen in Wien eine Legende: reich an politischem Einfluss und berühmt als erfolgreicher Feldherr. Dabei hatte er es anfangs nicht leicht: Verschmäht vom französischen König, ist der 19-Jährige Hals über Kopf aus Frankreich geflohen. Dort hatte man den kleinwüchsigen, in seiner Jugend vernachlässigten Prinzen lediglich für den geistlichen Stand vorgesehen. Doch schon bei der Befreiung Wiens von den Türken beweist der junge Savoyer Mut, wird kurz darauf mit einem Regiment belohnt. Die Türken werden von da an sein ''liebster Feind''. Als es 1697 bei Zenta zu einer Entscheidungsschlacht zwischen kaiserlichem und osmanischem Heer kommt, startet Prinz Eugen einen Überraschungsangriff und schlägt den zahlenmäßig übermächtigen Gegner vernichtend - der Beginn einer beispiellosen Karriere. Doch der Prinz ist nicht nur ein glänzender Militärstratege, er ist auch ein Kosmopolit, stets auf der Suche nach neuen Errungenschaften. Ebenso wie die Habsburger gehören im 17. Jahrhundert auch die Osmanen zu den Supermächten. Die Sultane versuchen ihren Einfluss in Südost- und Mitteleuropa auszuweiten, werden aber im Inneren des Reiches von Unruhen erschüttert. Die Sultansmutter Gülnus bildet dabei den ruhenden Pol, stiftet wohltätige Einrichtungen und fördert kulturelle Vorhaben. Nach Jahrzehnten der Kriege beginnen Habsburger und Osmanen einander zu respektieren und sich in Kultur, Mode, Technik und Wissenschaft zu beeinflussen.
16:9
06:50 Prinz Eugen und das Osmanische Reich
Infosendung ~55 Min
Tage der Entscheidung Staffel 1: Episode 2 Geschichte, Frankreich, Österreich 2014 Regie: Heinz Leger Autor: Martin Betz Musik: Erwin Kiennast Kamera: Philipp Kaiser - Harald Mittermüller
''Prinz Eugen und das Osmanische Reich'' erzählt parallel die Geschichte von Prinz Eugen und der osmanischen Sultansmutter Gülnus. Bereits zu Lebzeiten ist Prinz Eugen von Savoyen in Wien eine Legende: reich an politischem Einfluss und berühmt als erfolgreicher Feldherr. Dabei hatte er es anfangs nicht leicht: Verschmäht vom französischen König, ist der 19-Jährige Hals über Kopf aus Frankreich geflohen. Dort hatte man den kleinwüchsigen, in seiner Jugend vernachlässigten Prinzen lediglich für den geistlichen Stand vorgesehen. Doch schon bei der Befreiung Wiens von den Türken beweist der junge Savoyer Mut, wird kurz darauf mit einem Regiment belohnt. Die Türken werden von da an sein ''liebster Feind''. Als es 1697 bei Zenta zu einer Entscheidungsschlacht zwischen kaiserlichem und osmanischem Heer kommt, startet Prinz Eugen einen Überraschungsangriff und schlägt den zahlenmäßig übermächtigen Gegner vernichtend - der Beginn einer beispiellosen Karriere. Doch der Prinz ist nicht nur ein glänzender Militärstratege, er ist auch ein Kosmopolit, stets auf der Suche nach neuen Errungenschaften. Ebenso wie die Habsburger gehören im 17. Jahrhundert auch die Osmanen zu den Supermächten. Die Sultane versuchen ihren Einfluss in Südost- und Mitteleuropa auszuweiten, werden aber im Inneren des Reiches von Unruhen erschüttert. Die Sultansmutter Gülnus bildet dabei den ruhenden Pol, stiftet wohltätige Einrichtungen und fördert kulturelle Vorhaben. Nach Jahrzehnten der Kriege beginnen Habsburger und Osmanen einander zu respektieren und sich in Kultur, Mode, Technik und Wissenschaft zu beeinflussen.
