TV-Programm tag24 25.05.

   

Was läuft im TV-Programm von tag24 am 25.05.?


Vormittag
 
00:15 Fakt ist! Aus Magdeburg
Show ~60 Min
Europa ist fern und kompliziert. Und eine gigantische Geldvernichtungsmaschinerie. So zumindest das gängige Vorurteil. Doch die EU fördert mit ihrem multimilliardenschweren Haushalt jährlich zwei Millionen Einzelprojekte in den Mitgliedsländern - mit dem Ziel, die Lebensverhältnisse innerhalb der Union anzupassen. Jeder Bürger hat täglich mit der EU zu tun - sei es nur über eine gemeinsame Währung in vielen Ländern oder durch das inzwischen kostengünstige Telefonat aus dem europäischen Urlaubsland nach Hause. Doch Europa ist viel mehr: der freie Handel mit Waren zwischen den Ländern, die grenzenlose Arbeitsplatz- und Wohnortwahl zwischen Lappland und Mittelmeer. Und nicht zuletzt ein gemeinsames Versprechen verschiedenster Völker aus den Lehren zweier apokalyptischer Weltkriege, dass so etwas von europäischem Boden nie wieder ausgehen darf - ein Versprechen, das 2012 mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde. Ein Projekt mit Mängeln: denn der Ruf Europas ist lädiert. Spätestens 2015, mit den Fluchtbewegungen aus Nordafrika und Syrien, war es vorbei mit europäischer Solidarität. Nationalistische Tendenzen in Italien, Frankreich, Ungarn, Polen und anderen Ländern untergraben den europäischen Gedanken. Mit dem Brexit dreht sogar gleich ein ganzes Land der EU den Rücken. Die Bürger sollen letztlich das schlingernde Schiff auf Kurs halten, indem sie mit ihrer Europawahl-Stimme am 26. Mai dem Projekt neuen politischen Wind in die Segel pusten und Europa eine klare Richtung geben. Doch was schert die Menschen eigentlich Europa? Sind nicht längst Reformen nötig, ist das alles für Otto-Normal-Europäer überhaupt noch verständlich und wo greift Europa - vielleicht auch zu tief - in die Lebensbereiche der Bürger ein? Das diskutiert Moderatorin Anja Heyde mit: * Pia Schulte, stellvertretende Bundesvorsitzende der Jungen Europäischen Föderalisten * Lucas Guttenberg, Europa-Experte vom Jaques-Delors-Institut Berlin, einer europäischen Denkfabrik * Dieter Weitzel, Landwirt, der einst Mitglied der frühen, eurokritischen AfD war * Dr. Lutz Trümper, Oberbürgermeister von Magdeburg, der praktisch täglich vielfältigen EU-Kontakt hat Bürgerreporter Stefan Bernschein hat mit Bürgern den Praxistest zur Europawahl gemacht und den Menschen schon vorab den mehr als einen Meter langen Wahlzettel vorgelegt. Außerdem spricht er mit Vertretern der Wirtschaft und mit Bürgern über ihre EU-Erfahrungen.
06:30 Die Macho-Republik?
