TV-Programm tag24

   

Der Sender tagesschau24 legt seinen Schwerpunkt auf Informations- und Nachrichtensendungen, Reportagen, Dokumentationen und Gesprächssendungen.
Was läuft im TV-Programm von tag24?

Vormittag
 
00:15 Fakt ist! Aus Erfurt
Show ~60 Min
'Es fehlen Beweise dafür, dass sich die ganzen bisherigen Investitionen in Oberhof gelohnt haben', kritisiert Justus Kehrl, der Vorsitzende des Steuerzahlerbundes Thüringen. Auch die Klimaprognosen und die demografische Entwicklung in Südthüringen lassen ihn zweifeln, dass die Fördermittel für den Wintersport auf Dauer gut angelegtes Geld sind. Thomas Schulz, seit über 13 Jahren Bürgermeister in Oberhof, ist genervt von der permanenten Kritik an seinem Ort. Für ihn kommt viel zu kurz, wie sehr die gesamte Region von den Investitionen profitiert. Schützenhilfe bekommt Schulz von dem neuen Oberhof-Beauftragten der Landesregierung, Finanzstaatssekretär Dr. Hartmut Schubert, der die 'Leuchtturm-Funktion' Oberhofs betont. Allerdings gibt er zu, dass die Vermarktung in der Vergangenheit nicht richtig gelaufen ist. In Zukunft soll mehr Geld ins Marketing fließen, um mit dem 'Leistungssport-Leuchtturm' noch viel mehr Ganzjahres-Touristen in die gesamte Region zu locken. Der Tourismusforscher Professor Jürgen Schmude von der Universität München mahnt, dass sich die Wintersportorte in den deutschen Mittelgebirgen langfristig umorientieren müssen. Er sieht zukünftig keine schneesicheren Gebiete mehr in Deutschland. Dauerhaft künstlich angelegte weiße Bänder durch braun-grüne Landschaften seien nicht unbedingt imagefördernd. Wie sinnvoll sind die viele Millionen schweren Investitionen in die Wintersport-Stätten in Oberhof? Woran liegt es, dass trotz dieser massiven Förderung bislang kein Tourismusboom in der Region zu verzeichnen ist? Wie kann es künftig gelingen jenseits der publikumswirksamen Wettkämpfe Touristen für die Region im Thüringer Wald zu interessieren? Diese und andere Fragen werden in 'Fakt ist!' mit kritischen Bürgern, verantwortlichen Politikern und einem Tourismusforscher diskutiert.
06:30 Ostprodukte im Westregal - Geschäfte mit der DDR
Infosendung ~45 Min
Die DDR produzierte unzählige Konsumgüter - nicht für die eigene Bevölkerung, sondern für den Westen - den 'Klassenfeind'. In Erfurt wurden Schuhe für Salamander gefertigt, in Sachsen Unterwäsche für Schiesser. Im Westen warben Geschäfte und Bestellkataloge mit preiswerten Kameras, Rührgeräten, Kinderwagen und Strumpfhosen. Was viele Konsumenten aber nicht wussten: All das kam von den 'Brüdern und Schwestern' aus dem Osten - und war dort nur sehr viel teurer oder gar nicht zu bekommen.Über 6.000 Firmen der ehemaligen Bundesrepublik machten Geschäfte mit dem 'Klassenfeind', sie ließen in den volkseigenen Betrieben der DDR produzieren und machten mit Produkten aus der DDR satte Gewinne. Die großen Versandhauskataloge waren voller Waren 'Made in GDR'. Die DDR war die verlängerte Werkbank des Westens, die Arbeitskräfte waren billig, die Qualität sehr gut. Die Leipziger Messe war die Drehscheibe beim innerdeutschen Handel, der in seinem Umfang der Öffentlichkeit bis heute kaum bekannt ist. Politisch folgte die Bundesrepublik ihrer Maxime 'Wandel durch Handel' - und die SED brauchte Devisen, mit den Jahren immer mehr. Was an Ostwaren im Westregal landete, ging der eigenen Bevölkerung verloren. Sie spürten den Mangel in den Läden, vor allem in der Provinz. Die meisten der begehrten Exportgüter waren für DDR-Bürger nur zu horrenden Preisen in Spezialläden zu erwerben - oder kamen überhaupt nicht in die Geschäfte.Wir folgen den Spuren im Alltagsgeschäft und blicken hinter die Kulissen des innerdeutschen Handels: Wer waren die Beteiligten, wer die Strippenzieher, wer machte den Profit, wer schaute in die Röhre? Wir haben mit Beteiligten aus Ost und West gesprochen, die heute bereit sind, ihre Geschäftspraxis offen zu legen.