16:9
10:00 Geschichte schreiben
Infosendung ~45 Min
(Faire l''histoire) Der gelbe Stern - Symbol der Ausgrenzung Staffel 2: Episode 19 Geschichtsmagazin, Frankreich 2020 Regie: Tamara Erde - Jean-Dominique Ferrucci
Der ''Gelbe Stern'' steht heute wie kaum ein anderes Symbol für die Ausgrenzung, Verfolgung, und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland in den Jahren 1933 bis 1945. Der gelbe Stern wurde im Zweiten Weltkrieg von den Nationalsozialisten als Zwangskennzeichen für Personen eingeführt, die nach den Nürnberger Gesetzen von 1935 im Sinne des ''Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre'' (Nürnberger Gesetze) als Juden definiert worden waren. Das Kennzeichen wurde am 1. September 1941 mit der ''Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden'' beschlossen und ermöglichte, seine TrägerInnen für die damals beginnenden planmäßigen Deportationen in die von den Nationalsozialisten eingerichteten Ghettos und Vernichtungslager zu identifizieren. Der gelbe Stern wurde als ''Judenstern'' zur sichtbaren Maßnahme der Durchführung des Holocausts. Der Geschichte eines so unheilvollen Symbols nachzugehen, erfordert eine methodisch präzise Recherche, will man Ausmaß und Systematik gänzlich erfassen. Die auf die Sozialgeschichte des Holocaust spezialisierte französische Historikerin Claire Zalc zeigt anhand von Archivmaterial, Bildern und Zeitzeugenberichten, wie Menschen zur Verfolgung und Vernichtung bestimmt wurden, aber auch, wie die Verfolgten das Bewusstsein für diese unrechtmäßige Stigmatisierung weitergaben, zuweilen bis über den eigenen Tod hinaus. Was hat die Lottokugel mit der Politik des mittelalterlichen Venedigs zu tun? Enthielten Reisepässe schon immer Personenbeschreibungen? Und seit wann isst man in China mit Stäbchen? Im neuen Magazin „Geschichte schreiben“ begeben sich Historikerinnen und Historiker auf Spurensuche und finden spannende Stories rund um Gegenstände, die Teil unserer Geschichte geworden sind.
16:9
10:45 Cuisine Royale
Infosendung ~25 Min
Auf Schloss El Rincón Staffel 3: Episode 10 Dokureihe, Deutschland 2016 Regie: Friederike Schlumbom - Stefan Pannen
In Toledo, der Heimat der Familie von Carlos Falcó, Marqués de Griñón, finden in der Semana Santa, der Karwoche, große Prozessionen statt. Mitglieder der Bruderschaften tragen dann geschmückte Christus- und Marienfiguren durch die Gassen. Begleitet wird die Karwoche von speziellen Fastenmahlzeiten. Direkt nach Ostern lädt der erfolgreiche Oliven- und Weinproduzent, Autor und Kunstmäzen Carlos Falcó gemeinsam mit seiner Tochter Xandra Gäste aus der Kulturwelt Spaniens zu einem Galadiner auf sein Schloss El Rincón ein. Für sie zaubert der Starkoch Adolfo Muñoz Gerichte, die das prämierte Olivenöl des Marqués zur vollen Entfaltung bringen. Carlos Falcó ruht sich nicht auf seinen Adelstiteln aus. Der Agraringenieur, Sachbuchautor, Kunstkenner und erfolgreiche Wein- und Olivenölproduzent brachte heimlich neue Rebsorten nach Spanien und erfand neue Bewässerungsmethoden, für die er erst belächelt wurde. Heute sind seine Weine weltberühmt, und sein Olivenöl steht immer wieder an der Spitze einschlägiger Bestenlisten. Xandra Falcó, Marquesa de Mirabel, ist das älteste der fünf Kinder des Marqués sowie dessen Geschäftspartnerin. Sie besitzt ein Faible für spanische Feinschmeckerprodukte und ist Mitglied der Real Academia de Gastronomía. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Jaime de Carvajal y Hoyos hat sie drei Töchter. Dem gebürtigen Toledaner und Starkoch Adolfo Muñoz wird nachgesagt, dass er das Beste aus 40 Nationen in seinen Gerichten kombiniert. Zahlreiche Preise hat er für seine Küche erhalten und ist Mitglied der Jury des Kochwettbewerbs Bocuse d''Or.