Infosendung ~45 Min
In Bayern sind seit den Landtagswahlen nur noch 55 von 205 Abgeordneten weiblich - der niedrigste Wert seit 15 Jahren. Und auch im Bundestag sitzen nur noch 31 Prozent Frauen. Woran liegt das? Sind es verkrustete Parteistrukturen, ungerecht besetzte Wahllisten, mangelnder Durchsetzungswille? Oder verwehren Männerbünde den Frauen den Zugang? Experten sehen in der Entwicklung eine Krise unserer Demokratie. ''DokThema'' fragt: Ist Parität nötig, um etwas zu ändern? Wie viel Frau braucht Demokratie? ''Der Staat ist männlich'', sagt die Kasseler Professorin für öffentliches Recht Silke Laskowski. Sie ist Initiatorin des deutschen ''Parité''-Bestrebens, das nach dem Vorbild Frankreichs für die gleichstarke Vertretung beider Geschlechter in den Parlamenten kämpft. Frauen aller Parteien diskutieren diesen Vorschlag. Almut Gronauer hat für ''DokThema'' vor der Europawahl drei sehr unterschiedliche Politikerinnen begleitet. Die CSU-Europaabgeordnete Angelika Niebler ist gegen starre Quoten. Sie setzt auf Mentoring-Programme und freiwillige Vereinbarungen zu Kandidatenlisten. Seit zehn Jahren ist sie Landesvorsitzende der CSU-Frauenunion. Für Jamila Schäfer, stellvertretende Bundesvorsitzende bei den Grünen, ist Parität ganz normal. Beim Häuserwahlkampf sind neben Umwelt und Europas Zukunft auch Frauenrechte Thema. Schließlich verstehen sich die Grünen immer noch als feministische Partei. Jung, links, weiblich: Für manche scheint das ein Hassbild zu sein und so kämpft Schäfer immer wieder gegen Häme und Diffamierung im Netz. Claudia Griebel ist ganz neu im Politikgeschäft und möchte sich vor allem für ihre Region starkmachen. Sie will bei der nächsten Kommunalwahl für ihren Ort auf die Kandidatenliste und lässt sich deshalb von gestandenen niederbayerischen Bürgermeisterinnen coachen. Gerade in der Kommunalpolitik sind besonders wenige Frauen vertreten. Das will sie ändern. Filmautorin Almut Gronauer begleitet die Politiknovizin auf ihre ersten Parteiveranstaltungen der Freien Wähler. Und ist dabei, wenn die weiblichen Politikprofis von CSU und den Grünen in den Wahlkampf ziehen. Eines wird dabei deutlich: Es regt sich Widerstand bei Politikerinnen aller Couleur. Sie fragen aber auch selbstkritisch: Stehen sie sich manchmal selbst im Weg? Und sorgt die reine Anwesenheit von Frauen für gleichberechtigtere Entscheidungen?
07:45 Weltbilder Spezial
Infosendung ~30 Min
Dänemark: Letzte Etappe der Europatour dreier Studenten Frankreich: Schicksalswahl für den Europäer Macron? Ungarn: Paradies für deutsche Rentner? Die Wahlen zum Europäischen Parlament finden in politisch stürmischen Zeiten statt: Der Brexit und lautstarke Europakritik beherrschen die Stimmung. Die Europäische Union gilt weltweit immer noch als Vorbild, wie aus ehemals verfeindeten Nachbarländern Partner werden konnten, die in Frieden miteinander leben. Aber was halten die Menschen in Europa heute von dem Bündnis? Wie sehr steckt die EU im Würgegriff von Populisten? Wie funktioniert das Europäische Parlament eigentlich? Die ARD-Auslandskorrespondentinnen und -korrespondenten berichten in dieser Spezialausgabe der ''Weltbilder'' aus den unterschiedlichsten Winkeln Europas. Dänemark: Letzte Etappe der Europatour dreier Studenten Autorin: Jennifer Lange Drei Hamburger Studenten sind einmal quer durch Europa gefahren, in alle 28 Länder der EU. Über 35.000 Kilometer haben sie zurückgelegt. Sie wollten einfach wissen, was andere, junge und alte Menschen, Ost- und Südeuropäer, Menschen in der Stadt und auf dem Land, über Europa denken. Ausgestattet mit einer Kamera haben sie die Menschen interviewt und ziehen jetzt Bilanz: ''Bei den Interviews ist für mich auf jeden Fall die überraschende Erkenntnis gewesen, wie ähnlich doch die Leute ticken und jemand in Bulgarien genau das gleiche über die EU denkt wie jemand in Belgien. Dass es zum Beispiel viel zu bürokratisch ist'', erzählt einer der Studenten. Die letzte Etappe der Europatour