Was kommt am 10.12.2019 im TV-Programm?

Folgesendung
Film
00:35
90min
Polizeiruf 110
Die Lüge, die wir Zukunft nennen Krimireihe, Deutschland 2019 Regie: Dominik Graf Autor: Günter Schütter Musik: Sven Rossenbach Kamera: Martin Farkas

In einem verlassenen Hinterhof Magdeburgs wird die schwer zugerichtete Leiche einer jungen Frau gefunden. Das Mordopfer Kim Pohlmann ist an den Füßen gefesselt. Hauptkommissarin Doreen Brasch vermutet aufgrund der symbolischen Fesselung einen Serientäter. Ihr Kollege, Hauptkommissar Dirk Köhler, forscht in der Datenbank nach vergleichbaren Fällen. Mit Hilfe ihres Vorgesetzten Lemp stoßen die Ermittler auf den Mord an der Prostituierten Jessica Peschke, deren Leiche auf dieselbe Weise gefesselt war. Verdächtigt wurde damals der mit Jessica befreundete Paul Schilling. Doch mangels eindeutiger Beweise musste man ihn wieder freilassen. Mittlerweile heißt Paul Schilling nach einer Geschlechtsangleichung Pauline. Die Transfrau gerät erneut unter Verdacht, denn sie kannte auch das aktuelle Mordopfer. In der psychiatrischen Praxis, in der sie das Gutachten für ihre Operation anfertigen ließ, arbeitete Kim als Arzthelferin. Doch Pauline bleibt nicht die einzige Verdächtige. Hauptkommissarin Brasch findet Hinweise darauf, dass der Exfreund der toten Kim, Jan Freise, sie in seinem Keller gefangen hielt. Irgendjemand muss Kim dort gefunden und aus dem Verlies befreit haben. Indem Brasch und Köhler die zwei Hauptverdächtigen immer stärker einkreisen, erkennen sie, dass der Täter Katz'' und Maus mit ihnen spielt.

Verena Altenberger ("Oberkommissarin Elisabeth Eyckhoff 'Bessie'") - Andreas Bittl ("Oberkommissar Wolfgang Maurer") - Wolf Danny Homann ("Lukas Posse") - Dimitri Abold ("Tobias Rast jr.") - Robert Sigl ("Roman Blöchl") - Berivan Kaya ("Meryem Chouaki") - Ursula Gottwald ("Dallas") - Niklas Kearney ("Teddy 'T. Rex'") - Sascha Maaz ("Callum Kollege 'Calli'") - Christian Baumann ("Vitus Hochleitner")
Serie
01:40
110min
Der Pass (4)
(Der Pass) Die Bösen und Unartigen Staffel 1: Episode 4 Krimiserie, Österreich, Deutschland 2018 Regie: Philipp Stennert - Cyrill Boss Autor: Mike Majzen Musik: Russel Emanuel - Jacob Shea - Bleeding Fingers Music Kamera: Philip Peschlow

