TV-Programm tag24 heute

   
   Was läuft beim TV Sender tag24

Was läuft heute aktuell im TV Tagesprogramm von tag24?

Sehen Sie hier das gesamte Fernsehprogramm vom TV Sender tag24 - aufgeteilt nach Programm vom Vormittag, Nachmittag und Abend. Der Sender tagesschau24 legt seinen Schwerpunkt auf Informations- und Nachrichtensendungen, Reportagen, Dokumentationen und Gesprächssendungen.

Vormittag
 
04:30 Im Wettlauf mit der Krise
Infosendung ~30 Min
Eine Firma, die viel Wind macht: Die Ventilatoren von Ziehl-Abegg in Künzelsau laufen weltweit in Klimaanlagen, be- und entlüften Krankenhäuser, Küchen, Bädern, Ställe. Jetzt bekommt die Firma durch die Corona-Krise viel Gegenwind. Den Angestellten droht die Kurzarbeit. Eigentlich wäre Arno Walz viel lieber Landwirt geworden. In einer Fabrik sitzen und an Geräten feilen? Wo draußen doch die Sonne scheint? Mittlerweile ist er über 30 Jahre bei Ziehl-Abegg und er sagt: Seine Entscheidung hat er nie bereut. Auch seine Tochter Nadine ist seit ein paar Jahren als Mechatronikerin bei dem Hersteller, der Ventilatoren, Lüftungssysteme und Motoren weltweit produziert und verkauft. Jetzt hat die Corona-Krise ihr Unternehmen erreicht, denn der Hohenlohekreis ist stark betroffen und Anno Walz ist erstmal zu Hause. Denn er baut für Ziehl-Abegg weltweit Messestände auf. Das fällt jetzt erstmal flach. Seine Tochter Nadine Walz ist in der Forschungsabteilung von Ziehl-Abegg tätig. Sie will Ventilatoren noch effizienter machen, das heißt: Sie sollen mehr leisten, weniger Energie verbrauchen und vor allen Dingen leise sein. Dabei haben sich die Forscher des Unternehmens die Natur zum Vorbild genommen, genauer gesagt: die Eule. Sie fliegt so leise, dass man sie kaum hört. Kann man das auf einen Ventilatoren übertragen? Eine spannende Aufgabe, aber zur Zeit krempelt die Angst vor Ansteckung die Arbeitsabläufe in der Firma komplett um. Und was wird die Krise weiter mit sich bringen? Noch sind die Auftragsbücher gut gefüllt, aber Mitarbeiter, die bis vor kurzem nebeneinander arbeiten konnten, müssen auf Abstand gehen, viele arbeiten im Home-Office. Das schafft neue Hürden, denn die Internet-Versorgung ist in manch kleinen Orten rund um die Fabrik schlecht. Ziehl-Abegg wird zwar zur Zeit noch mit den erforderlichen Materialen versorgt, aber wie lange das sein wird, weiß keiner. Immer mehr Tochterunternehmen im Ausland müssen schließen. Ein Lichtblick: In China läuft die Produktion aber wieder an und die Vertriebsmitarbeiter sind bereits zu Kunden unterwegs.
