arte Programm 06.07.

   
   Was läuft beim TV Sender arte

Was läuft 06.07. im TV-Programm von arte?

Das arte Fernsehprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

am Vormittag    am Nachmittag    am Abend

Programm - Vormittag

 
00:15 Tracks East
Musik ~30 Min
(Tracks Spezial) Kulturmagazin, Deutschland, Frankreich 2022
Tracks East
Haustiere zwischen Trümmern - TV-Star rettet Hunden und Katzen Ukrainische Rave-Szene - Zusammen tanzen, zusammen kämpfen! Fluchthürden für Trans-Menschen Spenden - Dank der NFT-Community Solidarität (1): Spenden - Dank der NFT-Community Vitaliy Raskalov ist ein ''Roofer'', ein Dachkletterer. Auch auf den Überresten Tschernobyls ist er herumgekraxelt. Immer dabei: seine GoPro-Kamera. Zusammen mit 37 anderen Künstlerinnen und Künstlern sammelte er innerhalb kürzester Zeit über 1 Million Euro aus NFT-Kunst ein. Das Geld ging ohne Umwege an Kinderkliniken und an ukrainische Soldaten. (2): Haustiere zwischen Trümmern - TV-Star rettet Hunden und Katzen Alexei Surotsev zieht mit Axt und Einschlaghammer durch die Ruinen Irpins ... um Tiere zu retten! Die Stadt war Schauplatz schwerer Gefechte, ein Großteil der Bevölkerung ist geflohen. Zurück bleiben verängstigte Hunde und Katzen, die Alexei Surotsev aufspürt und versorgt. (3): Fluchthürden für Trans-Menschen Die junge Ukrainerin Remilia ist biologisch ein Mann. Deshalb dürfte sie ihr Land eigentlich nicht verlassen, müsste kämpfen. Doch Remilia gelang die Flucht nach Berlin. Aufgenommen wurde sie von einer russischen Architektin, die seit Kriegsbeginn von Schuldgefühlen geplagt wird. Ein in vielerlei Hinsicht fragiler Neustart. (4): Ukrainische Rave-Szene - Zusammen tanzen, zusammen kämpfen! DJs kämpfen an der Front, Clubs werden zu Lazaretten, aus Bunkern werden im Schutz der Nacht DJ-Sets gestreamt. Die ukrainische Rave-Community agiert solidarisch und politisch wie nie zuvor - ein Versuch der Heilung in Krisenzeiten.
16:9
00:45 Der Stahlbaron
Infosendung ~95 Min
Hermann Röchling und die Völklinger Hütte Dokumentation, Deutschland 2019 Regie: Nina Koshofer
Der Stahlbaron
Bereits im Ersten Weltkrieg setzte der saarländische Industrielle Hermann Röchling voll auf Rüstungsproduktion und scheute weder die Plünderung französischer Industrieanlagen noch den Einsatz von Zwangsarbeitern. Die Erzfelder des seit 1871 vom Deutschen Reich annektierten Lothringen nutze er wie einen Selbstbedienungsladen. Als das Saargebiet nach dem Ersten Weltkrieg mit einem Mandat des Völkerbundes unter französische Verwaltung kam, wurde Röchling in Frankreich zwar angeklagt, konnte sich dem Prozess und der gegen ihn verhängten Strafe jedoch entziehen. In der Zwischenkriegszeit baute er seinen politischen Einfluss aus und wurde wichtigster Kopf der Deutschen Front (DF), die 1935 den Anschluss des Saargebiets an Hitlerdeutschland als Sieg verbuchen konnte. Wieder konnte Röchling mit Rüstungsgütern sein Unternehmen nach vorne bringen, und wieder erlaubte ihm der Krieg den Einsatz von Zwangsarbeitern. Göring ernannte Röchling zum Reichsbeauftragten für Eisen und Stahl. Röchling gehörte bis Kriegsende der Spitze der NS-Elite an. 1948 wurde Röchling von der französischen Besatzungsmacht im badischen Rastatt vor Gericht gestellt. Der Dokumentarfilm nimmt den Prozess als Ausgangspunkt, um die Verflechtung von Wirtschaft und Politik vor dem Spiegel der beiden Weltkriege zu erhellen.
16:9HDTV
07:45 Die Bienenflüsterer
Infosendung ~30 Min
(Masters of Bees) Kenia - Die Biene, die Yaaku und der Vogel Staffel 1: Episode 8 Tierreihe, Frankreich 2017 Regie: Xavier Lefebvre - François Chayé
Die Bienenflüsterer
