Dokumentation, Deutschland 2026True

Sie durften ihre Zukunft nicht wählen, sie wurden gar nicht erst gefragt. Vor zehn Jahren waren Alisha, Dylan, Samuel und Ceira noch zu jung, um beim Brexit-Referendum abzustimmen. Heute, als junge Erwachsene, leben sie in einem Land, über das Ältere mit dieser krassen Entscheidung bestimmt haben. Die Folgen tragen sie auf ihren Schultern. Bezahlbarer Wohnraum, gut bezahlte Jobs? Fehlanzeige. Resignieren sie deshalb? Nein. Sie wollen ihre Zukunft jetzt selbst in die Hand nehmen. Doch wo liegt die? Wollen sie wieder Teil der EU sein? Oder doch abgeschottet bleiben, Seite an Seite mit Trumps USA? Alisha, 27 Jahre, ist Gitarristin einer Punkband aus Manchester. Ihre Band steht kurz vor dem Durchbruch. Aber dafür brauchen sie die europäischen Fans. Die Musikindustrie leidet besonders unter der Brexit-Bürokratie: Konzerte in Europa zu organisieren ist jetzt teuer und megaaufwendig. Zusammen mit ihren Bandmitgliedern will Alisha es trotzdem versuchen. Die Weltspiegel Doku begleitet die Band Witch Fever auf ihrer ersten, chaotischen Headliner-Tour auf den Kontinent. Schaffen sie den Durchbruch oder kommen sie komplett pleite und erschöpft zurück? Für Samuel, 21 Jahre, ist der Brexit noch viel zu lau. Als Fan des britischen Rechtspopulisten Nigel Farage, damals Treiber des Brexits, ist sein Credo: Der Bruch mit der EU sei einfach nicht gut umgesetzt worden. Nur deswegen komme das Vereinigte Königreich nicht auf den grünen Zweig. Das ist die Message der Rechtspopulisten in Großbritannien. Sam will als jüngster Reform-Kandidat in seinem Wahlkreis bei Birmingham bei den Kommunalwahlen im Mai vor allem bei jungen Männern mit dieser These punkten. Dylan, 20 Jahre, also noch jünger als Sam, muss noch bei seinen Eltern in einer Sozialwohnung in London leben. Durch Gentrifizierung verlieren dort immer mehr Menschen ihren Wohnraum. Und für ihn ist es bei den Mietpreisen in London schlicht unmöglich, zu Hause auszuziehen.