16:9



Programm - Nachmittag

 
12:55 Jenseits der Alpen
Infosendung ~55 Min
Am Lago d''Iseo Staffel 1: Episode 5 Naturdoku, Deutschland, Österreich 2020 Regie: Rosie Koch
Diese Episode der Dokumentationsreihe erzählt Geschichten vom Lago d''Iseo. Von wilden Wetterkapriolen heimgesucht, zeigt der im Spätherbst seine sprichwörtlichen 1.000 Gesichter. Das Drehteam hat Mühe, rechtzeitig zwischen T-Shirt, Regen- und Winterjacken zu wechseln, filmt aber begeistert die grandiosen Lichtstimmungen und die letzten Zugvögel, die über die Alpen ins Tal kommen. Ein gefährlicher Zwischenstopp, denn die Vogeljagd ist hier noch in vollem Gange. Vogelschützer Andrea Rutigliano hat alle Hände voll zu tun. Auf Monte Isola, der Insel in der Seemitte, stellt der Klimawandel Kleinbauern vor neue Herausforderungen. Die Olivenernte ist so schlecht, dass der Ertrag nur für den Eigenbedarf ausreicht. Von jeglichen Wetterwechseln gänzlich unberührt geht eine Forschungsexpedition den mysteriösen Wasserwegen einer neu entdeckten Karsthöhle auf den Grund. Die Kraft des Wassers hat nicht nur die Bueno-Fonteno-Höhle, sondern auch die wundersamen Formationen der Pyramidii di Zone geformt. Und ein großer Fluss schuf einst eine Halbinsel aus Geröll, das er aus den Bergen in den See verbrachte. Darauf steht heute eine Eisenfabrik, während im ehemaligen Flussbett ein artenreicher Naturpark entstand. All das ist typisch für den Iseosee - wo Wildnis und Zivilisation in enger Nachbarschaft existieren und zu einer Einheit verschmelzen.
16:9
14:45 Rule, Britannia? Das gespaltene Königreich und der Brexit
Infosendung ~50 Min
Weltmacht im Wandel Staffel 1: Episode 1 Dokureihe, Deutschland 2020 Regie: Sebastian Bellwinkel
''Get Brexit done!'' Der mit der Politikberaterin Carrie Symonds frisch verheirate britische Premierminister Boris Johnson hat sein Ziel erreicht: Großbritannien wurde von der Europäischen Union geschieden. Wie konnte es so weit kommen? Der Zweiteiler ist eine unterhaltsame Zeitreise in die britische Vergangenheit. Es geht um den britischen Glauben an die eigene Souveränität und Überlegenheit. ''Die psychologischen Folgen des Zweiten Weltkriegs und auch das Empire-Erbe haben natürlich ihre skeptische Haltung zu Europa geprägt'', sagt Tory-Urgestein Michael Baron Heseltine. Er überließ - als er als Baron dem House of Lords angehörte - Boris Johnson seinen Wahlkreis Henley-on-Thames und erzählt von Margaret Thatcher, der ''Eisernen Lady'' und Premierministerin von 1979 bis 1990. So wie sie denken viele Briten - noch immer. Ihr Slogan ''Take back control'', mit dem die ''Leave''-Kampagne beim Referendum 2016 eine knappe Mehrheit gewinnen konnte, spielt auf den vermeintlichen Ruhm des Weltreichs an. Dessen Erbe lastet schwer auf der multikulturellen Gesellschaft, in der viele Menschen Vorfahren haben, die einst aus den Kolonien ins britische Mutterland eingewandert sind. Die Dokumentation deckt Mythen und Fehleinschätzungen der britischen Politik auf. Unter anderem lehnte die Nachkriegsregierung von Clement Attlee, der Sir Winston Churchill mitten in der Konferenz von Potsdam als Premier ablöste, die Teilnahme an der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl ab. Diese war die Keimzelle der heutigen EU. ''Die Dinge hätten sich völlig anders entwickelt, wenn wir die Einladung angenommen hätten'', urteilt Lord David Hannay, einst britischer Diplomat in Brüssel, Washington D.C. und New York. Der Unternehmer und Cognac-Produzent Jean Monnet, ''Vater Europas'', plante eigentlich eine französisch-britische Achse. So aber entstand das französisch-deutsche Führungsduo.