07:15 Ramadan in Corona-Zeiten
Infosendung ~30 Min
Rund fünf Millionen Muslime leben in Deutschland. Am 23. April begann für sie der Fastenmonat Ramadan. Nach islamischer Überlieferung wurde der Koran im Monat Ramadan herabgesandt, deswegen hat dieser Monat für die Muslime einen so hohen Stellenwert. Im Ramadan fasten Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Das Essen nach Sonnenuntergang wird Iftar, also Fastenbrechen, genannt und mit Familie und Freunden zelebriert. In den Moscheen wird im Ramadan das ''Iftar-Essen'' an Bedürftige verteilt. ''Aber dieses Jahr ist alles anders'', erzählt Halide Özkurt (40) aus Krefeld. ''Es ist traurig, die leeren Teller in der Moschee zu sehen und zu wissen, dass sie dieses Jahr von niemandem benutzt werden. Das ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich so etwas erlebe.'' Mit dem Imam der Moschee überlegt sie jetzt, wie sie die Bedürftigen trotzdem mit Essen versorgen können. Einige Moscheen wollen ein ''Iftar-to-go'' anbieten, einen Lieferdienst, der den Bedürftigen das Essen bis vor die Haustür bringt. Aber am traurigsten ist Halide Özkurt darüber, dass sie nicht mit ihren Eltern und ihrer großen Familie das Ende der Fastenzeit feiern kann. ''War das Wetter schön, trafen wir uns, über 30 Leute, bei meinen Eltern im Garten. Meine Eltern trifft das jetzt sehr. Sie haben bereits die Geschenke für die Enkelkinder gekauft, die sie ihnen nach dem Ende der Fastenzeit, zum Zuckerfest geben wollten. Auch das müssen wir jetzt sehen, wie wir das machen können, ohne ihre Gesundheit zu gefährden.'' Auch Nadia Bouazzi Ouldaly, 32-jährige Pflegedienstleiterin aus Düsseldorf, ist traurig. ''Corona ist vor allem meinen Patientinnen und Patienten schwer zu erklären. Sie bekommen jetzt gar keinen Besuch mehr, außer uns sehen sie in der Regel niemanden - das drückt schon auf die Psyche.'' Im marokkanisch und türkisch geprägten Düsseldorfer Stadtteil Oberbilk verlangsamt sich das Leben im Fastenmonat Ramadan immer etwas. ''Diesmal aber'', so Nadia Bouazzi Ouldaly, ''steht das Leben hier still. Die vielen marokkanischen Restaurants bleiben geschlossen. Sie leben davon, dass sich die Familien abends, nach Sonnenuntergang, zum Iftar-Essen treffen. Das war immer eine schöne Atmosphäre: das Viertel war voller Menschen, viele Familien mit Kindern. Das geht jetzt nicht mehr.'' Vor allem aber vermisst Nadia Bouazzi Ouldaly ihren Vater. Er lebt in Marokko, und niemand weiß, wann er nach Deutschland reisen darf. ''Das Fastenbrechen ohne meinen Vater, das fällt mir schwer. Seit dem Tod meiner Mutter waren wir Ramadan immer zusammen. Marokko liegt nur drei Flugstunden von hier, es könnten aber auch dreißig sein, durch Corona ist es schlicht unerreichbar''. ''Echtes Leben'' begleitet gläubige Muslime während des Fastenmonats Ramadan. Wie gehen sie mit den Einschränkungen in der Corona-Krise um?
07:45 Weltbilder
Infosendung ~30 Min
Japan: homosexueller buddhistischer Mönch und Make-up-Artist Ukraine: Leihmütter-Babys! Bestellt und nicht abgeholt Kroatien: Wie funktioniert der Urlaub in Corona-Zeiten? Polen: deutscher Auswanderer nun schon 109 Jahre alt USA: Joe Biden. Trumps Herausforderer Ukraine: Leihmütter-Babys! Bestellt und nicht abgeholt Autor: Joachim Angerer Die jüngsten Betroffenen der Coronakrise sind gerade erst geboren worden: Babys, die in der Ukraine von Leihmüttern im Auftrag ausländischer Paare zur Welt gebracht wurden. Die Ukraine hat eines der liberalsten Gesetze bezüglich Leihmutterschaft. Aber jetzt müssen die rund 100 Neugeborenen zusammen mit ihren