TV-Programm WDR

   


Was läuft im TV-Programm von WDR?

Vormittag
 
07:20 Sehen statt Hören
Infosendung ~30 Min
Fabian ist Autist: Familie Hopfenzitz Vor sieben Jahren hat Sehen statt Hören Fabian zum ersten Mal getroffen. Damals ist er 19 Jahre alt und lebt in einer Einrichtung für mehrfachbehinderte Gehörlose im thüringischen Schleiz, fast 500 Kilometer von seinen Eltern entfernt. Zu diesem Zeitpunkt hat er bereits Stationen in sechs verschiedenen Einrichtungen hinter sich und Helga und Kuno hoffen, dass sie nun die geeignete Betreuung für Fabian gefunden haben. Doch auch in Schleiz klappt es nicht: Von jetzt auf gleich sollen die Eltern Fabian abholen. Doch wie soll das gehen? Beide sind voll berufstätig und Fabian benötigt eine 1:1-Betreuung. Eine lange, schwierige Suche Die Suche nach einem Wohnheim für Fabian beginnt - und gestaltet sich äußerst schwierig: Vier Monate lang wird mit viel Aufwand gesucht. Anfangs wohnortnah, später dann bundesweit. Am Ende sind beim LVR (Landschaftsverband Rheinland) drei Mitarbeiter damit beschäftigt einen Platz für Fabian zu finden. Auch der Bundesverband für Autismus kann nicht weiterhelfen. Schließlich kommt Helga und Kuno der Zufall zu Hilfe: Am 'Tag der Begegnung' des Landschaftsverbands Rheinland kommen Fabians Eltern mit der Einrichtung 'Josefshaus' in Kontakt. Die nehmen ihren Sohn schließlich auf. Start mit Besuchsverbot Seit September 2013 wohnt Fabian zusammen mit anderen Autisten im Josefshaus in Mönchengladbach, eine knappe Autostunde von seinem Elternhaus entfernt. Kuno und Helga sind über die Nähe zu Fabian sehr glücklich und haben sich gleich zu Beginn auf regelmäßige Besuche gefreut. Doch erst einmal verhängt die Einrichtung ein Besuchsverbot. Für Fabian ist es therapeutisch wichtig, nach all den Wechseln erst einmal zur Ruhe kommen. Ganze sechs Monate müssen die Eltern warten, bis sie Fabian endlich in Mönchengladbach besuchen dürfen. Eine harte Zeit für die Eltern. Und für seine Schwester Katja. Angekommen Heute studiert Katja Medizin an der Universität in Hamburg. Ihren Bruder sieht sie noch vier- oder fünfmal im Jahr. Eigentlich ist ihr das deutlich zu wenig, aber die Entfernung zwischen Hamburg und Mönchengladbach machen häufigere Treffen schwierig. Kuno und Helga besuchen Fabian mittlerweile alle drei bis vier Wochen. Er fühlt sich in der Einrichtung daheim, hat mit Ralf Erdmann einen engagierten und wunderbaren Betreuer gefunden. Nach sechs Jahren besucht Fabian zum ersten Mal seine Eltern und feiert mit ihnen seinen 26. Geburtstag. Helga und Kuno freuen sich sehr auf diesen Tag. Und sie müssen akzeptieren, dass Fabian inzwischen erwachsen und in Mönchengladbach zuhause ist. Helga und Kuno sind glücklich über die Entwicklung ihres Sohnes, auch wenn sie ihn vermissen. Erfahrungen weitergeben Heute ist Fabian ein erwachsener Mann. Und die Eltern haben ihn genauso wie seine Schwester Katja losgelassen - das tut natürlich weh, gehört aber zum normalen Lauf der Dinge. Für Helga ist klar, dass sie ihre Erfahrungen mit autistischen Menschen weitergeben möchte. Die Gebärdensprachdozentin vermittelt in ihren Kursen, wie man sich mit Autisten oder geistig behinderten Menschen verständigen kann, egal ob sie taub sind oder nicht. Damit es andere auf ihrem Weg leichter haben, als sie selbst