Ellies Beziehung zu Claas wurde publik. Sie wird vom Fall des ''Krampuskillers'' abgezogen. Ihr Kollege Gedeon Winter will weiter ermitteln. Milicas verscharrte Leiche wird im Wald gefunden. In der Nähe Bad Reichenhalls stürmt ein Sondereinsatzkommando der Polizei einen Hof, auf dem sich ein Mann in Krampus-Maske verschanzt hatte. Presse und Polizei glauben, er sei der ''Krampuskiller''. Ist der Fall damit geklärt? Nachdem Ansbach (Franz Hartwig) Milicas (Natasha Petrovic) Leiche im Wald vergraben hat, hat er im tief verschneiten Wald eine Autopanne. Sein Wagen fährt sich fest, während ein Sturm aufzieht. Ansbach verlässt den Wagen und fällt einen Abhang hinunter. Bei dem Sturz verletzt er sich schwer am Bein. Doch er kann sich retten. Der österreichische Innenminister Max Wallinger (Richard Guth) zieht Gedeon Winter (Nicholas Ofczarek) vom Fall des ''Krampuskillers'' ab und ersetzt ihn durch Kommissar Widmann (Christian Aumer). Auch Ellie (Julia Jentsch) muss das Team verlassen. Sie wird versetzt und kümmert sich fortan bei der Kripo Traunstein um Vergewaltigungsopfer. Ellie hat ihr Kind abtreiben lassen. Sie trifft sich nicht mehr mit Claas (Hanno Koffler) und hat ihren nach einem Schlaganfall schwerbehinderten Vater in ein Heim gegeben. Sie sucht Ruhe und zieht in ein einsam an einem See gelegenes Haus. Ihr Vermieter und direkter Nachbar ist - unter dem Falschnamen David Ziller - Gregor Ansbach. Auf einem Bauernhof in Bad Reichenhall dreht ein Mann namens Fallhuber (Daniel Silin) durch. Er trägt eine Krampus-Maske. Ein Sondereinsatzkommando der Polizei stürmt das Gebäude. Der Mann und ein Beamter werden getötet. Fallhuber sieht aus wie ein Phantombild des ''Krampuskillers'', das nach Angaben des Schnitzers Lang (Ferdinand Dörfler) gemacht wurde. Außerdem besaß er zahlreiche Krampus-Masken. Der Fall des ''Krampuskillers'' wird von der Polizei als gelöst zu den Akten gelegt. Reporter Charles Turec (Lucas Gregorowicz) schreibt ein Buch über den unheimlichen Mörder und hält Lesungen. Eines Tages erhält er einen Umschlag, der aussieht wie die Briefe, die er vom ''Krampuskiller'' bekam. Der Umschlag hat keinen Inhalt. Nun weiß auch Turec, dass er einem Irrtum aufgesessen ist, als er den Mörder für überführt und tot hielt. Gedeon Winter und Ellie Stocker haben nie geglaubt, dass Fallhuber der ''Krampuskiller'' war. Nachdem durch einen Zufall Milicas Leiche von Jägern im Wald gefunden wurde, wo Ansbach sie vergraben hatte, ist Gedeon Winter darauf versessen, den Fall zu Ende zu bringen. Er hat Kontakte ins kriminelle Milieu und einer kriminellen Familienbande geholfen, einen Mord zu vertuschen. Die Mordwaffe, ein Messer mit den Fingerabdrücken des Täters, hat er jedoch nicht verschwinden lassen, sondern professionell in seinem Kühlschrank aufbewahrt. Mit Staatsanwalt Svoboda (Michael Fuith) handelt Gedeon einen Deal aus - zurück in den Dienst und Zugang zu den Akten im ''Krampuskiller''-Fall in Gegenleistung für das Messer und die so mögliche Verhaftung des Mörders aus dem Clan. Gedeon weiß, dass er damit sein Todesurteil unterschrieben hat, denn der Clan wird wissen, woher das Messer kam und ihn nicht ungeschoren davonkommen lassen. Gedeon will Elli dazu überreden, mit ihm weiterzumachen, doch sie lehnt zunächst ab. Brunner (Lukas Miko), der der Polizei geholfen hatte, den ''Krampuskiller'' über das Internet anzusprechen, trifft sich mit Gedeon in einer Absteige in Tschechien. Brunner hat mysteriöse, anonyme Anrufe und eine Karte mit einem Krampus-Motiv erhalten. Er fürchtet um sein Leben. Gedeon kann Brunner keinen Polizeischutz geben, weiß aber nun definitiv, dass der ''Krampuskiller'' nicht tot ist. Doch niemand scheint Milica zu vermissen. Ihre Fotos hängen öffentlich aus, doch die Polizei erhält keinerlei Rückmeldung aus der Bevölkerung. Erst, als Ellie alle europaweit gemeldeten Vermisstenfälle durchgeht, kann sie Milica identifizieren. In den verschneiten Bergen, auf einem Grenzstein zwischen Deutschland und Österreich liegt eine seltsam inszenierte Leiche. Beide Länder schicken Ermittler: die junge Ellie Stocker aus Berchtesgaden und Gedeon Winter von der Kripo Salzburg. Stocker übernimmt hochmotiviert ihren ersten großen Fall, während Winter, ein desillusionierter Zyniker, die Ermittlungen am liebsten ganz auf seine deutsche Kollegin abschieben würde. Zwischenmenschliche Spannungen sind vorprogrammiert.

