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Vormittag
 
00:20 M - Eine Stadt sucht einen Mörder
Spielfilm ~110 Min
'M' erzählt von einem Mann, der kleine Mädchen mordet. Die ganze Stadt Berlin gerät in helle Aufregung und Panik. Die Polizei sucht nach dem Mörder, den man ein Ungeheuer, eine Bestie nennt. Für die Suchmethoden, die dabei angewandt werden, hat sich heute das Wort 'Rasterfahndung' eingebürgert. Damit es nach etwas aussieht, werden Razzien veranstaltet. Abend für Abend. Davon fühlt sich die Berufsverbrecherwelt gestört und beschließt, den Kinderschänder auf eigene Faust zu finden; auch um zu zeigen, dass sie mit 'so einem' nichts zu tun hat. Der Film zeigt die Unterwelt bestens organisiert; eine Geheimgesellschaft, die, wenn es darauf ankommt, die ganze Stadt kontrollieren kann. Fritz Lang rückt staatliche Macht und Verbrecherwelt in eine zweideutige Identität. Die Unterwelt kann die Stadt besser kontrollieren und fasst den Kindermörder. Sie stellt ihn vor ein selbsternanntes Gericht. Der Schränker (Gustaf Gründgens), der Anführer und Ankläger, fordert die Todesstrafe. Die versammelten Verbrecher äußern das Empfinden des gesunden Volkes. Die Huren sind gefühlvoll, die Ganoven haben ein unerbittliches Rechtsgefühl. In letzter Sekunde greift die staatliche Macht ein. Fritz Lang spricht 1931 über 'die entsetzliche Angstpsychose der Bevölkerung, die Selbstbezichtigung geistig Minderwertiger, Denunziationen, in denen sich der Hass und die ganze Eifersucht, die sich im jahrelangen Nebeneinander aufgespeichert haben, zu entladen scheinen. Dieses gesellschaftliche Schreckensbild, nicht ohne Assoziationen zur Weimarer Republik und dem, was darauf folgen wird, hat zum Zentrum die Figur von Lorres Kindermörder. 'M' war Peter Lorres erster großer Film. Diese Rolle machte ihn berühmt, war der Anfang und das prägende Signum seiner Karriere. Wie er den Mörder spielt - als ängstlich getriebener Mensch, beschränkt, geduckt und gehemmt - das erregt Abscheu und Mitgefühl zugleich. Ein hysterisch überreagierender Gehetzter, der seiner Neurose Menschenopfer bringt und am Ende selbst den Menschen zum Opfer fallen soll. Lorre muss Deutschland 1933 verlassen. Er ist Jude. Bald darauf wird aller Welt bekannt sein, welchen Unterschied es macht, ob einer mit dem Buchstaben 'M' auf seinem Mantel umhergeht, oder mit einem nach Gesetzesvorschrift aufgenähten gelben Stern. Die Nazis sollten 'M' und Peter Lorre nicht vergessen: der Film wird verboten, aber in dem Propaganda- und Rechtfertigungsfilm 'Der ewige Jude' von Fritz Hippler ist Lorre wieder zu sehen: als Beweis für die Selbstdarstellung der schmutzigen Verkommenheit und Gemeingefährlichkeit des lebensunwerten jüdischen Untermenschen. 'M' steckt voller Fingerzeige. Mit Fritz Langs 'M' hatte der unvergessene Peter Lorre 1931 seinen Durchbruch als Schauspieler. Es war allerdings auch eine Rolle, die ihn sein Leben lang verfolgen sollte. Peter Lorre (1904-1964) hieß eigentlich László Loewenstein und avancierte im Exil in Hollywood zum hervorragenden Charakterdarsteller. Seine Spezialität in gut 70 Filmen - darunter Klassiker wie 'The Maltese Falcon', 'Casablanca' und die Detektiv-Serie um 'Mr. Moto' - waren leise Bösewichte, die ihre latente Brutalität hinter der Maske lauernder Berechnung verstecken.