Leihmüttern und Pflegern abwarten, bis die Einreisebeschränkungen gelockert werden und sie von ihren neuen Eltern abgeholt werden können. Bis dahin werden nochmal einige Babys von Leihmüttern zur Welt kommen. Kroatien: Wie funktioniert der Urlaub in Corona-Zeiten? Autor: Christian Limpert Dem Tourismus kommt in Kroatien eine große wirtschaftliche Bedeutung zu. Knapp 20 Millionen Besucher*innen haben im letzten Jahr zwölf Milliarden Euro im Land ausgegeben. Die Hälfte der Touristen kam aus Deutschland und Österreich. Aufgrund der niedrigen Fallzahlen bei den Corona-Infektionen wurden jetzt zahlreiche Restriktionen gelockert. Die ersten Hotels und Gaststätten können wieder öffnen. Die Tische im Restaurant auseinandergerückt, der Kellner mit Mund-und-Nasen-Schutz, in den Hotels Desinfektionsstationen. Korrespondent Christian Limpert testet den Sommerurlaub in Zeiten von Corona. USA: Joe Biden. Trumps Herausforderer Autorin: Claudia Buckenmaier Mit 77 will Joe Biden ganz vorne stehen. Erfahren sei er, loben Unterstützer; zu alt und fahrig, spotten seine Gegner. Wer ist dieser Joe Biden? Mit 29 wurde er zum Senator von Delaware gewählt. Alles schien perfekt. Doch wenige Tage vor dem Amtseid starben seine Frau und seine Tochter bei einem Autounfall. Die beiden Söhne überlebten. Die Tragödie bestimmte fortan sein privates wie politisches Leben. Ein Politiker, dem die Menschen künftig abnehmen würden, dass er mitfühlen kann. Er heiratete wieder, wurde erneut Vater einer Tochter. Über 30 Jahre lang saß er im Senat. Acht Jahre lang war er Barack Obamas Vizepräsident und musste in dieser Zeit eine weitere Tragödie verarbeiten. Sein Sohn Beau verstarb an einem Hirntumor. Matt Dallek von der Universität Georgetown urteilt: ''Biden ist ein interessanter Politiker, weil seine Identität so verwoben ist mit dem Verlust von zwei Kindern. Menschen sehen in ihm eine wirklich liebenswerte Person, jemand, der nicht leicht zu dämonisieren ist''. Doch derzeit beschuldigt ihn eine ehemalige Praktikantin eines drastischen sexuellen Übergriffs. Biden streitet alles ab. Es steht Aussage gegen Aussage. Polen: deutscher Auswanderer nun schon 109 Jahre alt Autorin: Katharina Zabrzynski Als der Hannoveraner Arnold Leissler und seine Ehefrau alt und schwächer wurden und sich nicht mehr ganz allein versorgen konnten, wurden sie von einer polnischen Pflegekraft und ihrer Schwester versorgt. Von Anfang an hätte ihnen das Ehepaar das Gefühl gegeben, zur Familie zu gehören, erklärt die Polin Grazyna Jêdrzejczak. Als seine Frau und weitere nähere Angehörige starben, verkaufte Arnold Leissler sein Haus in Hannover und zog zu seiner ''polnischen Familie'' in ein Dorf bei Gorzów. Dort, in seiner zweiten Heimat lebt der 109-Jährige bis heute glücklich und sagt: ''Ich bin hier aufgehoben, wie Gott in Frankreich''. Japan: homosexueller buddhistischer Mönch und Make-up-Artist Autor: Uwe Schwering Kodo Nishimura ist ein buddhistischer Mönch, der nicht wirklich in eine Schublade passt. Er ist nicht nur Glaubensbruder, sondern auch erfolgreicher Maskenbildner und Visagist. Über sich selbst sagt er, er sei mehr als nur Mann oder Frau, LGBT-Bekenner und homosexuell. Nach der Schule ging er in die USA. Denn er wusste, dass er im konservativen Japan nicht so leben könnte, wie er wollte. Erst in den USA konnte sich Nishimura schminken, in Japan schien ihm das unmöglich. Make-up war seine Medizin gegen die eigenen Komplexe: ''Schon als Kind hätte ich gern größere Augen gehabt. Deshalb habe ich überhaupt erst mit dem Schminken angefangen.
09:15 Scheiß auf Moral!
