TV-Programm ARD 23.09.

   
   Was läuft beim TV Sender ARD

Was läuft im TV-Programm von ARD am 23.09.?

Das ARD Tagesprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

Vormittag
 
01:30 Zerrissene Umarmungen
Spielfilm ~120 Min
Die patente Sekretärin Lena (Penélope Cruz) sorgt sich um ihren krebskranken Vater, den die Ärzte längst aufgegeben haben. Ihr wohlhabender Chef Ernesto (José Luis Gómez) lässt ihn in eine exklusive Privatklinik verlegen. Als Gegenleistung wird die ehemalige Schauspielerin zur Mätresse des reichen Bankiers, der sie in einen goldenen Käfig sperrt. Dass die frühere Schauspielerin eine Rolle in Mateo Blancos (Lluís Homar) neuem Film annimmt, behagt dem eifersüchtigen Sugar Daddy gar nicht. Um Lena auf Schritt und Tritt überwachen zu können, beauftragt er seinen Sohn (Rubén Ochandiano) mit einer Dokumentation über die Dreharbeiten, deren Bilder er sich begierig ansieht. Aus der Sicht des Voyeurs erlebt Ernesto so mit, wie sich Lena und Mateo leidenschaftlich ineinander verlieben. Nach Fertigstellung des Films kehrt Lena ihrem besitzergreifenden Liebhaber trotz erbitterter Widerstände endlich den Rücken und taucht mit Mateo unter. Die Zukunft des Paares steht unter keinem guten Stern: Erst fällt der Film durch, für den Mateos Herzblut floss - dann stirbt Lena bei einem mysteriösen Autounfall. 14 Jahre später führt Mateo, der seit dem Unglück erblindet ist, ein zurückgezogenes Leben als Drehbuchautor. Als er erfährt, warum sein Film seinerzeit ein Misserfolg war - und warum Lena sterben musste -, holt ihn die schmerzliche Vergangenheit ein. Noch tiefer als sonst taucht Pedro Almodóvar mit diesem feinsinnigen Genremix ab in die für ihn typischen Labyrinthe der Leidenschaften - mit doppelbödigen Anspielungen und Verweisen auf die Kinogeschichte. Dabei nimmt sich der zweifache Oscar-Preisträger seiner eigenen Geschichte an: ''Frauen und Koffer'', der Film im Film, ist ein fiktives Remake seiner realen Erfolgskomödie ''Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs'', die ihm 1988 den internationalen Durchbruch bescherte. In ''Zerrissene Umarmungen'' spielt Almodóvar nun mit einer abgründigen Möglichkeit: Ein eifersüchtiger Produzent lässt den Film aus lauter misslungenen Einstellungen zusammensetzen, die der Regisseur aussortiert hatte. Im Kino fällt das missratene Produkt durch, und den gefeierten Ausnahmeregisseur - so wie wir ihn kennen - gibt es nicht. So erfindet sich der Spanier mit ''Zerrissene Umarmungen'' einmal mehr neu, und die Oscar-Preisträgerin Penélope Cruz erweist sich als perfekte Projektionsfläche für diese spannende und verblüffende cineastische Wiedergeburt des Regisseurs.
DolbyUntertitelHDTV