16:9
15:35 Rule, Britannia? Das gespaltene Königreich und der Brexit
Infosendung ~55 Min
Land der Gegensätze Staffel 1: Episode 2 Dokureihe, Deutschland 2020 Regie: Sebastian Bellwinkel
''Get Brexit done!'' Der mit der Politikberaterin Carrie Symonds frisch verheirate britische Premierminister Boris Johnson hat sein Ziel erreicht: Großbritannien wurde von der Europäischen Union geschieden. Wie konnte es so weit kommen? Der zweiteilige Dokumentarfilm deckt die historischen Gründe mit einer unterhaltsamen Zeitreise in die britische Vergangenheit auf. Der zweite Teil zeigt, dass die radikale Privatisierungspolitik in Zentralengland von Margaret Thatcher, Premierministerin von 1979 bis 1990, bis heute nachwirkt. Zuerst der verlorene Arbeitskampf der Kohlekumpel, dann die plattgemachte Stahlindustrie - zahlreiche Regionen sind bis heute abgehängt. ''Punkrock verdankt Thatcher eine ganze Menge'', sagt der britische Musiker und Filmemacher Don Letts, dessen Eltern aus der früheren Kronkolonie Jamaika in das Königreich kamen. Er drehte die Videos der Rockband The Clash, die die Wut ihrer Generation musikalisch artikulierten. Nach 18 Jahren konservativ-reaktionärer Regierung der Tories kam mit Sonnyboy Tony Blair ''New Labour'' 1997 an die Macht und zog in die Downing Street ein. ''Ich war froh, als er gewählt wurde, und ahnte schon am nächsten Morgen: Das wird ein Desaster'', so blickt Kolumnistin, Radio-Autorin und Schriftstellerin A. L. Kennedy zurück. Die Hoffnung auf eine Sozialdemokratie, die sich wirklich um die Arbeiterklasse kümmert, verflog schnell. Die Dokumentation nimmt den Zuschauer mit in die Zeit von Sex Pistols und Oasis, von ''No Future'' bis ''Cool Britannia''. Ein Premierminister, der Popstar spielt: Tony Blair empfängt im Amtssitz Downing Street 10 Showgrößen wie den Musiker Noel Gallagher der Band Oasis. ''Das war nicht cool, das war beschämend! Politiker sonnen sich in deiner Kreativität und geben vor, sie wären es selbst. Mir wird schlecht, wenn ich an ''Cool Britannia'' denke'', schimpft DJ-Legende und Radio-Moderator Eddie Piller. Auch New Labour ließ den Banken und der Finanzbranche freie Hand, was letztlich zum großen Crash 2008 führte und die Spaltung der Gesellschaft verschärfte und zementierte.
16:9
16:30 Wer ist Boris Johnson?
Infosendung ~55 Min
(Inside Boris Johnson''s Mind) Dokumentation, Frankreich 2020 Regie: Alice Cohen
Seine Persona ist eine subtile Mischung aus Kennedy, Kardashian und Monty Python. Für viele ist er der klamaukige, Trump-affine und protektionistische Populist. Aber Boris Johnson ist viel mehr. Er absolvierte Eton und Oxford, ist hochintelligent, freisinnig und ein echter EU-Experte. Hinter der Maske eines lustigen Clowns verbirgt er den anerzogenen elitären Snobismus der britischen Oberschicht und ein von Geltungssucht zerfressenes Ego. Wie konnte dieser Mann vom Hofnarren zum politischen König aufsteigen? Ist die Verwandlung des Boris Johnson als Metapher für die des ganzen Vereinigten Königreichs zu deuten? Eine komfortable Parlamentsmehrheit, eine uneinige Opposition, losgelöst von der EU - Boris Johnsons Regierung musste ganz auf sich allein gestellt durch die Coronakrise manövrieren. Während noch über die Scheidungskonditionen mit der EU verhandelt wurde, wurde die Pandemie zur Feuerprobe für das von den anderen 27 Staaten getrennte Land. Die Bilanz: Eine der höchsten Zahlen an Corona-Todesopfern weltweit, aber auch eine der schnellsten Impfkampagnen. Zwischen dem Armdrücken mit Brüssel, dem schottischen und irischen Abspaltungsvorhaben und dem Ziel eines Freihandelsabkommens mit den USA steht Premierminister Boris Johnson vor einer Reihe maßgeblich wichtiger politischer Entscheidungen, die nicht nur die Weichen für das Vereinigte Königreich im nächsten Jahrzehnt stellen, sondern auch für die Europäische Union. Wächst Boris Johnson hinter seiner Clownsmaske in die Statur eines echten Staatsmannes hinein oder fährt er sein Land an die Wand? Ist er der Totengräber des Vereinigten Königreichs oder die historische Figur, die ihm sein Ansehen zurückgibt? Der Film zeichnet das Porträt Boris Johnsons, um über den Menschen seine Politik zu beleuchten und die bedeutsamen Entscheidungen aufzuzeigen, die er zu treffen hat.