Infosendung ~45 Min
''Alles schon gesehen? Klar, Berichte gab es genügend. Warum reden wir dann drüber? Weil es nicht aufhört und weil die, die hier leben, sich von Europa im Stich gelassen fühlen.'' Mit diesen Worten leitete ''Rabiat''-Reporterin Anne Thiele vor anderthalb Jahren ihre Y-Kollektiv-Reportage über die Situation auf Lesbos ein.Heute muss man feststellen: Es ist kein bisschen besser geworden. Im Gegenteil: Anfang März 2020 ist die Situation auf Lesbos so sehr verschärft, dass Y-Kollektiv Reporter Nico Schmolke der griechischen Insel einen weiteren Besuch abstattete und dabei selbst um seine Sicherheit fürchten musste. Und mittlerweile ist die Lage weiter eskaliert: Die Geflüchteten bleiben auf engstem Raum zurück, während die meisten freiwilligen Helfer aus Angst vor der Corona-Pandemie längst abgereist sind und Hilfsorganisationen ihre Mitarbeiter nach Hause holen. Über eine Evakuierung des Camps aufs griechische Festland wird gestritten. Aktuell leben um die 19.000 Menschen in dem Flüchtlingscamp in Moria auf Lesbos, das eigentlich nur für rund 3.000 Geflüchtete ausgelegt war. Eine Zerreißprobe, nicht nur für die Menschen, die dort ankommen und deren Traum vom Paradies Europa in provisorischen Zelten auf engstem Raum zerplatzt. Auch die griechischen Bewohnerinnen und Bewohner der Insel haben langsam genug. Wirtschaftlich, persönlich und mit ihren Nerven geraten sie immer mehr an ihre Grenzen. Verständlich, denn selbst in deutschen Städten bleibt der Umgang mit Geflüchteten problematisch und führt zum Beispiel auf der Bremer Disco-Meile zu Konflikten, in die nicht selten auch die Polizei verwickelt wird. Dass es so nicht weitergehen kann, das stand bereits bei Anne Thieles Besuch auf Lesbos vor anderthalb Jahren fest; die zentralen Fragen bleiben jedoch. Wer ist in der Verantwortung, etwas zu ändern, und warum tun die Verantwortlichen nichts, um etwas an der Situation zu ändern? In ''Rabiat: Scheiß auf Moral! - 5 Jahre Flüchtlingskrise'' schaut Anne Thiele erneut dorthin, wo Europa gerne wegschaut. Denn an den europäischen Außengrenzen steht das von der Schuldenkrise gebeutelte Griechenland ganz allein vor der Frage, wohin mit all den Menschen, die trotz des Flüchtlingsabkommens aus der Türkei dort über die Grenzen kommen? Und eine Antwort, auf die scheinen alle Bewohner der griechischen Insel bis heute sehnsüchtig zu warten.Als Erdogan dann Anfang 2020 beschloss, die Grenze zur EU zu öffnen, eskalierte die Situation auf Lesbos, das nur wenige Kilometer von der Türkei entfernt liegt. Helfende und Freiwillige wurden von rechten Schlägertrupps attackiert, Migranten und Geflüchtete verprügelt und Journalistinnen und Journalisten angegriffen. Lesbos, so scheint es, hat endgültig die Schnauze voll. Was sind das für Leute, die nun zu Gewalt übergehen - organisierte Rechte oder normale Bürgerinnen und Bürger? Kaum ein Thema hat sich die vergangenen Jahre in den Medien so vehement gehalten wie die Frage nach dem richtigen Umgang mit Geflüchteten in der EU. Alles schon gesehen? Ja, klar. Aber gerade in Zeiten, in denen die deutsche Wohlstandsgesellschaft vom Coronavirus zur Rückbesinnung auf Solidarität und Achtsamkeit gezwungen wird, müssen diese Fragen gestellt werden: Kommt das Virus hier der Politik zuvor und macht mit Grenzschließung und Aussetzung des Asylrechts möglich, was für die Politik rechts der Mitte bisher nicht durchsetzbar war? Oder: Will die Gesellschaft in Zeiten von gelebter Solidarität und größtmöglicher Achtsamkeit wirklich, dass mit Schutzsuchenden so unwürdig umgegangen wird?