Am Fuße des Mount Kenya in Ostafrika erstrecken sich die Hochebenen des Laikipia-Plateaus. Die dünn besiedelte Region ist ein Paradies für große Säugetiere, doch ihre endlosen Weiten bieten auch Lebensraum für eine kleine Insektenart - die Apis mellifera monticola. Nicholas gehört zu den Yaaku, einer ethnischen Volksgruppe, der rund 2.000 Menschen angehören. Für ihn sind diese Bienen weit mehr als nur Honiglieferanten. Nachdem die Gemeinschaft der Yaaku in den 30er Jahren von den Massai-Kriegern angegliedert wurde, übernahmen sie deren Bräuche, Lebensweisen und Sprache. Die Massai lieben Honig, aber vor Bienen haben sie großen Respekt. Die Yaaku hingegen blicken auf eine lange Tradition der Bienenhaltung zurück und arbeiten bis heute mit den Methoden ihrer Vorfahren: ausgehöhlte Stücke von Baumstämmen werden als Bienenstöcke aufgehängt. Nur so sind sie sicher vor dem Honigdachs, einer Marderart, die es - wie der Name schon sagt - auf Honig abgesehen hat. Auch Elefanten machen den Bienen das Leben schwer: Bei der Nahrungssuche nach Zweigen und Blättern kommt es immer wieder vor, dass die Dickhäuter die Bienenstöcke von den Bäumen herunterreißen. Bisweilen sammeln die Yaaku auch den Honig der wilden Bienen aus der Region. Dabei hilft ihnen ein schwarzer Vogel, der Große Honiganzeiger. Er gehört zu den wenigen Vogelarten, die Wachs fressen und verdauen können. Aber alleine kommt er an das Wachs nicht heran - dazu braucht er die Unterstützung der Yaaku, die er im Gegenzug zu den Nestern führt. Die Honigernte bestimmt auch den Festkalender der Yaaku. Zu allen besonderen Anlässen und vor allem auf Hochzeiten wird Met serviert. Nicholas zweite Frau hat ihn vor allem wegen der Bienenstöcke geheiratet. Den Brautpreis hat er den künftigen Schwiegereltern in Honig bezahlt. Bis heute gilt ihm Honig als Symbol für Reichtum, Frieden und häusliches Glück.
16:9HDTV
09:55 Pekings verbotene Stadt
Infosendung ~95 Min
(Secrets of the Forbidden City) Dokumentation, England 2017 Regie: Ian Bremner Kamera: David Tong - Tony Mewse
Pekings verbotene Stadt
Die Verbotene Stadt ist der größte in Holzbauweise errichtete Gebäudekomplex weltweit und ein Meisterstück chinesischer Architektur. Der Dokumentarfilm beleuchtet die Entstehung der mittelalterlichen Palastanlage unter Kaiser Yongle, der sein Machtzentrum vom Süden in den Norden verlegte und Peking zur neuen Hauptstadt machte. Dazu mobilisierte der Herrscher beachtliche Ressourcen, indem er Material und Arbeitskräfte aus allen Regionen Chinas in Peking zusammenzog, um hier die Verbotene Stadt als sichtbares Zeichen seiner Macht und des nun geeinten Reiches zu errichten. Dank einer Sondergenehmigung zeigt der Film die Restaurierungsarbeiten am Palast, bei denen alte chinesische Handwerkstechniken angewendet werden. Auf traditionelle Weise werden Ziegel glasiert, Flächen mit Blattgold verziert oder meisterliche Schreinerarbeiten gefertigt. An einem eigens für die Dokumentation errichteten, drei Meter langen Modell vom Hauptteil der Halle der höchsten Harmonie lässt sich die Standfestigkeit der Holzkonstruktion belegen. Peking befindet sich am Rand der Pazifikplatte und somit in einer seismisch aktiven Region. Im Laufe der Jahrhunderte richteten hier Erdbeben immer wieder erheblichen Schaden an. Doch den Bauten in der Verbotenen Stadt konnten die Erdstöße 600 Jahre lang nichts anhaben. Der Film simuliert ein Erdbeben der Stärke 9 auf der Richterskala und zeigt anhand des Modells, dass die Außenmauern der Halle der höchsten Harmonie zwar einstürzen würden, das Holzskelett jedoch intakt bliebe - dank eines Systems flexibler Verbindungen und freistehender Säulen, die das mächtige Dach tragen. Der Dokumentarfilm erkundet auch Orte jenseits der Palastanlage, an denen ihre Entstehungsgeschichte nachhallt, so den großen Kanal, auf dem das Material für den Bau der Kaiserstadt Hunderte von Kilometern bis nach Peking transportiert wurde. Außerdem lässt der Film das Hofleben in der Verbotenen Stadt im 15. Jahrhundert unter Kaiser Yongle wieder aufleben.
16:9HDTV