07:15 Jenny und die vergessenen Roma-Kinder
Infosendung ~30 Min
Jennys Geschichte beginnt mit einem Zufall. Im Winter 2007 entdeckt sie während einer Rumänienreise einen Slum in der Nähe von Sibiu-Herrmannstadt. Die Kinder sind unterernährt. Viele Babys schweben in Lebensgefahr. Es gibt keinen Strom, kein Wasser, nur Hütten und Dreck. Jenny Rasche, damals 23 Jahre, ist erschüttert. 'Diese Begegnung hat mich nicht mehr losgelassen. Mitten in Europa solch ein Elend. Ich habe die Bilder dieser verhungerten Kinder nicht mehr aus dem Kopf bekommen.' Zurück in Deutschland gründet sie eine Hilfsorganisation und zieht kurz darauf mit ihrem Mann und ihren drei kleinen Kindern nach Rumänien. Jenny möchte vor Ort helfen. Sie beginnt mit dem Elementarsten und versorgt die Roma mit Essen und warmer Kleidung. Und sie übernimmt Verantwortung für die 40 Kinder im Slum. Mit Spendengeldern aus Deutschland und der Schweiz gründet sie ein Tageszentrum mit einer angegliederten Schule für Analphabeten. Die ersten Jahre sind schwierig. Die Kinder, die bisher ein elendes Bettlerleben führten, sind traumatisiert. Und dennoch: Mit der Zeit fassen die Kinder Vertrauen zu Jenny. Mittlerweile besuchen viele der Kinder weiterführende Schulen oder erlernen einen Beruf. Sie haben das Kommando in der Siedlung übernommen. Die erste Generation, die wieder Lust auf Leben entwickelt. Seit fast zehn Jahren begleitet unser Filmteam die Arbeit und das Leben von Jenny Rasche. Die Dokumentation erzählt die Geschichte einer Frau, die unermüdlich kämpft: für ein besseres Leben der Roma-Kinder, für weniger Leid, für Gerechtigkeit und Chancengleichheit.
07:45 Weltbilder
Infosendung ~30 Min
Großbritannien: neuer Hafen für das Brexit-Chaos? USA: das stillgelegte Land und der Mauerbau Österreich: Das Schneechaos geht weiter Großbritannien: Brexit-Entscheidung Türkei: Kinderarbeit statt Schule Indonesien: Hotelschule als Chance Türkei: Arbeit statt Schule Österreich: Schnee-Chaos Österreich: Das Schneechaos geht weiter Wegen der andauernden Schneefälle sind in Österreich zahlreiche Gebiete von der Außenwelt abgeschnitten. In vielen Regionen der Alpenrepublik liegt der Schnee mittlerweile zwei bis drei Meter hoch. In Tirol gingen mehrere große Lawinen ab. Die höchste Lawinenwarnstufe wurde auf weitere Regionen des Landes ausgeweitet. Mehrere bekannte Skiorte sind wegen des massiven Schneefalls mittlerweile nicht mehr erreichbar. In den tieferen Lagen haben Sturm und Regen die Situation verschärft. Es besteht die Gefahr von Gleitschneelawinen. Mehr als 180 Straßen wurden gesperrt. Großbritannien: Brexit-Entscheidung Am Abend des 15. Januar entscheidet das britische Parlament, ob es den Vertragsentwurf, den Premierministerin Theresa May mit der Europäischen Union ausgehandelt hat, annimmt. Zurzeit rechnen damit die wenigsten. ARD-Korrespondentin Annette Dittert berichtet nach der Entscheidung und analysiert die Folgen für den Brexit. Großbritannien: neuer Hafen für das Brexit-Chaos? Autorin: Julie Kurz