arte Programm 06.02.

   
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Was läuft 06.02. im TV-Programm von arte?

Das arte Fernsehprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

am Vormittag    am Nachmittag    am Abend

Programm - Vormittag

 
02:00 GEO Reportage
Infosendung ~35 Min
(360° - Geo Reportage) Die Lowrider-Ladies von L.A. Reportagereihe, Frankreich, Deutschland 2021 Regie: Carolin Reiter
Der kultige Motorsport ist vor allem Hobby der ''Chicanos'', wie sich die Bevölkerung mit mexikanischen Wurzeln selbst nennt. Während andere Autos immer höher gelegt wurden, legten sie ihre Karosserien derart tief, dass sie den Asphalt zu berühren scheinen. Hydraulikmotoren von Müll-Lastern waren die Inspiration der ersten Lowrider, ihre Wagen auch in schiefe Lagen zu bringen oder sogar springen zu lassen. Die ''First Class Ladies'' gehören zu den ersten Frauenclubs in der Szene. Die sechs Mitglieder wollen das Image der Lowrider aufpolieren, denn die tätowierte Menge mit den schrägen Autos ist vielen suspekt. Der Club will Gutes tun und sammelt Spenden für die Obdachlosen von L.A. Gladys Ramos hingegen geht ihren ganz eigenen Weg. Die 43-Jährige hat es auch satt, sich von Männern Vorschriften machen zu lassen. Sie will das ''Hoppen'' unbedingt lernen, auch wenn das nicht einfach wird. Die 28-jährige Jazmin Lopez ist noch viel provokanter: Die Mutter zweier Kinder lässt bereits ihren Wagen beachtlich hoch springen. Es kracht und knarzt dabei - nicht selten fliegen durch die Wucht des Hüpfens Teile durch die Luft. Ein schräger Freizeitspaß, bei dem immer wieder auch mal Batterien explodieren oder Autos brennen können. Rund um die Welt gibt es spannende Stories, die es zu erzählen lohnt. Journalisten reisen mit der Kamera um den Globus, um die besten Geschichten zu finden und für die Zuschauer zu dokumentieren. Fündig werden sie sowohl in abgelegenen Gegenden, aber auch in großen Städten – überall gibt es Abenteuerliches und Interessantes zu entdecken. Natürlich spielen vor allem auch die Menschen der jeweiligen Gebiete ein große Rolle.
16:9
03:55 28 Minuten
Infosendung ~46 Min
(28 minutes) Bürgerkrieg im Libanon / Nationale oder europäische Souveränität? Magazin, Frankreich 2022 Moderation: Elisabeth Quin
Nationale oder europäische Souveränität? Bürgerkrieg im Libanon Bürgerkrieg im Libanon: Fragmente der Erinnerung zusammenfügen Joana Hadjithomas und Khalil Joreige sind zwei vielseitige Künstler, Fotografen, Filmemacher und Bildhauer. Das im Libanon geborene und von den zahlreichen Bürgerkriegen in ihrer Heimat traumatisierte Paar verließ seine akademische Laufbahn und wandte sich der Kunst zu, um die Vergangenheit und die Spuren besser hinterfragen und die zeitgenössische Geschichte aus einem neuen Winkel beleuchten zu können: ''Wir interessieren uns für die Vergangenheit, um unsere Gegenwart zu leben. Wir reaktivieren sie.'' Das Künstler-Duo stellt nun einen neuen Film (''Memory Box'') vor, der von Briefen, Heften und Kassetten inspiriert ist, die Joana während des Krieges an einen nach Frankreich ausgewanderten Freund geschickt hat. Mit diesem Werk beginnt das Paar eine Arbeit zur Erinnerung an das Beirut der 1980er Jahre, wo Exil, Korruption, Unsicherheit und Wirtschaftskrise an der Tagesordnung waren und an die heutige Lage im Libanon erinnern. Joana Hadjithomas und Khalil Joreige sind in unserer Sendung zu Gast. Bedeutet die Souveränität der Staaten automatisch eine Verletzung der europäischen Verträge? Die Souveränität ist ein Begriff, der seit Beginn der Gesundheitskrise wieder in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte gerückt ist. Während Emmanuel Macron am 19. Januar vor dem europäischen Parlament sprechen wird, fordert die Opposition eine Rückkehr zu mehr nationaler Souveränität. Diese Forderung ist nicht neu, da Europa seit etwa dreißig Jahren die französische Politik spaltet. Bedeutet die nationale Souveränität automatisch eine Verletzung der europäischen Verträge? Um diese Frage geht es in unserer Gesprächsrunde, die wir ab heute in einem neuen Format zeigen: Wenige Monate vor den Präsidentschaftswahlen lädt ''28 Minuten'' zwei Intellektuelle zu der Sendung ein, um über aktuelle Themen zu diskutieren. Und zum Abschluss erleben Sie die wissenschaftlichen Erklärungen von Thibaut Nolte und die humorvollen Beiträge von Xavier Mauduit und Alix Van Pée.
