TV-Programm tag24 heute

   

Der Sender tagesschau24 legt seinen Schwerpunkt auf Informations- und Nachrichtensendungen, Reportagen, Dokumentationen und Gesprächssendungen.
Was läuft im TV-Programm von tag24?

Vormittag
 
01:15 Widerstand unter Hitler
Infosendung ~45 Min
Der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz rettete fast 7.000 dänische Juden vor der Deportation durch die deutsche Wehrmacht. Diese Tat eines Mitglieds der deutschen Besatzungsmacht während der Zeit des Nationalsozialismus ist in Europa beispiellos. Für diese Verdienste wurde Georg Ferdinand in der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als 'Gerechter unter den Völkern' geehrt.Die Dokumentation widmet sich dieser außergewöhnlichen Rettung und dem Leben von Duckwitz mit seinen Brüchen. 'Das interessante an seiner Biografie ist', so der dänische Historiker Hans Kirchhoff, 'dass Duckwitz in seinem Lebensweg die Wandlung vom rechtsnationalen Korpsstudenten hin zum Demokraten und Europäer durchmacht. Er trägt sozusagen alles Schreckliche und alles Gute in sich, was wir in dem letzten Jahrhundert erlebt haben.'Georg Ferdinand Duckwitz wurde 1904 in Bremen geboren. Er stammt aus einer alteingesessenen Kaufmannsfamilie. Seine Familie sei nationalkonservativ gewesen, sagt sein Neffe Carl-Alexander Duckwitz heute. Duckwitz ist von den Ideen Hitlers zunächst begeistert, wird 1932 Mitglied der NSDAP. Ab 1933 ist er im Außenpolitischen Amt der NSDAP tätig. Doch anders als viele andere hochrangige Nazis zweifelt er bald am System und der Ideologie der Nationalsozialisten. Bereits 1935 wendet er sich von der Partei ab, ohne jedoch auszutreten. Er gilt als Abtrünniger und wird 1939 dennoch als Schifffahrtssachverständiger der deutschen Besatzer nach Kopenhagen entsandt und wechselt dort ins Auswärtige Amt. Am Abend des 1. Oktober 1943 wird die dänische Hauptstadt von der Außenwelt abgeschnitten. Durch die Straßen der Innenstadt fahren Lastwagenkolonnen - Auftakt zu einer großangelegten Hetzjagd gegen tausende dänischer Juden, die verhaftet und nach Auschwitz deportiert werden sollen. Die meisten Juden haben die Stadt jedoch bereits verlassen und sind an die Küste geflohen und über den Sund nach Schweden entkommen: Sie waren von Georg Ferdinand Duckwitz gewarnt worden, der zuvor in Schweden die Zusicherung erreicht hatte, dass man alle Flüchtlinge aufnehmen würde. 1953 wird Duckwitz deutscher Konsul in Helsinki und kehrt 1955 als deutscher Botschafter nach Kopenhagen zurück. 1967 wird er von Außenminister Willy Brandt zum Staatssekretär des Auswärtigen Amtes gemacht. Er wird einer der wichtigsten Vertrauten Brandts und leitet die Verhandlungen für die 'Ostverträge' mit Polen. Nach dem Abschluss des Warschauer Vertrages geht er in den Ruhestand und stirbt 1973 in Bremen.