Programm - Nachmittag

 
13:00 Stadt Land Kunst
Infosendung ~45 Min
(Invitation au voyage) Gustave Flauberts Normandie / Costa Rica / Baltimore Kunstmagazin, Frankreich 2021 Regie: Fabrice Michelin Moderation: Linda Lorin
Stadt Land Kunst
Normandie: Das schlichte Herz des Gustave Flaubert Baltimore: Das sternenbesetzte Banner Costa Rica: Die Schätze der Erde Rafaels maltesisches Bohnenragout (1): Normandie: Das schlichte Herz des Gustave Flaubert Im 19. Jahrhundert war Pont-l''Evêque in der Normandie eine beschauliche Ortschaft mit klar definierten Gesellschaftsschichten. In dieser geordneten Welt spielt Gustave Flauberts Kurzgeschichte ''Ein schlichtes Herz''. Letzteres gehört der treuen und leichtgläubigen Magd Félicité. Indem Flaubert sie zur Heldin macht, gibt er den ''kleinen Leuten'' vom Lande eine Stimme. Seine untypisch liebevolle, ja zärtliche Beschreibung lässt durchblicken, wie eng der Autor seiner Heimatregion Normandie verbunden war. (2): Costa Rica: Die Schätze der Erde Vulkane bilden das geografische Rückgrat Costa Ricas und verleihen der Landschaft des zentralamerikanischen Staates ihr typisches Aussehen. Auf diesem für sie heiligen Boden leben die Einheimischen seit Jahrtausenden im Einklang mit der Natur. Das Klima der Hochebenen und die fruchtbaren Böden der Vulkanhänge verhalfen dem Land zu einem seiner größten Schätze: dem Kaffee. (3): Rafaels maltesisches Bohnenragout In seiner Küche in Haz-Zebbug pellt Rafael Saubohnen und frische Erbsen. Dann lässt er sie zusammen mit Zwiebeln, Chili, Tomatenmark und den für Malta typischen Nudeln köcheln. Serviert wird das Ragout mit etwas geriebener Zitronenschale, Frischkäse und einer Kräutersoße. (4): Baltimore: Das sternenbesetzte Banner Baltimore im Nordosten der USA mit seiner typischen Skyline, einzigartigen Architektur und hippen Kultur ist einfach eine coole Stadt - und der Geburtsort des ''Star-Spangled Banner''. Anfang des 19. Jahrhunderts, als sich Briten und Amerikaner bekriegten, wurde hier aus einem englischen Trinklied eine der berühmtesten Nationalhymnen der Welt ...
16:9HDTV
15:45 Wer ist Camille?
Spielfilm ~125 Min
(Finding Camille) Tragikomödie, Schweiz 2017 Musik: Dru Masters Kamera: Marco Barberi
Wer ist Camille?
''Wir müssen sie unbedingt finden, bevor die es tun!'' Ein weiteres Mal ist der an Alzheimer erkranke Edoardo auf der verzweifelten Suche nach Camille. Aber wer ist diese Camille? Das würde vor allem auch Edoardos Tochter Camille gern wissen, denn sie scheint ihr Vater nicht zu meinen. Um nun dem Rätsel auf die Spur zu kommen und auch herauszufinden, was die andere mit ihr selbst zu tun haben könnte, macht sich Camille mit ihrem Vater auf einen Roadtrip in dessen Vergangenheit. Sie hofft, dass in Bosnien, wo der ehemalige Kriegsjournalist in den 1990er Jahren seinen letzten Einsatz hatte, seine Erinnerung wiederkommt. Auch möchte sie mit dieser Reise sich selbst und ihrem Bruder Ugo beweisen, dass sie die Situation mit ihrem Vater noch unter Kontrolle hat. Denn während Camille noch nicht wahrhaben will, dass seine Krankheit immer weiter fortschreitet, würde Ugo ihn am liebsten in einem Pflegeheim