TV-Programm 3sat 27.08.

   
   Was läuft beim TV Sender 3sat

Was läuft im TV-Programm von 3sat am 27.08.?

Das 3sat Tagesprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

Vormittag
 


Nachmittag
 
12:10 Am Schauplatz
Infosendung ~50 Min
Das Leben ist hart. Die Marktstandlerinnen und Marktstandler sind härter. Seit drei Jahren besucht Nina Horowitz für ''Am Schauplatz'' Originale, die auf Ständen in Österreich versuchen, ihre Waren unter''s Volk zu bringen. Dabei kann der Herr Penz vom Wiener Viktor-Adler-Markt schon mal die Geduld verlieren, wenn er an all die Menschen denkt, die sein Prachtgemüse nicht kaufen: ''Wannst den Jungen den Dosenöffner wegnimmst, verhungern sie.'' Seit 2018 gilt in Wien die neue Marktordnung. Sie soll - etwa mit verpflichtenden Öffnungszeiten - dafür sorgen, dass wieder mehr los ist auf den Märkten. Vielen Standlerinnen ist das Reglement aber zu starr. Die neue Beirätin Melahat Bicer soll am Viktor-Adler-Markt vermitteln. Wenn die Leut'' sich nicht an die Regeln halten, kann sie aber resolut werden. Der Standler und Flohmarkt-Betreiber Pauli Schäfers vom Neusiedlersee hat seit Jahren ganz andere Zores. Er ist leider ''der schlechteste Verkäufer der Welt.'' Dafür kauft er gerne ein. Auch Ramsch, den er überhaupt nicht braucht. Wenn sich bei einem Weißen Spritzer Zeit für eine Plauderei ergibt, wird schon bald über die ganz großen Themen philosophiert: Da geht''s dann um den Klimawandel, die Liebe, Donald Trump und die innenpolitische Situation. Der Marktplatz war schon immer ein Ort, wo politisiert wurde. Zwischen Obst und Gemüse wird viel gestritten. Auch am Viktor-Adler-Markt. Eine gebürtige Favoritnerin sieht sich mittlerweile als Minderheit am Markt. Viel zu viele ''Neu-Österreicher'' stehen für ihren Geschmack hinter den Standln. Ohne die Pakistaner, Inder und Türken, die hier arbeiten, würde es den Markt in Favoriten längst nicht mehr geben, findet wiederum der gebürtige Istanbuler Seref Akay: ''Viele Österreicher tun sich die schwere Arbeit doch gar nicht mehr freiwillig an.'' Er verkauft am Markt Hosen um 10 Euro. Dass die Zunft Nachwuchsprobleme hat, sieht die Frau Haslinger aus Klagenfurt auch. Die Marktfahrerin, die mit ihrer Tracht aus Österreich auf den Märkten die Tradition hochhalten will, sieht die Bürokratie als Grundübel dafür. Wenn die Welt sich nicht ändert, muss man es eben selbst tun, lautet seit neuestem das Motto der Kärntnerin. Die Marktstandlerin strickt jetzt farbenfrohe Decken, um sich zu entspannen. Manchmal gelingt''s sogar und die innere Gelassenheit stellt sich ein.
Untertitel16:9
17:00 Weiße Pferde, blaue Reben
Infosendung ~45 Min
In der Weststeiermark werden die weltberühmten weißen Lipizzaner gezüchtet und ein einzigartiger Wein aus der blauen Wildbacherrebe kultiviert, der Schilcher. Weitläufige Almen, unberührte Flusslandschaften, liebliche Weinhänge und Winzerhäuser: Das ist die Weststeiermark. Der Ruß des Kohlebergbaus ist dort Geschichte. Heute sind es die Lipizzaner und die blaue Wildbacherrebe, die das Land prägen. Über die Jahrhunderte war die Weststeiermark bestimmt vom Kohlebergbau. Mit seiner Hilfe konnten die Krisenjahre nach den beiden großen Weltkriegen bewältigt werden. Heute ist das Kohlerevier rund um Köflach weitgehend ausgeschöpft. 2006 wurde das Bergwerk stillgelegt, ebenso das Kohlekraftwerk im benachbarten Voitsberg. Der Tourismus ist inzwischen der bedeutendste Wirtschaftszweig im Land, und seine wichtigsten Aushängeschilder sind die weißen Pferde im Gestüt Piber, die Lipizzaner. Hier werden die weltberühmten Tiere für die Spanische Hofreitschule in Wien gezüchtet, aufgezogen und trainiert. Daneben wächst der Schilcher, jener unverwechselbare Roséwein, der aus der Blauen Wildbachertraube gewonnen wird. Es war der steirische Prinz, Erzherzog Johann, der diese Reben in großem Stil anbauen ließ. Nur im Schilcherland von Ligist über Stainz bis nach Eibiswald findet die Rebsorte die besten Böden und das passende Klima. Der Film zeigt den Arbeitsalltag im Gestüt Piber im Laufe eines Jahres: von der Aufzucht der Fohlen über den Almsommer der Jungtiere, wo sie Trittsicherheit und Ausdauer erlangen, bis hin zum majestätischen Einsatz der Pferde in der Spanischen Hofreitschule in Wien. Zudem erzählt er von den Winzern des Landes, die alljährlich Schilcher produzieren und dabei neue, ungeahnt kreative Wege gehen. Abseits der weißen Pferde und der blauen Reben führt der Film durch eine unglaublich reichhaltige Landschaft und bietet spannende Einblicke in die Frühgeschichte eines Landes, das heute kulturell gleichwohl fortschrittlich wie traditionsbewusst ist.
16:9