08:15 Bis zum Ende der Welt
Spielfilm ~90 Min
Einst war Maria Nikolai (Christiane Hörbiger) eine gefeierte Musikerin. Vor 20 Jahren kam sie mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann nach Hamburg. Doch ihr früher nachbarschaftlich geprägtes Viertel droht sich allmählich in einen sozialen Brennpunkt zu verwandeln: Die Straßen sind schmutzig, Jugendliche schlagen vor dem Supermarkt die Zeit tot und Alkohol ist vielen ein ständiger Begleiter. Auch ziehen seit einiger Zeit zunehmend Ausländer in das Viertel. In ihrem Haus ist Maria inzwischen fast die einzige Deutsche. Vor allem die große Roma-Familie im oberen Stockwerk beobachtet sie mit Misstrauen und voller Vorurteile - dass sie selbst einst als bettelarme osteuropäische Migrantin nach Deutschland kam, ist für sie etwas anderes. Ihr Versuch, den ungeliebten Nachbarn die Polizei auf den Hals zu hetzen, schlägt fehl. Die Kripobeamtin Susanne (Marie-Lou Sellem) kennt die Ressentiments gegen Roma nur zu gut - ihre eigene Roma-Herkunft hält sie aus Angst vor Diskriminierung geheim. Als eine rassistische Jugendclique einen brutalen Überfall auf Marias Nachbarn verübt, gewährt sie dem 16-jährigen Roma Bero (Samy Abdel Fattah) und seinen jüngeren Geschwistern Zuflucht in ihrer Wohnung. Der bescheiden wirkende Junge war ihr schon vorher positiv aufgefallen. Nun merkt sie durch Zufall, dass er ein außerordentliches Musiktalent besitzt. Maria beschließt, Bero privaten Musikunterricht zu geben und ihn zum Vorspielen am Konservatorium anzumelden. Für sie selbst ist diese Mentorinnenrolle auch ein Weg, ihrem einsamen Leben wieder einen Inhalt zu geben. Zugleich lernt Maria durch den Kontakt mit dem sympathischen Teenager, ihre Vorurteile gegen die Roma langsam abzubauen. Beros älterer Bruder Rudko (Zino Gleich) beobachtet die neue Freundschaft seines kleinen Bruders mit Eifersucht. Er selbst hat keine Perspektive und wird von den anderen Jugendlichen als 'Zigeuner' ausgegrenzt. In seiner Verbitterung lässt Rudko sich eines Tages zu einem Plan überreden, mit dem er nicht nur die ahnungslose Maria in Gefahr bringt, sondern auch seinen eigenen Bruder verrät. Mit einem hohen Maß an Realismus und viel Gespür für emotionale Zwischentöne behandelt der Film aktuelle Themen wie Rassismus, soziale Konflikte und Toleranz. Im Mittelpunkt steht eine Frau, die erkennen muss, dass ihre negativen Vorurteile vor allem aus Unwissen entstehen. Zugleich blendet der Film existierende Probleme und Konfliktsituationen nicht aus. Die 'Rom und Cinti Union Hamburg' stand dem Filmteam beratend zur Seite. In der Hauptrolle liefert Christiane Hörbiger einmal mehr eine vielschichtige Charakterdarstellung. Das Drehbuch stammt von Thorsten Näter, der für Hörbiger bereits die hoch gelobten Filme 'Wie ein Licht in der Nacht' und 'Stiller Abschied' geschrieben hat.