unterbringen. Also macht sich das Vater-Tochter-Gespann ohne Ugos Wissen mit Edoardos altem Camper-Van auf in Richtung Osten. Unterwegs stoßen sie bald auf den Tramper Leo, einen Musiker, der mit seinem Cello Europa bereist. Eine gänzlich unbekannte Welt für die Buchhalterin Camille, die dem Lebenskünstler zunächst skeptisch gegenübersteht. Doch ihr Vater ist felsenfest davon überzeugt, dass es sich bei Leo um seinen früheren Dolmetscher ''Michael'' handelt, und will ihn auf keinen Fall zurücklassen. So geht die Reise von nun an zu dritt weiter und hält noch einiges mehr an Überraschungen und Krisen bereit. Dabei sorgt Edoardo auch immer wieder für Aufregung, wenn er in seiner Gedankenwelt gefangen verschwindet, um ''Camille'' zu suchen, oder losfährt und schlicht und einfach vergisst, Camille und Leo mitzunehmen. Schließlich finden sie tatsächlich einige Menschen, die Edoardo von früher kennen, doch so intensiv diese Momente auch sind: Wenn Camille ihr eigenes Leben leben will, dann wird sie eine Entscheidung treffen müssen ...
16:9HDTV
17:50 Inseln Italiens
Infosendung ~45 Min
(Italy''s islands) Monte Isola Reisereportage, Deutschland 2021 Regie: Britta Lübke
Inseln Italiens
Er ist der unbekannteste der norditalienischen Seen - der Iseo-See. Darin liegt Monte Isola, umgeben von einem bis zu 2.000 Meter hohen Bergpanorama. Die Insel ist nur rund fünf Quadratkilometer groß und wurde als einer der schönsten Orte Italiens (''Borghi più Belli d''Italia'') ausgezeichnet. Auf der autofreien Insel herrscht eine zeitlose Atmosphäre. Hektik ist hier ein Fremdwort. Vier malerische Orte liegen am Seeufer, die ursprünglich Fischerorte waren. Heute gibt es noch 30 Berufsfischer, die vom Artenreichtum im klaren Bergsee leben. Hoch oben thront das Santuario, die Wallfahrtskirche der Madonna della Ceriola. Der Bischof von Brescia legte hier schon im 5. Jahrhundert den Grundstein für eine Kapelle, um die Gegend zu christianisieren. Etwa 17.000 Olivenbäume gibt es auf der Insel, die nördlichsten in ganz Italien. Das liegt am ganz besonders milden Mikroklima des Sees an den Ausläufern der Alpen. Es begünstigt auch den Weinanbau am südlichen Ufer. Der Franciacorta-Schaumwein, der in den 1960er Jahren hier kreiert wurde, ist heute weltweit begehrt. Auch der Bootsbau hat auf der Insel Tradition und lockte in den 1960er Jahren die internationale High Society an. Carlo Riva, dessen Großvater bereits 1842 die Werft am See aufgebaut hatte, designte die eleganten Sportboote aus Mahagoni. Sie wurden zum Statussymbol und zur Ikone des Dolce Vita. 2016 verband der Künstler Christo Monte Isola mit dem Ufer durch begehbare goldgelbe Schwimmstege. ''The Floating Piers'' waren eine Sensation. Das Kunstprojekt lockte 1,2 Millionen Besucher an. Geblieben ist nur die Erinnerung daran. Italien ist eines der attraktivsten und beliebtesten Reiseziele Europas. Und doch gibt es noch unentdeckte Ecken – vor allem abseits des Festlandes. Einige der schönsten und abwechslungsreichsten der über 200 Inseln des Landes zu erkunden, ist das Ziel der Serie. Ihr geologischer Ursprung, Flora und Fauna machen jede Insel zu einem Unikat.
16:9HDTV



