Krimi, Deutschland 2020
Regie: Nils Willbrandt
Autor: Nils Willbrand - Jan Ehlert - Ferdinand von Schirach
Musik: Richard Ruzicka
Kamera: Sebastian Edschmidt - Sebastian EdschmidTrue

Minuten Eine Geschichte, zwei Filme: Im Zentrum des Fernseh-Experiments Feinde nach Ferdinand von Schirach steht eine Kindesentführung und die zügige Festnahme eines Tatverdächtigen, die aus zwei Perspektiven erzählt wird. Darf die Polizei einen Entführer foltern, um ein zwölfjähriges Mädchen zu retten? Nein, so lautet die Antwort des meisterhaft von Klaus-Maria Brandauer gespielten Anwalts Biegler in Feinde - Das Geständnis. Mit schmerzhafter Präzision inszenierte der vielfach ausgezeichnete Regisseur Nils Willbrandt das doppelteilige Justizdrama nach Ferdinand von Schirach. Die andere Sichtweise des Ermittlers zeigt der zweite Film Feinde - Gegen die Zeit mit Bjarne Mädel als Kommissar Nadler. Im Entführungsfall der zwölfjährigen Lisa von Bode (Alix Heyblom) steht Georg Kelz (Franz Hartwig) vor Gericht. Da von dem Angeklagten, Security-Mitarbeiter im Haus der wohlhabenden Familie von Bode, ein Geständnis vorliegt, scheint es nur noch um das Strafmaß zu gehen. Seinen erfahrenen Verteidiger Biegler (Klaus Maria Brandauer) macht jedoch eine Frage stutzig: Warum sollte jemand, der minutiös ein perfektes Verbrechen geplant hat, keine Spuren hinterlässt und in den Vernehmungen wenig Reue zeigt, ohne Not den Aufenthaltsort seines Entführungsopfers verraten? Ihm kommt der Verdacht, dass der Angeklagte in der Untersuchungshaft gefoltert wurde. Tatsächlich bricht Kelz irgendwann sein Schweigen und berichtet, wie Nadler ihn zum Sprechen gebracht hat: mit Waterboarding am frühen Morgen im Duschraum der Haftanstalt - ohne Zeugen. Für seinen Verteidiger Biegler, dessen Frau Elly (Ulrike Kriener) mit den von Bodes befreundet ist, geht es von Anfang an um Grundpfeiler des Rechtsstaats. Schuld oder Unschuld spielen keine Rolle. In der Verhandlung nimmt er sich Nadler vor, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Sein Ziel ist ein Freispruch.