Nachmittag
 
13:15 Digitale Verlustzone
Infosendung ~45 Min
Es war einmal ... Diese klassische Einleitung eines Märchens passt perfekt für die Geschichte der Digitalisierung in Deutschland. Denn was kaum einer weiß in Zeiten von Funklöchern, lahmem Internet und Debatten über die Frage, ob an jeder Milchkanne ein leistungsstarkes Netz zur Verfügung stehen muss: Deutschland war mal Weltmarktführer und der Zeit weit voraus.Konrad Zuse, genialer und rechenfauler Pionier aus Berlin, baute nicht nur den ersten Computer weltweit, sondern hat damit im Allgäu bereits 1947 Milchpreise in Hochgeschwindigkeit berechnet.Sein Computer, der riesige Z1, führte zu einem Quantensprung in der Digitalisierung. Ingenieure der Firma Telefunken erfanden die Rollkugelsteuerung, heute weltbekannt als Computermaus. Das Deutsche Patentamt hatte die Rollkugelsteuerung jedoch wegen ''mangelnder Erfindungshöhe'' abgelehnt. Heute verdienen andere mit dem Patent Geld.Die Geschichte der Digitalisierung in Deutschland ist eine faszinierende Abfolge von genialen Ideen, erstaunlichen Erfolgen und vertanen Chancen. NDR-Autor Andreas Orth zeichnet sie für ''Geschichte im Ersten'' mit liebevollem Biss nach. Im idyllischen Allgäu etwa trifft er Zeitzeugen, die sich an Konrad Zuses ''Zauberkasten'' erinnern. Die Erfinder der Computermaus holen verschenkte Chancen aus dem Archiv und der ehemalige Postminister Christian Schwarz-Schilling erzählt launig humorvoll, warum die Einführung des Privatfernsehens zu Kupferkabeln, statt zur schnellen Glasfasertechnik führte. Orth findet auch längst vergessene Archivschätze. So zum Beispiel einen Film über ein Treffen von Bundeskanzler Helmut Kohl mit dem damaligen Deutschlandchef von Microsoft. Zum historischen Rückblick stellt der Autor Andreas Orth den Vergleich mit anderen Ländern. Er zeigt, dass auf den norwegischen Lofoten schnelles Internet seit Jahrzehnten wirklich überall vorhanden ist. Von jeder Lachsfarm und jedem Ferienhaus aus lassen sich sehr schnell große Datenmengen verschicken und empfangen. Für die Fischzucht ist das ebenso ein Standortvorteil, wie für den Tourismus.In Deutschland hingegen findet er neben vertanen Chancen immerhin ein Unternehmen, dass sich zum drittgrößtem Softwarehersteller der Welt gemausert hat: SAP. Dessen Mitbegründer, Hasso Plattner, erinnert sich an die Anfänge in den 70er Jahren und lüftet seine Erfolgsformel. Denn vor SAP gab es mal deutsche Digitalchampions wie Nixdorf, oder die vielversprechende Suchmaschine Metager. Die hätte ein deutsches Google werden können. Hätte.
16:30 Weltbilder
Infosendung ~30 Min
Japan: homosexueller buddhistischer Mönch und Make-up-Artist Ukraine: Leihmütter-Babys! Bestellt und nicht abgeholt Kroatien: Wie funktioniert der Urlaub in Corona-Zeiten? Polen: deutscher Auswanderer nun schon 109 Jahre alt USA: Joe Biden. Trumps Herausforderer Ukraine: Leihmütter-Babys! Bestellt und nicht abgeholt Autor: Joachim Angerer Die jüngsten Betroffenen der Coronakrise sind gerade erst geboren worden: Babys, die in der Ukraine von Leihmüttern im Auftrag ausländischer Paare zur Welt gebracht wurden. Die Ukraine hat eines der liberalsten Gesetze bezüglich Leihmutterschaft. Aber jetzt müssen die rund 100 Neugeborenen zusammen mit ihren Leihmüttern und Pflegern abwarten, bis die Einreisebeschränkungen gelockert werden und sie von ihren neuen Eltern abgeholt werden können. Bis dahin