tag24 Programm 02.11.

   
   Was läuft beim TV Sender tag24

Was läuft 02.11. im TV-Programm von tag24?

Das tag24 Fernsehprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

am Vormittag    am Nachmittag    am Abend

Programm - Vormittag

 
03:17 Unterwegs im Westen
Infosendung ~30 Min
Gesellschaftsreportage, Deutschland 2019
Es ist vier Uhr morgens. Der Bass aus riesigen Lautsprechertürmen hämmert mit Wucht gegen die Zeltplane. Thomas und seine sechs Freunde aus Kevelaer sind gerade wieder auf dem Campingplatz angekommen; vom Tanzen völlig verschwitzt. Auf dem Festivalgelände wenige hundert Meter weiter haben sie bis gerade Party gemacht; zusammen mit 85.000 anderen Besuchern des Parookaville in Weeze - das größte Elektro-Festival Deutschlands. Eigentlich ist Weeze eine recht beschauliche Kleinstadt am Niederrhein mit 10.000 Einwohnern, Schützenfest und Angelverein. Doch am dritten Wochenende im Juli ist alles anders. Dann pilgern Feierwütige aus ganz Deutschland zum Parookaville-Festival auf den benachbarten Flugplatz. Wer hierher kommt, taucht in eine Parallelwelt ab: Dafür sorgen nicht nur 300 DJs, sondern auch die Veranstalter, die mit großem Aufwand eine fiktive Stadt mit Postamt, Kiosk, Waschsalon und Schwimmbad inszenieren. Im Rathaus bekommen die Parookaville-Bürger einen Pass und die tägliche Zeitung, in der örtlichen Kirche darf jeder jeden heiraten oder sich im Gefängnis tätowieren lassen. Hinter all dem steckt eine gigantische Logistik. Denn für wenige Tage muss auf Weiden, wo sonst Kühe grasen, die Infrastruktur für eine Kleinstadt geschaffen werden: mit Duschen und Toiletten, Strom für zehntausende Lampen, zwei Supermärkten und jeder Menge Abfall. Wir begleiten Thomas und seine Gruppe, wie sie vom Normalo zum Parookaville-Bürger werden und schauen uns an, was passieren muss, damit die Festivalbesucher ein Wochenende lang alles um sich herum vergessen können: Woher kommen Wasser und Strom für die Megaparty auf der grünen Wiese, wie wird diese riesige Logistik koordiniert und wer entsorgt eigentlich am Ende den ganzen Müll?
09:30 Russland - Vom Manager zum Dorflehrer
Infosendung ~30 Min
(Weltspiegel-Reportage) Warum ein junger Russe seine Karriere aufgibt Reportagereihe, Deutschland 2021
Bis September war er Manager in einem internationalen Konzern. Hoher Verdienst, Dienstwagen, viele Auslandsreisen. Ein Leben in einer vorgezeichneten Bahn, ein Traumjob für viele junge Russinnen und Russen. Doch Nikolai Stopnewitsch, 39 Jahre alt, hat hingeschmissen, ist jetzt Lehrer in Demjan Bedny, einem Dorf mit 680 Einwohnern, rund 500 Kilometer südlich von Moskau. Für ein Zehntel seines bisherigen Gehalts. Warum macht er das? Was treibt ihn zu diesem Schritt, den seine Freunde verstehen und sein Vater verurteilt? ''Früher hatte ich die Arbeit und mein Leben fing danach an'', sagt Nikolai: ''Arbeit und Leben, das will ich zusammenbringen. Und der Gesellschaft, die mir eine gute Ausbildung ermöglicht hat, etwas zurückgeben.'' Nikolai nimmt am Programm ''Lehrer für Russland'' teil, das es seit 2015 gibt und das Bildung auf die Dörfer bringen soll. Bildungschancen hängen in Russland stark vom Wohnort ab; wer auf dem Dorf wohnt, schafft es nur schwer auf eine Uni. Das Programm vermittelt junge Lehrerinnen und Lehrer - auch Quereinsteiger wie Nikolai - für ein oder zwei Jahre an abgelegene Schulen. Für wenig Geld, aber mit der Möglichkeit, eine neue Perspektive für sich zu entdecken. Diese ''Weltspiegel-Reportage'' begleitet den jungen Lehrer Nikolai. Bei seinem Abschied in seiner Heimatstadt Samara an der Wolga, bei seinem Umzug ins Dorf. Die ersten schwierigen Tage in einer völlig neuen Umgebung, ohne die Annehmlichkeiten der Großstadt. Und schließlich die ersten Tage als Dorflehrer. Inzwischen sind einige Wochen vergangen. Die Arbeit mache ihm Spaß, sagt Nikolai: ''Und wer weiß, vielleicht bleibe ich für immer.''




