TV-Programm BR 20.07.

   
   Was läuft beim TV Sender BR

Was läuft 20.07. im TV-Programm von BR?

Das BR Fernsehprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

Vormittag
 
02:00 Unter unserem Himmel
Infosendung ~45 Min
Ein Priester, zwei Bauern und ein Künstler haben eines gemeinsam - sie halten Ziegen. Dem Priester aus Stilfs im Vinschgau sind sie Heimat, dem Oberhoferbauer aus dem Ultental säugen sie seine überzähligen Ferkel, dem Künstler aus dem Grödnertal ermöglichen sie ein Eremitenleben im Gebirge und Urs, der Bergbauer aus dem Val Müstair, ist überzeugt, dass in diesen klugen Tieren noch viel mehr steckt als wir ihnen zutrauen. ''Ziegen muss man gern haben'', sagt Urs, während er seinen Ziegen durchs kniehohe Heu nachlaufen muss, um sie wieder zurückzujagen ins Eingezäunte, aus dem sie ausgebrochen sind. ''Sie sind von der Überzeugung, dass das Gras jenseits des Zauns immer besser ist, nicht abzubringen.'' Für Urs sind Ziegen ganz besondere Tiere: ''Im Gegensatz zu seinen Schafen'', sagt er, ''die eher introvertiert sind, wollen die Ziegen kommunizieren, begreifen, selber entscheiden.'' Ein anderer, der Ziegen liebt so wie der Urs aus dem kleinen Berghof im Val Müstair, ist Pfarrer Florian Öttl aus Stilfs, einem kleinen Bergdorf in Südtirol. Jeden Tag, bevor er in die Kirche geht, um die heilige Messe zu lesen, melkt er seine fünf Ziegen. Pfarrer Öttl ist ein Bergbauernsohn aus dem Passeiertal. Und auch seine Ziegen stammen von dort, seine wenige freie Zeit verbringt er mit ihnen, er treibt sie morgens auf die Weide und holt sie abends wieder heim. ''Ich bin der einzige Seelsorger in Südtirol, der sich um Schäflein und Geißlein kümmert'', sagt Pfarrer Florian Öttl. Außer, dass ihm seine Ziegen Milch geben und damit auch sein Stierkalb mästen, sind sie ihm eine Freude: ''Wenn ich sie nicht hätte, würde mir etwas Wesentliches fehlen, das Heimat ist, etwas, das mir guttut bis ins Tiefste meiner Seele.'' Über Sankt Ulrich in Gröden, weit oben am Fuße einer Felswand, haust im Sommer in einem kleinen Zelt seit über 20 Jahren schon der Maler Egon Moroder, genannt Rusina. Drei Ziegen sind bei ihm, mit ihrer Milch bestreiten sie einen wichtigen Teil seiner Ernährung und sie leisten ihm Gesellschaft. Sie ermöglichen ihm das Leben eines Einsiedlers. Auch als Ersatzmütter müssen Ziegen oft herhalten, denn Ziegen säugen auch Tiere, die nicht zu ihrer Gattung gehören, zum Beispiel Schweine, wie das BR-Team im Ultental auf der Tuferalm beim Luis und beim Wascht erfährt.
Untertitel16:9
11:10 Länder-Menschen-Abenteuer
Infosendung ~45 Min
Im Südosten Europas wächst in unberührter Natur und mildem Klima eine einzigartige Vielfalt von Wildpflanzen. Fernab von Großindustrie und verschmutzten Böden haben sich die Länder des Balkans zum größten Kräuterexporteur Europas entwickelt. Allein in Bulgarien arbeiten mehr als 300.000 Menschen mit heimischen Pflanzen. Auf der kroatischen Adria-Insel Cres lebt der Bienenzüchter Mladen Dragoslavic. Wenn im Mai der Salbei zu blühen beginnt, hat er einen Monat Zeit, um sein Einkommen für das gesamte Jahr zu erarbeiten - mit dem Ziel, den besten Salbeihonig des Balkans zu erzeugen. Freiwillig würden sich die Bienen den Salbei nicht aussuchen, denn sie gelangen nur schwer in die Blüte hinein und wieder heraus. Spätestens nach drei Wochen muss Mladen sie von der Insel bringen. Sonst würden sie an Erschöpfung sterben. In Skopje, der Hauptstadt von Mazedonien, lebt Iva Josifova. Für sie ist die Stockmalve der Rohstoff für ihre Kunstobjekte. Das Kraut besitzt Schleimstoffe, die vielen Hustentee-Mischungen beigefügt sind. Iva dagegen stellt aus der Stockmalve Papier her. Dank der langen Fasern des Krauts lässt sich das Papier auf Objekte legen und modellieren. Es entstehen filigrane Skulpturen, so zerbrechlich wie die Natur. In Trigrad, einem kleinen Dorf in den bulgarischen Rhodopen, gilt der wilde Bergtee bei den Einheimischen als Wundermittel, das potenzfördernd wirkt und ein langes Leben garantiert. Die hohe Nachfrage führte beinahe zur Ausrottung des Krauts. Filmautor Sebastian Lindemann besucht Michaela Yordanowa, die in ihrem Gartenlabor den wilden Bergtee kreuzt, bis die Pflanzen so widerstandsfähig sind, dass sie vermehrt werden können. Die neue Zucht soll den Bewohnern ermöglichen, das wertvolle Kraut auch im heimischen Garten oder auf dem Feld anzubauen. Im bulgarischen Balkangebirge trifft der Filmemacher auf Nikola Nikolow. Der Lehrer aus dem Dorf Chiprovzi hat mit seinen Schülern einen Garten für den Färberkrapp angelegt. Die Pflanze starb in Chiprovzi aus, obwohl ihre Wurzel jahrhundertelang zur Färbung von Wolle genutzt worden war. Die Bewohner des Ortes produzierten vor allem Teppiche, deren Kräuterfarben aus jedem Stück ein Unikat machten. Den Färberkrapp will Nikola wieder in Erinnerung rufen. Seine Arbeit mit den Schülern bringt neuen Schwung ins Dorf. Die Farben lassen das alte Weberhandwerk neu aufleben. Länder – Menschen – Abenteuer ist eine Dokumentationsreihe von SWR Fernsehen, WDR Fernsehen und NDR Fernsehen. Seit 1975 werden 45-minütige Dokumentationen über fremde Kulturen produziert, pro Jahr etwa 12 bis 15.
Untertitel16:9


