tag24 Programm 04.07.

   
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tag24 Programm heute Abend 20:15 uhr


Programm - Abend

 
22:30 Jung, gläubig, ostdeutsch - Im Land der Atheisten
Infosendung ~30 Min
Reportage, Deutschland 2022
Jung, gläubig, ostdeutsch - Im Land der Atheisten
Nirgendwo gehören so wenig Menschen einer Religion an wie in Ostdeutschland, besonders in Sachsen-Anhalt. Warum? Und was bedeutet das für die Gemeinden vor Ort? ''Exakt - Die Story'' begleitet vier Menschen aus vier verschiedenen Religionsgemeinschaften. Zu sehen am 1. Juni um 20.45 Uhr im MDR-Fernsehen sowie ein Jahr lang in der ARD-Mediathek. ''Die Situation ist Revolution oder Untergang - und die Chancen sind 50/50'', sagt Pfarrer Werner Meyknecht. Dass ''die Kirche'' sich in einer existenziellen Krise befindet, erlebt er in seiner evangelischen Gemeinde in Landsberg hautnah. Wie überall schrumpft auch hier die Gemeinde. Gleichzeitig bemerkt der 34-Jährige gerade in seiner Generation ein großes spirituelles Bedürfnis. ''Ich erlebe aber auch, dass das bei der Kirche überhaupt keinen Andockpunkt findet.'' Überalterung ist eine Ursache für den Mitgliederschwund. In Ostdeutschland kommt die DDR-Vergangenheit dazu. Der Staat fuhr eine harte Anti-KirchenPolitik. Zur Entfremdung trugen aber auch Skandale bei. Sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch führten besonders in der katholischen Kirche zu Vertrauensverlust. Auch Mara Klein hadert. Mara studiert in Halle, ist nicht-binär und kämpft für eine moderne katholische Kirche - gemeinsam mit anderen der Aktion ''Out in Church'' und beim Synodalen Weg. ''Also ich bin katholisch, ich würde das auch bleiben, sollte ich austreten. Davon bin ich überzeugt. Ich denke, diese Gemeinschaft ist mehr als zur Amtskirche zu gehören.'' Mara ist überzeugt, dass der Aktivismus etwas bewegt: ''Die Anliegen, die wir in Deutschland im Reformprozess durchzusetzen versuchen, sind Anliegen, die von Katholik:innen weltweit geteilt werden.'' Mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert sind Jan Laiter und Daniel Stahnke. In Magdeburg wird derzeit eine neue Synagoge gebaut - die zweite in Sachsen-Anhalt seit dem Zweiten Weltkrieg. Für den 22-jährigen Jan war das lange nur eine Utopie. Ohne Synagoge könne kein lebendiges Gemeindeleben funktionieren. Jan lebt heute in Berlin und gehört dort einer orthodoxen Gemeinde an. ''Leute beten dreimal am Tag. Ja, jeden Tag mache ich das. Aber das stört mich nicht, ab und zu mal Netflix zu schauen und zur Uni zu gehen - wie jeder andere Student auch.'' Er will dem Klischee, das viele zu orthodoxem Judentum im Kopf haben, etwas entgegensetzen. Auch für die Gemeinde von Daniel Stahnke ist ein gemeinsamer Ort essentiell für das Gemeindeleben. Vor zehn Jahren ist er zum Islam konvertiert. ''Ich habe einfach nur gesagt, ich glaub jetzt an Gott. Ansonsten dachte ich gar nicht, dass es so einen großen Wirbel auslöst.'' Als er und andere die Moschee in Merseburg aufbauten, sei es schwer gewesen, einen Raum zu finden. Viele hätten Vorbehalte gehabt. ''Alle sagen: Nehmt ja kein Geld vom Ausland. Aber niemand hilft uns, eine Moschee zu gründen'', kritisiert er. Was bedeutet es für eine Gesellschaft, wenn Religion keine Rolle mehr spielt? ''Exakt - Die Story'' begleitet Werner, Mara, Jan und Daniel. Was macht Glaube für sie aus? Vor welchen Herausforderungen stehen sie und wie prägen sie ihre Gemeinden?
23:45 Schwerelos
Infosendung ~30 Min
Der Rollstuhl bleibt am Strand zurück Regionalreportage, Deutschland 2022
Schwerelos
Ein Unfall und im nächsten Moment ist das Leben ein anderes: nicht mehr gehen können, von jetzt auf gleich querschnittsgelähmt! Damit muss nicht nur der Körper, sondern auch die Seele fertig werden. Vielen Betroffenen hilft da der Sport. Der Film begleitet drei Menschen, die sich auf das Abenteuer Kitesurfing einlassen: eine Herausforderung auch für ihre Begleitpersonen. Antonio Hömpler hat sich bei einem Snowboardunfall 2010 etliche Rückenwirbel und Rippen gebrochen und ist seitdem querschnittsgelähmt. Der 37-Jährige ist Studierender der Psychologie an der Uni Hamburg und für alle Action- und Fun-Sportarten zu haben. Er fährt gerne Wakeboard, Handbike, Longboard und Monoski. Prof. Dr. Thomas Grundmann erlitt 2008 bei einem Tauchgang in Südfrankreich eine schwere Dekompressionskrankheit und ist seitdem inkomplett querschnittsgelähmt. Der Chefarzt der HNO-Abteilung der Asklepios Klinik Hamburg-Altona ist Vater von drei Kindern. Sportbegeistert fährt der 64-Jährige auf seinem Liegefahrrad im Sommer und neuerdings auch Monoski im Winter. Kirsten Bruhn ist seit einem Motorradunfall 1991 inkomplett querschnittsgelähmt. Die ehemalige paralympische Schwimmerin in den Disziplinen Freistil, Brust und Rücken holte paralympisches Gold 2004, 2008 und 2012, elf paralympische Medaillen insgesamt. Sie ist 65-fache deutsche Meisterin, hält 54 Welt- und 64 Europarekorde ist sechsfache Weltmeisterin und achtfache Europameisterin. Alle erzählen von Problemen und Freuden mit dem Sport und ihrer Behinderung. Dem Film gelingt es, den drei so verschiedenen Persönlichkeiten nahezukommen und bewirkt Hochachtung und Respekt für deren Leistung.