Vom Hafen im südostenglischen Ramsgate hat seit fünf Jahren kein größeres Schiff mehr abgelegt. Trotzdem soll er ausgebaut werden, falls es zu einem Brexit ohne Vertrag kommen sollte. Dann, so wird befürchtet, könnte es durch verstärkt stattfindende Grenzkontrollen zu Staus an den Häfen von Dover und Calais kommen. Mithilfe von zusätzlichen Fährverbindungen sollen so Lieferengpässe bei Nahrungsmitteln und Industriegütern verhindert werden. Eine mögliche Route verliefe von Ostende in Belgien nach Ramsgate. Allerdings wurde jetzt bekannt, dass eine der von der Regierung beauftragten Firmen bisher über keinerlei Erfahrung im Bereich der Frachtschifffahrt verfügt. Ein weiterer Beleg für das Chaos rund um das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU. USA: das stillgelegte Land und der Mauerbau Bislang weigert sich US-Präsident Donald Trump, ein Haushaltsgesetz zu unterschreiben; Hunderttausende Mitarbeiter von Regierung und Bundesbehörden bekommen daher kein Geld. Wie geht es dem Land im längsten Stillstand, den es je gab? Die Haushaltssperre in den USA hatte am 22. Dezember begonnen. Hintergrund des sogenannten Shutdowns ist der Streit zwischen Präsident Donald Trump und den oppositionellen Demokraten über die Finanzierung einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. Türkei: Kinderarbeit statt Schule Autor: Oliver Mayer-Rüth Nurula ist elf Jahre alt. Ein Schulkind wie die meisten seiner neun Geschwister. Doch Nurula und seine schulpflichtigen Schwestern und Brüder dürfen während der Erntezeit keine Schule besuchen. Jedes Jahr versäumen sie mindestens die ersten sechs Wochen Schule, weil sie Baumwolle pflücken müssen. Und auch am Ende des Schuljahres, im Mai, versäumen sie einen Monat den Unterricht, um Aprikosen zu ernten. Nurulas große Schwester Zehra ist 16 Jahre alt. Unter Tränen berichtet sie, dass sie seit der fünften Klasse gar nicht mehr in die Schule gehen durfte: 'Mein Traum war es, Ärztin zu werden. Das hatte ich mir sehr gewünscht, zur Schule gehen zu dürfen. Aber ich bin sehr traurig darüber, dass sich dieser Traum für mich nicht verwirklicht hat.' Kinderarbeit, so steht es im Arbeitsgesetz Paragraf 71, ist in der Türkei verboten. Gemeint sind Kinder unter 15 Jahren. Doch im Harran Tal sind die Behörden noch nie wirklich gegen Kinderarbeit vorgegangen. Indonesien: Hotelschule als Chance Autor: Philipp Abresch Die Sonne Sumbas taucht die Bambusdächer in ein magisches Licht. Es hat lange nicht geregnet. Das Land, braun und staubig. In Sumbas Hotelschule aber wurde der Boden fruchtbar gemacht. Vor allem für eines: für die Zukunft junger Menschen. Erlyn ist 17 Jahre alt und studiert hier seit zwei Monaten. Für ihn wurde ein Traum wahr: 'Ich studiere Restaurant- und Bar-Management und da gehört der Gemüseanbau dazu. Das macht Spaß. Aber das Beste war bisher, dass ich gelernt habe, wie man einen Cappuccino macht.' Die Sumba Hospitality Foundation wird überwiegend aus Spenden finanziert.
08:15 Zur Sache Baden-Württemberg!