führte sie nach Dänemark, bevor sie pünktlich zur Europawahl zurück nach Hamburg kehren. Frankreich: Schicksalswahl für den Europäer Macron? Autor: Mathias Werth Emmanuel Macron, angetreten als Europäer. Mit einsamem Mut hatte er als einziger Politiker einen Pro-Europa-Wahlkampf geführt. Und gewonnen. Was ist geblieben? Macron hoffte auf Deutschland als Partner. Und blieb allein. Renaissance, Neubeginn, heißt die Liste von Macrons Bewegung. Voller Leidenschaft arbeiten hier junge Aktivisten für Macrons Wahlerfolg. Alix Compin ist Deutsch-Französin. Für Politik habe sie sich vorher nicht sonderlich interessiert. Doch jetzt, wo es um Europa und Macron gehe, da wolle auch sie ihren Beitrag leisten. Sie fühle sich als Europäerin, weniger als Französin oder Deutsche, sagt sie: ''Man sieht ja, dass Europa nicht mehr so gut funktioniert, dass es einen Neubeginn für Europa geben muss. So hat es auch Macron gesagt. Ich denke auch, dass es wichtig ist, dass Europa sich entwickelt. Und durch eine Entwicklung von Europa kann sich auch Frankreich entwickeln.'' Alle im Team fühlen sich als Europäer und wissen doch: Es heißt zwar Europawahl, aber jetzt geht es erstmal um Emmanuel Macron. Ungarn: Paradies für deutsche Rentner? Autor: Till Rüger Dieter Alfes, gebürtig aus der Nähe von Düsseldorf, lebt schon seit fast zehn Jahren allein, mitten in der Puszta, knapp 100 Kilometer südlich von Budapest. Den 68-jährigen Rentner hat es vor allem aus einem Grund ins ungarische Kecskemét gezogen. 1.200 Euro Rente bekommt er. Nachdem sein Arbeitgeber, eine Bank, ihn in Frührente geschickt hatte, war schnell klar, das reicht in Deutschland gerade mal zum Überleben. Dieter Alfes beschloss: Ich gehe nach Ungarn. Hier verdienen die Menschen im Schnitt 400 bis 500 Euro und die Immobilienpreise auf dem Land sind vergleichsweise niedrig. Sein Einfamilienhaus am Stadtrand, 140 Quadratmeter Wohnfläche, hat gerade mal 70.000 Euro gekostet. Der politische Rechtsruck in Ungarn unter Viktor Orbán ist für ihn kein Thema: ''Für mich ist Politik eine Sache, die ich nicht so intensiv verfolge. Ich weiß es zwar auch, es ist ein Problem der Ungarn, wenn das Volk es zulässt, dann ist es ein Problem der Ungarn und nicht meines. Ich bin Gast in diesem Land. Und deshalb füge ich mich auch dementsprechend.''.
09:15 Dynastien in NRW
Infosendung ~45 Min
Der Name Stollwerck ist untrennbar mit der Stadt Köln verbunden. Stetig wachsende Produktionshallen und domgleiche Verwaltungsgebäude prägten das Stadtbild. Heute lassen sich nur noch vereinzelt Spuren finden. Die wohl größte ist eine bei Touristen sehr beliebte Attraktion, das Schokoladenmuseum. Im Rheinauhafen feiern sie nun das 25-jährige Jubiläum. Im Museum wird die Geschichte der Familien Stollwerck und Imhoff sichtbar, beide Teil einer großen Dynastie, beide hatten jeweils in ihrem Jahrhundert den richtigen Riecher. Mitten in Köln gründete Franz Stollwerck 1839 eine Mürbebäckerei. Schon vier Jahre später landete er mit Hustenbonbons seinen ersten Verkaufshit. Im Rheinland nannten sie ihn den ''Kamelle-Napoleon''. Doch Stollwerck wollte mehr und produzierte ab 1860 auch Schokolade - ein neuer Markt. Mit dem Einstieg der Söhne in die Produktion wurde aus dem Familienbetrieb schließlich ein Unternehmen mit Weltgeltung. Der Duft der Schokolade blieb über ein Jahrhundert das Markenzeichen rund um die Fabrik in der Kölner Südstadt. Das faszinierte vor allem einen kleinen Jungen: Hans Imhoff. Eine eigene Schokoladenfabrik war immer sein Traum. Nach Ende des zweiten Weltkrieges bekam er die Chance dazu. Mit einem Lebensmittelgroßhandel hatte er begonnen und 1948 baute er dann in Bullay (Mosel) eine Schokoladenfabrik auf. Während Imhoff immer erfolgreicher wurde, stürzte die Traditionsmarke Stollwerck immer weiter in die Krise. Die Produkte galten als altmodisch. Doch der tiefe Fall des Giganten war die große Chance des Außenseiters. Anfang der 70er Jahre übernahm Imhoff das Kölner Schokoladenreich