Nachmittag
 
14:15 Geschichten aus der Oberpfalz
Infosendung ~30 Min
Die mittlere Oberpfalz - Land der bunten Farben. Nicht nur Haustüren und Fassaden dürfen sich in verschiedenen Formen und Farben kleiden, auch die Geschichten aus der Gegend werden nie eintönig. Das Filmteam ist zu Besuch im Schwarzachtaler Heimatmuseum in Neunburg, wo Theo Männer stolz seine Fundstücke präsentiert, welche er zum Teil vor dem Schrottplatz bewahrt hat. In Markt Hohenburg erklärt Dr. Birgit Angerer vom Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen, warum die Häuser in so prächtigen Farben erstrahlen. In Schmidtmühlen findet man Kunstwerke des berühmten Bildhauers Erasmus Grassers und viele kleine Brücken, welche die fließenden Bäche des Ortes überqueren. Auch auf dem Land sind heute Künstler tätig. In Schwarzhofen haben sich eine Keramikkünstlerin und ein Bildhauer zusammengetan und eine gemeinsame Werkstatt mit Galerie eingerichtet. In Oberviechtach trainieren die Spieler des Vereins ''Black Pirates Murach'' American Football. Mögliche Kontrahenten sind in der Gegend rar, deshalb kommen die Footballer weit rum. Amberg beherbergt ein ungewöhnliches Luftmuseum. Hier wird Luftarchitektur, -kunst, -design und -technik ausgestellt. Auch Winfried Steinl engagiert sich kulturell in Amberg. Er leitet den Jugendtheater-Club des Stadttheaters. Das Schönseerland mit der Stadt Schönsee im Osten der mittleren Oberpfalz wird im Monatsmagazin ''Lebensart'' repräsentiert. Herausgeber Stefan Schmid beobachtet, wie das Magazin die Menschen zu Interaktion bewegt und somit die Gegend wieder in Schwung kommt. Kulinarisch kommt frischer Wind aus der Küche des Landhotels ''Birkenhof'' in Hofstetten, hier wird Spargel mal anders zubereitet. Die Liebe zu Kräutern wird in Schnaittenbach deutlich. Hier wurde hinter dem Rathaus, auf Initiative Willi Meiers hin, ein wunderbarer Kräutergarten angelegt, der keine Wünsche offen lässt. Die Vielfältigkeit der mittleren Oberpfalz wird somit nicht nur an den farbenfrohen Gebäuden sichtbar. Vor allem die hier ansässigen Künstler, Kulturschaffenden, Köche, einfach die Menschen, die dort leben, prägen diesen Landstrich.
16:9


Abend
 
22:00 Lebenslinien
Infosendung ~45 Min
Klemens führt mit großem Erfolg seine Metzgereien am Bodensee und ist in seinem Wohnort bestens integriert. Dann ändert er mit Mitte 40 radikal sein Leben. Er trinkt keinen Alkohol mehr, zieht sich aus allen Vereinen zurück, verkauft seinen Betrieb und wird Vegetarier. Jetzt stehen für ihn Entschleunigung und gesunde Ernährung im Mittelpunkt. Klemens'' Eltern betreiben eine gutgehende Metzgerei am Bodensee. Als er die Aufnahmeprüfung am Gymnasium nicht besteht, ist der Vater insgeheim froh und bestimmt ihn als seinen Nachfolger für den Betrieb. Doch schon während der Lehre merkt Klemens, dass er für den Metzger-Beruf nicht geboren ist. Das Schlachten fällt ihm schwer. Trotzdem beendet er seine Lehre und wird mit 22 Jahren einer der jüngsten Metzgermeister Deutschlands. Klemens übernimmt den Familienbetrieb, baut ihn aus und erweitert ihn um einen Partyservice, in dem er neben Fleisch auch vegetarische Gerichte anbietet - Mitte der 80er-Jahre auf dem Land ein Novum. Er heiratet, bekommt drei Kinder und engagiert sich im Ort in vielen Vereinen. Es folgt eine beispiellose Karriere in Beruf und Politik, die ihn in der ganzen Region am Bodensee bekannt macht. 2004 dann der Bruch: Klemens stellt sich der Leere, die er in sich spürt und verändert sein Leben radikal. Er trinkt keinen Alkohol mehr, wird Vegetarier, fängt an zu meditieren und verkauft schließlich sein Metzgerei-Imperium. Er behält nur seine zwei Schulkantinen, die er als Pächter betreibt. Dort bietet er zwar Klassiker wie Schnitzel mit Pommes an, versucht aber, die Jugendlichen für werthaltige Lebensmittel zu interessieren und für vegetarische Gerichte zu begeistern.
Untertitel16:9