02:45 Verräterkinder
Infosendung ~45 Min
Die Männer des 20. Juli 1944 werden heute verehrt als Helden, die ihr Leben im Widerstand gegen Hitler geopfert haben. Für ihre Kinder ist der gewaltsame Tod des Vaters eine Katastrophe, an deren Folgen sie bis in die Gegenwart zu tragen haben. Christian Weisenborn zeigt in seinem Film 'Verräterkinder' erschütternde Begegnungen mit Kindern von Verschwörern des 20. Juli. Axel Smend ist heute noch tief bewegt, wenn er sich daran erinnert, wie seine Mutter mit verweinten Augen vom Elternsprechtag in der Schule zurückkam. Der Lehrer hatte von Axels schlechten Noten in Latein gesprochen und hinzugefügt: Vom Sohn eines Verräters könne er nichts anderes erwarten. Der Vater, Günther Smend, war 1944 hingerichtet worden. Christian Weisenborn blickt aber auch auf die eigene Familiengeschichte. Seine Eltern waren Mitglieder eines großen Freundeskreises von Antifaschisten, den die Gestapo 'Rote Kapelle' nannte. Es waren Künstler, Arbeiter, Kommunisten, Adlige, Ärzte und Offiziere, Männer und Frauen. Sie verbreiteten schon 1942 Flugblätter, die vom Völkermord an den europäischen Juden berichteten, und sie versuchten, Kontakt zu den Sowjets und zu den Amerikanern aufzunehmen. Weisenborns Eltern überlebten, aber 52 ihrer Freunde wurden 1942/43 in Plötzensee hingerichtet. Auch Töchter und Söhne von ihnen hat Weisenborn interviewt. Die Angestellte Erika von Brockdorff war 32 Jahre alt, als sie unter dem Fallbeil starb. Sie hinterließ eine sechsjährige Tochter. Saskia von Brockdorff quälte sich jahrzehntelang mit der Frage, warum die Mutter sich in solche Gefahr begeben hat. Warum hat sie mich verlassen? Erst sechzig Jahre später, als auch die 'Rote Kapelle' einen Platz in der Gedenkstätte des Widerstands bekam, erreichte sie der Abschiedsbrief, den ihr die Mutter 1943 schrieb. Er ist voller Liebe und Schmerz. Behutsam lässt Weisenborn die Zuschauer teilhaben an der Versöhnung, die Saskia von Brockdorff durch diese Zeilen endlich möglich war. Von der Trauer um die toten Mütter und Väter erzählen auch Alfred von Hofacker und Hans Coppi, wie schwierig, voller Fragen und widerstreitender Gefühle es war, einen Zugang zu den Toten, ihren hingerichteten Vätern oder Müttern zu finden. Das private Trauern vollzog sich jahrzehntelang vor dem Hintergrund des Kalten Krieges. Die 'Verräterkinder' mussten erdulden, wie politische Interessen in Ost und West zur Verleumdung ihrer Eltern führten. Widerstandskämpfer wurden vereinnahmt, ausgestoßen oder passend gemacht. 1954 ehrte Bundespräsident Theodor Heuss zum ersten Mal die Männer des 20. Juli. In der DDR wurden sie zu diesem Zeitpunkt als Reaktionäre gebrandmarkt, denen es vor allem um den Machterhalt für Adel, Großgrundbesitz und Militär gegangen sei. Erst in den 1970er Jahren begann eine vorsichtige Umorientierung. Die 'Rote Kapelle' wurde in der DDR anfangs verschwiegen, dann zu einer kommunistischen Kundschaftertruppe umgedeutet und, propagandistisch aufgebauscht, zum Vorbild des Mielke-Apparates gemacht. Im Westen wurde sie jahrzehntelang als fünfte Kolonne Moskaus diffamiert. Erst 2009 hob der Deutsche Bundestag die Todesurteile wegen 'Kriegsverrats' auf. Vor diesem Hintergrund zeigt Christian Weisenborns Film eindrucksvolle, hoch emotionale Momentaufnahmen aus dem Leben der Kinder des Widerstands. Damit würdigt der Filmemacher die Courage der Eltern und gibt ihnen einen historisch gerechten Platz.