und sanierte es von Grund auf. Hartnäckig folgte er seinem Traum. Ehemalige Konkurrenten wie Sprengel oder Sarotti wurden Teil seines neuen Reiches. Ein weltweites Imperium entstand - und Imhoff wurde zum Schokoladenkönig. Ein entscheidender Schritt blieb jedoch aus: Die Klärung der Thronfolge. So wurde Stollwerck 2002 an einen Schweizer Konzern verkauft und später an die belgische Unternehmensgruppe Baronie. Als 2015 auch die Zentrale nach Norderstedt wanderte, verschwand der Name Stollwerck nach über 175 Jahren fast endgültig aus Köln. Doch Imhoff hat ein Denkmal hinterlassen. Das Schokoladenmuseum erinnert an die große Dynastie und ist das beliebteste Museum Kölns. Ein Vermächtnis in den Händen von Annette Imhoff, der Tochter des Schokoladenkönigs. In der Dokumentation von Lukas Hoffmann geht sie gemeinsam mit ihrer Schwester Susanne Imhoff auf Spurensuche. Weiter erzählen auch Freunde und Wegbegleiter der Familien Stollwerck und Imhoff sowie Mitarbeiter der Unternehmen ihren Teil einer großen Firmengeschichte - einer Welt voller Träume, Fleiß und Innovationen.
10:15 Markt
Infosendung ~45 Min
Straßenausbaubeiträge: teures Ärgernis für viele Anwohner Käsereiben im Test: welche raspelt am besten? Wachteleier: Tierschützer schlagen Alarm! Putzdienste: mangelhafte Haushaltshelfer Tür kaputt: Wer zahlt den Schaden? Krabbenfischerei: hoch umstritten Käsehobel im Test: Welcher schneidet am besten ab Wachteleier: Tierschützer schlagen Alarm! Wachteleier sind bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern stark im Kommen, werden in Supermärkten und auf Wochenmärkten angeboten. Auf den Verpackungen sind glückliche Tiere auf saftig grünen Wiesen abgebildet. Dazu die Aufschrift: Freilandhaltung. Doch die Realität ist oft eine andere. Häufig werden die Wachteln auf engstem Raum in Gitterkäfigen zusammengepfercht. ''Markt'' deckt auf! Straßenausbaubeiträge: teures Ärgernis für viele Anwohner Die Gemeinde Dahlenburg will zahlreiche Straßen sanieren. Auf die Anwohner könnten dadurch hohe Kosten zukommen. Geld, das viele nicht haben. Eine Bürgerinitiative kämpft gegen die Beitragssatzung. Einige norddeutsche Bundesländer sind schon dabei, die umstrittenen Ausbaubeiträge ganz abzuschaffen. Könnte das auch die Rettung für die Dahlenburger sein? ''Markt'' war vor Ort. Tür kaputt: Wer zahlt den Schaden? Die ganze Wohnung ist mit Boxen von Sonos ausgestattet, gesteuert über den Sprachassistenten Alexa von Amazon. Das System macht sich selbstständig und spielt stundenlang Musik auf voller Lautstärke als der Wohnungseigentümer nicht zu Hause ist. Bis die Feuerwehr die Wohnungstür aufbricht. Wer zahlt nun die neue Wohnungstür von ''Markt''-Zuschauer Nico H. aus Hamburg? ''Markt'' mischt sich ein. Käsereiben im Test: welche raspelt am besten? Viele Gerichte schmecken einfach noch besser, wenn man Käse drüber reibt. Aber mit welcher Käsereibe gelingt das am besten, ohne dass der Käse zerbricht oder man sich beim Reiben gar die Fingerkuppen beschädigt? ''Markt''-Moderator Jo Hiller probiert es mit Besucherinnen und Besuchern des NDR Landpartie-Festes in Neustrelitz aus. ''Markt'' will''s wissen. Putzdienste: mangelhafte Haushaltshelfer Im Internet kann man jederzeit eine Putzhilfe bestellen, bundesweite Portale bieten ihren Service an. Doch ist danach wirklich alles hygienisch sauber? Wie steht es um die Kosten, die Zuverlässigkeit und auch den Schutz vor Schwarzarbeit? ''Markt'' macht den Praxistest mit versteckter Kamera. Krabbenfischerei: hoch umstritten Norddeutsche Krabbenkutter fischen mit Grundschleppnetzen mitten im Naturschutzgebiet Wattenmeer. Trotzdem tragen die Fänge das begehrte Nachhaltigkeitssiegel des MSC. Das Siegel zeichnet damit Fischerei als umweltfreundlich aus, die Bestände schont sowie Beifang und Nebenwirkungen minimiert. Wenig nachhaltig ist aber das Fischereimanagement. Denn das erlaubte im vergangenen Jahr Fangmengen, die weit über die Nachfrage am Markt hinaus gingen.