16:9
05:00 Gidon Kremer - Die eigene Stimme finden
Infosendung ~55 Min
Eine Annäherung Dokumentation, Deutschland 2017 Regie: Paul Smaczny
Geigenvirtuose, Orchestergründer, Kunstaktivist: Der lettisch-deutsche Jahrhundertgeiger Gidon Kremer ist eine Ausnahmeerscheinung im Klassikbetrieb. Seit rund einem halben Jahrhundert steht Kremer, der im Oktober 2017 mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde, auf der Bühne; mehr als 100 CDs hat er aufgenommen. Er spielte mit Leonard Bernstein und Herbert von Karajan, mit Nikolaus Harnoncourt und James Levine. Ob die Tangos von Astor Piazzolla, die Musik der Zeitgenossen Arvo Pärt und Alfred Schnittke - Kremer hat stets auch den Zeitgeist verstanden. Die Dokumentation ist eine Annäherung an einen Künstler, dessen Leben untrennbar mit der Musikgeschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und des frühen 21. Jahrhunderts verbunden ist. Das Porträt eines Musikers, der als große universelle Künstlerpersönlichkeit das Musikleben und den musikalischen Diskurs bis heute entscheidend mitprägt. Filmemacher Paul Smaczny begleitete Gidon Kremer ein Jahr lang mit der Kamera, beobachtete ihn mit dem Kammerorchester Kremerata Baltica in Paris und in seiner Geburtsstadt Riga, als Solisten in Moskau, Tokio und Stuttgart und begegnete auch dem gesellschaftlich und politisch engagierten Menschen. Die Dokumentation lässt zudem wichtige Stationen einer beispiellosen Karriere Revue passieren und erzählt von wichtigen Einflüssen, Begegnungen und Partnerschaften, die den Künstler bis heute prägen: von seinem Lehrer David Oistrach, von großen Dirigenten wie Leonard Bernstein - und von großen Komponisten wie Arvo Pärt, Luigi Nono oder Alfred Schnittke.
16:9
10:25 Geschichte schreiben
Infosendung ~30 Min
(Faire l''histoire) Der Ziegelstein - Baustoff des Römischen Reiches Staffel 2: Episode 18 Geschichtsmagazin, Frankreich 2022 Regie: Tamara Erde - Jean-Dominique Ferrucci - Adrien Genoudet
Der Ziegelstein - omnipräsent doch unscheinbar, die wenigsten schenken ihm vermutlich viel Beachtung. Doch es sind oftmals die scheinbar banalen Dinge im Alltag, die Geschichte schreiben. Denkt man an Ziegelsteine, kommen einem heute als erstes das Industriezeitalter und die harte Arbeit in Fabriken in den Sinn. Dabei gibt es diesen Baustoff schon seit der Antike. Babylon, Wien, Rom und London wurden mit Ziegelsteinen erbaut. Die Ziegel wurden aus Lehm geformt und dann in der Sonne getrocknet oder im Ofen gebrannt. Die Art der Form sowie der Aufschichtung von Hand liefert je nach Land und Epoche Aufschlüsse über die vorherrschende Baukultur. Vor allem im Römischen Reich hat die Bauweise mit Ziegelsteinen viel an Bedeutung gewonnen. Einige der antiken Ziegelsteinbauten sind noch immer Teil der Architekturlandschaft Roms. Eine Analyse der Produktionstechniken in der römischen Architektur unter Kaiser Augustus veranschaulicht, warum der Ziegelstein als Maßstab und Standard der großen Kaiserreiche herangezogen werden kann. Vincent Jolivet ist Archäologe, Etruskologe und Experte für römische Antike. In dieser Folge ''Geschichte schreiben: Der Ziegelstein - Baustoff des Römischen Reiches'' zeigt er den Zuschauern und Zuschauerinnen die Entstehung der ''Anatomie'' eines Kaiserreichs. Was hat die Lottokugel mit der Politik des mittelalterlichen Venedigs zu tun? Enthielten Reisepässe schon immer Personenbeschreibungen? Und seit wann isst man in China mit Stäbchen? Im neuen Magazin „Geschichte schreiben“ begeben sich Historikerinnen und Historiker auf Spurensuche und finden spannende Stories rund um Gegenstände, die Teil unserer Geschichte geworden sind.
