Türsteher bei der Arbeit
Reportage, Deutschland 2026True
Die einen wollen friedlich feiern, die anderen kreischen nach Krawall. Damit das Nachtleben nicht aus den Fugen gerät, gibt es Türsteher und Security. Türsteher entscheiden, wer in den Club eingelassen und wer abgewiesen wird. Ein oft riskanter Job, der Fingerspitzengefühl braucht. Es wird schnell laut, es wird geschimpft, beleidigt, gespuckt und manchmal auch zugeschlagen. Sie arbeiten in Clubs, Discotheken, Partys, Feste, Tanzcafés und Bordellen. Von ihnen hängt ab, ob es an der Bar und auf der Tanzfläche ruhig bliebt oder Stress gibt. Ohne Türsteher geht es in fast keinem Lokal mehr, sagt ein Branchenkenner. Ein erfahrener Türsteher erkennt Problemklientel schon von Weitem. Wir sind gleichzeitig Sozialarbeiter, Psychologen, Pfarrer und Hellseher. Ohne Menschenkenntnis ist man in dem Job völlig falsch. Rafael, Rainer und Sandra bereiten sich mit ihrem Team auf eine lange Party in der Großraumdisco E-Dry vor. Bis zu 3000 Gäste werden in Geldern nahe der Grenze zu den Niederlanden erwartet und bei solchen Veranstaltungen fließt in der Regel viel Alkohol. Das Bootshaus in Köln wird regelmäßig in die Top-Ten der besten Klubs der Welt gewählt - ein Ruf, den Andrea Giarrizzo an der Tür Nacht für Nacht rechtfertigen muss. Genauso wie Anke Henkel, die in Kaiserslautern vor dem Klub Markthalle arbeitet. Die 1,82 Meter große ehemalige Kampfsportlerin wacht über die Tür des Klubs. Ihr Spitzname ist die Schwarze Göttin und sie sagt von sich: Ich liebe die Arbeit in der Nacht. Hier kann ich so sein, wie ich will. Das Publikum ist international - auch durch viele amerikanische Gäste, denn die US-Airbase Ramstein liegt nur wenige Kilometer entfernt. Insgesamt leben in der Region um Kaiserslautern rund 50.000 Amerikaner einschließlich ihrer Familien. Mirko Ferenczy hat es im Frankfurter Bahnhofsviertel immer wieder mit speziellen Krawallbrüdern zu tun. Die Sitten sind rauer geworden, die Hemmschwelle zuzuschlagen ist deutlich gesunken.