werden nochmal einige Babys von Leihmüttern zur Welt kommen. Kroatien: Wie funktioniert der Urlaub in Corona-Zeiten? Autor: Christian Limpert Dem Tourismus kommt in Kroatien eine große wirtschaftliche Bedeutung zu. Knapp 20 Millionen Besucher*innen haben im letzten Jahr zwölf Milliarden Euro im Land ausgegeben. Die Hälfte der Touristen kam aus Deutschland und Österreich. Aufgrund der niedrigen Fallzahlen bei den Corona-Infektionen wurden jetzt zahlreiche Restriktionen gelockert. Die ersten Hotels und Gaststätten können wieder öffnen. Die Tische im Restaurant auseinandergerückt, der Kellner mit Mund-und-Nasen-Schutz, in den Hotels Desinfektionsstationen. Korrespondent Christian Limpert testet den Sommerurlaub in Zeiten von Corona. USA: Joe Biden. Trumps Herausforderer Autorin: Claudia Buckenmaier Mit 77 will Joe Biden ganz vorne stehen. Erfahren sei er, loben Unterstützer; zu alt und fahrig, spotten seine Gegner. Wer ist dieser Joe Biden? Mit 29 wurde er zum Senator von Delaware gewählt. Alles schien perfekt. Doch wenige Tage vor dem Amtseid starben seine Frau und seine Tochter bei einem Autounfall. Die beiden Söhne überlebten. Die Tragödie bestimmte fortan sein privates wie politisches Leben. Ein Politiker, dem die Menschen künftig abnehmen würden, dass er mitfühlen kann. Er heiratete wieder, wurde erneut Vater einer Tochter. Über 30 Jahre lang saß er im Senat. Acht Jahre lang war er Barack Obamas Vizepräsident und musste in dieser Zeit eine weitere Tragödie verarbeiten. Sein Sohn Beau verstarb an einem Hirntumor. Matt Dallek von der Universität Georgetown urteilt: ''Biden ist ein interessanter Politiker, weil seine Identität so verwoben ist mit dem Verlust von zwei Kindern. Menschen sehen in ihm eine wirklich liebenswerte Person, jemand, der nicht leicht zu dämonisieren ist''. Doch derzeit beschuldigt ihn eine ehemalige Praktikantin eines drastischen sexuellen Übergriffs. Biden streitet alles ab. Es steht Aussage gegen Aussage. Polen: deutscher Auswanderer nun schon 109 Jahre alt Autorin: Katharina Zabrzynski Als der Hannoveraner Arnold Leissler und seine Ehefrau alt und schwächer wurden und sich nicht mehr ganz allein versorgen konnten, wurden sie von einer polnischen Pflegekraft und ihrer Schwester versorgt. Von Anfang an hätte ihnen das Ehepaar das Gefühl gegeben, zur Familie zu gehören, erklärt die Polin Grazyna Jêdrzejczak. Als seine Frau und weitere nähere Angehörige starben, verkaufte Arnold Leissler sein Haus in Hannover und zog zu seiner ''polnischen Familie'' in ein Dorf bei Gorzów. Dort, in seiner zweiten Heimat lebt der 109-Jährige bis heute glücklich und sagt: ''Ich bin hier aufgehoben, wie Gott in Frankreich''. Japan: homosexueller buddhistischer Mönch und Make-up-Artist Autor: Uwe Schwering Kodo Nishimura ist ein buddhistischer Mönch, der nicht wirklich in eine Schublade passt. Er ist nicht nur Glaubensbruder, sondern auch erfolgreicher Maskenbildner und Visagist. Über sich selbst sagt er, er sei mehr als nur Mann oder Frau, LGBT-Bekenner und homosexuell. Nach der Schule ging er in die USA. Denn er wusste, dass er im konservativen Japan nicht so leben könnte, wie er wollte. Erst in den USA konnte sich Nishimura schminken, in Japan schien ihm das unmöglich. Make-up war seine Medizin gegen die eigenen Komplexe: ''Schon als Kind hätte ich gern größere Augen gehabt. Deshalb habe ich überhaupt erst mit dem Schminken angefangen.