Abend
 
19:20 Weltspiegel
Infosendung ~40 Min
Japan: Okinawa - wo der Zweite Weltkrieg nicht zu Ende scheint Wie viele Pullover braucht man, um das Klima zu retten? Ukraine: Die Karpaten fünf Jahre nach dem Majdan Südafrika: Die Gangs von Kapstadt Frankreich: Macron und die Muslime Peru: Warten auf Gerechtigkeit Japan: Okinawa - wo der Zweite Weltkrieg nicht zu Ende scheint Seit 70 Jahren geben die Amerikaner auf der japanischen Inselgruppe Okinawa den Ton an: Hier ist ein Großteil der US-Truppen in Japan stationiert. Doch seit Jahrzehnten hält sich auch der Widerstand der Zivilbevölkerung dagegen. Über den Neubau eines US-Militärflughafens wollen die Insulaner jetzt abstimmen - gegen den Willen der Zentralregierung in Tokio. Zwar ist das Referendum rechtlich nicht verbindlich, könnte aber ein starkes Signal aussenden: In Okinawa sind viele nicht mehr bereit, die Belastungen durch die massive Truppenpräsenz der USA hinzunehmen. Einigkeit gibt es in der Frage jedoch auf Okinawa nicht, denn die Amerikaner haben auch den Wohlstand auf die abgelegene Inselgruppe gebracht. Eine Woche vor der Abstimmung stehen sich Gegner und Befürworter unversöhnlich gegenüber. (Autor: Ulrich Mendgen, ARD Tokio) Peru: Warten auf Gerechtigkeit 20 Jahre wartet Rute Zuñiga schon auf Gerechtigkeit, seit dem 10. Februar 1999, den Rute als den schlimmsten Tag ihres Lebens bezeichnet. Damals wurde die indigene Bäuerin aus der Region Cusco in Peru gegen ihren Willen sterilisiert. Die Polizei brachte sie in ein Gesundheitszentrum, wo Ärzte ihre Arme und Beine ans Bett fesselten. Nach der Operation wachte Rute mit höllischen Schmerzen auf, die bis heute nicht nachlassen. Mindestens einmal pro Woche plagen Rute heftige Schmerzen in den Beinen und im Becken. 'Viel schlimmer aber ist das Gefühl, als Opfer nicht anerkannt zu sein', sagt Rute. Denn in Peru wurde die Zeit der politisch erzwungenen Sterilisierungen nie aufgearbeitet: Perus autokratisch regierender Präsident Alberto Fujimori ließ damals verarmte indigene Frauen auf dem Land sterilisieren. Zwischen 1995 und dem Jahr 2000 sollen nach Schätzungen zirka 300.000 Frauen und auch viele Männer dieser Politik zum Opfer gefallen sein. (Autor: Matthias Ebert, ARD Rio de Janeiro) Dazu auch der Podcast 'Weltspiegel-Thema' Gewaltsam sterilisiert - Familienpolitik auf Kosten der Armen ab Sonntag auf www.weltspiegel.de und in der ARD-Audiothek Gespräche mit: Matthias Ebert, ARD-Fernsehen Rio de Janeiro Silke Diettrich, ARD-Hörfunkkorrespondentin Neu Delhi Inge Bell, Terre des Femmes Südafrika: Die Gangs von Kapstadt Kapstadt und der Tafelberg - für die meisten ein touristischer Sehnsuchtsort. Doch die Stadt ist auch einer der gefährlichsten Plätze der Welt. In den 'Cape Flats', den Armenvierteln rund um den Tafelberg, tobt ein Krieg der Drogen-Gangs, in dem Monat für Monat rund 70 Menschen sterben. Avril Andrews hat ihren Sohn in diesem Krieg verloren. Er starb, weil er nicht mitmachen wollte in der lokalen Gang. Die Einwohner der 'Cape Flats' fühlen sich alleine gelassen - die Polizei kümmere sich zu wenig um die Sicherheit in ihren Vierteln. Manche nehmen die Sache deshalb selbst in die Hand: Leute wie Pastor Craven Engel. Er hat 'Ceasefire' gegründet, eine Organisation, in der Ex-Gangster versuchen zwischen Gangs Waffenruhe auszuhandeln. Und der Pastor bietet Kriminellen auch ein Ausstiegsprogramm an. (Autor: Thomas Denzel, ARD Johannesburg) Wie viele Pullover braucht man, um das Klima zu retten? Ein Grad weniger Raumtemperatur bedeutet im Durchschnitt sieben Prozent weniger Heizkosten und Treibhausgase. In Flandern und den Niederlanden schalten Schulen, Universitäten und Behörden deshalb immer Mitte Februar an einem Tag die Heizung aus. Dann ist 'Dicker Pullover-Tag'. Einmummeln für den Klimaschutz: So soll an den Tag erinnert werden, an dem 2005 das Kyoto-Protokoll in Kraft getreten ist. Schulen und Universitäten nutzen den Tag, um Projekte für besseren Klimaschutz zu entwickeln. Privatpersonen können sich im Netz an der Aktion beteiligen. Frieren für einen guten Zweck? (Autorin: Gudrun Engel, ARD Brüssel) Frankreich: Macron und die Muslime Präsident Macron möchte das Verhältnis zu den Muslimen in Frankreich auf eine neue Basis stellen - das hat er im Wahlkampf versprochen.