16:9



Programm - Abend

 
18:35 Chiles kleine Papagenos
Infosendung ~45 Min
(Chiles kleine Papagenos - Mit Musik in eine neue Gesellschaft) Geigen für die Versöhnung Reisemagazin, Deutschland 2019 Regie: Lourdes Picareta
In den Bergdörfern Südchiles, in der Region Araukanien, träumen Kinder von einer besseren Zukunft, weil sie klassische Musikinstrumente erlernen dürfen und hoffen, damit ihrem Elend zu entkommen. Stolz halten sie Geigen, Cellos, Klarinetten, Saxophone in ihren Händen, Instrumente, die sie, bevor es die mobile Musikschule Papageno gab, nicht einmal kannten. Die zehnjährigen Antonella, Max und Vania, aber auch Vanias jüngerer Brüder Axel und Rodrigo: Sie alle wollen inzwischen eines Tages Musiklehrer werden. Rodrigo ist gerade mal sechs Jahre alt und trägt seine Viertelgeige wie einen Schatz überallhin, auch zwei Stunden zu Fuß über den Berg, auf dem beschwerlichen Weg von der Schule nach Hause. Die drei Geschwister sind Kinder eines einfachen Holzfällers. Ein Großteil der Kinder aus den Bergdörfern gehört dem Volk der Mapuche an, der Ureinwohner Chiles. Seit Jahrhunderten kämpfen sie für ihre Rechte, gegen Landenteignung und Diskriminierung. Gerade ihnen öffnet das Projekt und die Stiftung Papageno ein Fenster zur Welt. Die Idee dazu hatte ein Tenor aus Österreich, der sich in die Landschaft in Südchile verliebt hatte und dafür seine Weltkarriere aufgab. Bereits 1.850 ''kleine Papagenos'' haben von der Stiftung ein Instrument und kostenlosen Unterricht bekommen, und das sei nur ein Anfang, sagt der Stiftungsgründer. In dieser märchenhaften Region der Vulkane und der Seen, im Land der Mapuche, wo heute zugewanderte Großgrundbesitzer das Sagen haben, sind Geigen inzwischen zu einem Hoffnungsträger geworden - der Hoffnung auf Versöhnung! Länder – Menschen – Abenteuer ist eine Dokumentationsreihe von SWR Fernsehen, WDR Fernsehen und NDR Fernsehen. Seit 1975 werden 45-minütige Dokumentationen über fremde Kulturen produziert, pro Jahr etwa 12 bis 15.
16:9
21:45 Spurensuche
Infosendung ~55 Min
Neue Methoden der Forensik Dokumentation, Deutschland 2021 Regie: Anna Pflüger
Mit der Entdeckung der DNA-Analyse fand wohl die wichtigste Revolution in der Kriminalgeschichte statt. Gleichzeitig markierte der Durchbruch eine wichtige Veränderung in der Kriminalistik. Es wurde deutlich, dass über Polizei und Staatsanwaltschaft hinaus noch eine weitere Berufsgruppe entscheidende Hinweise zur Aufklärung von Verbrechen liefert: die Wissenschaft. Heute sind es vor allem forensische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, von denen man hört, wenn es um neue Methoden der Kriminalistik geht. Lorna Dawson hat sich auf die Untersuchung des Bodens spezialisiert. Ist doch der Waldboden genauso individuell wie ein Fingerabdruck. Blutspurenmuster geben viel mehr Informationen preis, als es auf den ersten Blick scheint. Philippe Esperanca kann sogar unsichtbare Blutspuren wieder sichtbar machen. An der Frankfurter Rechtsmedizin arbeitet der Entomologe Jens Amendt mit Fliegen und deren Larven. Schon lange hilft die Untersuchung der Lebewesen, die sich auf Leichen befinden, bei der Feststellung des Todeszeitpunkts. Doch Amendt entwickelt die Methode weiter. Relativ neu ist die Pollenanalyse in Europa. Pollen sind überall und geben demzufolge Auskunft darüber, wer in der Nähe einer Leiche war, wo der Mensch vor seinem Tod zuletzt war, oder zu welcher Jahreszeit jemand verstorben ist. Durch die lange Haltbarkeit der Pollen bleiben sogar Tausende Jahre alte Spuren bis heute konserviert. So hilft die Wienerin Martina Weber mit der Pollenanalyse bei der Aufklärung von aktuellen Verbrechen, ebenso wie bei der historischen Aufarbeitung der Ereignisse in Pompeji.
16:9