arte Programm 02.07.

   
   Was läuft beim TV Sender arte

Was läuft 02.07. im TV-Programm von arte?

Das arte Fernsehprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

am Vormittag    am Nachmittag    am Abend

Programm - Vormittag

 
05:20 Kunst? Für Beifahrer
Infosendung ~55 Min
(Roundabout Art) Dokumentation, Deutschland 2019 Regie: Udo Vieth Kamera: Christophe Poulles
Kunst? Für Beifahrer
Die erste Begegnung verläuft immer flüchtig: Es muss schnell gehen, bremsen, runterschalten und eine Entscheidung treffen: ''Erste rechts? Oder zweite? Moment mal, was ist das denn? Eine monströse Büroklammer?'' Und schon ist das rätselhafte Objekt wieder im Rückspiegel verschwunden. Die Rede ist vom Kreisverkehr und seiner Kunst in Form von schwebenden Wasserhähnen, gläsernen Giganten oder sich spiegelnden Schnecken. Kreisverkehre erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, sind sie doch sicherer, günstiger und wartungsärmer als Ampelkreuzungen. Frankreich ist Europas Spitzenreiter mit knapp 50.000 Kreisverkehren, Tendenz steigend. In all diesen Kreiseln entsteht ein neuer, ungenutzter Raum, ein öffentlicher Raum, der danach verlangt, gestaltet zu werden. Der Film begibt sich kreiselnd durch Europa und entdeckt Kreisverkehre in Frankreich, der Schweiz, auf Lanzarote und in Griechenland, wo wir den documenta-Künstler Costas Varotsos mit seinen gläsernen Giganten treffen. Der französische Meister der Kreiselkunst, Jean Luc Plé, stellt uns seine volkstümlichen Kunstwerke in Form von kreuzenden Segelbooten, leuchtenden Früchten oder riesigen Insekten vor. Im Schweizer Kanton Aargau treffen wir die Kunst-Kuratorin Friederike Schmid, die eine Verkehrskreisel-Typologie entworfen hat, und auf Lanzarote stehen wir vor den anmutigen, aber tonnenschweren Windspielen des Malers, Bildhauers und Architekten Cesar Manrique. Kurzweilig und humorvoll führt ''Kunst? Für Beifahrer'' in eine Welt, die täglich vor uns liegt, die wir aber bislang kaum kennen.
16:9HDTV
06:15 Autos im Sozialismus
Infosendung ~55 Min
(The Cars of Socialism) Freiheit auf vier Rädern Dokumentation, Bulgarien, Deutschland 2019 Regie: Georgi Bogdanov - Boris Missirkov Musik: Dalibor Grubacevic
Autos im Sozialismus
Während des Kalten Krieges existierte in nahezu jeder Familie im Ostblock ein lang ersehntes, heiß geliebtes, innig gepflegtes und glänzend poliertes Auto. Dieser Film zeigt die spektakuläre Geschichte sozialistischer PKW anhand ausgewählter Erzählungen, die stets auch mit einer Brise Humor von den Ereignissen und Nöten der Zeit berichten. Zu dieser gehört auch das Automobil als Mittel zum Zweck gegen den imperialistischen Klassenfeind: Das Propagandainstrument Auto diente den meisten kommunistischen Ländern als Symbol ihres technologischen Fortschritts und mindestens der Gleichwertigkeit, aber eigentlich Überlegenheit ihres eigenen Systems. So fuhren denn auch nicht wenige Familien im Westen einen Lada, Wartburg, Moskwitsch, Trabant, Skoda oder Zaz. Allerdings geht es in der Dokumentation nichts so sehr um bestimmte Marken, einzelne Modelle oder Automobilwerke, als vielmehr darum, was es bedeutete im Osten ein Auto zu besitzen: die sozialistischen Propagandaträume und die harte Lebensrealität dieses Traums; die Freiheit, die diese langsamen und klobigen Fahrzeuge ihren Besitzern vermittelten; die Autos als Instrument in der Schlacht des Kalten Krieges; Legenden und eigenhändiges Aufmotzen als Versuch, sich zumindest ein wenig von der Menge abzuheben. Zärtliche Erinnerungen, aufrechte Liebe und wunderliche Anekdoten gepaart mit einzigartigem Archivmaterial machen diesen Film zu einer spektakulären Fahrt in die Geschichte und Gegenwart sozialistischer Auto-Kultur. (VPS-Datum: 04.07.2022)