arte Programm heute Abend 20:15 uhr


Programm - Abend

 
20:15 Einfach enorm
Spielfilm ~100 Min
(Enorme) Komödie, Frankreich 2019 Regie: Sophie Letourneur Autor: Mathias Gavarry Kamera: Laurent Brunet
Einfach enorm
Claire, eine international bekannte Pianistin, reist gemeinsam mit ihrem Ehemann/Manager/Bodyguard Frédéric um die Welt. Wobei Frédéric bis ins kleinste Detail ihren Alltag managt. In einem Punkt ist sich das Paar einig: Sie wollen keine Kinder. Doch als Frédéric bei der Niederkunft einer Passagierin auf einem Flug von Paris nach New York die Rolle des Geburtshelfers übernehmen muss, erwacht eine neue Sehnsucht nach Elternschaft in ihm. Von einem geradezu unbändigen Kinderwunsch getrieben, den er vor Claire jedoch verschweigt, versucht er jede Gelegenheit zu nutzen, sie zu schwängern. Verzweifelt, da der Erfolg ausbleibt, geht er so weit, einen Schamanen um Hilfe zu bitten. Und schließlich ist Claire schwanger - und total entsetzt. Denn ihrer Meinung nach gibt es in ihrem Leben keinen Platz für ein Kind. Ohne sie über seine Einflussnahme auf das Geschehen aufzuklären, überredet Frédéric seine Frau, erst einmal nicht abzutreiben ... Während er fleißig Geburtsvorbereitungskurse besucht, probt Claire für ein wichtiges Konzert. Die beiden fangen an, in verschiedenen Welten zu leben. Claire will lieber Musik machen und freut sich nicht annähernd so sehr auf das Kind wie Frédéric, der sogar eine Baby-App benutzt. Als Claire schließlich die Wahrheit über die überraschende Schwangerschaft erfährt, wird die Liebe des Paares auf eine harte Probe gestellt.
16:9HDTV
21:55 No Sex
Infosendung ~55 Min
(No sex) Dokumentation, Frankreich 2022 Regie: Didier Cros
No Sex
Sex ist omnipräsent. Nie zuvor in der Geschichte der westlichen Welt ging man so ungezwungen mit dem Thema um wie heute. Ein Tabu aber ist geblieben: Was ist mit den Menschen, die keinen Sex (mehr) haben? Wie gestaltet sich das Leben, wenn man freiwillig oder unfreiwillig auf die Befriedigung dieses angeblich so wichtigen menschlichen Bedürfnisses verzichtet? Sex beschäftigt den modernen Menschen - vor allen Dingen in Gedanken. Man verbringt sogar deutlich mehr Zeit damit, an Sex zu denken als damit, ihn zu praktizieren. Die Allgegenwärtigkeit des Themas sorgt dafür, dass man sich selbst und andere ständig auf den Prüfstand stellt. Selbst wer beschließt, sich dem zu entziehen, muss doch zugeben, dass Sex von existenzieller Bedeutung ist. Im Austausch mit enthaltsam lebenden Menschen begreift man viel über die Relevanz von Sex für das Selbstverständnis und gewinnt einen neuen Blick auf die moderne Gesellschaft. Das Dauerthema wird von vielen als Zwang empfunden. Leistungsdruck macht selbst vor der Lust nicht Halt. Der angeblich