Nachmittag
 
14:10 Die unendliche Geschichte
Spielfilm ~95 Min
Bastian, eine passionierte Leseratte, flüchtet vor ein paar rüpelhaften Schulkameraden in das verstaubte Antiquariat des alten Herrn Koreander. Der mürrische Ladenbesitzer will nicht gestört werden, denn er ist in die Lektüre eines magischen Buches vertieft, das, wie er erklärt, völlig anders ist als alle anderen. Neugierig geworden, 'borgt' Bastian sich den dicken Folianten kurzerhand aus, um eine Mathematikarbeit zu schwänzen und den geheimnisvollen Schmöker auf dem Dachboden des Schulgebäudes gierig zu verschlingen. Die fesselnde Geschichte, in die er buchstäblich hineingezogen wird, handelt von dem Land Phantasien, das von dem bedrohlichen 'Nichts' nach und nach verschluckt wird. Dieses Nichts ist auch daran schuld, dass die 'Kindliche Kaiserin' von einer tödlichen Krankheit heimgesucht wird. Der Krieger Atréju wird beauftragt, ein Heilmittel und damit eine Waffe gegen das Nichts zu finden. Obwohl noch ein Kind, macht Atréju sich auf die Suche. Von der uralten Morla, dem weisesten Wesen des Landes, erfährt er, dass nur das Südliche Orakel ihm helfen kann. Auf dem Rücken des fliegenden Glücksdrachen erreicht der junge Krieger schließlich das Orakel, das ihn jedoch vor eine schier unlösbare Aufgabe stellt: Nur ein Menschenkind kann das Schicksal Phantasiens abwenden, indem es der 'Kindlichen Kaiserin' einen neuen Namen gibt. Allmählich begreift Bastian, dass er selbst, der Leser des Buches, jenes Menschkind ist, das Phantasien retten kann. Hintergrundinformationen: Nach seinem Welterfolg 'Das Boot' inszenierte Erfolgsregisseur Wolfgang Petersen ('Air Force One', 'Poseidon') in den Münchner Bavaria Studios die ca. 60 Millionen DM teure Verfilmung des erfolgreichen Romans von Michael Ende ('Momo') über die Rettung der Fantasie. 'Die unendliche Geschichte' stellte einen deutschen Kassenrekord auf, denn erstmals bot eine deutsche Produktion den Spezialeffekten der großen Hollywoodfilme erfolgreich Paroli. Das originelle Fantasy-Märchen überzeugt auch heute noch durch seine warmherzige Inszenierung und die darstellerischen Leistungen, wobei die Mimik von Tami Stronach als 'Kindliche Kaiserin' herausragt. Der kleine Bastian entdeckt in einem Antiquariat ein Buch mit dem Titel 'Die unendliche Geschichte'. Während er neugierig zu lesen beginnt, wird das Geschehen zwischen den Zeilen so wirklich, dass die Figuren der Erzählung über ihn Bescheid zu wissen scheinen. Neugierig liest Bastian weiter und erfährt so, dass das Land Phantasien von dem sogenannten Nichts nach und nach verschlungen wird. Ein junger Krieger namens Atréju wird auserwählt, um das Land zu retten. Gegen Ende des Buches wird Bastian klar, dass der tapfere Atréju die Aufgabe nicht alleine meistern kann. Bastian muss ihm helfen.
15:45 Das fliegende Klassenzimmer
Spielfilm ~90 Min
Johnny, Sebastian, Matz und der kleine Uli gehen alle in dieselbe Klasse einer Internatsschule. Als Gymnasiasten leben sie in ständiger Fehde mit den Jungen der Realschule und sind auch sonst keine Musterknaben. Verständnis für ihre Probleme finden sie bei ihrem Klassenlehrer Dr. Johannes Bökh, den sie liebevoll 'Justus' nennen, zu Deutsch 'Der Gerechte'. Theodor Laban (Bernd Herzsprung) kommt sich schon sehr erwachsen vor, wenn er Johnny Trotz (Wolfgang Jarczyk) und dessen Freunde morgens im Internat aus den Betten scheucht. Schließlich ist der 'schöne Theodor' Primaner, die anderen gehen erst in die zweite Klasse. Johnny, Sebastian (Thomas Eggert), Matz (Alois Mittermaier) und ihre Gefährten nehmen ihm das nicht weiter übel, sie haben ganz andere Sorgen - zum Beispiel ihren ständigen Kleinkrieg mit den Realschülern, der besonders heftig aufflackert, als diese Rudi Kreuzkamm (Thomas Ecker) gefangen nehmen. Wie so oft zeigt Klassenlehrer Dr. Johannes Bökh (Joachim Fuchsberger) auch in diesem Fall Verständnis für die Jungen. 