TV-Programm ARD 10.12.

   
   Was läuft beim TV Sender ARD

Was läuft im TV-Programm von ARD am 10.12.?

Das ARD Fernsehprogramm bei uns immer aktuell von der HÖRZU-Redaktion.

Vormittag
 
04:45 Sterbehilfe - Politiker blockieren, Patienten verzweifeln
Infosendung ~45 Min
''Die ganze Menschheit überlegt: Gibt es ein Leben nach dem Tod? Ich frage mich aber: Gibt es ein Leben vor dem Tod? Das Leben, das ich habe, das ist kein Leben mehr!'', sagt Harald Mayer. Das Leben des 48-jährigen ehemaligen Feuerwehrmannes vollzieht sich in totaler Abhängigkeit. Denn seine Krankheit, Multiple Sklerose, hat ihn vollkommen bewegungsunfähig gemacht. Für jeden Handschlag braucht er einen Pfleger: nachts, wenn er sich umdrehen will, zum Naseputzen, zum Tränentrocknen. ''Ist das noch ein erträgliches Leben?'', fragt er und schiebt die Antwort hinterher: ''Ich will gehen: selbstbestimmt!'' Deshalb hat er, wie mehr als hundert andere Menschen auch, einen Antrag auf die Herausgabe des Medikaments Natrium-Pentobarbital gestellt. Das Mittel verspricht ein schnelles Sterben - es schläfert ein und führt dann zum Tod. Harald Mayer ist überzeugt, dass seine Chancen gut stehen, das Medikament zu bekommen. Im März 2017 hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig geurteilt, dass dieses Betäubungsmittel unter bestimmten Voraussetzungen herausgeben werden muss. Harald Mayer meint, er erfülle diese Voraussetzungen. Die zuständige Behörde für Arzneimittel und Medizinprodukte forderte von ihm zahlreiche Unterlagen und Gutachten. Für Harald Meyer eine teure, zeit- und kräfteraubende Angelegenheit. Die Anstrengungen nimmt er trotzt seiner schweren Krankheit auf sich in der Hoffnung, seinem Wunsch nach selbstbestimmten Sterben näher zu kommen. Lange hören er und die anderen Antragsteller nichts von der Behörde. Dann, mehr als ein Jahr nach dem Urteil, werden auf Weisung des Bundesgesundheitsministers plötzlich alle Anträge abgelehnt. Damit ignoriert Jens Spahn ein höchstrichterliches Urteil. Ein einmaliger Vorgang in der Bundesrepublik. Stellt der Minister seine eigene politische Ansicht über die Rechtsprechung? Die Frage, wer über den eigenen Tod entscheidet, ist nicht nur eine ethisch schwierige Frage. Sie ist auch eine Probe für den Rechtsstaat. Wie Harald Mayer ist auch Elke J. an MS erkrankt. Sie hingegen fürchtet, dass eine Liberalisierung der Sterbehilfe die gesellschaftliche Solidarität mit schwerstkranken Menschen untergräbt. ''Aber was ist, wenn ich nicht mehr selbst das Mittel zu mir nehmen kann? Warum muss ich dann am Ende auch noch qualvoll sterben?'', fragt Harald Mayer. ''Die Story im Ersten: Sterbehilfe - Politiker blockieren, Patienten verzweifeln'' begleitet drei todkranke Antragssteller nahezu zwei Jahre lang auf dem in Deutschland inzwischen weitgehend versperrten Weg in einen selbstbestimmten Tod. Diese Sendung ist nach der Ausstrahlung ein Jahr lang in der ARD Mediathek verfügbar (Stand: 3. Dezember 2019).
Untertitel