Julia Jentsch ("Ellie Stocker") - Nicholas Ofczarek ("Gedeon Winter") - Franz Hartwig ("Gregor Ansbach") - Hanno Koffler ("Claas Wallinger") - Lukas Miko ("Sebastian Brunner") - Natasha Petrovic ("Milica") - Lucas Gregorowicz ("Charles Turec") - Martin Feifel ("Christian Ressler") - Christopher Schärf ("Jörg Hässmann") - Julian Looman ("Adam Litkowski")
Film
01:05
155min
Boyhood
Drama, USA 2014 Regie: Richard Linklater Kamera: Lee Daniel - Shane Kelly

Der sechsjährige Mason (Ellar Coltrane) lebt mit seiner Mom Olivia (Patricia Arquette) und seiner älteren Schwester in Texas, der Vater (Ethan Hawke) hat sich nach Alaska davongestohlen. Für einen einträglicheren Job holt die alleinerziehende Mutter ihren Abschluss nach. Sie versucht, ihren Kindern ein Leben in geordneten Bahnen zu bieten, fällt aber über die Jahre nicht nur in Liebesdingen unglückliche Entscheide. Olivia heiratet ihren Professor, doch auch in dieser vereinigten Familie ist das Glück nicht von langer Dauer. Glücklicherweise kehrt der Vater ihrer Kinder zurück. Wenn auch mit Hang zum ''Spasspapa'' beginnt Masons leiblicher Vater, doch mehr in die Erziehung zu investieren. Das Timing könnte nicht besser sein, denn bis Mason als junger Mann zum College aufbricht, gilt es neben dem Drama der ersten Liebe auch manche Schwierigkeit des Alltags gemeinsam zu bestehen. Die US-amerikanische Indiefilm-Koryphäe Richard Linklater hat zu einem gewöhnlichen Leben einen aussergewöhnlichen Film gedreht. In gerade einmal 39 Drehtagen, diese jedoch über geschlagene zwölf Jahre verteilt, bildet er die kleinen wie großen Momente eines Bubenlebens ab, der sich vor den Augen des Publikums vom Kind zum jungen Mann entwickelt. Bereits der britische Filmemacher Michael Apted hatte in seiner Serie ''Up'' 14 Menschen über einen Zeitraum von 50 Jahren proträtiert, dies jedoch als Dokumentarfilm. Richard Linklater beschreitet mit seinem fiktionalen Film Neuland. Und er tut dies ohne Effekthascherei und ausgedachte Schicksalsschläge. Sein Mosaikbild zumeist alltäglicher Momente wirkt umso eindrücklicher. Der Silberne Bär der Berliner Filmfestspiele und der Oscar für Patricia Arquette sind nur zwei von 170 Auszeichnungen, die Richard Linklater und seine Gefährten für diese filmische Delikatesse entgegennehmen durften.