'Justus', wie sie ihn nennen, wird von den Schülern als Freund betrachtet, genauso wie der 'Nichtraucher' (Heinz Reincke), der in einem ausrangierten Eisenbahnwagen lebt. Mit ihm hat es eine besondere Bewandtnis, aber das erfährt die fröhliche Horde erst, als die Ferien nahen und die Jungen eifrig für eine Aufführung zur Abschlussfeier proben. Das Stück dafür hat Johnny geschrieben, es heißt 'Das fliegende Klassenzimmer' und demonstriert, wie aufregend der Erdkundeunterricht wäre, wenn man ihn mithilfe eines Flugzeugs betreiben könnte. Joachim Fuchsberger wäre am 11.03.2017 90 Jahre alt geworden. Als Dr. Johannes Bökh ist er in dieser Erich-Kästner-Verfilmung, die 1973 in Bamberg gedreht wurde, in einer seiner letzten Kinorollen zu sehen. Im Anschluss wechselte er ins Fernsehgeschäft. Obwohl Fuchsberger selbst durch die Kriegswirren keinen richtigen Schulabschluss ablegen konnte, bleibt er mit seiner klassischen Mimik als Hauslehrer in nachhaltiger Erinnerung. 'Blacky' Fuchsberger hat, gleichermaßen charmant wie souverän, in einem Zeitraum von rund 60 Jahren in über 80 Filmen und Fernsehserien mitgewirkt. Berühmt wurde der Schauspieler durch zwölf zwischen 1959 und 1972 produzierte Edgar-Wallace-Adaptionen, die zunächst die Kinokassen klingeln ließen und später im Fernsehen Traumquoten garantierten. Ab den 1970er Jahren startete er eine zweite Karriere als Moderator und Showmaster. Seine besondere Liebe gehörte Australien. Der 5. Kontinent wurde seit Mitte der 1980er Jahre seine Wahlheimat. Von 1988 bis 2003 drehte er 20 Filme für die auf ihn zugeschnittene Reportagereihe 'Terra Australis'.
17:45 Kochen mit Martina und Moritz
Show ~30 Min
Es wird ja gern abfällig über 'Kraut und Rüben' gelästert, die den deutschen Speisezettel bestimmen. Tatsächlich ist zur kalten Jahreszeit in der Gemüseabteilung oder auf dem Markt die Auswahl in Sachen Kohl groß, bunte Köpfe beherrschen das Bild. Da stapeln sich prall und dick der Weißkohl bzw. Kappes, der dunkelgrüne Wirsing, Rotkohl mit seinem blassen Blau und der schlanke, kräuselige Chinakohl. Gemüse, das die Zeit nach der Ernte monatelang im kühlen Keller bestens übersteht und auch dann noch für Vitamine sorgt - vor allem für das dann rare Vitamin C -, wenn es sonst nicht viel Frisches gibt. Diese verschiedenen Kohlarten bieten nicht nur einen schönen Anblick, sondern stehen auch für eine Vielzahl von fabelhaften Gerichten. Natürlich die geliebten Kohlrouladen, auch Krautwickel genannt. Omas Klassiker - wann haben Sie sie zum letzten Mal gegessen? Die WDR-Fernsehköche Martina und Moritz haben sie wieder mal auf den Plan gesetzt und zusätzlich noch ein paar neue Rezepte ausgetüftelt: Aus Wirsing machen sie 'Südtiroler Laubfrösch', aus Chinakohl gibt's chinesische Hühnerpäckchen und griechische Röllchen, eine ganz und gar vegetarische Variante. Und schließlich servieren die beiden noch gelegtes Kraut wie man es in Ungarn liebt. Martina und Moritz nehmen dafür aber Rotkohl und verpassen ihm eine feine Füllung aus Wild. Pfiffige Ideen, die zeigen, wie man aus 'gewöhnlichem' Kohl etwas richtig Gutes machen kann.


Abend