Infosendung ~45 Min
Dieselärger, Schulstress, Abschiebungen - was tun, Herr Kretschmann? Vom Traumhaus zum Alptraum Risikobereite Skifahrer Korrekte Pelze? Dieselärger, Schulstress, Abschiebungen - was tun, Herr Kretschmann? Dieselfahrverbote, Unterrichtsausfälle, Abschiebungen von Flüchtlingen - nur einige der Probleme, die viele Menschen im Land beschäftigen und für die sie Lösungen erwarten. Vor allem von Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) und dessen grün-schwarzer Regierung. Schuldirektorin Dorothea Vollmer aus Salem etwa beklagt den massiven Stundenausfall an ihrer Grundschule und fühlt sich von der Landespolitik im Stich gelassen. Michael Isert aus Welzheim wundert sich über die Blüten, die das Dieselfahrverbot in Stuttgart so treibt: Seit Jahresanfang muss er seinen Diesel-Mercedes in der Garage stehen lassen - mit seinem Hummer-Geländewagen, der dreimal so viel Sprit braucht, darf er aber weiter in die Stadt. Und auch das Thema Abschiebungen brennt vielen Menschen auf den Nägeln - und wird selbst in der Koalition kontrovers diskutiert. Wofür stehen Ministerpräsident Kretschmann und seine Regierung in diesen Fragen, welche Lösungen kann er anbieten? Und was denken er selbst und die Menschen in Baden-Württemberg zu einer möglichen dritten Amtszeit des ersten grünen Ministerpräsidenten in Deutschland? Gast: Winfried Kretschmann (Grüne), Ministerpräsident BW Risikobereite Skifahrer Wer zieht die ersten Spuren im unberührten Schnee? Für diesen Kick riskieren manche Skifahrer ihr Leben. So womöglich auch die vier in Lech tödlich verunglückten Männer aus dem Raum Biberach. Eine Lawine hatte sie an einer gesperrten Piste verschüttet. Warum halten sich einige nicht an die Vorgaben der Pistenbetreiber? Überschätzen sie ihr Können oder fühlen sie sich mit ihrer modernen Ausrüstung unverwundbar? Risikobereite Skifahrer bringen nicht nur sich selbst, sondern auch Bergretter in Gefahr. Vom Traumhaus zum Alptraum Der Traum vom eigenen Haus ist für elf Familien in Eningen zu einem wahren Alptraum geworden. Brachliegende Rohbauten, falsch zugeschnittene Fenster und Türen, großflächiger Schimmelbefall und ein Projektentwickler, der offenbar mitten im Insolvenzverfahren steckt. Wie konnte all das passieren? Korrekte Pelze? Dicke Winterparkas mit Pelzkragen sind voll im Trend. Und das obwohl Tierschützer seit Jahren mit grausamen Bildern von Pelztierfarmen schockieren. Nun versprechen heimische Jäger mit einer eigens gegründeten Firma regional erzeugte Pelze - ohne dass die Tiere leiden müssen. Lassen die sich ohne schlechtes Gewissen tragen?


Nachmittag
 
13:15 Akte D
Infosendung ~45 Min
Der Deutsche Bauernverband ist eine der mächtigsten Lobbyorganisationen, die es in der Bundesrepublik gibt. Er habe einen ähnlich großen Einfluss auf die Politik wie die deutsche Autoindustrie. Allerdings setzt die Bauernlobby ihre Interessen oft im Stillen durch. Wie aber ist dieser Machtfaktor entstanden? Und wie ist es ihm immer wieder gelungen, Gesetze zu beeinflussen? Ein Grund liegt in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Lebensmittel waren knapp und Landwirte wichtig, so wie während des Nationalsozialismus. Die Bundesregierung wurde auch mit der Drohung unter Druck gesetzt, dass sich Landwirte, denen es im Dritten Reich gut ergangen war, schnell wieder radikalisieren ließen. Das verfing: 1955 legte die Bundesregierung per Gesetz den Grundstein für das heutige Subventionssystem. Bauern wurde die Abnahme wichtiger Erzeugnisse zu festen Preisen garantiert. Diese Preisgarantie war auch der entscheidende Faktor auf dem Weg zu immer größeren Höfen. Anders war die Situation in Ostdeutschland. Hier wurde nach dem Zweiten Weltkrieg Großbauern mit mehr als 100 Hektar Land enteignet. Entschädigungen erhielten sie keine. Deshalb flohen viele in den Westen und wagten einen Neuanfang. Die, die blieben, landeten in der LPG. Im Westen wuchs Europa zusammen. Doch der Bauernverband blockierte lange einen europäischen Getreidepreis. Der Grund: Deutsche Bauern sollten nicht so wenig verdienen wie ihre Kollegen in Italien oder Frankreich. Erst nach der Zusicherung zusätzlicher Subventionen für deutsche Landwirte stimmte der Bauernverband doch dem einheitlichen europäischen Getreidepreis zu. Nach dem Fall der Mauer 1989 entschied die Bundesregierung, die gut 4000 LPGs der DDR zu privatisieren. Käufer waren oft die alten LPG-Vorsitzenden. Sie wussten, wie viel das Land wert war, und nutzten mitunter juristische Tricks. Der Bauernverband nahm die landwirtschaftlichen Großgrundbesitzer, die roten Barone, wie sie im Osten genannt wurden, gerne auf. Nicht wenige machten sogar Karriere im Verband. 'Akte D' ist eine investigative Dokumentationsreihe, die den Zuschauer auf Spurensuche in die Vergangenheit mitnimmt, verdrängte Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte neu beleuchtet und mit Mythen und Legenden aufräumt. Die erste Staffel dieses Formats wurde 2015 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.