befreite Körper wird in Wirklichkeit neuen Diktaten unterworfen. Wie oft, wie regelmäßig, wie lange? Der ultraliberale Umgang mit Sexualität macht paradoxerweise unfrei. Kann der Verzicht auf körperliche Liebe als emanzipatorischer und rebellischer Akt in einer Gesellschaft verstanden werden, in der innerhalb weniger Jahrzehnte ein radikaler Paradigmenwechsel erfolgte? Denn während außerehelicher Sex vor gar nicht langer Zeit noch ein No-Go war, erhebt man nun ein ausschweifendes Liebesleben gewissermaßen zur Bürgerpflicht. Wer dem Mainstream nicht folgt, macht sich automatisch zum Außenseiter. Ist die moderne Welt einer Tyrannei unterworfen, in der der Orgasmus regiert und absolute Freizügigkeit die neue Sittenordnung ist? Sexuell enthaltsam lebende Menschen setzen sich mit sich selbst auseinander und stellen sich der Frage nach ihrer Rolle in der Gesellschaft. Sieben Männer und Frauen berichten offen über ihre Gründe und darüber, wie es ist, ein Leben ohne Sex zu führen.
16:9HDTV
23:45 1986
Spielfilm ~75 Min
Drama, Deutschland, Brasilien 2019 Regie: Lothar Herzog Musik: Fabian Saul - Rafael Triebel Kamera: Philipp Baben der Erde
1986
Elena studiert internationale Wirtschaft und wohnt in einem Studentenheim in Minsk. Ihre eigentliche Leidenschaft ist jedoch die Fotografie. Als ihr Vater wegen Steuerhinterziehung verhaftet wird, setzt sie sich in einer Mischung aus Sehnsucht und Schuldgefühlen, aber auch weil sich ihre Fotografien nicht verkaufen, in den Kopf, seine Steuerschuld zu tilgen, indem sie seine Geschäfte weiterführt. Dabei findet sie heraus, dass er sich mit zwielichtigen Geschäften über Wasser hielt. Im Umgang mit den Menschen in ihrem Leben entwickelt Elena Probleme. Von Tag zu Tag wird sie depressiver und misstrauischer. Ihre Beziehung mit Viktor leidet am meisten darunter, weil sich beide voneinander entfremden. Elena macht gefährliche Fahrten in die ''Verbotene Zone'' - die gesperrte Zone um Tschernobyl an der Grenze der Ukraine zu Weißrussland - und findet dabei heraus, dass am Handel ihres Vaters konkurrierende Gruppen beteiligt sind, deren Machenschaften immer aggressiver und bedrohlicher werden. Außerdem fühlt sie sich von der trügerischen Schönheit dieser Gegend angezogen. Sich bei alldem noch auf ihr Studium zu konzentrieren, fällt schwer. Und obwohl Viktor ihr Halt gibt, scheint er nicht so treu zu sein, wie sie es von ihm erwartet. Schafft Elena es, stark zu bleiben bei all dem Druck, oder verliert sie ihren Halt? ''Herzog verbindet beinahe dokumentarischen Realismus mit Poesie'', urteilte die Filmzeitschrift ''epd Film''. Und Regisseur Edgar Reitz (''Heimat'', 1984): ''Diese Art des Filmemachens ist die wichtigste und nützlichste für alle.''
Untertitel16:9HDTV