16:9



Programm - Nachmittag

 
13:40 Mittsommer in Norwegen
Infosendung ~45 Min
Südlich vom Polarkreis Staffel 1: Episode 1 Naturdoku, Deutschland 2021 Regie: Heike Nikolaus
In der ersten Folge ''Südlich vom Polarkreis'' geht es in die beeindruckende Fjordlandschaft. An den steilen Hängen wachsen sogar mediterrane Kräuter, und in den Bergen wird noch traditionelle Almwirtschaft betrieben - ohne Strom und Mobilfunkempfang. Der Hardangerfjord ist Norwegens Obstgarten. Dank des milden Klimas gedeihen hier Äpfel, die zu Cidre verarbeitet werden. An Mittsommer am 21. Juni wird der längste Tag des Jahres gefeiert. Die Norweger zelebrieren das Fest allerdings etwas später, am Vorabend des 24. Juni, dem Geburtstag von Johannes dem Täufer. Daher heißt dieser Tag in Norwegen ''Sankthans'' und wird mit großen Feuern gefeiert. Das größte brennt in der kleinen Küstenstadt Ålesund. Um die 40 Meter hoch ist dort der hölzerne Turm, den Jugendliche aus dem Ort aufbauen. Die ganze Stadt ist dabei, wenn er in Flammen aufgeht. Von der Küste geht es ins Dovrefjell-Gebirge. Hoch oben in den Bergen liegt sogar im Sommer Schnee. Genau das richtige Klima für den Polarfuchs, der um diese Zeit seine Jungen großzieht. Der Klimawandel bedroht den Lebensraum des geschützten Tieres, ein Auswilderungsprogramm hilft, sein Überleben zu sichern. Der Sommer ist ein kurzes Aufatmen vor dem langen Winter. Ein ganzes Land blüht auf. Mittsommer in Norwegen, das sind Tage, an denen die Sonne nie wirklich untergeht. Die Mitternachtssonne taucht spektakuläre Landschaften in ein magisches Licht und die Norweger feiern das Leben.
16:9
14:25 Mittsommer in Norwegen
Infosendung ~45 Min
Nördlich vom Polarkreis Staffel 1: Episode 2 Naturdoku, Deutschland 2021 Regie: Heike Nikolaus
In der zweiten Folge ''Nördlich vom Polarkreis'' ist die Landschaft schon viel rauer als im Süden. Die Inselkette Lofoten ragt mit spitzen Felsen aus dem Meer. ''Insel der Götter'' nannten sie die Wikinger. Auf den Lofoten kann man innerhalb eines Tages alle vier Jahreszeiten erleben. Eine genaue Wettervorhersage ist so gut wie unmöglich. Traditionell leben die Menschen hier vom Fischfang. Kleine Fischerdörfer mit ihren roten Holzhütten erzählen noch heute vom harten Alltag der Kabeljaufischer auf den Lofoten. Der Golfstrom sorgt für ein mildes Klima. Das Wasser ist sauber und fischreich. Davon profitieren auch Wale, die man hier das ganze Jahr über beobachten kann. Eine neue Einkommensquelle sind Algen, die es an der Küste reichlich gibt. Zwei junge Frauen ernten sie in der Strömung und servieren sie in einem Inselrestaurant. Auf den kargen Felseninseln wächst nicht viel. Genügsame Schafe finden trotzdem genug und liefern Wolle, aus denen die berühmten Norwegerpullover gestrickt werden. Wirklich dunkel wird es in diesen Mittsommernächten nie. Die Mitternachtssonne lädt die Spieler auf dem Golfplatz von Bodø zu einer nächtlichen Golfpartie ein. Auf dem Festland, nahe der Grenze zu Schweden, ist der Sommer die Zeit, den Winter vorzubereiten. Schlittenhunde dürfen auch im Sommer nicht faulenzen und trainieren für die Wintertouren. Der Sommer ist ein kurzes Aufatmen vor dem langen Winter. Ein ganzes Land blüht auf. Mittsommer in Norwegen - das sind Tage, an denen die Sonne nie wirklich untergeht. Die Mitternachtssonne taucht spektakuläre Landschaften in ein magisches Licht und die Norweger feiern das Leben.