02:50 Traumrouten des Orients
Infosendung ~45 Min
Indien und Pakistan bilden einen geheimnisvollen Subkontinent. In der Kolonialzeit bauten die Briten eine Straße durch das gesamte Reich und nannten sie 'Grand Trunk Road'. Der legendäre Weg bildet auf über 2400 Kilometern eine pulsierende Lebensader. Von Kolkata über Benares am Ganges entlang nach Delhi führt die Route von Indien über die pakistanische Grenze nach Lahore und Peshawar. Der Route kommt eine besondere Bedeutung zu: Sie führt durch die verfeindeten Nachbarstaaten Indien und Pakistan, die kulturell immer zusammengehört haben. In Kolkata, dem Ausgangspunkt der Reiseetappe, tobt das religiöse Fest Durga Puja, ein farbenprächtiges Ereignis. Von dort aus führt die Grand Trunk Road weiter durch den Bundesstaat Bihar bis in die Stadt Bodhgaya. Dort soll Buddha unter dem Bodhibaum Erleuchtung erlangt haben. In Varanasi streift die historische Straße den heiligsten Ort Indiens. Für jeden Hindu ist es wichtig, einmal im Ganges ein rituelles Bad genommen zu haben und wenn möglich auch in Varanasi ins Nirwana einzugehen. Über Delhi geht die Reise bis zur Grenze nach Pakistan, wo allabendlich die Flaggenparade als martialische Show stattfindet. Für kurze Zeit öffnet sich die Grenze, und im Stechschritt zeigen historisch gekleidete Soldaten unter dem Jubel der Zuschauer ihre Gefährlichkeit. In der pakistanischen Stadt Lahore spielen Mädchen Fußball, und Journalistin Xari Jali erzählt vom Werk Rudyard Kiplings, der die Grand Trunk Road in seinem Roman 'Kim' verewigte. Mit Eindrücken aus dem afghanischen Viertel von Peshawar, wo Lapislazuli bearbeitet und gehandelt wird, endet die Etappe. Die abenteuerliche Route durch das Pamir-Gebirge auf das Dach der Welt gehört zu den Reisewegen durch Zentralasien, die voller Geheimnisse und Überraschungen sind. Über 3000 Kilometer lang ist die Reiseetappe, die zu den legendärsten Metropolen des Orients führt.
03:35 Traumrouten des Orients
Infosendung ~45 Min
Die Reise beginnt in Tadschikistans Hauptstadt Duschanbe und führt von dort den Fluss Pandsch entlang, durch den Wachan-Korridor und weiter bis in die kirgisische Hauptstadt Bischkek. Der Reiseweg wurde 1932 als Geschenk des Sowjetstaates an die entlegene Region fertiggestellt. Die Nähe zu Afghanistan und China gibt dem Pamir-Highway die Aura einer Abenteuerroute. In den Dörfern am Wegrand ähneln sich die Eindrücke: kleine Gehöfte mit Garten und wenigen Haustieren. Zu sehen sind nur Frauen und Kinder. Die Männer seien fort, heißt es überall, im Ausland zum Arbeiten. Die Berge sind höher als 7000 Meter und nach Marx, Engels oder dem Kommunismus benannt. So ehrte die Sowjetunion ihre höchsten Gipfel. Will man das Leben der Familien im Pamir kennenlernen, sollte man in 'Homestays' übernachten. Pässe, die in über 4000 Metern Höhe liegen, sorgen für wechselnde Eindrücke und bezaubernde Stimmungen. Auf fast 5000 Metern leben Nomaden auf ihren Sommerweiden, wo sie aus der Milch von Yaks und Ziegen Käse herstellen. In Kirgistan ändert sich die Kultur. Steppenland mit Pferdeherden bestimmt dort das Bild. Am Yssykköl-See erleben die Besucher einen erstaunlichen Kulturpark: Der Pavillon über den Schriftsteller Tschingis Aitmatow zieht Menschen aus dem ganzen Land an. Der Park würdigt auch die Weltreligionen: Christliche, jüdische, islamische oder buddhistische Zeichen stehen dort für religiöse Toleranz. Die abenteuerliche Route durch das Pamir-Gebirge auf das Dach der Welt gehört zu den Reisewegen durch Zentralasien, die voller Geheimnisse und Überraschungen sind. Über 3000 Kilometer lang ist die Reiseetappe, die zu den legendärsten Metropolen des Orients führt.
