TV-Programm 3sat heute

   

Einziges Gemeinschaftsprogramm des deutschen Sprachraums. Gesendet wird ein Vollprogramm mit kulturellem Schwerpunkt, es gibt keine Werbung.
Was läuft im TV-Programm von 3sat?

Vormittag
 


Nachmittag
 
15:30 Norddeutschland von oben
Infosendung ~90 Min
Der Zweiteiler zeigt beeindruckende Luftaufnahmen, aufgenommen mit Spezialkamera und Hubschrauber, Flugbilder von den Küsten, Seen- und Moorlandschaften, Wäldern und Flussauen des Nordens. Teil eins erzählt Geschichten von Menschen von der Nordsee bis an die Ems. Die innovativen Ideen der Bewohner verändern das Leben dort, ihr Einsatz für Natur und Tiere sichert den Bestand, und sie bewahren alte landestypische Traditionen. Im Nationalpark Wattenmeer trifft Autor Marcus Fischötter den Biologen und Naturfotografen Martin Stock. Seit 30 Jahren macht er Fotos vom Watt und ist jeden Tag aufs Neue fasziniert. In der Kieler Förde züchtet die Meeresbiologin Inez Linke die Braunalge Laminaria. Die Pionierin glaubt fest an die Zukunft der marinen Biotechnologie für Kosmetika und Arzneimittel. In Schleswig-Holstein erzeugen etwa 3000 Windräder Strom, eine gute Einnahmequelle für viele Landwirte. Aber die Windparks sind auch eine Gefahr für Fledermäuse und Greifvögel. Die beiden Biologen Thomas Grünkorn und Stefan Wolff achten darauf, dass im Umkreis von einem Kilometer um einen Greifvogelhorst keine neuen Windräder aufgestellt werden. Thomas Neudecker ist auf einem Krabbenkutter in der Nordsee unterwegs. Seine Sorge gilt den Krabbenbeständen. Deshalb sind er und seine Mitarbeiter des Hamburger Thünen-Instituts für Seefischerei auf der Suche nach der optimalen Masche - mit dem Ziel, den Beifang bei der Krabbenfischerei zu minimieren. Martina Winkler liebt alte Nutztierrassen, besonders das Rotbunte Husumer Schwein. Manche Tierart wäre ohne ihren und den Einsatz einiger Gleichgesinnter längst ausgestorben, verdrängt von hochgezüchteten Masttieren. Auf der Grimmershörn fahren Sven Kaltenborn und Manfred Schriever etwa 16 000 Peilkilometer im Jahr. Das Schiff ist mit Echolot ausgestattet, damit suchen sie nach Untiefen in der Fahrrinne der Elbe. Wenn sie fündig werden, schickt das Wasser- und Schifffahrtsamt Bagger, denn die in den Seekarten eingetragenen Fahrrinnentiefen müssen garantiert werden können. Im Kehdinger Land, zwischen Elbe und Oste, ist der Boden voller Ton, ideal für die Produktion von Ziegelsteinen. Matthias Rusch betreibt eine Ziegelei in Drochtersen. In vierter Generation werden dort Klinkersteine im einzigen noch bestehenden Ringofen Europas hergestellt. Es ist keine Massenware, jeder Stein ist ein Unikat. Im Technologiepark Bremen tüfteln junge Forscher an einem Haushaltsroboter. Popcorn machen, das kann 'PR2' schon ganz allein. Aber zur alltagstauglichen Haushaltshilfe ist es noch ein langer Weg. Olaf Sommers und Marco Hugens achten auf die Süßwasserlinse auf Langeoog. Das Trinkwasser der Insel stammt aus Niederschlägen, die im Sandboden versickern. Da Süßwasser leichter ist als Salzwasser, schwimmt es wie ein Fettauge auf dem die Insel umgebenden Salzwasser. Die beiden Wassersorten dürfen sich auf keinen Fall mischen. Die Teststrecke des Transrapid durchzieht wie ein steinernes Denkmal das Emsland. Das Zukunftsprojekt der Superlative ist seit 2011 stillgelegt. Aber die Magnetbahntechnologie ist nicht verschwunden. Ralf Effenberger und sein Team wollen die induktive Ladetechnik, bei der Energie drahtlos übertragen wird, für Elektroautos nutzbar machen. Das Emsland und die angrenzenden Kreise Cloppenburg und Vechta haben die größte Dichte an Mastbetrieben in Deutschland. Die anfallende Gülle wird auf den Äckern als Dünger ausgebracht. Gewässer und Grundwasser leiden an der Überdüngung. Blaualgenplagen und Fischsterben im Dümmer waren die Folgen. Naturschützer und der einzige Berufsfischer am Dümmer haben deshalb ein Experiment gestartet mit dem Ziel, den Fischbestand in dem See zu erhöhen.


Abend
 
20:15 Wildes Deutschland - Die Lausitz
Infosendung ~45 Min
Weit im Osten Deutschlands liegt die Lausitz, das Land der 1000 Teiche, eine Landschaft voller Gegensätze. Der Film gewährt außergewöhnliche Einblicke in die Region. In der beschaulichen Teichlausitz leben seltene Tiere wie der Fischotter oder die sonderbare Rohrdommel. In den Bruchwäldern ziehen sogar Elche wieder ihre Kälber groß. Nur wenige Kilometer entfernt gleicht die Lausitz einer Mondlandschaft. Jahrzehntelanger Braunkohletagebau hat dort riesige Abraumhalden und Bergbauseen hinterlassen. Nirgendwo sonst in Deutschland wurde die Landschaft so großflächig und radikal verändert. Doch die Natur zwischen Brandenburg und Sachsen kehrt zurück: Wolfsrudel und Rothirsche durchstreifen Truppenübungsplätze. Farbenfrohe Wiedehopfe und Bienenfresser erobern Rekultivierungsflächen. Weite Teile der Lausitz sind 'wildes Deutschland' von seiner spannendsten Seite. Wenn es Frühling wird, erfüllen seltsame Laute die friedliche Wasserwelt der Teichlausitz: Die Balzrufe der äußerst seltenen Rohrdommel klingen so, als würde man in eine Flasche pusten. Kilometerweit sind die dumpfen Töne zu hören. Entdecken kann man die Rohrdommel allerdings kaum: Wenn sie sich beobachtet fühlt, reckt sie Kopf und Schnabel steil nach oben und bewegt sich wie die Schilfhalme im Wind. Ihr braunschwarzes Gefieder ist eine weitere Tarnung. Nicht nur die Teichlausitz bietet Wildtieren wertvollen Rückzugsraum: Selbst dort, wo der Tagebau die Landschaft extrem verändert hat, kehren Neusiedler zurück. Rekultivierungsflächen und Truppenübungsplätze sind inzwischen Heimat von Tieren, die in Deutschland schon so gut wie ausgestorben waren. Schillernde Bienenfresser und Wiedehopfe brüten in der Heide, weil sie dort reichlich Insekten finden. Wölfe, die aus Polen eingewandert sind, haben auf den Manöverplätzen Fuß gefasst. Die fischreichen Teichgebiete werden seit Jahrhunderten zur Karpfenzucht genutzt. Im Sommer werden sie zur Kinderstube für Wasservögel. Die Rohrdommeln haben Nachwuchs bekommen, Kraniche und Singschwäne machen mit ihren Küken erste Ausflüge. Wo Wasser ist, fühlen sich auch Waschbären und Marderhunde wohl; beide Arten stammen ursprünglich nicht aus Europa, doch mittlerweile gehören sie fest zur Lausitzer Tierwelt.