16:9HDTV
07:10 Die Seele ist ein Vogel
Infosendung ~55 Min
(Les enfants de Cro-Magnon) Die meisterlichen Höhlenmalereien der Cro-Magnon-Menschen Dokumentation, Frankreich, Belgien 2018 Regie: Peter Anger
Die Seele ist ein Vogel
Der moderne Mensch ist der Nachfahre des Cro-Magnon-Menschen. Wer waren diese Menschen, die noch keine Schrift kannten, aber in Höhlen ihre meisterhaften Wandmalereien hinterließen? Wer waren die Künstler und was war der Grund dafür, dass sie malten? Einige Forscher nehmen an, dass manche der Zeichnungen im Rahmen einer Religion schamanischer Ausprägung entstanden sein könnten. Im Schamanismus symbolisieren Vogeldarstellungen den Tod der menschlichen Seele. Welche Vorstellungen hatten die Cro-Magnon-Menschen vom Tod und welche Rituale gab es, um den Verstorbenen zu begleiten? Die Dokumentation begibt sich auf die Spur des Geheimnisses jener Höhlenmalereien, die erste Zeugnisse menschlicher Spiritualität sein könnten. Wissenschaftler, Historiker und Forscher wie Jean Clottes, Marcel Otte, Marc Groenen, Catherine Schwaab und Hubert Reeves sowie die bildenden Künstlerinnen Valérie Mathias und Aurélia Teixeira bringen dem Zuschauer die Cro-Magnon-Menschen, ihre Denkweise und Weltauffassung näher. Gemeinsam mit den Experten geht es nach Frankreich in die Höhlen von Niaux, Chauvet und Lascaux sowie nach Spanien in die Grotten von Altamira und El Castillo. Die Cro-Magnon waren die ersten Menschen, die existenziellen Fragen in symbolischen Malereien Ausdruck verliehen. Sie hinterfragten ihre Stellung in der Welt, reflektierten bereits über das Leben und den Tod und gaben so ihren Glaubensvorstellungen künstlerische Gestalt.
16:9HDTV
08:35 GEO Reportage
Infosendung ~55 Min
(360° - Geo Reportage) Die Zedernuss, die Königin der Taiga Reportagereihe, Frankreich, Deutschland 2019 Regie: Gordian Arneth
GEO Reportage
Der Altai, gelegen im Vierländereck von Russland, Kasachstan, China und der Mongolei: Das Gebirge ist bis heute nur wenig erschlossen. Die Menschen leben verstreut in den umliegenden Tälern. Im September bereiten sie sich auf die Zedernussernte vor. Zu ihnen gehört auch die Familie von Aronat Bakchukow. Zusammen mit seinem Vater, seinem Bruder und dem Schwager geht es dann für mehrere Wochen in die Berge, um dort die Zapfen direkt aus den Bäumen zu holen. Dafür nehmen die Männer mitunter halsbrecherische Aktionen in Kauf und klettern bis in die Spitzen der Zedern. Das macht die Arbeit gefährlich: Sibirische Zedern mit ihren Zapfen sind extrem harzig, die Äste dünn, ihre Nadeln zum Glück aber nicht sehr spitz. Die Männer müssen schnell sein. Nachbarn und Saisonpflücker aus anderen Regionen sind ebenfalls unterwegs und machen ihnen die Ernte streitig. Außerdem fallen die Temperaturen Anfang September in diesen Höhen vor allem nachts schon unter den Gefrierpunkt. Für Aronat gibt es in diesem Jahr noch einen weiteren Grund, sich anzustrengen: Der 24-Jährige möchte im Anschluss