04:20 Märchenhafter Oman
Infosendung ~45 Min
Die moderne Hauptstadt des Omans, Maskat, steht am Anfang der zweiteiligen Dokumentation 'Märchenhafter Oman'. Der Name der Stadt bedeutet so viel wie 'Ankerplatz' - eine treffende Bezeichnung für den Regierungssitz einer Seefahrernation. Einige Kilometer südlich von Maskat haben Arabische Wüstengazellen ein Refugium gefunden. Weiter im Süden führt ein alter Handelspfad durch ein tiefes Flusstal, das so genannte Wadi Tiwi, weit hinein in die Gebirge und Wüsten des Landes. Nutzpflanzen aus aller Welt reisten mit den Händlern in die Oasengärten und wurden Teil der Terrassenbeete. Heute leben immer weniger Menschen in den Oasen, und immer weniger von ihnen kennen die mündlich überlieferten Geheimnisse der Bewirtschaftung der fruchtbaren Wasserstellen.Nur die wenigsten der malerischen Lehmdörfer an den steilen Hängen des Hadschargebirges sind heute noch bewohnt. Ein Imker jedoch nutzt sein altes Haus für Bienenstöcke, ein ehemaliger Bewohner von Misfat Al Abriyeen betreibt ein kleines Hotel in seinem verlassenen Heimatdorf.In der nächsten großen Stadt, in Nizwa, findet auch heute noch jeden Freitag ein Ziegenmarkt statt. Wie auf dem Laufsteg werden die Tiere potentiellen Käufern präsentiert. Der Handel hat im Oman Geschichte. Die Stadt Sur war bereits im sechsten Jahrhundert ein bedeutendes Zentrum für den Handel mit Ostafrika und ist heute die einzige Stadt im mittleren Osten, in der noch Dhaus gebaut werden.Westlich der Stadt, weiter landeinwärts, ist nur noch Wüste - die sogenannten Sharqiya Sands sind die Heimat der Beduinen. Auch wenn sie heute in klimatisierten Häusern wohnen und Geländelimousinen fahren, die Wüste hat für die 'Herren der Kamele' nicht an Reiz verloren.
05:05 Märchenhafter Oman
Infosendung ~45 Min
Im zweiten Teil der Dokumentation 'Märchenhafter Oman' nimmt ARTE den Zuschauer mit auf eine Reise durch den Süden des Landes, entlang der Weihrauchstraße bis hin zur grünen Küste.Vom Oryxantilopen-Reservat im Herzen des Landes führt eine Straße durch die Wüste in den Süden des Landes. Genauer gesagt in die Provinz Dhofar, eine der wenigen Regionen der Welt, in der Weihrauchbäume wachsen. Noch heute leben hier Menschen davon, den Bäumen in mühevoller Arbeit ihr wertvolles Harz zu entlocken.Die Metropole von Omans Süden ist Salalah, eine moderne Stadt am Meer. Neben einer einzigartigen Unterwasserwelt und einem großen Fischreichtum ist Salalah auch berühmt für seine Gärten. Gemüse und Obst aus den Plantagen werden hier direkt entlang der Küstenstraße verkauft. Salalah ist aber auch Sitz einiger wichtiger Universitäten, an denen, wie überall sonst im Oman, mehr Frauen als Männer studieren. Im Hinterland von Salalah türmt sich das Dhofar-Gebirge auf. Es ist der Rückzugsort der letzten Arabischen Leoparden. Wenn im Sommer die Arabische Halbinsel in Gluthitze versinkt, suchen Tausende von Touristen aus den Golfstaaten hier im südlichen Oman Zuflucht. Denn von Juli bis September wird dieser Küstenstreifen von den Ausläufern des Monsuns, des Charif, in dichten Nebel und Nieselregen getaucht. Die Vegetation scheint zu explodieren - es entsteht ein kühles, grünes Paradies inmitten eines Glutofens.'Zugereiste' ganz anderer Art finden sich in den Mangrovenhainen und Lagunen entlang der Südküste: Vögel kommen aus Afrika, aus Europa oder Indien, andere Arten wie die Rosaflamingos sind ständige Bewohner der Lagunen.