14:15 Alpendämmerung - Europa ohne Gletscher
Infosendung ~45 Min
Für die Rettung der Gletscher in den Alpen ist es längst zu spät und ihr Ende nur noch eine Frage der Zeit. 'Sterbebegleitung' nennt der Schweizer Glaziologe Matthias Huss seine Klettertouren. Als Leiter des wissenschaftlichen Gletschermessnetzes vermisst er etwas, das die Europäer bald vermissen werden: das blaue Eis der Alpen. Die Gefahren durch Gletscherschmelze nehmen drastisch zu. Jedes Jahr gehen durch den Klimawandel von den existierenden 70 Quadratkilometer Gletscher zwei verloren. Der Permafrost schmilzt und verwandelt die bislang zusammengebackenen Hänge in rutschende Geröllhalden. Zudem gibt es wegen des Klimawandels jedes Jahr deutlich mehr 'Extremwetterlagen', Starkregen unterstützt die Abbruchtendenzen massiv. Die Folge: Erdrutsche und Bergstürze wie im Schweizerischen Bondo oder im österreichischen Valsertal. In der Schweiz werden bereits Siedlungen zurückgebaut, Menschen müssen ihre Häuser für immer verlassen. Wie gehen die Menschen in den Bergen mit dem Gletschersterben um und wie stellen sie sich auf veränderte Bedingungen ein? Am Aletschgletscher wird sein Dahinschwinden von den Einheimischen betrauert wie das Dahinscheiden eines guten alten Freundes. Die Wirtschaft in den Alpendörfern hängt vor allem vom Wintertourismus ab. Experten gehen davon aus, dass es etwa zur Jahrhundertmitte nur noch über 2000 Meter ausreichend natürlichen Schnee zum Skifahren gibt. Das bedeutet das Aus für etwa 70 Prozent der Skiorte in den Ostalpen, wie manche Wissenschaftler vorhersagen. Doch statt Alternativen zu entwickeln, wird weiter in den Skitourismus investiert. Mit Schneekanonen wird dem Klimawandel getrotzt und Beschneiungsanlagen in immer höhere Regionen gebaut. Der Verlierer steht schon fest: die einzigartige alpine Landschaft. Sie wird durch Bodenverdichtung und Erosionen zerstört. Einige Gemeinden erstellen bereits Modelle für den Alpintourismus der Zukunft. Angesichts steigender Temperaturen wird die kühlere Bergwelt für Touristen vor allem im Sommer immer attraktiver werden. Das Verschwinden der Gletscher als Wasserspeicher ist schon heute ein großes Problem. Landwirte im Engadin leiden bereits unter Wassermangel. Seit Jahrhunderten benutzen sie Schmelzwasser zur Bewässerung. Im vergangenen extremen Sommer brachten Helikopter Wasser zu den Kühen auf den Graubündner Alpen. Die Hydrologin Carmen de Jong rechnet damit, dass in vielen alpinen Skigebieten das Wasser künftig knapp wird. Und doch betreiben die Menschen weiter Raubbau an Eis und Schnee - aus Liebe zu den Bergen und zum Wintersport. Ein halbes Jahr haben die Autoren die Alpen beobachtet, von Slowenien bis in die Schweiz - eine Abschiedsreise zu den Gletschern.