11:15 betriff
Infosendung ~45 Min
Zuerst schließt der Gasthof, dann die Grundschule und irgendwann wird der letzte Geldautomat abgeschraubt. Häuser stehen leer, weil die jungen gutausgebildeten Menschen ihre Heimat verlassen und nicht zurückkommen. Die kleinen Gemeinden siechen dahin. Gerade im Südwesten ist die Landflucht ein permanentes, großes Thema. Dabei sind die meisten Menschen im Südwesten nach wie vor in ländlichen Gebieten zu Hause. Nach Expertenangaben leben in Baden-Württemberg 60 Prozent der Menschen im ländlichen Raum (6,5 Millionen von insgesamt rund elf Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern). In Rheinland-Pfalz sind es sogar 79 Prozent der Bevölkerung (3,2 Millionen von rund vier Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern). Neben den ''abgehängten Regionen'' gibt es auch Dörfer, die stabil sind, die es sogar schaffen zu wachsen statt zu schrumpfen. Was machen diese Dörfer anders? ''betrifft'' will zeigen, dass Dörfer auch eine Zukunft haben können und welche Gründe ein solcher Aufschwung hat. Der Film ''Hat das Landleben Zukunft? Wie Dörfer ums Überleben kämpfen'' sucht Lösungen, mit denen sich die Probleme des Landlebens bewältigen lassen. Ein Jahr lang hat das ''betrifft''-Team Dörfer in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg mit der Kamera begleitet. Gezeigt werden unglaublich aktive und engagierte Menschen, die sich nicht mit dem Dörfersterben abfinden wollen, sondern für ein intaktes Leben auf dem Land kämpfen.


Nachmittag
 
13:15 Ethik oder Etikettenschwindel?
Infosendung ~45 Min
Die Deutschen essen gerne Fleisch! Auch wenn es einen großen Trend zu vegetarischer und veganer Ernährung gib, mit der der Pro-Kopf-Fleischverbrauch in den letzten Jahren um acht Kilogramm gesunken ist, isst statistisch gesehen jeder Deutsche 60 Kilogramm Fleisch pro Jahr. Das sind alle zwölf Monate 750 Millionen Tiere! Umfragen zeigen: Viele geben gerne mehr Geld für Fleisch aus - erhoffen sie sich doch, dass es den Tieren zu Lebzeiten besser geht als den konventionell gehaltenen. Ein frommer Wunsch, den die Bio-Branche zu erfüllen versucht: Entspannte Rinder auf grünen Wiesen, Schweine, die sich im Freien unter blauem Himmel im Gras wälzen dürfen und glückliche Hühner, die ihre Eier in riesige Strohnester legen - so werden die Tiere auf den Verpackungen inszeniert. Und die Verbraucher zahlen gerne mehr für diese Bio-Idylle. Doch wie sieht es in Wirklichkeit aus? Unzulängliche EU-Verordnungen lassen den Biofleischproduzenten so viele Spielräume, sodass die Haltungsbedingungen der angeblich glücklicheren Tiere sich nur wenig von der konventionellen Tierhaltung unterscheiden. Und bei der Schlachtung sieht es oft nicht besser aus: Am Ende ihres Lebens erleiden die meisten Biotiere - oft nach einem langen Transport - denselben Tod wie ihre Leidensgenossen aus konventioneller Haltung. Auf manchen Schlachthöfen wird der Tierschutz im wahrsten Sinne des Wortes mit Füßen getreten. Aber weil man für das Label ''Bio'' höhere Preise verlangen kann, sind längst Trittbrettfahrer unterwegs, denen das Tierwohl viel weniger am Herzen liegt als eine hohe Rendite. Öko-Produkte erobern den Massenmarkt, und das schadet vor allem den ''echten'' Biobauern, die