Ellar Coltrane ("Mason Evans") - Patricia Arquette ("Olivia Evans") - Ethan Hawke ("Mason Evans Sr.") - Lorelei Linklater ("Samantha Evans") - Libby Villari ("Großmutter") - Marco Perella ("Professor Bill Welbrock") - Jordan Howard ("Mindy Welbrock") - Andrew Villarreal ("Randy Welbrock") - Brad Hawkins ("Stiefvater Jim") - Jenni Tooley ("Annie") - Elizabeth Lestina - Mona Lee Fultz - Paul Nye - Lucia Briones - Alyssa Petersen - Tom McTigue - Jessi Mechler - Angela Rawna - Elijah Smith - Richard Robichaux - Steven Prince - Roland Ruiz - Tyler Strother - Taylor Weaver - Tamara Jolaine - Evie Thompson - Tess Allen - Greg Baglia - Jonathan Bell - Deanna Brochin - Andrea Chen - Megan Devine - Sam Dillon - Mark Finn - Shane Graham - Zoe Graham - Derek Chase Hickey - Savannah Welch - Cambell Westmoreland - Cassidy Johnson - Kaitlyn King - Richard Andrew Jones - Stephen Latham - Nick Krause
Info-Sendung
01:40
60min
Leverkusener Jazztage
Kinga Glyk Konzert, Deutschland 2019 Gäste: Kinga Glyk - Brett Williams - Pawel Tomaszewski - Calvin Rodger

Kinga Glyk ist mit ihren 20 Jahren nicht nur die einzige Frontfrau einer Jazzband in ihrer Heimat Polen, sondern die derzeit größte Jazz-Sensation auf allen sozialen Netzwerken europaweit. Was andere im Pop und Mainstream Bereich bereits vorgemacht haben, ist im Jazz beispiellos. Und plötzlich ist sie da, eine echte Musikerin, jung, hübsch, hochtalentiert, deren Internet-Klickzahlen durch die Decke schießen. Eigentlich begann ihre Karriere mit zwölf Jahren, als ihr Vater - selbst Schlagzeuger - ihr Talent entdeckte und sie zum Mitglied des Glyk-Familientrios PIK machte. Heute - mit ihrer neuen bei Warner Music erscheinenden dritten Platte ''Dream'' und vielen Konzerten - ist die junge Frau ein Star in ihrem Land und brennt darauf, die europäischen Club- und Festivalbühnen zu erobern.Auf dem Programm von ''Dream'' stehen überwiegend eigene Kompositionen, darüber hinaus eine Duo-Version von Glyks Viral-Hit ''Tears in Heaven'', außerdem ''Teen Town'', eine Verbeugung vor dem Maestro der Bassgitarre Jaco Pastorius. Es geht viel um Groove, um Spaß, aber auch darum, über die Musik ein persönliches Verhältnis zu den Hörern aufzubauen: ''Musik ist für mich mehr als nur ein Klang. Ich versuche, mit den Menschen ganz andere Sachen zu teilen, als nur das Spielen von langsamen und schnellen Noten. Denn ich will Songs schreiben, die etwas mitteilen. Musik ist für mich eine große Reise. Ich mache das, was ich liebe, und es ist wunderbar! Meine Träume erfüllen sich schneller, als ich es jemals erhofft hatte!'' Nicht zuletzt durch ein Album, dem sie den Titel ''Dream'' gegeben hat.

Info
02:40
55min
Leverkusener Jazztage
Bill Evans and the Spy Killers! feat. Wolfgang Haffner Konzert, Deutschland 2019 Gäste: Bill Evans - Wolfgang Haffner - Simon Oslender - Claus Fischer