Nachmittag
 


Abend
 
20:15 Hirschhausen im Knast
Infosendung ~45 Min
Wie gelingen Beziehungen und wen brauchen wir im Leben wirklich? Um das herauszufinden, begibt sich Eckart von Hirschhausen an den wohl beziehungsfeindlichsten Ort: Er geht in ein Gefängnis und lässt sich dort einsperren. Zwei Tage ist er isoliert von der Welt ''da draußen''. Seine Zellennachbarn witzeln darüber, denn sie rechnen in Jahren. Er trifft dort Menschen, die als ''knasterfahren'' gelten. ''Harte Jungs'', die nur mit Mühe ihre alten Beziehungen aufrechterhalten. Was bedeutet es, hinter Gittern leben zu müssen? Was macht das mit den Angehörigen und Freunden? Und wie sieht eine ''Kuschelzelle'' von innen aus? Die Dokumentation bietet fundiertes Wissen rund um die Themen Liebe und Beziehungen. Eckart von Hirschhausen bereitet sie informativ und unterhaltsam auf. Bei seinem Einzug in den Meppener Knast sagte er: ''Innerhalb weniger Momente verschwindet mein bisheriges Leben in einer kleinen Kiste und einem Kleidersack. Am Dresscode merkt man: Mit der Welt da draußen habe ich nichts mehr zu tun.'' Stoff, der die Menschen verbindet Eckart von Hirschhausen überträgt seine Erfahrungen aus dem Gefängnis auf den Alltag, denn was ist mit den Menschen, die sich auch ohne Gitterstäbe allein und vergessen fühlen? Was ist überhaupt der Stoff, der uns Menschen miteinander verbindet? Der uns das Gefühl von Geborgenheit, Liebe oder von Freundschaft gibt? Wer hält zu uns, wenn wir uns am Tiefpunkt unseres Lebens befinden? Wie viele Menschen interessieren sich wirklich für einen, wenn es einem schlecht geht? Ermutigende Aktionen und Lösungen Parallel zur Eckart von Hirschhausens Knasterfahrung finden die - im wahrsten Sinne - ''Außen''-Reporter Niko Wirth und Lisa Weitemeier heraus, warum manche Menschen in Freiheit trotzdem einsam sind und wie man Menschen an sich bindet, die einem am Herzen liegen. In ermutigenden Aktionen stellen sie Freundschaften auf die Probe und finden Lösungen, wie man die Beziehungen zu den Liebsten ein Leben lang pflegen kann. Eckart von Hirschhausen nach seiner Entlassung aus dem Knast: ''Mein Experiment hat mich ganz schön mitgenommen. Und ich weiß das Glück neu zu schätzen, dass ich jetzt jemanden habe, den ich anrufen kann.'' ''Hirschhausen im Knast'' ist eine Produktion der Bilderfest GmbH im Auftrag von WDR (federführend) und SWR für Das Erste.
Untertitel
23:30 Streitfall Sterbehilfe - Wer bestimmt über mein Ende?
Infosendung ~45 Min
Hilfe zum Suizid - das wünschen sich einige Schwerstkranke, die ihr Leid nicht mehr ertragen können. Doch seit 2015 - nach langwierigen Diskussionen - ein neues Gesetz verabschiedet wurde, ist ''geschäftsmäßige'' Förderung der Selbsttötung strafbar. Bis zu drei Jahre Haft drohen. Welche Folgen hat das Gesetz für unheilbar Kranke, aber auch für Ärzte, die verunsichert sind, wie weit sie in der Begleitung ihrer Patienten gehen dürfen? Um den § 217 wird heftig gestritten: Ein erfolgreiches Gesetz, sagen die einen, denn Sterbehilfevereine mussten ihre Tätigkeit in Deutschland einstellen. Ein unnötiges, schlecht gemachtes Gesetz, sagen die anderen, denn es untergrabe das vertrauensvolle Arzt-Patienten-Verhältnis in einer hoch sensiblen Situation. Einige Ärzte befürchten, dass aus Angst vor möglichen Schwierigkeiten Patienten bei schwerstem Leid nicht mehr die Betäubungsmittel auf Vorrat erhalten, die sie brauchen. Denn die könne man auch zum Suizid verwenden. Die Befürworter des neu geschaffenen Paragrafen kämpfen dafür, die palliativmedizinische Versorgung weiter auszubauen. Sie sehen in der Forderung nach Selbstbestimmung am Lebensende eine Gefahr. Kranke und alte Menschen könnten sich unter Druck gesetzt fühlen, ''freiwillig'' aus dem Leben zu scheiden, um niemandem zur Last zu fallen. Als im März 2017 das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig in letzter Instanz entschied, dass der Staat Patienten in allergrößter Not ein Mittel zur Selbsttötung nicht verweigern dürfe, verhärteten sich erneut die Fronten. Entsetzen auf der einen, Hoffnung auf der anderen Seite. Über 120 Schwerstkranke beantragten beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn das Betäubungsmittel Natrium-Pentobarbital. Von den Betroffenen forderte das BfArM unterschiedlichste Gutachten. Das Bundesgesundheitsministerium aber verhinderte die Herausgabe des Mittels. Es könne ''nicht Aufgabe des Staates sein, Selbsttötungshandlungen... aktiv zu unterstützen.'' Der Film begleitet über ein Jahr lang zwei Schwerstkranke, die sich für den Fall des Falles einen ''Notausgang'' wünschen. Eine Witwe schildert eindrücklich, wie ihr unheilbar an ALS erkrankter Mann, dessen Antrag auf Natrium-Pentobarbital ''keine Aussicht auf Erfolg'' hatte, sich für das Sterbefasten entschied - als letzten Ausweg. Zu Wort kommen Palliativmediziner, die sich für und gegen die Hilfe zum Suizid aussprechen, Ethiker und Kirchenvertreter sowie Rechtsanwälte, die für Patientenrechte und Autonomie am Lebensende streiten. Sterbehilfevereine, Ärzte und Schwerstkranke haben beim Bundesverfassungsgericht Beschwerde gegen den Paragraphen 217 eingelegt. Die Fronten sind abgesteckt. Nun warten alle auf die Entscheidung des Gerichtes noch in diesem Jahr. Wie weit geht unser Selbstbestimmungsrecht? Gibt es ein Grundrecht auf ein selbstbestimmtes Ende? Diese Sendung ist nach der Ausstrahlung ein Jahr lang in der ARD Mediathek verfügbar (Stand: 5. September 2019).
Untertitel