22:00 Markt
Infosendung ~45 Min
Vegetarischer Brotaufstrich: gesunde Alternative zu Wurst? Versicherungen: Rechtsschutz zahlt nicht Zwischenmenschlich: Paten für Einsame Lebensmittel: giftiges Alu im Essen Sprudelwasser selber machen Brotaufstrich: vegetarische Alternative zu Wurst Lebensmittel: giftiges Alu im Essen Aluminiumschalen und -folien sind praktisch als Verpackung für Speisen und Fertiggerichte. Durch Salz und Säure löst sich aber das darin enthaltene Metall auf und kann so auf die Lebensmittel übergehen, besonders wenn Speisen in Aluschalen erhitzt werden. Aluminium ist giftig. Es steht im Verdacht, die menschliche Gesundheit zu schädigen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA warnt deshalb, pro Woche nicht mehr als ein Milligramm Alu je Kilogramm Körpergewicht aufzunehmen. Was wenige wissen: giftige Alustoffe sind auch im Farbstoff oder Überzug für Süßigkeiten enthalten. Vegetarischer Brotaufstrich: gesunde Alternative zu Wurst? Wer sich bewusst ernähren will, greift gerne zu vegetarischem Brotaufstrich. Den halten viele Menschen für gesünder als Wurst oder Käse. Die Gemüsepasten gibt es in Supermärkten und Discountern, von günstig bis teuer. Doch sind die Brotaufstriche tatsächlich so gut, wie viele denken? 'Markt' will's wissen! Sprudelwasser selber machen Kisten schleppen war gestern. Es gibt inzwischen Geräte, mit denen man aus Leistungswasser zu Hause Sprudel selber machen kann. Je nach Hersteller variieren die Wassersprudler deutlich im Preis. Was leisten die Geräte? Wie gut lassen sie sich bedienen? Und gibt es Unterschiede zwischen teuren und preiswerten Fabrikaten? Versicherungen: Rechtsschutz zahlt nicht Claudia S. wurde in einem Parkhaus überfallen. Das Erlebnis belastet die Frau aus Angeln in Schleswig-Holstein bis heute schwer. Als der Täter gefasst wurde, erstattete sie Strafanzeige. Sie nahm sich einen Anwalt, wechselte dann wegen ihrer Traumatisierung zu einer Anwältin, die das Verfahren mit ihr erfolgreich zu Ende brachte. Die Anwaltskosten reichte Claudia S. bei ihrer Rechtsschutzversicherung ein, doch die will nur für einen der Anwälte zahlen. 'Markt' mischt sich ein. Zwischenmenschlich: Paten für Einsame In Hannover engagieren sich Menschen für alte Menschen in den Heimen der Stadt. Gerade hochbetagte Bewohnerinnen und Bewohner bekommen wenig Besuch. Ihre Freunde und Familienangehörigen sind oft schon gestorben. Paten des Projekts ZwischenMenschlich der Bürgerstiftung Hannover besuchen die alten Leute, helfen ihnen im Alltag oder sind einfach nur da. Sie machen das ehrenamtlich, aber ihr Engagement ist ein Lichtblick im immer gleichen Alltag im Heim. Eine gute Idee, findet 'Markt'.