16:9
15:10 Eine Welt aus Wäldern
Infosendung ~40 Min
(Le peuple des forêts) In Zeiten des Eises Staffel 1: Episode 1 Naturreihe, Frankreich 2016 Regie: Jacques Cluzaud - Jacques Perrin
Paris am frühen Morgen: Der Obelisk auf dem Place de la Concorde weicht langsam einem Steinhügel in der eisigen Tundra. Es gibt schon Menschen, aber so wenige, dass sie in der endlosen weißen Weite nur schwer auszumachen sind. Einzige Spuren ihrer Anwesenheit in diesem unwirtlichen Europa sind die Steinhügel, die sie errichten - wie Orientierungszeichen im stürmischen Eismeer - und die Höhlenmalereien, auf denen im flackernden Kerzenschein die Fauna dieses Zeitalters lebendig wird: Mammut, Wollnashorn, Auerochse, Riesenhirsch, Löwe, Bär und Hyänen gehörten zum Tierreich jener Zeit. In Nordeuropa folgen auf lange Kältezeiten kürzere wärmere Zeiträume. Die Eiskappe zieht sich vorübergehend bis nahe an den Pol zurück und bedeckt dann wieder den größten Teil des Kontinents. Während der 80.000-jährigen letzten Kaltzeit ist der nördliche Teil des Kontinents unter einem riesigen Gletscher begraben, ganz Europa scheint vor Kälte wie gelähmt. Nur einige wenige Landstriche haben ein gemäßigtes Klima bewahrt. Sie liegen im Süden auf der Pyrenäen-, Apenninen- und Balkanhalbinsel, gegenüber von Afrika am Ufer des Mittelmeers. Hier gibt es die letzten Laubwälder Europas, hier konnten Eichen, Buchen und Linden der Eiskappe entgehen. Und hier schreitet die Evolution von Eichhörnchen, Igeln, Füchsen und Wildschweinen weiter voran. Vor 12.000 Jahren veränderte sich das Klima und die Erde erwärmte sich. Aus der Vogelperspektive wirkt die enorme Verwandlung des Kontinents besonders eindrucksvoll: Das Gletschereis zieht sich auf die Gipfel der Alpen und Pyrenäen sowie in die nördlichen Breiten Skandinaviens zurück. Das Schmelzwasser fließt in die Ozeane, wodurch der Meeresspiegel stark ansteigt und sich die gesamte europäische Küstenlandschaft verändert. Für die Bewohner der Kälte beginnt der Exodus. Rentiere und Moschusochsen ziehen auf der Suche nach den letzten Eislandschaften nach Osten und Norden. Die Laubwälder hingegen breiten sich dank des milderen Klimas vom Mittelmeerraum nach Norden aus. Mit ihnen erobern auch die Waldtiere den vom Eis befreiten europäischen Kontinent.