Abend
 
20:15 Die Füchsin - Dunkle Fährte
Spielfilm ~85 Min
Die Mittfünfzigerin Anne Marie Fuchs, die ''Füchsin'', sucht nach dem verschwundenen Bruder ihrer Freundin Simone. Mit unkonventionellen Methoden und wenig Skrupel. Anne Marie Fuchs lebt bescheiden und zurückgezogen in Düsseldorf. Ihr einziger regelmäßiger Kontakt ist die Chefin des Restaurant-Cafés ''Mittsommer'', Simone Papst. Hier bekommt Anne immer einen guten Kaffee und kann sogar anschreiben lassen. Als der beste Kumpel von Simones Bruder Sebastian ermordet aufgefunden wird und Sebastian spurlos verschwindet, bietet Anne ihre Hilfe an.Schnell wird klar, dass die unscheinbare Dame, die immer knapp bei Kasse ist, ein absoluter Ermittlungsprofi mit messerscharfem Verstand zu sein scheint. Kein Wunder, denn Anne Marie Fuchs ist eine ehemalige DDR-Spionin, eine Vergangenheit, die sie mit Olaf Ruhleben teilt. Er war Annes Führungsoffizier und versucht sie nun, gut 20 Jahre später, als Spezialistin für seine Sicherheitsfirma anzuwerben. Doch die ''Füchsin'' lehnt ab, obwohl sie nur von Hartz IV lebt, denn sie hat noch eine Rechnung aus ihrer aktiven Zeit offen, für deren Begleichung sie ihre Energie benötigt. Mit Unterstützung von Simones Ehemann Youssef El Kilali begibt sich Anne auf die Suche nach Sebastian und überschreitet dabei mit ihren teils radikalen Methoden etliche Grenzen der Legalität. Im Zuge ihrer Ermittlungen kommt sie einer größeren Sache auf die Spur, die sie befürchten lässt, dass Sebastians Leben in höchster Gefahr schwebt.
DolbyUntertitel16:9HDTV
22:25 Versicherungsvertreter - Mehmet Göker macht weiter
Infosendung ~70 Min
Der Dokumentarfilm von Klaus Stern gibt Einblicke in die Welt der Versicherungsverkäufer und zeigt, was aus dem einstigen Musterschüler der Versicherungen, Mehmet Göker, geworden ist. Über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren ließ sich der per Haftbefehl gesuchte einstige ''Liebling der Versicherungen'' von Grimme-Preisträger Klaus Stern bei seinen Aktivitäten begleiten. - Fortsetzung des Porträts ''Versicherungsvertreter'' aus dem Jahr 2011. Zufrieden räkelt Mehmet Göker sich im Fahrersitz seines Porsche-Geländewagens. Rechts sieht man das türkisfarbene Wasser der Ägäis schimmern. Nein, er hat kein Problem damit, nicht mehr nach Deutschland zu können. Nur das ''deutsche Kino, ''ne Currywurst und der Weihnachtsmarkt'' würde ihm ''abgehen''. Seit September 2012 wird Mehmet Göker mit internationalem Haftbefehl gesucht. Doch hier in der Westtürkei ist er sicher. Die Türkei liefert nicht an EU-Staaten aus. Und trotz Verfolgung tut Göker, was er immer getan hat: Er verkauft weiterhin private Krankenversicherungen an deutsche Kunden. Auch wenn Konzerne beteuern, sie würden wissentlich nicht mit Mehmet Göker zusammenarbeiten. Göker schaltet einfach einen Makler aus Deutschland dazwischen. Früher war Göker sehr beliebt bei den Versicherungsvorständen. Er sorgte für Umsatz. Wie, war ihnen egal. Sie waren stolz, mit ihm zusammenarbeiten zu dürfen. Besonders die