15:30 Plusminus
Infosendung ~30 Min
Begehrtes Pulver - warum Diebesbanden aus Osteuropa deutsche Drogeriemärkte heimsuchen Doppelbesteuerung der Renten - ignorieren Finanzgerichte das Bundesverfassungsgericht? Brexit-Chaos - Wie betroffene Unternehmen und Beschäftigte reagieren E-Mobilität - wirklich die automobile Zukunft? Begehrtes Pulver - warum Diebesbanden aus Osteuropa deutsche Drogeriemärkte heimsuchen Ein Pulver, weiß und nahezu geruchlos, verspricht hohe Gewinnmargen und beschäftigt derzeit Polizei und Justiz in ganz Deutschland. Doch es geht nicht um Kokain oder Heroin - sondern um schlichtes Babymilchpulver. Diebesbanden, meist aus Osteuropa, stehlen in großem Stil Milchpulver aus deutschen Drogeriemärkten. Ermittler schätzen, dass mittlerweile 20 Prozent des Milchpulvers, das in deutschen Drogerien angeboten wird, gestohlen wird. Aber was macht die Sache so interessant? 'Plusminus' war mit Ermittlern unterwegs. E-Mobilität - wirklich die automobile Zukunft? Diesel und Benzin war gestern, Elektromobilität ist heute. Kaum ein Automobilhersteller, der nicht mit neuen, innovativen E-Autos wirbt und damit seine Zukunftsfähigkeit unter Beweis stellen will. Doch sind Elektroautos derzeit wirklich die Lösung für unsere Verkehrs- und Umweltprobleme? - Doppelbesteuerung der Renten - ignorieren Finanzgerichte das Bundesverfassungsgericht? Immer mehr Rentner müssen auf Teile ihrer Rente Steuern zahlen, obwohl diese aus bereits versteuerten Rentenbeiträgen erwirtschaftet wurden und damit steuerfrei bleiben müssten. Experten sprechen von einer Doppelbesteuerung - und die ist verfassungswidrig. Doch anstatt das Alterseinkünftegesetz zu ändern, will die Politik höchstrichterliche Urteile abwarten. Das Problem: Um die Doppelbesteuerung vor den Finanzgerichten nachzuweisen, müssen Betroffene in langen und komplizierten Verfahren die Steuerlast ihres gesamten Erwerbslebens nachweisen. Inzwischen gibt es erste Urteile und die ignorieren die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichtes. Brexit-Chaos - Wie betroffene Unternehmen und Beschäftigte reagieren Ob hart oder weich - der Austritt Großbritanniens aus der EU hinterlässt schon jetzt Spuren. Unternehmen befürchten, Fachkräfte zu verlieren oder finden schon jetzt keine mehr, wie die Betreiber einer Bäckerei in Richmond nahe London, die vor Jahren aus Naumburg in Sachsen-Anhalt auf die Insel zogen. Für ihren Betrieb suchen sie dringend Deutsche, die typisch deutsches Brot backen können. Nur: Niemand will auf die Insel ziehen. Andersherum hoffen deutsche Unternehmen und Städte, mit dem Brexit Fachkräfte aus Großbritannien abwerben zu können. So hat die Stadt Nürnberg eine Kampagne aufgelegt, um Polen aus Großbritannien nach Franken zu locken.
