TV-Programm arte 20.07.

   
   Was läuft beim TV Sender arte

Was läuft 20.07. im TV-Programm von arte?

Das arte Fernsehprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

Vormittag
 
01:15 Avignon 2019: Lewis versus Alice
Musik ~120 Min
Er war Mathematiker, Fotograf und Diakon - wurde aber vor allem als Verfasser des weltberühmten Buches ''Alice im Wunderland'' bekannt: Lewis Carroll (1832-1898). Macha Makeïeff taucht in Carrolls Lebensgeschichte ein und öffnet mit ihrem Theaterstück die Türen zu der fantastischen Welt des britischen Schriftstellers, der in England genauso verehrt wird wie Shakespeare. Charles Lutwidge Dodgson, so sein bürgerlicher Name, wurde im Jahr 1832 als Pastorensohn in Daresbury geboren. Er studierte Mathematik, Theologie und klassische Literatur und wurde später Logik- und Mathematikprofessor am Christ Church College in Oxford, wo er 26 Jahre lang unterrichtete. Er litt teilweise unter Depressionen, versprühte in guten Momenten jedoch den Charme eines Träumers mit unbändiger Vorstellungskraft. Er scherte sich wenig um die Konventionen seiner Zeit, sammelte allerlei Kurioses und begeisterte sich für Fotografie und fantastische Literatur. Lewis Carrolls Texte entführen den Leser in verwunschene Welten, in der alles verschwimmt und sich ins Gegenteil verkehrt. Lewis Carroll hatte eine Leidenschaft für Gegensätze, Ungewissheiten und sprachliche Paradoxa. In seiner humorvollen und poetischen Literatur erkundete er das Träumerische, das Unheimliche und Übernatürliche und schuf so rätselhafte Realitätsschichten. Doch wer war die Person hinter dem genialen Schriftsteller? Ein exzentrischer anglikanischer Geistlicher aus Oxford? Ein Fotograf, ein Logiker, ein Spiritist oder ein Tagträumer? Mit dem Theaterstück ''Lewis versus Alice'' betritt Macha Makeïeff die zauberhafte Welt des Autors von ''Alice im Wunderland'', dessen Werk auch Surrealisten wie Max Ernst und Salvador Dalí begeisterte.
Untertitel16:9
03:15 Zoom auf Russland
Infosendung ~30 Min
Die wahren Reichtümer Russlands verbergen sich oft an abgelegenen Orten, wo ihnen zeitgenössische Fotografen nachspüren. Andere Bilderjäger nehmen das Alltagsleben in den Städten als Ausgangspunkt für ihre ''Schatzsuche''. Allen gemeinsam ist das Bestreben, die russische Seele festzuhalten. In Russland leben 93 Prozent der Bevölkerung auf rund einem Drittel der Fläche. Der Wunsch nach modernem Komfort zieht viele Menschen in die Großstädte, während in manchen ländlichen Gebieten die Einwohnerdichte bei einer Person pro Quadratkilometer liegt. Doch gerade an den abgelegensten Orten verbergen sich oft die wahren Reichtümer des Landes, denn die russische Seele und Geschichte sind in diesen einsamen Gefilden besonders präsent. Die Dokumentation folgt Valeri Nistratov auf seiner Reise durch die Provinz Tula, wo er Frauen porträtiert. Sein neues Projekt trägt den Titel ''Nein'' und behandelt das Thema Weiblichkeit in Russland, nicht ohne auf einen ironischen Blickwinkel zu verzichten. Ein anderer Fotograf, Aleksey Myakishev, arbeitet seit fünf Jahren regelmäßig in Kolodozero, einem Dorf im Nordwesten Russlands am Ufer eines Sees. Hier schlägt das Herz des ewigen Winters und viel zu kurzen Sommers. Er dokumentiert das ganze Jahr über den Alltag der Bevölkerung, die noch wie vor 300 Jahren im Rhythmus der Jahreszeiten lebt - wie in einem Märchen. Sergey Maximishin möchte als Fotograf kein Rädchen im Getriebe von Massenmedien sein. Der zweimalige Preisträger des World Press Photo Awards entscheidet sich daher für die wenig beachteten Nebenschauplätze der Geschichte - daraus entspringen witzige und absurde Bilder. Er zeigt Sankt Petersburg aus seiner Sicht: Menschlich, humorvoll und mit viel Liebe zum Detail offenbart er in Bildern von Machthabern und einfachen Bürgern Teile des russischen Wesens.