Bill Evans ist ein erstklassiger, mit dem Grammy Award ausgezeichneter Saxofonist/Sänger und Produzent, der sein Debüt im Alter von 21 Jahren feierte, und zwar mit Miles Davis. Evans war als Gast mit den Allman Brothers auf Tournee, rockte mit Warren Haynes und tourte mit der ''Bill Evans Band'', mit ''Bill Evans Soulgrass'' und ''Bill Evans und Petite Blonde'' durch Europa. Das Album ''Soulgrass'' (2005) erlangte weltweite Anerkennung bei Jazz- und Rockfans und ist ein Schmelztiegel fundamental amerikanischer Stile, mit denen Bill Evans über elf Jahre auf der ganzen Welt tourte und 2015 eine Pause machte. Bill Evans führte Co-Lead-Touren mit Mike Stern und Robben Ford, Randy Brecker, Simon Phillips - zuletzt im Herbst 2018.Bill Evans ist ein wahrhaftiger Renaissance-Mann des 21. Jahrhunderts, der nahtlos von Bühne zu Bühne geht. Er sagt: ''Ich kann nicht still sitzen und mich auf meinen Lorbeeren ausruhen. Ich liebe es, neue Dinge zu erfahren und die Grenzen der Musik zu überschreiten, die ich mit den verschiedenen Bands spiele, mit denen ich toure. Ich denke, Miles hat mich inspiriert, wenn es darum geht.''Der Musiker schöpft seine Motivation aus seiner langjährigen Tournee. Im März 2019 bringt er für fünf Sonderkonzerte in Tokio eine Superband mit Robben Ford, James Genus und Keith Carlock mit.''The Spy Killers!'', ''die gefährlichste Band der Welt'', ist Bills jüngster Wurf. ''The Spy Killers!'' - Schlagzeuger Wolfgang Haffner, Keyboarder Simon Oslender und Bass-Groove-Meister Gary Grainger - sind ihre eigene Musikmarke. Bei ihnen trifft Soul auf Jazz, Miles Davis auf Elvis. Sie kennen keine Genre-Grenzen. Egal, ob es sich um Sci-Fi-Soul und -Funk oder um Grooves aus einer anderen Galaxie handelt, sie können nicht anders, als in ihre Welt hineinziehen. Ein ''Spy Killers!''-Konzert hypnotisiert. ein Beweis dafür ist die Aufnahme des Konzerts im berühmten Jazzklub ''Birds Basement'' in Melbourne, Australien, im Oktober 2018, das im Frühjahr 2019 veröffentlicht wurde.Wolfgang Haffner ist einer der angesehensten Schlagzeuger der Jazzwelt. Er hat bis heute auf 400 Alben Schlagzeug gespielt und 16 Soloalben als Anführer aufgenommen. Bill sagt: ''Ich habe jahrelang mit Wolfgang gespielt, und er hat nie aufgehört, mich mit seinen Fähigkeiten, seiner Sensibilität und seinem Groove zu beeindrucken. Er ist ein einzigartiger Drummer und eine großartige Person.''Simon Oslender ist ein junges B3-Keyboard-Wunder aus Deutschland. Bill über Simon: ''Ich habe Simon zum ersten Mal in der Band von Wolfgang Haffners gehört, und ich konnte nicht darüber hinwegkommen, wie großartig er klang, und zwar in einem so jungen Alter. Als wir zum ersten Mal zusammen spielten, hatten wir auf der Bühne eine Beziehung. Er hat sich in Europa bereits einen Namen gemacht und nimmt die Spy Killers! auf eine ganz neue Ebene von Groove.''Gary Grainger ist einer der funkigsten Bassisten der Welt. In den 1980er-Jahren machte er sich mit John Scofield einen Namen. ''Ich habe mit Gary im Mai 2018 eine große Europa-Tournee gemacht, mit meiner Petite Blonde II-Band mit Dennis Chambers und Ulf Wakenius. Gary brachte das Haus jede Nacht zum Beben. Er war ein Naturtalent für die ''Spy Killers!''.''

Info-Sendung
01:45
45min
Stadtoasen
Leipzig Dokureihe, Deutschland 2016 Regie: Anna-Lena Maul