AXA und die Alte Leipziger/Hallesche. Deren Vertriebschef Kettnaker freut sich in diesem Film: Er habe ''die Gunst der ersten Nacht'' mit Vertriebsgenie Göker gehabt und will ihn auch noch in ''25 Jahren'' als ''Flankenläufer weiter begleiten''. Das zeigt Material von einer MEG-Firmenfeier, das 2008, nur ein Jahr vor der Insolvenz, gedreht wurde. Die MEG AG, gegründet von Göker und einst zweitgrößter Vermittler von privaten Krankenversicherungen in Deutschland mit 1000 Mitarbeitern, ist längst pleite und schuldet den Versicherern Millionen. Doch noch immer sind junge Vertriebsmitarbeiter, nicht selten Migranten, fasziniert von Göker, an den sie wie an einen Guru glauben. Sie bewerben sich über Facebook und ziehen ins türkische Kusadasi, um an der Seite des ''Vertriebs-Messias'' das scheinbar leichte Geld zu verdienen. Die Ernüchterung kommt schnell. Für Mehmet Göker wird die Luft dünner. Von Drehtermin zu Drehtermin wirkt er abgekämpfter. Staatsanwalt, Gläubiger und der Insolvenzverwalter sind ihm auf den Fersen. Die großen Versicherer werden nicht müde zu verkünden, nie wieder mit ihm Geschäfte machen zu wollen. Und er beteuert, er sei unschuldig und alles andere als pleite.
16:9
23:35 Die Ökos von morgen - Permakultur im Emmental
Infosendung ~20 Min
Durch den Super-GAU von Tschernobyl begriff Toni Küchler schon als Kind: Der Mensch ist rücksichtslos zur Natur. Mit seiner Familie lebt er in einer Kommune den Traum einer anderen Gesellschaft. ''Permakultur ist die Vision einer Gesellschaft, die mit der Natur in Einklang lebt'', sagt Toni inmitten riesiger Rosenkohlstauden. Sie befinden sich auf 1000 Metern über dem Meer oberhalb von Trubschachen im Oberen Emmental. Dort oben auf dem Balmeggberg leben Toni und seine Frau Simone mit ihren beiden Kindern und einer Gemeinschaft von Menschen, die versucht, sich selbst zu versorgen. ''Ich lebe gerne so, weil ich weiß, woher mein Strom kommt, mein Wasser und mein Essen'', sagt Toni. ''Wir wollen möglichst von dem leben können, was vor der Haustüre ist.'' ''Trage Sorge für die Erde, für die Menschen und teile fair'', das sind die Kernanliegen der Permakultur. Wie und wo das umgesetzt wird, bleibt jeder und jedem selbst überlassen. Toni Küchler und die Balmeggbergler befolgen diese Grundprinzipien seit über zehn Jahren im Oberen Emmental. Zusammen mit anderen hat Toni eine Solargenossenschaft gegründet, das Projekt ''Truber Holz'' kam zustande, und der jüngste Streich ist der Bau einer Wohnsiedlung mitten im Dorf Trubschachen. Nach den Grundsätzen der Permakultur sollen zwei Mehrfamilienhäuser mit rund zehn Wohnungen entstehen. Obwohl die Balmeggbergler ihren Traum von Selbstversorgung und nachhaltigem Leben in der Abgeschiedenheit verwirklichen, wollen sie sich keinesfalls abschotten. Tonis Frau, Simone Küchler-Pey, formuliert es so: ''Wir sind nicht Aussteiger, sondern Einsteiger. Wir wollen einsteigen ins Leben.'' Reporterin Kathrin Winzenried hat Toni Küchler und die Balmeggbergler auf ihrem Hof im Emmental besucht.
16:9