16:9
15:50 Eine Welt aus Wäldern
Infosendung ~45 Min
(Le peuple des forêts) Macht und Pracht des Waldes Staffel 1: Episode 2 Naturreihe, Frankreich 2016 Regie: Jacques Cluzaud - Jacques Perrin
Vor 20.000 Jahren erstreckte sich in Europa ein Reich aus Eis und große Wildtierherden kämpften mit dem eisigen Klima. Rentiere gehören zu den in großer Zahl vorkommenden Arten der letzten Kaltzeit. In riesigen Herden durchstreifen sie den europäischen Kontinent. An den Ufern des Mittelmeeres behaupten sich winzige Grünflächen. Inmitten der Zeiten des Eises existiert eine andere Welt: die Welt der Wälder. Die Eismasse, die halb Europa bedeckt hatte, wird durch eine neue Klimaerwärmung dezimiert. Das Eis, das sich im Laufe von 80.000 Jahren angesammelt hat, stürzt in sich zusammen und verschwindet im Meer. Der europäische Kontinent ist nun von Bäumen übersät. Es ist das goldene Zeitalter des Waldes, der sich vom Atlantik bis zum Ural und vom Mittelmeer bis zum Baltikum erstreckt. Die üppige Natur ernährt Mensch und Tier im Rhythmus der Jahreszeiten. Im Frühjahr beginnt für Wolfs- und Fuchswelpen, Rehkitze, Fohlen, Bären- und Bisonjunge die Zeit des Lernens. Im Herbst legen die Waldbewohner Vorräte an und bereiten sich auf den Winter vor. Die kalte Jahreszeit ist wie eine kleine Eiszeit: Tiere und Pflanzen harren aus, bis im nächsten Frühjahr das Leben neu beginnt. In heute unvorstellbarer Nähe bewohnen Mensch und Tier gemeinsam den Wald. Die Jäger und Sammler leben im Einklang mit der Natur und den Ressourcen des Waldes: Der ökologische Fußabdruck, den sie hinterlassen, ist minimal. Jahrhunderte und Jahrtausende vergehen. Im Schatten der alten Baumkronen bildet sich im regengesättigten Boden fruchtbarer Humus. Insekten beginnen mit der Zersetzung umgestürzter Bäume, aus denen später neuer Erdboden entsteht. Doch die ''goldene'' Zeit der Waldbewohner ist begrenzt: Bald werden die ersten Bäume unter den Schlägen von Steinäxten fallen, Vögel fortziehen und Hirsche verschwinden.
16:9
17:25 ARTE Reportage
Infosendung ~50 Min
(Arte Reportage) Frankreich: Imam und schwul / Die Recycling-Genies von Kairo Reportagemagazin, Deutschland 2022
Ägypten: Die Recycling-Genies von Kairo (1): Frankreich: Imam und schwul Der Islam sei eine Religion des Friedens, sagt Ludovic-Mohamed-Zahed, er habe nur seine Toleranz verloren. ''Das ist nicht der Islam! Das ist nicht dieses faschistische Krebsgeschwür, das sie uns dank ihrer Petro-Dollars aufzwingen''. Wenn Imam Ludovic-Mohamed-Zahed über die wahhabitische Strömung der Saudis oder den salafistischen Rigorismus spricht, spricht er laut aus, was wohl viele Muslime nur leise denken. Seiner Meinung nach ist der Islam eine Religion des Friedens, er habe nur im Laufe der letzten Jahrzehnte die Toleranz verloren, die ihn einst auszeichnete. Ludovic-Mohamed-Zahed ist eine Ausnahmeerscheinung in der muslimischen Welt: Dieser französisch-algerische Imam mit vielen Diplomen lebt offen schwul. Seit zehn Jahren steht er an der Spitze einer progressiven inklusiven Strömung, die sich für einen offenen Islam einsetzt, der die Rechte der Frauen und der LGBT+-Gemeinschaft respektiert und sich für den interreligiösen Dialog einsetzt. Nach und nach verschafft sich dieser Islam Gehör, doch der Weg ist noch lan,g und die Hindernisse sind zahlreich. Von Mekka über Marseille, wo er lebt, bis nach Berlin und Metz: das Porträt eines Imams, der anders ist. (2): Ägypten: Die Recycling-Genies von Kairo Sie holen den Müll direkt vom Kunden, trennen ihn und recyceln Plastik, Pappe, Glas und Metall zu 90 Prozent. Gut 70.000 Einwohner von Manshiet Nasser, dem größten Müll verarbeitenden Viertel in Kairo, holen täglich gut die Hälfte aller Abfälle der Megalopole direkt bei ihren Kunden ab, um ihn dann in einem der wohl effizientesten Sortier- und Recyclingsysteme der Welt zu trennen und wiederzuverwerten. Das alles haben die sogenannten ''Zabbaleen'', die ''Müll-Leute'', in den letzten Jahrzehnten selbst entwickelt, zunächst aus purer Not, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Ohne jede Hilfe durch den Staat sortieren, reinigen und verarbeiten sie in rund 1.000 Werkstätten das, was die Leute wegwerfen, zu Rohstoffen für neue Produkte aus Plastik, Metall, Glas und Papier. Bis zu 90 Prozent aller gesammelten Abfälle werden in ihrem Viertel von ihnen aufbereitet, damit liegen sie weit über dem Durchschnitt der OECD-Länder von lediglich 36%. Über Jahrzehnte waren die ''Zabbaleen'' verachtet - doch im Zeitalter knapper Rohstoffe stiegen sie allmählich auf, in der Gunst der Menschen von Kairo.
