Natascha Kampusch - Gefangen in Freiheit
Gesellschaftsmagazin, Österreich 2026
Moderation: Christoph FeursteinTrue
Die 38-jährige Natascha Kampusch hat einen Zusammenbruch erlitten. Claudia Nestelberger, die sich heute weitgehend um die Angelegenheiten ihrer Schwester kümmert, beschreibt ihren Zustand so: Jeder weiß, wie Natascha früher vor der Kamera gesprochen hat. Das gibt es jetzt überhaupt nicht mehr. Sie ist meist in einer eigenen Welt. Sie ist wieder in einer Art Gefangenschaft. Es ist herzzerreißend und wir fühlen uns hilflos.
Deshalb will die Familie auf sensible Art und Weise öffentlich machen, aufklären und die Ursachen für den Zusammenbruch der Tochter, Schwester und Tante beleuchten. Wie konnte es so weit kommen? In der Thema Spezial-Dokumentation Natascha Kampusch - Gefangen in Freiheit zeichnet Christoph Feurstein am Montag, dem 16. März 2026, um 20.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON das Schicksal des Entführungsopfers vom Tag ihres Verschwindens am 2. März 1998 bis heute nach.
Zum 20. Jahrestag ihrer Selbstbefreiung gibt es wieder Medienanfragen aus aller Welt. Die Angst, dass der Zustand der heute 38-Jährigen unreflektiert zur weltweiten Schlagzeile wird, lastet seit Natascha Kampuschs Zusammenbruch schwer auf der Familie. Psychiater Ernst Berger sieht das gegenüber Christoph Feurstein so: So wie wir damals die Entscheidung getroffen haben als Betreuerteam, wir wollen mit Ihnen kooperieren, so sehe ich die Situation jetzt auch. Man muss davon ausgehen, dass das andere Medienstationen aus einer völlig anderen Perspektive aufgreifen.
Seit 1998 berichtet Thema über den Entführungsfall. Nach ihrer Selbstbefreiung aus der Gefangenschaft von Wolfgang Priklopil 2006 ist Christoph Feurstein der Erste, der mit Natascha Kampusch spricht - in einem Interview, das um die Welt geht. Viele können mit der Stärke, die Natascha Kampusch zeigt, nicht umgehen. Und so wird ihre Geschichte angezweifelt, sie wird von höchsten Vertretern des Staates als Lügnerin abgestempelt.