05:50 makro: Kühe für Katar
Infosendung ~30 Min
Kühe für Katar Rinderzucht und Milchwirtschaft, wo sonst fast nichts wächst? Katar will unbedingt Selbstversorger werden. Koste es, was es wolle. Seit Juni 2017 boykottieren Saudi-Arabien, Bahrain, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate Katar. Fatal für den kleinen Staat. Er gehört durch sein Gasvorkommen zu den reichsten der Welt, ist aber bei Lebensmitteln auf Importe angewiesen. Der Zugang auf dem Landweg ist dicht. Katar reagierte mit Mega-Investitionen in Infrastruktur und Wirtschaft. Der kleine Staat auf der Halbinsel vor Saudi-Arabien will sich aus dem Klammergriff lösen. Dabei ist ausgerechnet ein Kuhstall zur Pilgerstätte des Widerstands geworden. Zugegeben, ein großer: Mitten in der Wüste wurde eine gigantische, vollautomatisierte Milchfarm aus dem Sand gestampft. 20 000 Kühe sollen hier künftig für Milch, Joghurt und Fleisch 'made in Quatar' sorgen. Die ersten 3500 Kühe wurden dafür kurzerhand eingeflogen. Jetzt werden die Kühe mit dem Schiff geliefert. Schwarzbunte Holsteiner aus allen Teilen der Welt. Auch das Futter wird per Schiff herbeigeschafft, das Wasser für die Tier aufbereitet. Ein gigantischer Aufwand. Ein Muskelspiel. Und Teil eines größeren Plans, mit dem Katar alternative Wirtschaftszweige zum lukrativen Gas-Geschäft aufbauen will. Hierfür macht der Staat Zugeständnisse an ausländische Investoren, richtet Freihandelszonen ein, wirbt gezielt auch um deutsche Firmen. Ein Ende der Blockade ist nicht in Sicht. Doch statt der geplanten Isolation, scheint sie Katar wirtschaftliche Reformen zu bringen.
11:30 Das Große Barriere-Riff
Infosendung ~45 Min
Das Große Barriere-Riff ist mit 3000 einzelnen Riffen und mehr als 600 Inseln nur Teil eines größeren Lebensraums an der Nordküste Australiens. Der Film stellt dieses Ökosystem vor. Es ist ein Gebiet, das von faszinierenden Gegensätzen geprägt ist - von Lagunen und Mangrovensümpfen, von Riffen und Regenwäldern. Eingebettet zwischen zwei extremen Lebensräumen, dem Korallenriff im Meer und dem tropischen Regenwald am Festland, liegt eine riesige Lagune. Über Jahrtausende hinweg entstanden, ist sie mehr als 100 Meter tief. Zwei Drittel des Lagunenbodens sind mit Sand bedeckt, eine Wüste unter Wasser. Hier überlebt nur, wer sich perfekt tarnen kann. Wie der Röhrenaal, der niemals sein solides Erdloch verlässt, Steinfische, die sich im Sand vergraben und auf Beute lauern, oder der Eingeweidefisch, der zum eigenen Schutz im Darm einer Seegurke haust. Die Lagune ist ein Ort ständiger Gefahr: Hammerhaie und Stachelrochen schweben wie Detektoren über den sandigen Böden. Sie orten die elektrischen Impulse von Herzschlag und Gehirnströmen der gut getarnten Meeresbewohner. Gelegentlich gleiten an der Wasseroberfläche auch Würfelquallen durch die Lagune. Das Nesselgift ihrer meterlangen Tentakel zählt zu den stärksten im ganzen Tierreich. An manchen Stellen haben sich Oasen im sandigen Lagunenboden gebildet. Hier sind Pflanzen und Weichkorallen für eine Formenvielfalt verantwortlich, die ausreichend Deckung für zahlreiche Jungfische bietet. Dank ausgedehnter Seegraswiesen können hier auch seltene Meerestiere wie Meeresschildkröten oder Dugongs überleben. Letztere werden etwa drei Meter lang und sind weitläufige Verwandte der Elefanten: Vor der australischen Küste befindet sich eines ihrer letzten Refugien. Der tropische Regenwald auf dem Festland hat