16:9
09:40 GEO Reportage
Infosendung ~50 Min
Die Vulkanologin Ludmilla Ossipenko lebt in Petropawlowsk-Kamtschatski, der größten Stadt Kamtschatkas. Sie liegt an den Ufern des Pazifiks, umgeben von hohen Vulkanketten. Hier befindet sich das zu Sowjetzeiten führende wissenschaftliche vulkanologische Institut, für dessen Zeitschrift Ludmilla arbeitet. Sie schreibt über aktive Vulkane, giftige Kraterseen und zischende Geysire. Dafür begleitet sie Wissenschaftler und Forscher überall dorthin, wo die Erde auf der Halbinsel brodelt und in Bewegung ist. Auf ihrer Reise will Ludmilla mit einem Forscherteam zum ersten Mal dem größten Geysir Kamtschatkas, dem Welikan, auf den Grund sehen. Mit einer eigens entwickelten Kamera wollen sie die Funktionsweise des unterirdischen Dampfkessels ergründen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hatte der Staat kaum noch Geld für die Forschung, viele junge Leute wanderten ins Ausland ab. Ludmilla Ossipenko will mithelfen, junge Wissenschaftler für die kochende Erde Kamtschatkas zu begeistern. Das ist auch das Ziel des amerikanischen Vulkanologen John Eichelberger. Seit Jahren initiiert er einen amerikanisch-russischen Studentenaustausch zwischen Alaska und Kamtschatka. Dabei entdeckte er nicht nur seine Liebe zu den Vulkanen der Halbinsel, sondern auch zu seiner russischen Kollegin. Rund um die Welt gibt es spannende Stories, die es zu erzählen lohnt. Journalisten reisen mit der Kamera um den Globus, um die besten Geschichten zu finden und für die Zuschauer zu dokumentieren. Fündig werden sie sowohl in abgelegenen Gegenden, aber auch in großen Städten – überall gibt es Abenteuerliches und Interessantes zu entdecken. Natürlich spielen vor allem auch die Menschen der jeweiligen Gebiete ein große Rolle.
16:9
11:25 Die Dominikanische Republik
Infosendung ~45 Min
Traumhaftes Inselparadies, Land voller Lebensfreude: Die Dominikanische Republik ist das Eldorado für Sonnenhungrige, der Ballermann unter den Karibikinseln. Zwischen den Traumständen, Wasserfällen und Kokospalmen aber leben Menschen, deren Geschichten das Klischee vom All-inclusive-Paradies vergessen lassen. Fernab von Hotelanlagen und Massentourismus taucht Marco Berger ein in den Alltag der Menschen auf der Karibikinsel und zeigt ein authentisches Bild der Urlaubsinsel. Dabei begegnet er unterschiedlichen Charakteren, wie etwa Medina Rosado, der sein Geld mit dem Verkauf von Kokosnüssen verdient. In Esperanza, einem kleinen Dorf im Zentrum des Landes, treffen wir auf die erst 14-jährige Chantal Polanco. In ihrem Baseballverein ist sie der Star. Und auch amerikanische Clubs haben das Ausnahmetalent bereits im Blick. José Castillo oder ''Aquaman'' ist nicht nur Biologe, sondern auch Influencer - 150.000 Menschen folgen ihm in den sozialen Netzwerken. Mit Fotos von besonders schützenswerten Orten will er ein Bewusstsein für Naturschutz im Inselparadies schaffen. Evaristo ist Streetart-Künstler. Seine Leidenschaft gilt Frauen mit Lockenwicklern, Inspiration findet er im Friseursalon seiner Mutter. Merengue heißt der Rhythmus, zu dem die Dominikaner die Hüften kreisen lassen. Jeden Sonntag strömen sie in die Altstadt von Santo Domingo, wo fünf Rentner die Merengue mit großer Leidenschaft spielen. Der 24-jährige Luis Miguel träumt davon, mit ihnen auf der Bühne zu stehen. Eine Hochzeit ohne das typische Leinenhemd Chacabana - undenkbar. Die begehrtesten liefert Francisco Rodríguez, der sich auch ''Tropen-Versace'' nennt.
Untertitel16:9