16:9



Programm - Abend

 
18:15 Mit offenen Karten
Infosendung ~15 Min
(Le dessous des cartes) Osteuropa: Wie viel(e) Europa(s)? Geopolitisches Magazin, Frankreich 2021 Regie: Julie Gavras Moderation: Emilie Aubry
In der Folge des Zusammenbruchs der UdSSR hat sich die politische Geografie Osteuropas stark verändert. Die heute in diesem Gebiet existierenden Staaten unterscheiden sich hinsichtlich ihrer kulturellen Identitäten und politischen Systeme stark voneinander. ''Mit offenen Karten'' gibt einen Überblick über diese verschiedenen ''Osteuropas'': Die baltischen Staaten wenden sich ganz entschieden dem Westen zu, um sich vor dem Expansionsstreben des unmittelbar benachbarten Putin-Russland zu schützen, insbesondere seit es die Krim annektiert hat. Polen, das dem russischen Nachbarn geschichtsbedingt ebenfalls nicht traut, nimmt gern Wirtschaftsförderungen der EU in Anspruch, aber um die kulturellen und politischen Werte der Europäer scheren sich die polnischen Machthaber nicht. Nicht zu vergessen jene Regierungen, die den europäischen Werten beharrlich die kalte Schulter zeigen und rechtsstaatliche Prinzipien im Stil eines Wladimir Putin verletzten oder gar noch weiter nach Osten in Richtung China schauen, wie Viktor Orbans Ungarn. Gezeigt wird auch, dass China die Bedeutung dieser ''Osteuropas'' sehr gut verstanden hat und massiv in diese Länder investiert, wie die neuen Seidenstraßen und das politische, wirtschaftliche und kulturelle Konkurrenzstreben gegenüber dem Westen beweisen.
16:9
18:30 Alaskas wilder Westen
Infosendung ~50 Min
Inseln am Rande der Zeit Dokumentation, Deutschland 2018 Regie: Manfred Uhlig
Fast am äußersten Nordrand des Beringmeers liegt die ehemalige Goldgräberstadt Nome. Von den knapp 30.000 Einwohnern, die hier zu Zeiten des Goldrausches lebten, sind noch 4.000 geblieben. Einer von ihnen ist der Fischkutter-Kapitän Adem Boekmann. Wenn die See zugefroren ist, geht er aufs Eis und sucht nach einem anderen Schatz des Polarmeeres: den Königskrabben. Noch immer dem Goldrausch verfallen sind hingegen Derek und seine Kumpel. Bei lebensgefährlichen Tauchgängen unter der meterdicken Eisschicht spülen sie mit einem überdimensionalen Staubsauger den Sand vom Meeresgrund an die Oberfläche. Dort filtern sie kleinste Goldpartikel heraus - und hoffen tagtäglich auf den großen Fund. 1.300 Kilometer weiter südlich bildet die Inselgruppe der Aleuten die Südgrenze der Beringsee. Auf Unalaska Island ist der Polizist Jason Pforsich mit seinem Streifenwagen unterwegs, in einem der wohl einsamsten Reviere der Welt. In Dutch Harbour, einem wichtigen Fischereihafen der USA, gibt es wenig Kriminalität, dafür aber umso aufdringlichere Weißkopfadler, die der Cop vertreiben muss. Für die auf der Insel Little Diomede in größter Abgeschiedenheit lebenden Einwohner ist der Hubschrauber die einzige Verbindung zur Außenwelt. Robert Soolook, der Stammesälteste der 80 dort lebenden Inuit, blickt aus seinem Fenster nicht nur auf ein anderes Land, sondern auch in die Zukunft: Nur einige Kilometer entfernt liegt die zu Russland gehörende Insel Big Diomede, direkt hinter der Datumsgrenze. Mit beeindruckenden Aufnahmen und einmaligen Geschichten zeichnet die Dokumentation ein authentisches Bild vom Leben auf den Inseln am Rande der Zeit.
16:9