an die Ernte ein Praktikum in einer der nussverarbeitenden Firmen in der Großstadt Nowosibirsk absolvieren. Es wäre sein erster Ausflug hinaus aus seinem Heimatdorf. Von dem verdienten Geld möchte sich Aronat einen sehnlichen Wunsch erfüllen: endlich ein eigenes Pferd kaufen. Doch wird er nach dem Ausflug in die moderne Stadt überhaupt in sein Dorf zurückkehren wollen? Rund um die Welt gibt es spannende Stories, die es zu erzählen lohnt. Journalisten reisen mit der Kamera um den Globus, um die besten Geschichten zu finden und für die Zuschauer zu dokumentieren. Fündig werden sie sowohl in abgelegenen Gegenden, aber auch in großen Städten – überall gibt es Abenteuerliches und Interessantes zu entdecken. Natürlich spielen vor allem auch die Menschen der jeweiligen Gebiete ein große Rolle.
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09:30 GEO Reportage
Infosendung ~55 Min
(360° - Geo Reportage) Ankaras gerettete Bücher Reportagereihe, Frankreich, Deutschland 2018 Regie: Gordian Arneth - Cuini Amelio Ortiz
GEO Reportage
''Früher habe ich mich nie für Bücher interessiert, aber seit es die Bibliothek gibt, lese ich gern!'', gibt ein Müllmann unumwunden zu und meint damit jene Ausleihstation, die er und seine Kollegen seit einigen Jahren auf dem firmeneigenen Betriebshof betreiben. Angefangen hatte alles vor zwei Jahren, als die Männer begannen, für den Abfall bestimmte, jedoch gut erhaltene Bücher auszusortieren und aufzubewahren. Tausende von Büchern kamen so über die Zeit zusammen, bis speziell vom Unternehmen abgestellte Archivare begannen, die Werke zu sortieren und zu kategorisieren. Die so eingerichtete Bibliothek sollte ursprünglich nur den Müllmännern zu einem kostengünstigen Freizeitvergnügen verhelfen. Allerdings wurde es schnell zu einem großen Erfolg, so dass der Müllhof seine Tore auch anderen Interessierten öffnete. Seitdem kommen regelmäßig sogar Schulklassen, um zwischen ''Harry Potter'' und Biografien des türkischen Staatsgründers Atatürk nach neuem Lesestoff zu suchen. Mittlerweile haben sich so viele Werke angesammelt, dass das Unternehmen einen eigenen Bücherbus baut, mit dem die Angestellten über die Dörfer fahren wollen, um den dortigen Bewohnern die Chance auf neue Lektüre zu geben. Mit derartigen Aktionen hat sich das Müllunternehmen einen guten Ruf in Ankara erarbeitet, einer Stadt, die in Hinsicht Modernität und landesweiter Beliebtheit immer noch weit hinter dem hippen Istanbul rangiert. Die Menschen hier fühlen sich ihren Traditionen verpflichtet, zu denen besonders die Taubenzucht gehört. Auch viele Müllmänner frönen dieser Leidenschaft und wetteifern darum, welche der Tauben schöner, gewandter oder schneller ist. Damit sind sie der Beweis, dass sich Tradition und Moderne nicht ausschließen müssen und man das Beste von beiden Seiten übernehmen kann. Rund um die Welt gibt es spannende Stories, die es zu erzählen lohnt. Journalisten reisen mit der Kamera um den Globus, um die besten Geschichten zu finden und für die Zuschauer zu dokumentieren. Fündig werden sie sowohl in abgelegenen Gegenden, aber auch in großen Städten – überall gibt es Abenteuerliches und Interessantes zu entdecken. Natürlich spielen vor allem auch die Menschen der jeweiligen Gebiete ein große Rolle.
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Programm - Nachmittag