eine Schlüsselfunktion für das vielfältige Ökosystem des Großen Barriere-Riffs. An durchschnittlich 120 Tagen im Jahr ergießen sich hier sintflutartige Regenfälle über das Land. Der dichte Wald hält die Wassermassen in Zaum und regelt die Zufuhr des Süßwassers in die Brackwasserzone, in jene Bereiche also, in denen es zu einer Durchmischung des süßen Flusswassers mit dem salzigen Meerwasser kommt. In den Mangrovengebieten an der Küste wiederum zersetzen Mikroorganismen das Sediment zu Schlamm. Dieser ist Nahrungsquelle für Wellhornschnecken oder Siedlerkrebse, deren Exkremente wiederum wertvolle Futterquelle für die Mikroorganismen im Meerwasser sind. Der Regenwald und die Mangroven, die Lagune und das Barriere-Riff: Sie alle fügen sich wie Puzzlesteine zu einer aufeinander abgestimmten Wirkungskette zusammen. Verändert sich eine Landschaftsform, beeinflusst dies alle Bereiche des komplexen Ökosystems.


Nachmittag
 
12:15 Das Große Barriere-Riff
Infosendung ~45 Min
Diese Folge beleuchtet eine völlig neue Seite des Großen Barriere-Riffs: die beeindruckenden Wanderungen von Tieren, die das Riff zum Ziel für Fortpflanzung und Familiengründung haben. Direkt aus dem ewigen Eis der sturmumtosten Antarktis kommen zahlreiche Wal-Arten. Die Meeressäuger legen Tausende Kilometer in den Gewässern des Südpazifiks zurück, um sich in den warmen Regionen zu paaren und ihre Jungen zur Welt zu bringen. Mit ihren melodiösen Gesängen bringen Buckel- und Zwergwale eine völlig neue Klangkulisse in die Unterwasserwelt des Großen Barriere-Riffs. Das gigantische Riffsystem beherbergt auch eine der wichtigsten Brutstätten der Grünen Meeresschildkröte: Die Insel Raine Island ist Schauplatz eines atemberaubenden Ereignisses. Jahr für Jahr finden sich hier Tausende Grüne Meeresschildkröten ein. Die Schildkröten mit einem Gewicht von bis zu 250 Kilogramm schleppen sich bei Sonnenuntergang an Land und suchen nach dem idealen Platz für ihre Eiablage. Haben sie diesen Ort gefunden, graben sie in der Nacht ein 50 Zentimeter tiefes Loch. Meist ist es für die Schildkröten ein Wettlauf gegen die Zeit: Steht die Sonne einmal im Zenit, droht ihr Körper auszutrocknen, und im Meer lauern Tigerhaie, die extra hergekommen sind, um leichte Beute zu machen. Trotz der Gefahren beherbergt Raine Island die größten Tierkolonien. Jedes Fleckchen Erde wird zur Aufzucht genutzt - auch von insgesamt 84 Vogelarten, die hier ihre Nester bauen. Doch das empfindliche Gleichgewicht des Großen Barriere-Riffs ist bedroht. Große Naturkatastrophen können in wenigen Stunden alles zerstören, was über Jahrhunderte gewachsen ist. So begünstigt die Erderwärmung heftige Wirbelstürme mit orkanartigen Windgeschwindigkeiten. Sie fegen mit Geschwindigkeiten jenseits der 100 Stundenkilometer über Meer und Land hinweg - und vernichten dabei alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Auch unter Wasser entfaltet die globale Erwärmung ihre zerstörerische Kraft. Wird das Meerwasser zu warm, verlieren die Korallen ihre intensive Farbgebung - Korallenbleiche heißt diese Stressreaktion. Bleibt die Hitze zu lange bestehen, verlieren die Korallentiere nicht nur ihre Farbe, sondern sterben ganz ab. Es grenzt an ein Wunder, dass sich das Große Barriere-Riff trotz dieser negativen Begleitumstände noch immer ausdehnt. Zu verdanken ist das allein der unglaublichen Regenerationskraft des mehr als 2200 Kilometer langen Großen Barriere-Riffs.