Nachmittag
 


Abend
 
18:50 Familie Dr. Kleist
Serie ~55 Min
Die Katze ist aus dem Sack: Piwi ist schwul. Während der weibliche Teil der Familie damit überhaupt kein Problem zu haben scheint und Christian seine anfänglichen Probleme überwunden hat, sieht die Sache bei Christians jüngerem Sohn Paul etwas anders aus. Pauls Schwester Clara will für ihren großen Bruder da sein, kommt nach Eisenach und versucht zu vermitteln. Dann steht Piwis Frau Anke vor der Tür. Zutiefst verletzt will sie einfach nicht wahrhaben, dass ihr Mann und Vater ihres Kindes tatsächlich homosexuell sein soll. Als sie versucht, ihn zu küssen, macht ihr Piwi unmissverständlich klar, dass er das nicht mehr möchte. Anke droht, ihm Ben wegzunehmen. Das alarmiert Christian ... Christian beschäftigen zwei Fälle in der Praxis: Zum einen der einer jungen Patientin mit gefährlichen Lungenproblemen und zum anderen der von Markus - dem Ehemann von Sprechstundenhilfe Nora. Vor allem Markus macht ihm große Sorgen. Er leidet unter rapidem Verlust des Seh- und Hörvermögens und entwickelt eine ganze Liste anderer unspezifischer Symptome. Nora hat große Angst um ihren Mann und die Kollegen leiden mit ihr. Gemeinsam versuchen die Ärzte, das Puzzle zu lösen. Diese Sendung ist nach der Ausstrahlung sechs Monate lang in der ARD Mediathek verfügbar (Stand: 14. November 2019). Dr. Christian Kleist arbeitet als Internist in einem Berliner Krankenhaus. Gemeinsam mit seiner Frau Susanne träumt er davon, eine Gemeinschaftspraxis zu eröffnen. Kurz bevor es soweit ist, kommt Susanne bei einem Autounfall ums Leben. Schwer getroffen nimmt Kleist die Einladung seines Onkels Johannes an, als Arzt in Eisenach zu arbeiten, und lernt dort die Schuldirektorin Marlene Holstein kennen.
UntertitelHDTV
22:45 Irgendwer zahlt immer - Vom Wert der Arbeit
Infosendung ~90 Min
Das Leben im Hamsterrad: Die einen machen ein Vermögen, die anderen schuften zum Billiglohn. Was ist unsere Arbeit noch wert und wo liegt die Schmerzgrenze? Persönliche Einblicke geben in diesem Film der Milliardär Reinhold Würth und eine seiner Fabrikarbeiterinnen, der Start-up-Unternehmer Niklas Östberg und eine seiner Fahrradkurierinnen, sowie der Jungbauer Bertram Dohle, der mit seinem Dorf der Globalisierung trotzt. Der Dokumentarfilm zeigt, was der ökonomische Druck mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebenswelten macht: Mit Reinhold Würth, mit seiner Fabrikarbeiterin, mit seinem Verkaufsvertreter, aber auch mit dem Bauunternehmer, der wiederum versucht, die Preise des Würth-Vertreters zu drücken und - ungewollt - dessen Provision schmälert. Würth rechnet offen vor, dass der Wert seiner Unternehmen bei einem Verkauf bis zu 14 Milliarden Euro einbrächte. Und er habe 75.000 Menschen Arbeit gegeben. Seine Fabrikarbeiterin kommt gerade so über die Runden. Der Start-up-Unternehmer Niklas Östberg kämpft mit seinem Unternehmen Delivery Hero gegen die harte globale Konkurrenz - und verliert am Ende den deutschen Markt an den Konkurrenten Lieferando. Doch diese ''Niederlage'' spült für Östberg zugleich 1 Milliarde Euro in die Kasse. ''So funktioniert Kapitalismus'', sagt die Radkurierin, die für neun Euro die Stunde unterwegs ist, zum beinharten Konkurrenzkampf. Der Jungbauer Bertram Dohle aus dem sauerländischen Dorf Kallenhardt sagt, man habe hier so etwas ''wie ein eigenes kleines Wirtschaftssystem''. Das heißt, man hilft sich, wo man kann - und das oft unentgeltlich. Denn die Landwirte sind am Ende der Wertschöpfungskette in der Nahrungsmittelwirtschaft. Das Porträt der Familie Dohle zeigt, wie sich Menschen organisieren, um auf einem globalen Markt bestehen zu können. Und es zeigt, dass Tradition und Heimatgefühl keine leeren Worthülsen sind, sondern zum Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen gerade vor den Drohkulissen des globalen Marktes positiv beitragen können. Das tägliche Hamsterrad dreht sich immer schneller, aber die Menschen in diesem Film behalten ihren Humor und lassen sich ihre Würde nicht nehmen. Das ist eine Erkenntnis des Dokumentarfilms von Sascha Adamek und Martin Hahn. Er gewann 2017 den ARD-Dokumentarfilm-Wettbewerbs ''Top of the Docs''.
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