Leipzig - die deutsche Hauptstadt der Schrebergärten - hat sich zu einer der beliebtesten Städte der Deutschen entwickelt. Über Jahrzehnte von Industrie und vom Braunkohleabbau geprägt, holt sich dort die Natur langsam ihren Raum zurück. Vor allem der Westen der Stadt zieht seit einigen Jahren Studenten, Künstler und junge Familien an. Aus diesem bunten Mix an Menschen setzt sich auch die Gartengemeinschaft Annalinde zusammen, die seit 2011 eine ehemalige Brache in Plagwitz nutzt, um ein wenig Landidylle in die Stadt zu holen. Das ehemalige Industrie- und Arbeiterviertel ist zu einem Synonym für eine lebendige und dynamische Stadtkultur geworden. Urbane Landwirtschaft hat in Leipzig Tradition. Von April bis Oktober ist Saison im Garten. Dann braucht es viele freiwillige Hände und zuverlässige Helfer, damit die Hochbeete bepflanzt, gepflegt und gegossen werden. Sie sorgen dafür, dass der Kaffeewagen immer frischen Kuchen für Besucher bereithält und beim ''Gartendinner'' auch mal mehr als 80 Gäste problemlos bekocht und bewirtet werden können. Trotzdem bleibt der gut eingespielten Annalinde-Mannschaft immer noch genug Zeit und Energie, um eigene Projekte zu verwirklichen. Ob es darum geht, Pilze im Keller zu züchten wie Kunststudent Martin, die größten Tomaten Leipzigs zu ziehen wie Gärtner Philipp oder ausgefallene Naturkosmetik herzustellen, woran die weiblichen Mitglieder der Kräuter-AG regelmäßig tüfteln - bei Annalinde gibt es dafür den Raum, die Unterstützung und die Ideen. Das gemeinsame Experimentieren, Arbeiten und Genießen steht bei der Leipziger Gartengemeinschaft im Fokus.

Info
02:30
90min
La Fiesta
Show, Frankreich 2017 Regie: Julien Condemine Moderation: Marie Labory Autor: Israel Gallván

Nahezu instinktiv trat der Vollbluttänzer und Choreograph Israel Galván in die Fußstapfen seiner beiden Flamenco tanzenden Eltern: ''In Sevilla haben Feiern eine tragische Dimension. Aber ich sehe darin auch jede Menge versteckte Gesten: Die Art und Weise, wie sich jemand hinsetzt, im Rhythmus der Musik mit den Fingern schnippt oder mit den Wimpern schlägt. Es passiert viel im Verborgenen, nicht im Rampenlicht. Hier schlummert eine Riesenenergie, und genau die interessiert mich.''In seinem neuen Stück ''La Fiesta'' übernimmt und verwandelt Israel Galván auf einzigartige Art und Weise die traditionelle Sprache des Flamencos und sprengt damit die Grenzen des zeitgenössischen Tanzes. Bei der Erstaufführung im Ehrenhof des Papstpalastes von Avignon im Juli des vergangenen Jahres stand er mit acht Tänzern und unkonventionellen Musikern auf der Bühne, die nicht alle dem Flamenco-Milieu entstammen. Um ein authentisches Fest auf die Bühne zu bringen - so wie er selbst es mit Freunden und Familie feiern würde - verbindet der Andalusier die künstlerische Disziplin mit spontanen Einfällen.In der europäischen und internationalen Tanzszene nimmt Israel Galván einen einzigartigen Platz ein: Aufgrund seines virtuosen Tanzstils vergleichen ihn manche Kritiker mit dem legendären Vaslav Nijinsky. Als Choreograph machte sich Galván mit den Stücken ''Arena'', ''La Edad de Oro'', ''Tabula Rasa'' und ''FLA.CO.MEN'' einen Namen.

Eloísa Cantón - Emilio Caracafé - Israel Galván - El Junco - Ramón Martínez - Niño de Elche - Minako Seki - Alia Sellami - Ucchi ("Mitwirkende:")
Info
02:35
65min
kulturMontag
Spaltpilz Peter Handke Magazin, Österreich 2019 Moderation: Martin Traxl Gäste: Klaus Kastberger - Miranda Jakiša - Marco Dinic - Wolfgang Petritsch