15:30 Wildes Russland
Infosendung ~45 Min
Die Reihe 'Wildes Russland' zeigt die Natur des riesigen Landes zwischen Schwarzem Meer und Pazifischem Ozean. Die erste Folge führt den Zuschauer in den wilden Kaukasus. Zwischen Europa und Asien, eingezwängt zwischen Schwarzem Meer und Kaspischem Meer, ragen gewaltige Berggipfel über 5000 Meter hoch in den Himmel: der Kaukasus. Eine Welt voller Vielfalt und Gegensätze, wo Sandwüsten und eisige Gletscher aufeinandertreffen. In dieser nahezu unberührten Wildnis verwandeln Blumen, die man sonst nur aus unseren sorgfältig kultivierten Gärten kennt, die Gebirgshänge und Steppen in farbenfrohe Blütenmeere. Es ist ein Land, in dem Bären und Wisente leben, Luchse jagen und Geier auf der Suche nach Aas kreisen. Die vielfältigen Landschaften haben einen riesigen Artenreichtum hervorgebracht - hier sind im Laufe der Evolution Tierarten entstanden, denen man sonst nirgends begegnet. Geradezu außerirdisch mutet die Saiga-Antilope an, deren aufgeblähte, flexible Nase eher an einen Rüssel erinnert. Dem Langohrigel als echtem Wüstenbewohner erleichtern seine langen Beine das Fortkommen im Sand. Für viele bedrohte Arten ist die Region der letzte Zufluchtsort: Kaukasusgämsen und Ture erklimmen die schroffen Felsen, während Störe, urtümliche Wesen aus der Urzeit, die Tiefen des Kaspischen Meeres durchschwimmen. Doch dieses Paradies ist bedroht. Obwohl gut 3000 Quadratkilometer des Hochgebirgssystems streng geschützt sind, nimmt die Wilderei überall zu. Die einzigartige und kostbare Wildnis am Kaukasus muss um jeden Preis geschützt werden. 'Wildes Russland' zeigt in HD-Qualität die einzigartigen Landschaften und Artenvielfalt des größten Staates der Erde.


Abend
 
20:15 Reise zu neuen Horizonten
Infosendung ~105 Min
Alexander Gerst ist der erste deutsche Kommandant der Internationalen Raumstation ISS. Der Film begleitet das zweijährige Training und die aufregenden Monate der Mission 'Horizons'. Die aktuellen Experimente auf der ISS liefern Erkenntnisse, um weiter ins All vordringen zu können. Der Mond, und nach ihm der Mars, rücken für die Menschheit in greifbare Nähe. Doch wie können die Astronauten dorthin gelangen und wie dort überleben? Für Alexander Gerst ist es bereits der zweite Aufenthalt im All. 2014 schickte er von seiner Mission 'Blue Dot' faszinierende Fotos aus dem All und dokumentierte die atemberaubende Schönheit unseres Heimatplaneten, aber auch dessen Verletzlichkeit. Die neue aktuelle Mission richtet den Blick in die Weiten des Alls hinaus. Bereits für 2020 ist die nächste bemannte Reise zum Mond geplant, und auch Alexander Gerst träumt davon, persönlich den Erdtrabanten betreten zu können. Beeinflusst wird Gersts Aufenthalt auf der ISS von einer unerwarteten Herausforderung: Nach dem Fehlstart einer Sojus-Rakete am 11. Oktober 2018 war die dreiköpfige Crew allein auf der Raumstation. Inzwischen ist eine neue Besatzung auf der ISS angekommen, und Alexander Gerst wird gemeinsam mit seinen zwei Crew-Mitgliedern voraussichtlich am 20. Dezember 2018 zur Erde zurückkehren. Wie er sich auf die Risiken einer Weltraummission vorbereitet und auch seine Angst besiegt, erzählt er in ruhigen Momenten am Rande seines Trainings bei der NASA in Houston und im russischen 'Sternenstädtchen' Swjosdny Gorodok. Zusammen mit Raumfahrt-Experten, die ständig mit Alexander Gerst in Kontakt stehen, beleuchten die Filmemacher die Ausnahmesituation, in der die Astronauten sich befinden.