 



arte Programm heute Abend 20:15 uhr


Programm - Abend

 
18:35 Die Flößer vom Ägerisee
Infosendung ~45 Min
(Die letzten Flößer vom Ägeri) Dokumentation, Deutschland 2021 Regie: Anja Reiß
Die Flößer vom Ägerisee
Die Motorsägen sind weit über den Ägerisee hinaus zu hören - ein Knacken, und schon fällt ein Baum. Donnernd schlittern die Stämme den steilen Hang hinab und tauchen in den See ein. Beim sogenannten Reisten können die Stämme bis zu hundert Stundenkilometer erreichen. Bleiben sie dennoch im Unterholz hängen, greifen die Forstarbeiter mit Spitzhacke, Winde oder Seilzug ein und bringen die bis zu zehn Tonnen schweren Bäume wieder in die richtige Position. Mit einem Motorboot nehmen die Förster die Stämme auf dem See in Empfang und überführen sie zur Zwischenlagerung in windstille Buchten. Dann erst beginnt der Bau des Floßes. Karl Henggeler erstellt mit seinem Försterkollegen Roman Merz aus den mächtigsten Stämmen einen Rahmen in Dreiecksform. Diesen füllen sie mit den restlichen Hölzern auf. Mit Drahtseil, Ketten und Haken werden sie aneinander befestigt. Dabei balancieren die Förster auf den glitschigen, sich gelegentlich drehenden Stämmen geschickt mit ihren Flößerhaken und positionieren das Holz an die gewünschte Stelle. Vor einem Sturz ins kalte Nass ist hier trotz Übung und Erfahrung niemand ganz gefeit. Voraussetzung für das Übersetzen des Floßes ist eine windstille Wetterlage. Doch der Föhn verhindert in diesem Jahr vorerst die geplante Überfahrt. Es ist das Abenteuer, das nur alle vier bis fünf Jahre stattfindet. Im Oktober und November des Jahres 2021 war es wieder so weit. Längst lockt die Überfahrt auch Schaulustige und Touristen an, die das seltene Spektakel begleiten.
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21:05 Die Kelten
Infosendung ~55 Min
(The Celts: Blood, Iron & Sacrifice) Kampf um Gallien Staffel 1: Episode 2 Geschichtsdoku, Deutschland, England 2016 Regie: Johannes Geiger - Heike Schmidt Autor: Alexander Emmert Musik: Andy Hopkins
Die Kelten
Die Kelten (2/3): Kampf um Gallien Cäsar marschiert im 1. Jahrhundert vor Christus in Gallien ein. Sein Ziel: die Unterwerfung aller keltischen Stämme. Doch Vercingetorix gelingt es, die gallischen Stämme gegen Rom zu einen. Sieben Jahre dauert Roms Kampf um Gallien. Die letzte große Schlacht wird 52 vor Christus von Cäsar und seinen Truppen geschlagen, vor der Stadt Alesia. Die Festnahme des Keltenfürsten Vercingetorix besiegelt das Schicksal der freien Kelten auf dem Kontinent. Im Jahr 58 vor Christus wendet sich der Volksstamm der Helvetier an den Befehlshaber der römischen Provinz Gallia Narbonensis. Sie wollen von ihm die Erlaubnis, durch dessen Herrschaftsgebiet zu ziehen. Zu diesem Zeitpunkt konnte noch keiner ahnen, dass dies der Anfang vom Ende der keltischen Unabhängigkeit auf dem Kontinent sein würde. Sieben Jahre zieht sich der anschließende ''De bello Gallico'', der ''Gallische Krieg'' hin, in dessen Verlauf Cäsar einen Keltenstamm nach dem anderen unterwirft. Doch im Jahr 52 vor Christus gelingt es dem Arvernerfürsten Vercingetorix, die Kelten gegen Rom zu einen. Für eine kurze Zeit sieht es so aus, als hätten die Kelten Erfolg. Doch die Hoffnung, dass ihre Kultur überleben könnte, die in Deutschland so beeindruckende Zeugnisse wie das Grab des Fürsten von Hochdorf oder die Großsiedlung in Manching hervorgebracht hat, erfüllt sich nicht. Die Kelten, von denen überliefert ist, dass sie ihre Gegner den Göttern opfern, finden in Cäsar einen unerbittlichen Gegner. Als sich Vercingetorix mit seinen Kriegern in der Festung Alesia verschanzt, schließt Cäsar sie mit umfangreichen Belagerungswerken ein. Als nach 30 Tagen die Nahrungsmittel ausgehen, sendet der Kelte Frauen, Kinder und Alte aus der Stadt. Doch Cäsar lässt die Familien seines Feindes zwischen den Fronten verhungern. Die anschließende Schlacht, bei der sich das Kriegsglück ständig wendet, dauert vier Tage. Erst dann gelingt es den Römern, die Kelten zu schlagen. Vercingetorix zieht sich in die Stadt zurück und ergibt sich am darauffolgenden Tag. Damit ist der Aufstand beendet und ganz Gallien befriedet - zumindest bis an den Rhein.