17:20 Monitor
Infosendung ~30 Min
Gekaperter Protest: Corona-Demonstrationen und die Rolle der AfD Epizentrum der Corona-Infektionen: Was geschah in Norditalien? Nukleare Aufrüstung: Deutschlands ''Teilhabe'' bei Atomkriegen Sterben im Mittelmeer: Europas Rückzug bei der Seenotrettung Epizentrum der Corona-Infektionen: Was geschah in Norditalien?: Es waren Bilder wie im Krieg: Militärtransporter, in denen sich Särge stapelten. Intensivstationen, auf denen Ärzte entscheiden mussten, wen sie sterben lassen. Was geschah wirklich in Norditalien? ''Monitor''-Reporter waren auf Spurensuche in der Lombardei, haben mit betroffenen Ärzten, Familien, Bürgermeistern und Wissenschaftlern gesprochen. Zentrale Erkenntnis: Offenbar hat das Corona-Virus in Norditalien deutlich mehr Opfer gefordert als offiziell bekannt. Gekaperter Protest: Corona-Demonstrationen und die Rolle der AfD: Seit Wochen demonstrieren kritische Bürger, Verschwörungsideologen und Neonazis Seite an Seite gegen die Corona-Maßnahmen. Seit die Lockerungen beschlossen wurden, verlieren die Proteste an Zulauf. Jetzt versucht die AfD sich an die Spitze dieser Bewegung zu setzen - angeblich im Kampf für die Grundrechte; tatsächlich, um mit ihren völkisch-nationalistischen Widerstandsparolen weiter in die Mitte der Gesellschaft vorzudringen. Nukleare Aufrüstung: Deutschlands ''Teilhabe'' bei Atomkriegen: Noch immer lagern auf deutschen Boden US-Atomwaffen. Im Einsatzfall würden sie von deutschen Flugzeugen aus abgeschossen. ''Nukleare Teilhabe'' heißt das Konzept. Es stammt aus dem Kalten Krieg. Heute ist der militärische und politische Nutzen extrem zweifelhaft. Die Bundesregierung hält dennoch daran fest, will dafür sogar massiv in neue Kampfjets investieren: Milliarden Euro für atomare Aufrüstung mit enormem Eskalationspotenzial. Sterben im Mittelmeer: Europas Rückzug bei der Seenotrettung: Während Corona die Schlagzeilen dominiert, ertrinken weiter Flüchtlinge im zentralen Mittelmeer. Europäische Staaten weigern sich mittlerweile sogar, Menschen in Seenot zu retten. Militärschiffe erhalten die Erlaubnis sich zurückziehen, sobald Flüchtlingsboote auftauchen. Gleichzeitig rüstet die EU libysche Milizen weiter auf, damit diese Geflüchtete zurück in libysche Haftlager bringen. Dort drohen ihnen Bürgerkrieg, Folter und Versklavung - und jetzt auch noch die Corona-Pandemie.


Abend
 
22:02 Horst im Eis
Infosendung ~28 Min
Seit den 1970er Jahren kommt Horst Lüdtke zum Campen auf denselben Platz in Prerow. Schon über zehn Jahre lang wohnt der gebürtige Berliner nun auch dort. Die Entscheidung für ein Leben im Campingwagen trifft er im Jahr 2000 - nach einem Zusammenbruch: zwei Tage lang liegt er auf der Intensivstation, er braucht einen Herzschrittmacher. Seitdem ist er arbeitsunfähig. Das Restaurant, das Horst in Biesdorf aufgebaut hatte, brachte ihm ohnehin mehr Stress als Einnahmen.Sein Haus, die Gastronomie und die Großstadt lässt der Rentner zurück und tauscht sein altes Leben gegen einen 30 Quadratmeter großen Camper, Strand, Seeluft und ganz viel Ruhe. An der Ostsee hat Horst wenige, aber sehr gute Freunde. Wie den Chemiker Eckhard Levin, der ihn besucht - mit dabei: Langlauf-Ski. Es ist das erste Mal, dass Eckhard am Ostseestrand Ski läuft. Am Abend feiern Horst, Eckhard und Camper-Freund Klaus aus Sachsen eine kleine Wintergrill-Party.Auf der anderen Seite des Platzes sind Urlaubscamper aus Mecklenburg-Vorpommern angereist. Sie schlafen in ihren luxuriösen Campermobilen. Als Horsts Freunde wieder abreisen und die Schneeschmelze beginnt, besucht Horst die Luxus-Camper an ihrem Stellplatz. Die herzlichen Mecklenburger geben ihm eine kleine Führung durch ihre Mobile. Das weckt Sehnsüchte bei Horst: Obwohl der Aussteiger mit seinem einfachen Leben auf dem Campingplatz zufrieden ist, würde er auch gerne wegfahren können. Doch das geht nicht, sein Wohnwagen ist sehr alt und steht seit über zwanzig Jahren unbewegt. Die Luxus-Camper fahren nach wenigen Tagen weiter. Horst bleibt im Eis zurück.