16:30 Weltbilder
Infosendung ~30 Min
Großbritannien: neuer Hafen für das Brexit-Chaos? USA: das stillgelegte Land und der Mauerbau Österreich: Das Schneechaos geht weiter Großbritannien: Brexit-Entscheidung Türkei: Kinderarbeit statt Schule Indonesien: Hotelschule als Chance Türkei: Arbeit statt Schule Österreich: Schnee-Chaos Österreich: Das Schneechaos geht weiter Wegen der andauernden Schneefälle sind in Österreich zahlreiche Gebiete von der Außenwelt abgeschnitten. In vielen Regionen der Alpenrepublik liegt der Schnee mittlerweile zwei bis drei Meter hoch. In Tirol gingen mehrere große Lawinen ab. Die höchste Lawinenwarnstufe wurde auf weitere Regionen des Landes ausgeweitet. Mehrere bekannte Skiorte sind wegen des massiven Schneefalls mittlerweile nicht mehr erreichbar. In den tieferen Lagen haben Sturm und Regen die Situation verschärft. Es besteht die Gefahr von Gleitschneelawinen. Mehr als 180 Straßen wurden gesperrt. Großbritannien: Brexit-Entscheidung Am Abend des 15. Januar entscheidet das britische Parlament, ob es den Vertragsentwurf, den Premierministerin Theresa May mit der Europäischen Union ausgehandelt hat, annimmt. Zurzeit rechnen damit die wenigsten. ARD-Korrespondentin Annette Dittert berichtet nach der Entscheidung und analysiert die Folgen für den Brexit. Großbritannien: neuer Hafen für das Brexit-Chaos? Autorin: Julie Kurz Vom Hafen im südostenglischen Ramsgate hat seit fünf Jahren kein größeres Schiff mehr abgelegt. Trotzdem soll er ausgebaut werden, falls es zu einem Brexit ohne Vertrag kommen sollte. Dann, so wird befürchtet, könnte es durch verstärkt stattfindende Grenzkontrollen zu Staus an den Häfen von Dover und Calais kommen. Mithilfe von zusätzlichen Fährverbindungen sollen so Lieferengpässe bei Nahrungsmitteln und Industriegütern verhindert werden. Eine mögliche Route verliefe von Ostende in Belgien nach Ramsgate. Allerdings wurde jetzt bekannt, dass eine der von der Regierung beauftragten Firmen bisher über keinerlei Erfahrung im Bereich der Frachtschifffahrt verfügt. Ein weiterer Beleg für das Chaos rund um das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU. USA: das stillgelegte Land und der Mauerbau Bislang weigert sich US-Präsident Donald Trump, ein Haushaltsgesetz zu unterschreiben; Hunderttausende Mitarbeiter von Regierung und Bundesbehörden bekommen daher kein Geld. Wie geht es dem Land im längsten Stillstand, den es je gab? Die Haushaltssperre in den USA hatte am 22. Dezember begonnen. Hintergrund des sogenannten Shutdowns ist der Streit zwischen Präsident Donald Trump und den oppositionellen Demokraten über die Finanzierung einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. Türkei: Kinderarbeit statt Schule Autor: Oliver Mayer-Rüth Nurula ist elf Jahre alt. Ein Schulkind wie die meisten seiner neun Geschwister. Doch Nurula und seine schulpflichtigen Schwestern und Brüder dürfen während der Erntezeit keine Schule besuchen. Jedes Jahr versäumen sie mindestens die ersten sechs Wochen Schule, weil sie Baumwolle pflücken müssen. Und auch am Ende des Schuljahres, im Mai, versäumen sie einen Monat den Unterricht, um Aprikosen zu ernten. Nurulas große Schwester Zehra ist 16 Jahre alt. Unter Tränen berichtet sie, dass sie seit der fünften Klasse gar nicht mehr in die Schule gehen durfte: 'Mein Traum war es, Ärztin zu werden. Das hatte ich mir sehr gewünscht, zur Schule gehen zu dürfen. Aber ich bin sehr traurig darüber, dass sich dieser Traum für mich nicht verwirklicht hat.' Kinderarbeit, so steht es im Arbeitsgesetz Paragraf 71, ist in der Türkei verboten. Gemeint sind Kinder unter 15 Jahren. Doch im Harran Tal sind die Behörden noch nie wirklich gegen Kinderarbeit vorgegangen. Indonesien: Hotelschule als Chance Autor: Philipp Abresch Die Sonne Sumbas taucht die Bambusdächer in ein magisches Licht. Es hat lange nicht geregnet. Das Land, braun und staubig. In Sumbas Hotelschule aber wurde der Boden fruchtbar gemacht. Vor allem für eines: für die Zukunft junger Menschen. Erlyn ist 17 Jahre alt und studiert hier seit zwei Monaten. Für ihn wurde ein Traum wahr: 'Ich studiere Restaurant- und Bar-Management und da gehört der Gemüseanbau dazu. Das macht Spaß. Aber das Beste war bisher, dass ich gelernt habe, wie man einen Cappuccino macht.' Die Sumba Hospitality Foundation wird überwiegend aus Spenden finanziert.


Abend