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22:00 Die Kelten
Infosendung ~55 Min
(The Celts: Blood, Iron & Sacrifice) Aufstand der Königin Staffel 1: Episode 3 Geschichtsdoku, England, Deutschland 2016 Regie: Johannes Geiger - Heike Schmidt - Michael Lachmann Musik: Andy Hopkins
Die Kelten
Die Kelten (3/3): Aufstand der Königin Im 1. Jahrhundert nach Christus gibt es nur noch auf den Britischen Inseln eine freie keltische Kultur. Unter Königin Boudicca kommt es zum letzten großen Aufstand der Kelten gegen die Römer. Als die Römer 43 nach Christus mit der Eroberung Britanniens beginnen, wird das Land von diversen keltischen Stämmen bewohnt. Einige schließen Bündnisse mit den Römern. Als Rom diese Bündnisse missbraucht, ruft die Keltenkönigin Boudicca zum Aufstand. Bereits Cäsar unternahm Mitte des 1. Jahrhunderts vor Christus einen Vorstoß nach Britannien. Doch erst Kaiser Claudius gelingt es 43 nach Christus, den Südosten Englands einzunehmen. Einige Stämme, darunter die Icener, gehen mit den Römern Bündnisse ein. Als Prasutagus, der König der Icener, im Jahr 60 nach Christus stirbt, wird seine Frau Boudicca von den römischen Besatzern gedemütigt. In der Folge gelingt es ihr, einen Großteil der Stämme gegen die Römer zu einen. Während der römische Befehlshaber sein Heer nach Nordwesten zu einem Feldzug gegen die Druiden führt, verwüsten die Kelten unter Boudiccas Leitung Camulodunum, die älteste römische Stadt in Britannien, sowie die dazugehörige Veteranenkolonie. Im weiteren Verlauf bleibt Königin Boudicca der Sieg jedoch verwehrt. Die Römer schlagen die Aufständischen vernichtend. In der Folge unterwerfen sich die Kelten der römischen Herrschaft, doch Teile ihrer Kultur haben in Schottland, England, Irland und der Bretagne bis heute überlebt.
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23:45 42- Die Antwort auf fast alles
Infosendung ~30 Min
(42 - Die Antwort auf fast alles) Wissensmagazin, Deutschland 2022 Regie: Roland Schenke
42- Die Antwort auf fast alles
Fast alles, was wir essen, kommt heute aus Ackerbau und Viehzucht. Felder, Weiden und Ställe bedecken den größten Teil der Landfläche der Erde. Eine Welt ohne Landwirtschaft können wir uns kaum vorstellen. Doch vielleicht müssen wir trotzdem nach Alternativen suchen. Denn Landwirtschaft ist einer der größten Treiber für eine Multikrise. Eine Kombination von Artensterben, Klimawandel, Bodendegradation und wachsender Weltbevölkerung, die ohne revolutionäre Veränderungen der Landwirtschaft kaum zu stoppen ist. Könnte zelluläre Landwirtschaft ein Teil dieser Revolution werden? Lebensmittel, die nicht aus Pflanzen oder Tieren stammen, sondern aus großen biotechnologischen Anlagen? Also Bioreaktoren, eine Art Hightech-Braukessel, in denen lebende Zellen sich unter optimalen Bedingungen rasant vermehren. Für Fleisch gehen diese Verfahren gerade in die großtechnische Anwendung, für Milchprodukte und Fisch steht das kurz bevor. Noch größeres Potenzial sehen Forscherinnen und Forscher bei pflanzlichen Zellen. Diese lassen sich einfacher vermehren als tierische Zellen - und das kann prinzipiell jede Pflanzenart. Im Labormaßstab funktioniert schon die Produktion von Beerenmus, Kaffee oder sogar Holz. Müssen wir uns an den Gedanken gewöhnen, dass unser Essen in Zukunft komplett aus Bioreaktoren kommt? So schnell wahrscheinlich nicht, denn die Technik ist teuer, kompliziert - und im Fall von Fleisch - energieaufwendig. Für Produkte mit mieser Ökobilanz wie Avocados oder Kaffee könnte es sich aber lohnen. Sollten wir post-landwirtschaftlichen Revolution eine Chance geben, auch wenn dadurch nur ein Teil der Ställe und Äcker überflüssig wird?
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