22:25 Eine Armlänge Welt
Infosendung ~100 Min
Der taubblinde Sven will den 800 Kilometer langen Jakobsweg nach Santiago de Compostela meistern. Doch die Reise birgt Gefahren jenseits des körperlichen Handicaps. Sven Fiedler hat das Usher-Syndrom, eine Krankheit, bei der Hör- und Sehvermögen langsam schwinden und er immer mehr von seiner Umwelt isoliert wird. 2017 bricht er mit einem Team von Assistentinnen auf, begleitet von der Filmemacherin Susanne Bohlmann. Zwei Jahre lang plante Sven seine große Reise akribisch. Doch was zunächst als Heldenreise beginnt, entwickelt sich zu einer Tour de Force für alle Beteiligten. Sven bekommt Probleme mit den Knien, vor allem aber fühlt er sich von seinen Taubblindenassistentinnen (TBAs) im Stich gelassen. Ein Abbruch der Reise ist für ihn aber unvorstellbar. Schritt für Schritt bewältigen Sven und seine sich abwechselnden Helferinnen die 800 Kilometer lange Strecke durch Frankreich und Spanien. Längst zählen nicht mehr das gemeinsame Unterwegssein, sondern das bloße Vorankommen und der Kampf gegen einen fatalen Vertrauensverlust auf beiden Seiten. Manch verzweifelte Assistentin fährt mit dem Gefühl des Versagens und der absoluten Hilflosigkeit nach Hause. Sven wird erst wieder zu Hause in seinem kleinen Reich in Rottweil zu Ruhe und Ausgeglichenheit finden und über seinen Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung reflektieren, den er sich in der Wirklichkeit der Reise trotz aller Unterstützung nicht erfüllen konnte. Susanne Bohlmann hatte mit der Reisegruppe verabredet, den Beginn und das Ende der Wanderung zu dokumentieren. Als sich jedoch gegen Ende des ersten Drehblocks die Konflikte zwischen Sven und seinen TBAs abzeichneten, entschied Bohlmann zu bleiben und ohne ihr Filmteam die Reise zu dokumentieren. Langsam verstand sie Svens Frustration und warum seine Begleiterinnen, die ihn zum Teil schon lange kannten, nicht mehr zu ihm durchdrangen, sondern er sich von ihnen verraten fühlte. Durch die Begleitung der Reise und des Konflikts gelingt Bohlmann, das Wesentliche der Situation Svens zu erfassen: seine Einsamkeit in einer von optischen und akustischen Reizen abgeschlossenen Innenwelt und die Gründe dafür, nicht genug vertrauen zu können. Susanne Bohlmann wurde 1978 in Osnabrück geboren und gründete 2004 nach einem Schauspiel- und Journalistik-Studium zwei Produktionsfirmen in Köln. Sie hat in zahlreichen Fiktion- und Doku-Produktionen sowohl Drehbuch, Regie als auch Schnitt übernommen. In 'Eine Armlänge Welt' führt sie stellenweise auch die Kamera. 2018 konnte sie ebenfalls ihren ersten Feature-Dokumentarfilm 'Pink Elephants' - über die Arbeit eines Schauspiel-Coaches aus Hollywood - in die Kinos bringen.