sich ernsthaft um das Wohl ihrer Tiere bemühen. Denn beim Preiskampf um das billigste Biofleisch können sie nicht mithalten. Dazu kommen noch gesetzliche Hürden. Bauern, die sich zum Beispiel für eine sanfte Schlachtung am Hof ohne Transportwege einsetzen, bekommen bürokratische Steine in den Weg gelegt. SR-Autorin Sigrid Born hat mit ihrem Kamerateam Biobauern und Funktionäre, Verbraucher und Politiker aufgesucht und befragt. Und sie hat zusammen mit Tierschützern die zum Teil erschütternden Zustände in Betrieben und Schlachthöfen dokumentiert, die trotzdem das Label ''Bio'' tragen. Was kann man als Kunde und Konsument tun, um echte Bio-Landwirte zu fördern und nicht auf die falschen Versprechungen der Trittbrettfahrer hereinzufallen?
16:30 Weltbilder Spezial
Infosendung ~30 Min
Dänemark: Letzte Etappe der Europatour dreier Studenten Frankreich: Schicksalswahl für den Europäer Macron? Ungarn: Paradies für deutsche Rentner? Die Wahlen zum Europäischen Parlament finden in politisch stürmischen Zeiten statt: Der Brexit und lautstarke Europakritik beherrschen die Stimmung. Die Europäische Union gilt weltweit immer noch als Vorbild, wie aus ehemals verfeindeten Nachbarländern Partner werden konnten, die in Frieden miteinander leben. Aber was halten die Menschen in Europa heute von dem Bündnis? Wie sehr steckt die EU im Würgegriff von Populisten? Wie funktioniert das Europäische Parlament eigentlich? Die ARD-Auslandskorrespondentinnen und -korrespondenten berichten in dieser Spezialausgabe der ''Weltbilder'' aus den unterschiedlichsten Winkeln Europas. Dänemark: Letzte Etappe der Europatour dreier Studenten Autorin: Jennifer Lange Drei Hamburger Studenten sind einmal quer durch Europa gefahren, in alle 28 Länder der EU. Über 35.000 Kilometer haben sie zurückgelegt. Sie wollten einfach wissen, was andere, junge und alte Menschen, Ost- und Südeuropäer, Menschen in der Stadt und auf dem Land, über Europa denken. Ausgestattet mit einer Kamera haben sie die Menschen interviewt und ziehen jetzt Bilanz: ''Bei den Interviews ist für mich auf jeden Fall die überraschende Erkenntnis gewesen, wie ähnlich doch die Leute ticken und jemand in Bulgarien genau das gleiche über die EU denkt wie jemand in Belgien. Dass es zum Beispiel viel zu bürokratisch ist'', erzählt einer der Studenten. Die letzte Etappe der Europatour führte sie nach Dänemark, bevor sie pünktlich zur Europawahl zurück nach Hamburg kehren. Frankreich: Schicksalswahl für den Europäer Macron? Autor: Mathias Werth Emmanuel Macron, angetreten als Europäer. Mit einsamem Mut hatte er als einziger Politiker einen Pro-Europa-Wahlkampf geführt. Und gewonnen. Was ist geblieben? Macron hoffte auf Deutschland als Partner. Und blieb allein. Renaissance, Neubeginn, heißt die Liste von Macrons Bewegung. Voller Leidenschaft arbeiten hier junge Aktivisten für Macrons Wahlerfolg. Alix Compin ist Deutsch-Französin. Für Politik habe sie sich vorher nicht sonderlich interessiert. Doch jetzt, wo es um Europa und Macron gehe, da wolle auch sie ihren Beitrag leisten. Sie fühle sich als Europäerin, weniger als Französin oder Deutsche, sagt sie: ''Man sieht ja, dass Europa nicht mehr so gut funktioniert, dass es einen Neubeginn für Europa