Programm - Abend

 
19:15 Rabiat!
Infosendung ~45 Min
(Rabiat) Mieten? Kaufen? Wahnsinn! Staffel 7: Episode 22 Reportagereihe, Deutschland 2021
In Deutschlands Städten wird Wohnraum knapp und immer teurer. Die ''Rabiat''-Reporter Denise Jacobs und Alexander Tieg treffen in ''Rabiat: Mieten? Kaufen? Wahnsinn!'' Menschen, denen Verdrängung oder Kündigung droht, die auf Grundstücks- und Wohnungssuche sind. Auf der anderen Seite wird Wohnraum dort zur Ware, wo Immobilienkonzerne auf maximalen Profit setzen. Ein Interessenkonflikt mit Sprengkraft für die Gesellschaft. Allein in Berlin sind die Quadratmeterpreise für Mieterinnen und Mieter in den vergangenen zehn Jahren drastisch gestiegen. Der rot-rot-grüne Mietdeckel, der die Entwicklung in der Hauptstadt bremsen sollte, ist vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert. Bei der Protest-Oper ''Lauratibor'' in Berlin-Kreuzberg trifft ''Rabiat''-Reporterin Denise Jacobs Menschen, die gegen den Ausverkauf der Stadt ihre Stimmen erheben. Die Geschichte handelt von Verdrängung und Investoren, die mit Immobilien Rendite machen: ein Zuhause für die einen, Betongold für die anderen. ''Rabiat'' ist ein neues multimediales Reportageformat mit rabiaten Geschichten aus dem Blickwinkel junger Autoren. Die sechsteilige Reihe will Emotionen auslösen, Haltung zeigen und zum Nachdenken anregen. Radio Bremen wird rabiat. Der Sender bringt ein Reportageformat ins Erste, das gesprächswertige Themen der Generation Y aufgreift und dabei jungen Reporterinnen und Reportern die Möglichkeit gibt, ihre Geschichte für ein großes Fernsehpublikum zu erzählen. Die Autorinnen und Autoren sind überwiegend preisgekrönt, nominiert, mindestens aber auffällig – und haben bereits bewiesen, dass sie in Webvideos, TV-Beiträgen und Reportagen fesselnd erzählen können.
21:45 Mein Job wandert aus - Und was wird aus mir?
Infosendung ~30 Min
(Echtes Leben) Reportagereihe, Deutschland 2021 Moderation: Leo Bigger
Sie sind vier von 850: Männer und Frauen, die bei der OTTO-Tochter Hermes gerade ihren Job verlieren. Obwohl der Konzern zuletzt seinen Gewinn durch die Corona-Krise erheblich steigern konnte, wird die Retourenstelle in Hamburg dichtgemacht. In Polen und Tschechien kann die Arbeit billiger erledigt werden. Silvia F., Marc S., Anastasia B. und Sylvia M. werden arbeitslos. Warum muss das so kommen, wie erklärt das Unternehmen seinen Schritt? Gäbe es keine bessere, menschlichere Alternative? Wie weit geht soziale Verantwortung, wo stößt sie an Grenzen? Und was macht das mit Menschen, die viele Jahre für die Firma gearbeitet haben und nun ihre Lebensgrundlage verlieren? Silvia F. ist seit zehn Jahren in der Spätschicht. Sie steigt jeden Mittag in Schwerin in den OTTO-Firmenbus. Schichtbeginn in Hamburg ist um 15:00 Uhr, nach Schichtende um 23:30 Uhr geht es wieder zurück. ''Hauptsache Arbeit finden'', dachte sie schon einmal, als nach der Wiedervereinigung ihr Werk dichtgemacht wurde. Nun erlebt sie das ein zweites Mal. Wie betäubt sitzt sie nachts um zwei auf ihrem kleinen Balkon, versucht runterzukommen, trinkt noch einen Tee, raucht eine Zigarette. Sie ist todmüde, kann trotzdem nicht schlafen. Wie soll es weitergehen? Hermes steht in diesem Film von Rita Knobel-Ulrich stellvertretend für viele Firmen, die ihre Ausgaben auf Kosten der Mitarbeiter senken. Werner Otto, der Firmengründer, hatte einst gesagt: ''Menschen sind wichtiger als Bilanzen''. Gilt das nicht mehr? ''Die Firma steht in hartem Wettbewerb'', erklärt der Unternehmenssprecher, ''Große Versandhäuser wie Quelle und Neckermann gibt es nicht mehr. OTTO muss [...] sich auf die Bedingungen im Weltmarkt einstellen''. 69 verschiedene Nationalitäten haben beim Hermes Retourenservice gearbeitet. Auch viele Flüchtlinge und Migranten. Zum Beispiel Anastasia. Die gelernte Schneiderin aus Ghana hat vier Kinder, steht seit zehn Jahren am Paketband und schwärmte von ihrem Job. ''Wir waren wie eine Familie. Die Kollegen haben immer zusammengehalten. Herkunft oder Hautfarbe spielten keine Rolle. Ich werde das vermissen.'' OTTO war für sie ein Anker im fremden Land. Ihr Kollege Marc erinnert sich verärgert, wie die Belegschaft auf Lohn verzichtet hatte: ''auf Weihnachtsgeld, das 13. Monatsgehalt - weil man uns sagte, dann könne es hier weitergehen...'' Nun hoffen viele auf die Transfergesellschaft, die von OTTO beauftragt wurde. Sie soll die Entlassenen fit machen, soll bei Bewerbungen, Praktika und der Jobsuche helfen. Die Reportage ''Mein Job wandert aus'' beobachtet nah an den Menschen, ob das gelingt.