Am 10. Dezember soll Peter Handke mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet werden. Seit der Entscheidung der Schwedischen Akademie gehen die Wogen hoch, entzweit der österreichische Schriftsteller doch die literarische Welt. Es ist eine nicht enden wollende Kontroverse um Handkes Sympathien mit Serbien und dessen damaligen Präsidenten Sloboan Miloševic entbrannt. Während auf der einen Seite u. a. die Opferorganisation ''Mütter von Srebrenica'' zu Protestaktionen aufruft, verurteilen Autorenkollegen die mediale Hetzjagd. In einem offenen Schreiben an das Nobelpreis-Komitee hat die ''Gesellschaft für bedrohte Völker'' eine Entschuldigung von Peter Handke gefordert. Für sie sei der Österreicher ein Genozid-Leugner und Apologet von Kriegsverbrechern, der die Opfer verhöhne. Seit seiner legendären ''Publikumsbeschimpfung'' im Jahr 1966 hat Peter Handke das Rollenbild des kontroversen Außenseiters immer wieder bedient. Als eines der reichsten und eigensinnigsten der deutschen Sprache wird sein Werk seit mehr als 50 Jahren gefeiert. Wie sein Landsmann Thomas Bernhard ist er ein Schriftsteller, für den Widerstand nicht nur eine politische Haltung bedeutet, sondern eine künstlerische Notwendigkeit. 1942 in Kärnten unweit der slowenischen Grenze geboren, wurde er durch seine Familiengeschichte stark geprägt. Die Mutter gehörte der Minderheit der Kärntner Slowenen an, der Großvater plädierte bei der Volksabstimmung 1920 dezidiert für den Verbleib Südkärntens bei Jugoslawien. Ab 1986 setzte sich Handke literarisch verstärkt mit Jugoslawien auseinander. In seinem Roman ''Die Wiederholung'' erzählt er die Geschichte seiner beiden im Krieg gefallenen Onkel. Mit der ''winterlichen Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien'' löste Peter Handke international heftige Kontroversen aus, kritisiert er darin doch die Berichterstattung der westlichen Medien über den Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens. Die pro-serbische Haltung manifestiert sich in dem umstrittensten Auftritt des Schriftstellers, als er demonstrativ am Begräbnis des serbischen Ex-Präsidenten Milosevic teilnimmt, dem vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal der Prozess gemacht worden war. Obwohl Handke von Beginn an keinen Zweifel an dem Srebrenica-Massaker hegte, wurde ihm genau dies vorgeworfen. Handke - ein wahnhafter ''Blut-und-Boden''- Dichter, eine persona non grata, der den Literaturnobelpreis nicht verdiene oder ein Popstar, Poet und Provokateur, eine literarische Instanz, der die höchste Auszeichnung schon zehnmal verdient hätte, wie Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek versichert? Lässt sich der literarische Handke unabhängig vom politischen bewerten? Mit einer aktuellen Reportage meldet sich der ''kulturMontag'' einen Tag vor der feierlichen Zeremonie aus Stockholm und bringt die jüngsten Äußerungen des Dichters bei offiziellen Terminen vor Ort. Wie die Stimmung kurz vor der Verleihung in der schwedischen Hauptstadt ist und ob schon im Vorfeld Demonstrationen stattfinden, berichtet Literatur-Ressort-Leiterin Katja Gasser live aus Schwedens Hauptstadt In einer Chronologie der Ereignisse werden die ersten Jubelmeldungen nach der Bekanntgabe, die letzten massiven Angriffe, die jüngsten absurden Blüten rund um Handkes Staatsbürgerschaft bis zu den Solidaritätsbekundungen von Kulturschaffenden zusammengefasst. Ob das Poetische über dem Politischen stehen darf, analysieren Autoren wie Daniel Kehlmann, Salman Rushdie oder Maya Haderlap im Interview. Ein historischer Abriss über den Zerfall des Vielvölkerstaates zeigt die politischen, wirtschaftlichen wie ethnischen Hintergründe im Jugoslawien-Krieg auf und beleuchtet die Zusammenhänge mit Handkes Texten. Über Kunst & Moral, Werk & Wirken, Poesie & Politik diskutieren live im Studio Germanist und Literaturkritiker Klaus Kastberger, die Slawistin Miranda Jakiša, der serbische Autor Marco Dinic und der Außenpolitik-Experte für Südosteuropa, Wolfgang Petritsch.