geben muss. So hat es auch Macron gesagt. Ich denke auch, dass es wichtig ist, dass Europa sich entwickelt. Und durch eine Entwicklung von Europa kann sich auch Frankreich entwickeln.'' Alle im Team fühlen sich als Europäer und wissen doch: Es heißt zwar Europawahl, aber jetzt geht es erstmal um Emmanuel Macron. Ungarn: Paradies für deutsche Rentner? Autor: Till Rüger Dieter Alfes, gebürtig aus der Nähe von Düsseldorf, lebt schon seit fast zehn Jahren allein, mitten in der Puszta, knapp 100 Kilometer südlich von Budapest. Den 68-jährigen Rentner hat es vor allem aus einem Grund ins ungarische Kecskemét gezogen. 1.200 Euro Rente bekommt er. Nachdem sein Arbeitgeber, eine Bank, ihn in Frührente geschickt hatte, war schnell klar, das reicht in Deutschland gerade mal zum Überleben. Dieter Alfes beschloss: Ich gehe nach Ungarn. Hier verdienen die Menschen im Schnitt 400 bis 500 Euro und die Immobilienpreise auf dem Land sind vergleichsweise niedrig. Sein Einfamilienhaus am Stadtrand, 140 Quadratmeter Wohnfläche, hat gerade mal 70.000 Euro gekostet. Der politische Rechtsruck in Ungarn unter Viktor Orbán ist für ihn kein Thema: ''Für mich ist Politik eine Sache, die ich nicht so intensiv verfolge. Ich weiß es zwar auch, es ist ein Problem der Ungarn, wenn das Volk es zulässt, dann ist es ein Problem der Ungarn und nicht meines. Ich bin Gast in diesem Land. Und deshalb füge ich mich auch dementsprechend.''.


Abend
 
21:30 70 Jahre Grundgesetz - Unsere lebendige Verfassung
Infosendung ~45 Min
Als vor 70 Jahren über das Grundgesetz beraten wird, hängt das Leben zweier Menschen unmittelbar davon ab. Eine Mörderin und ein Raubmörder warten in Neuwied und Rottenburg auf die Hinrichtung - während gleichzeitig wird in Bonn über die Abschaffung der Todesstrafe gestritten. Eine von vielen spannenden Geschichten, die ARD-Rechtsexperte Frank Bräutigam in einer besonderen Dokumentation erzählt. Wie entstand unser Grundgesetz, wie entstanden die Artikel zur Menschenwürde, zur Gleichberechtigung oder zum Grundrecht auf Asyl? Die SWR-Dokumentation ''70 Jahre Grundgesetz - Unsere lebendige Verfassung'' schildert das Ringen der Gründerväter und -mütter, für ein halb zerstörtes und geteiltes Land eine neue Grundlage zu schaffen - auch mit dem Wissen, dass mit der Gründung der Bundesrepublik eine Teilung Deutschlands unvermeidlich sein würde. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Menschen aus dem Südwesten, wie dem späteren Bundespräsidenten Theodor Heuss, der mit der hessischen Vertreterin Elisabeth Selbert um die Gleichberechtigung stritt, Carlo Schmid, Friedrich Wilhelm Wagner oder Adolf Süsterhenn. Frank Bräutigam verknüpft diese Geschichte(n) mit der Gegenwart. An Originalschauplätzen und mit Hilfe von Archivmaterial führt er die Zuschauer zurück in die Zeit, in der das Grundgesetz entstand. Interviewpartner wie der ehemalige FDP-Innenminister Gerhart Baum, der ehemalige Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts Ferdinand Kirchhof oder die ehemalige Verfassungsrichterin Gertrude Lübbe-Wolf ordnen die Geschehnisse ein. Aktuelle Fallbeispiele zu Verfassungsgerichts-entscheidungen zeigen, wie die damaligen Diskussionen im Parlamentarischen Rat bis heute nachhallen.