Nachmittag
 
12:10 Santería auf Kuba
Infosendung ~45 Min
Der Santería-Kult erlebt auf Kuba derzeit eine Renaissance. Die afrokubanische Religion besitzt neben der katholischen Kirche heute die größte Anziehungskraft, nicht zuletzt weil sie Symbole und Elemente des katholischen Glaubens in ihre Mythologie aufgenommen hat. Die Santería-Anhänger glauben an einen Schöpfergott und an viele weitere Götter, die Orishas genannt werden und als seine Kinder gelten. Schätzungsweise praktizieren 70 Prozent der Inselbewohner eine der vielen Formen von Santería. Die ehemalige Kolonialstadt Trinidad ist nicht nur ein Hauptanziehungspunkt für Touristen. Dort wird auch Santería praktiziert. Israel Bravo Vega, der wichtigste Santero-Priester, und sein Tempel sind ein zentraler Treffpunkt der stetig wachsenden Gemeinde. Für seine Gemeindemitglieder ist Israel eine Art Vater und Ratgeber in allen Lebenslagen. Er hilft bei Problemen mit der Arbeit, mit der Gesundheit und auch bei Liebeskummer, oder die Menschen kommen wegen eines Rechtsstreits zu ihm. Der 30-jährige Darian steckt in einer tiefen Krise und will sein Leben ändern, dabei sucht er Rat und Halt in der Santería. Doch zuerst müssen die Orishas zustimmen, ob er aufgenommen werden kann. Erst dann darf er an der geheimen siebentägigen Initiation teilnehmen. Die 28-jährige Judith hat einen unerfüllten Kinderwunsch. Israel unterstützt sie durch eine besondere kräuterbasierte Reinigungszeremonie. Er schickt sie aber auch zum Arzt. In der Dokumentation zeigt Israel die Traditionen und Bräuche des afrokubanischen Kultes und lässt den Rhythmus von Trommeln, Yoruba-Liedern und Zeremonien spüren.
Untertitel16:9


Abend
 
23:15 Mapplethorpe: Look at the pictures
Infosendung ~110 Min
Pornografie oder Kunst? Heute stellt sich diese Frage bei Robert Mapplethorpes Werk nicht mehr, auch wenn 30 Jahre nach seinem Tod sein Werk immer noch diskutiert wird. Fast 40 Millionen Dollar ist sein Archiv inzwischen wert. ''Look at the pictures!'' war der empörte und skandalisierte Aufruf des US-Senators Jesse Helms, der 1989 per Gerichtsbeschluss ''The Perfect Moment'', eine Retrospektive von Mapplethorpe im Whitney Museum of American Art, verhindern wollte. Bis zu seinem Tode hatte der Künstler an dieser Ausstellung gearbeitet, die eine landesweite politische Hetzkampagne auslöste und die Corcoran Gallery in Washington aus Angst vor Streichung von Zuwendungen veranlasste, auf seine Werkschau zu verzichten. So skandalreich und kontrovers seine Kunst, so skandalös sein Leben. Wie bei wenigen Künstlern vor ihm war seine ausschweifende Sexualität zwischen homoerotischen Begegnungen und sado-masochistischen Orgien Thema seines Werks. Mit Porträts verdiente er Geld, sein Thema war Sexualität. Ausgehend vom Skandal um seine letzte Ausstellung durchschreitet die Dokumentation in chronologischer Abfolge die Stationen in Mapplethorpes Leben, von seiner behüteten Kindheit bis zu seinem frühen Tod im Alter von 42 Jahren. Aussagen von Familie, Freunden, Gönnern, Kunstkritikern, Sammlern und Liebhabern stehen neben intimen Enthüllungen und Bekenntnissen von Robert Mapplethorpe selbst. Bis dato unveröffentlichte Tonaufnahmen von Interviews mit Mapplethorpe konnten erstmalig für den Film nutzbar gemacht werden. ''Mapplethorpe: Look at the Pictures'' ist das einzigartige und bewegende Porträt eines schonungslos offenen Ausnahmekünstlers, privat ebenso wie in seinem künstlerischen Schaffen, der die Fotografie zur bildenden Kunst erhob und bis heute für Diskussionen sorgt.
16:9